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	<title>Endlosrekursion &#187; Politik</title>
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		<title>Eine T&#252;te Deutsch bitte!</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Oct 2011 12:46:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Miro Jennerjahn erkl&#228;rt in dem oben stehenden Video der NPD im S&#228;chsischen Landtag die deutsche Sprache und es ist nicht nur unterhaltsam, sondern entlarvt durch eine unpr&#228;tenti&#246;se Geschichte der deutschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/xAemDwDAZno" width="600" height="400" wmode="transparent"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/xAemDwDAZno" /></object></p>
<p>Miro Jennerjahn erkl&#228;rt in dem oben stehenden Video der NPD im S&#228;chsischen Landtag die deutsche Sprache und es ist nicht nur unterhaltsam, sondern entlarvt durch eine unpr&#228;tenti&#246;se Geschichte der deutschen Sprache die geistige Sackgasse nationaler Gesinnung. Das was wir uns bisweilen als Kultur, Nation oder Sprachraum zusammenschustern ist nat&#252;rlich nicht einfach nur Bl&#246;dsinn. Aber wenn diese Zuf&#228;lligkeiten als Argument f&#252;r was auch immer gew&#228;hlt werden, dann wird es nicht nur schief, sondern eben vor allem recht d&#228;mlich. </p>
<p>Sicherlich braucht man in verschiedenen Kontexten diese Hybridzuschreibungen und kann damit v&#246;llig unproblematisch umgehen, aber wenn sie als Wert f&#252;r sich selbst gelten sollen, dann bricht das Eis und man landet im Ozean der schmalen Bretter. Flachborer dieser Art begegnen einem aber nicht nur bei NPD-Mitgliedern, sondern sind so verbreitet in unserer Gesellschaft, dass sich jeder, der dieses Video gut findet, richtig, wichtig und endlich mal den Nazis auf die Fresse, fragen muss, ob solche Konglomerate der nicht argumentierenden Argumente nicht auch in seinem K&#246;cher des allt&#228;glichen Miteinander einen Stammplatz haben. </p>
<p>Ganze Generationenkonflikte ent&#228;u&#223;ern ihren Sinn in solchen Sprachspielen, die den Streit heraufbeschw&#246;ren wie eine Partie Mensch &#228;rgere dich nicht. Papa sagt, <em>sach nicht geil, das macht man nicht</em>, Sohn sagt, <em>ist doch aber geil</em>.  Das ist dieselbe Suppe, die die Nazis da jetzt auszul&#246;ffeln versuchen. Sprache ver&#228;ndert sich nicht nur, sie ist Ver&#228;nderung selbst. Eine starre Sprache ist keine Sprache mehr. Ein starrer Geist ist eben auch kein geist mehr, weshalb man von Nazis auch immer nur den selben Mist in immer gleicher Form h&#246;rt. Das ist langweilig und eigentlich sogar recht uninteressant. Auch die immer wiederkehrenden N&#246;rgeleien &#252;ber Jugendsprache Verrohung der Werte, unserer Gesellschaft und diesem Internet sind nicht neu. Man sagt ja, selbst Sokrates h&#228;tte sich schon &#252;ber die Jugend echauffiert. </p>
<p>Sicherlich ist es nicht ganz einfach f&#252;r bestimmte Sachverhalte gute Argumente zu finden, zumal wenn sie bestimmte Handlungsvorschriften nach sich ziehen sollen. Erschwert wird das durch die Argumentationslosigkeit ind er Politik, die Argumente bisweilen wie Nebelkerzen erscheinen l&#228;sst. Auch ein alter Trick &#252;brigens. Aber Werte erschleicht man sich nicht. Und Sprache legt man nicht in Parlamenten fest. Nicht mal im Orwellschen 1984. Das versucht man nur und dieser Versuch allein reicht aus um mehr Komplexit&#228;t der Sprache zu erschaffen, als dass diese wieder sprachlich reduziert werden kann. Wenn man spricht, schafft man neues und sei es, wenn man flammende Reden gegen das Neue schafft. Das l&#228;sst sich nicht abschaffen. Au&#223;er durch Schweigen. Und das sollte man vielleicht &#246;fter mal, frei nach Wittgenstein. </p>
<p>Oder den D&#252;nnpfiff eben einfach als solchen kennzeichnen, denn dann wird es wieder zum sinnvollen Sprachspiel. Nazis verstehen sich ja auch untereinander, die verstehen nur sonst nichts. Und damit sind wir wieder beim Ausgangspunkt angelangt.</p>
<p>Angeregt hat diesen Artikel &#252;brigens der <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachpolitik/2011-10-21/urgermanische-sprachpflege">Sprachblog</a>.</p>
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		<title>Bildung &#8211; ein Rohstoff?</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 00:07:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Factotum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Blumen des B&#246;sen stehen in Bl&#252;te. Jemand muss sie zertreten bevor sie sich ausbreiten. Die Blumen, das sind blumige Worte, die anl&#228;sslich der j&#252;ngst ver&#246;ffentlichen Pisa-Studie wie Pilze aus dem Boden schie&#223;en. So wird die Wissenschaftsministerin Annette Schavan nicht m&#252;de, das Bild einer aufstrebenden „Bildungsnation“ zu beschw&#246;ren. Von klassischer Bildung oder Allgemeinbildung ist dabei freilich nicht die Rede. Was f&#252;r eine Vorstellung von Bildung ist es, die die Hoffnung unseres Landes sein soll? Es ist ein besonders arroganter Witz, dass die ungl&#252;ckselige Verdinglichung, die ihr zu Grunde liegt, ganz unverhohlen ausgesprochen und ins Positive gewendet wird. Der ehemalige Bundespr&#228;sident Horst K&#246;hler bezeichnete die Bildung einst als „wichtigsten Rohstoff unseres Landes“. Er formuliert damit ein Vorurteil, das keineswegs neu ist, in diesen Tagen jedoch zunehmend absurdere Fr&#252;chte tr&#228;gt: Bildung sei ein im w&#246;rtlichen Sinne herstellbares Gut.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Blumen des B&#246;sen stehen in Bl&#252;te. Jemand muss sie zertreten bevor sie sich ausbreiten. Die Blumen, das sind blumige Worte, die anl&#228;sslich der j&#252;ngst ver&#246;ffentlichen Pisa-Studie wie Pilze aus dem Boden schie&#223;en. So wird die Wissenschaftsministerin Annette Schavan nicht m&#252;de, das Bild einer aufstrebenden „Bildungsnation“ zu beschw&#246;ren. Von klassischer Bildung oder Allgemeinbildung ist dabei freilich nicht die Rede. Was f&#252;r eine Vorstellung von Bildung ist es, die die Hoffnung unseres Landes sein soll? Es ist ein besonders arroganter Witz, dass die ungl&#252;ckselige Verdinglichung, die ihr zu Grunde liegt, ganz unverhohlen ausgesprochen und ins Positive gewendet wird. Der ehemalige Bundespr&#228;sident Horst K&#246;hler bezeichnete die Bildung einst als „wichtigsten Rohstoff unseres Landes“. Er formuliert damit ein Vorurteil, das keineswegs neu ist, in diesen Tagen jedoch zunehmend absurdere Fr&#252;chte tr&#228;gt: Bildung sei ein im w&#246;rtlichen Sinne <em>herstellbares Gut</em>.</p>
<p>Der gro&#223;m&#228;ulige und kurzbeinige Wunschtraum eines unversiegbaren, ja quasi unbegrenzt steigerbaren Rohstoffvorkommens ist sicher verlockend. Er n&#228;hrt nicht nur die Hoffnung auf nationalen Wohlstand, sondern verspricht vor allem auch dem Individuum, seine eigene Bildungsbiographie – und damit die Fahrkarte zu gesellschaftlicher Anerkennung und wirtschaftlicher Prosperit&#228;t – selbst in der Hand zu haben. (Gleichzeitig aber gibt er hinterr&#252;cks einem jeden „Ungebildeten“ selbst die Schuld f&#252;r sein Versagen.)</p>
<p>Um jedoch das Perpetuum Mobile sozialen Wohlstands in Gang zu bringen, muss, so folgern wir mit kaufm&#228;nnischer Bauernschl&#228;ue (und auf der Basis des zu Grunde gelegten Produktionsvokabulars vollkommen korrekt) zun&#228;chst einmal Geld investiert werden. Mehr Output erfordert mehr Input. Hier liegt der Grund daf&#252;r, dass bildungspolitische Gegner, sobald es ums Geld geht, urpl&#246;tzlich ins selbe Horn sto&#223;en. Es geht weder um soziale Gerechtigkeit noch um wissenschaftliche Konkurrenzf&#228;higkeit: emp&#246;rte Eltern wie auch die Pr&#228;sidenten vermeidlicher Elite-Universit&#228;ten glauben gleicherma&#223;en, dass eine notwendige Korrelation zwischen zus&#228;tzlichen Aufwendungen und „mehr Bildung“ besteht. Dass dies nicht der Fall ist zeigt die Erfahrung. Es ist nicht so, als h&#228;tten sich die Mittel f&#252;r Bildung im Laufe der Jahrzehnte nicht vervielfacht. Die Zahl der Analphabeten ist deswegen jedoch kaum geringer geworden.</p>
<p>Eine verdinglichende Vorstellung von Bildung besagt nicht zuletzt, dass das sich-bilden etwas ist, das sich gegen&#252;ber dem Lernenden rein &#228;u&#223;erlich verh&#228;lt. Der Mensch ist ein M&#228;ngelwesen, ein „von Natur aus“  ungebildetes Subjekt, dem man die hohe Weihe der Bildung angedeihen lassen muss. Er verf&#252;gt weder &#252;ber den Willen, noch &#252;ber die Mittel, um sich aus freien St&#252;cken heraus Bildung anzueignen. Der Mensch ist ein Subjekt, das <em>beschult</em> werden muss. Die Bologna-Reformen sind kein b&#252;rokratisches Missverst&#228;ndnis. Sie sind die Manifestation eines kollektiven Willens zu Beschulung. Die Kritiker von Bologna, die zum Teil medienwirksam auf sich aufmerksam machten, bleiben in dieser Vorstellung verhaftet und best&#228;rken sie gar. Sie fordern keine Nicht-Beschulung, sondern ein besseres und breiteres Beschulungsangebot. Sie stellen die Idee von Bildung als herstellbares Gut nicht in Frage, sondern fordern – oh s&#252;&#223;e Dialektik! – einen &#220;bergang von der verschulten „Planwirtschaft“ zur „freien Wirtschaft“. Sie krakeelen, Bildung sei keine Ware, und tr&#228;umen von einer Universit&#228;t, die nichts anderes ist als ein gro&#223;es, alternatives Bildungskaufhaus.</p>
<p>Wenn der Mensch als beschulbares Subjekt ein Teil der Bildungsmaschinerie ist, scheint er seinerseits zum formbaren Material zu werden. So frohlockte eine studentische Vertreterin der Universit&#228;t Heidelberg im Zuge der Exzellenz-Initiative, dass „aus exzellentem <em>Menschenmaterial</em> [Hervorhebung von mir] unter exzellenten Bedingungen exzellentes geschaffen wurde“. Auch, wenn es mir in diesem Zusammenhang keine Freude bereitet recht zu behalten, muss ich den eventuellen Einwand zur&#252;ckweisen, hierbei handle es sich um einen willk&#252;rlich herausgegriffenen Einzelfall oder eine polemische &#220;berspitzung. Die Auffassung, dass der Mensch eine rein kontingente Beziehung zu einem Ding namens „Bildung“ habe, hinterl&#228;sst in der Bildungspolitik tiefe Spuren. Wenn Annette Schavan fordert, Sch&#252;ler aufgrund eines (de facto nicht vorhandenem) wirtschaftlichen Bedarfs zu technischen F&#228;chern „hinzuf&#252;hren“, so ist dies – nicht im juristischen, negativen, wohl aber im positiven Sinne ein unverhohlener Anschlag auf das Grundrecht auf Berufswahl.</p>
<p>Eine solche „Bildungsnation“ ist kein  Land der Dichter und Denker. Sie ist eine Industrienation mit anderen Mitteln, denn sie steht nicht im Zeichen der Ideen, sondern der Massenproduktion. Sie ist eine Leistungsgesellschaft, die ihre Zw&#228;nge nicht mehr durch den Druck zur Subsistenzsicherung auferlegt bekommt, sondern sie aus freien St&#252;cken verinnerlicht hat. Sie ist ein Land, in dem die Neurosen bl&#252;hen und die Stilbl&#252;ten Wurzeln schlagen. Ein Land, in dem der Geist im wahrsten Sinne des Wortes verroht.</p>
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		<title>Terror ist kein demokratisches Argument!</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Nov 2010 12:21:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich m&#246;chte in diesem Text zeigen, dass das Argumentieren mit den Begriffen Terror und Kindesmissbrauch nicht demokratisch ist, sondern Massenph&#228;nomene anspricht, die eine freie Entscheidung verhindern m&#246;chten. Eine freie Entscheidung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich m&#246;chte in diesem Text zeigen, dass das Argumentieren mit den Begriffen Terror und Kindesmissbrauch nicht demokratisch ist, sondern Massenph&#228;nomene anspricht, die eine freie Entscheidung verhindern m&#246;chten. Eine freie Entscheidung aber ist die Grundlage unserer Demokratie. Der Text soll als Warnung verstanden werden an jeden einzelnen Politiker, der aus Dummheit, aus Faulheit oder aus berechnendem Kalk&#252;l versucht seine W&#228;hler f&#252;r dumm zu verkaufen und eine Warnung an jeden einzelnen W&#228;hler nicht auf diese wirklich einfach zu durchschauende Strategie hereinzufallen.</p>
<p>Forschung zu Massenph&#228;nomenen sind nicht neu, auch wenn das bisweilen so erscheinen mag. Aber man kann schon die <a href="http://www.onezblog.de/item/2007/06/platon-rawls-demokratie-politik/">Platonische Staatskonzeption</a> als Reaktion auf bestimmte gesellschaftliche Massenph&#228;nomene lesen, denen eine Notwendigkeit zukommt. Sp&#228;testens aber mit Machiavelli kann es wohl nicht mehr bestritten werden, dass hier die Idee entwickelt wurde, dass viele Menschen sich notwendig auf bestimmte Art und Weise verhalten, auch wenn es f&#252;r jeden einzelnen dieser Masse gute Gr&#252;nde g&#228;be nicht so zu handeln.</p>
<p>Diese Form des Wissens findet sich in Marketingstrategien wieder, in Studien zu Produktdesign jeglicher Art, in den gro&#223;en Propagandaschlachten des 20. Jahrhunderts, in Konzepten gro&#223;er Hallen und Stadien oder auch in politischen Wahlk&#228;mpfen. Ich will mit diesen Beispielen keinen vergleich oder gar eine Gleichsetzung anstreben, sondern zun&#228;chst feststellen, dass sich Massenverhalten in vielerlei Hinsicht zu eigen gemacht und eingesetzt wird. </p>
<p>Dem zu Grunde liegt eine m&#246;gliche Beschreibung des Menschen als hetero- und homogenes Wesen. Zu Nutze machen kann sich jeder diese Erkenntnis, zum Guten wie zum Schlechten. Es mag jeder zun&#228;chst selbst entscheiden, inwiefern in den folgenden Videos Masse genutzt wird:</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/GSree1pNoXE" width="600" height="400" wmode="transparent"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/GSree1pNoXE" /></object></p>
<p>Ich f&#252;r meinen Teil finde die Reaktion des Publikums gruselig bis enorm bedenklich. Hier wird Konsum in Form von Geschenken zur Extase aufgepusht die von der Form, nicht vom Inhalt her, mehr als nur ein wenig an geschichtlich sehr folgenreiche Ereignisse erinnert, die ich zum Vergleich anf&#252;hre. Die Rede Josef Goebbels im Sportpalast 1943.<span id="more-634"></span></p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/vi6xqr6vKTo" width="600" height="400" wmode="transparent"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/vi6xqr6vKTo" /></object></p>
<p>Noch einmal ganz deutlich: Ich will hier nicht den Konsum mit dem Nationalsozialismus vergleichen, sondern die wirklich abstrus anmutende Reaktion des jeweiligen Publikums. Denn beide Reaktionen sind unzweifelbar dem selben Ph&#228;nomen geschuldet, dass in gro&#223;en Gruppen Menschen nicht mehr oder nur noch sehr eingeschr&#228;nkt rational denken. Ich werde keine Antwort geben k&#246;nnen auf die Frage, warum das so ist, denn daf&#252;r m&#252;sste eine komplette und konsistente Anthropologie entwickelt werden, sowie in diesem beinhaltend ein Rationalit&#228;tsbegriff. Das kann ich hier nicht leisten und soll auch nicht Sinn des Textes sein. Jeder Leser selbst kann sich Gedanken dazu machen, welche Menschenbilder zu welchen Erkl&#228;rungen kommen w&#252;rde und auch, welche Menschenbilder durch solche Tatsachen vielleicht sogar in Frage gestellt w&#252;rden.</p>
<p>Ich m&#246;chte viel lieber darauf hinweisen, dass in Deutschland zunehmend Wahlk&#228;mpfe auf &#228;hnliche Art und Weise gef&#252;hrt werden oder soll ich lieber inszeniert sagen? Das ist keine neue Erkenntnis. Ich aber will nicht auf Reden vor gro&#223;em Publikum hinaus, die sicher auch einige dieser oben zu sehenden Ph&#228;nomene hervorbringen, aber in viel schw&#228;cherer Form. Ich will vielmehr auf die Berichterstattung und das Wissen unserer Politiker um diese hinaus, die einen &#228;hnlichen Charakter bekommen hat und den ich sehr bedenklich finde.</p>
<p>Wenn man sich den Grundcharakter dieser Massenph&#228;nomene anschaut, dann ist eine notwendige Bedingung immer ein gleiches Wollen in ganz unspezifischer Weise, welches bei jedem Einzelnen der Masse vorhanden sein muss. Sei es der tolle neue Superflachbildfernseher, der Fluchtgedanke im Stadion oder eben ein starkes siegreiches Deutschland. Ein Wollen, was alle dieser Masse teilen.</p>
<p>Zunehmend wird in politischen Diskussionen in Deutschland genau diese Bedingung von Massenph&#228;nomenen angesprochen und das in einer Form, die mit politischen Aushandlungsprozess in meinen Augen nicht mehr viel zu tun hat. Meine Beispiele sind der Gebrauch des Terrors und des Kindesmissbrauchs f&#252;r mittlerweile so viele und unterschiedliche Bereiche der Politik, dass man sich wirklich verarscht vorkommen muss.</p>
<p>Terror und Kindesmissbrauch kann niemand wollen. Diese beiden &#220;bel zu verhindern will jeder einzelne in unserer Gesellschaft. Dagegen zu sein ist keine Option. Und genau deshalb wird mittlerweile bei viel zu vielen Gesetzesvorlagen eines der beiden als Argument angegeben. Dann, so scheint die Kalkulation zu sein, kann auch niemand gegen das Gesetz sein. Wer gegen Kindesmissbrauch ist, muss auch f&#252;r die Vorratsdatenspeicherung sein, wer gegen Kindesmissbrauch ist, muss auch gegen die Scheinminderj&#228;hrigkeit in erotischen Darstellungen sein, wer gegen Kindesmissbrauch ist, muss auch f&#252;r die Ausweitung der Rasterfahndung sein, wer gegen Kindesmissbrauch ist, muss eben auf bestimmte Grundrechte verzichten. Wer gegen Terror ist, muss eben auch f&#252;r gewisse Einschr&#228;nkungen der Pressefreiheit sein, gegen Einschr&#228;nkungen des Quellenschutzes, des Abh&#246;rschutzes von &#196;rzten, Rechtsanw&#228;lten und Journalisten. Wer gegen den Terror ist, der muss eben Nacktscanner bef&#252;rworten und und und. Die Liste ist ja leider mittlerweile fast unendlich fortf&#252;hrbar.</p>
<p>Es wird eine Alternativlosigkeit suggeriert, die unter rationalen Gesichtspunkten v&#246;llig hirnrissig ist. Und ich finde es wirklich bedenklich, dass immer mehr Politiker von dieser Suggestion gebrauch machen. Ich hatte mich weiter oben noch des Votums enthalten, inwiefern das Nutzen von Massenph&#228;nomenen gut oder schlecht sei und ich will auch jetzt keine vollst&#228;ndigen Kriterien entwickeln. Aber, dass Ph&#228;nomene, die nat&#252;rlich darauf ausgerichtet sind, Rationalit&#228;t gar nicht erst zu aktivieren, in einem demokratischen Prozess nichts verloren haben, scheint mir evident. Wenn Demokratie ganz grob gesagt der Prozess ist, der die Meinung zum Erfolg f&#252;hren soll, f&#252;r die sich die meisten Teilnehmer der demokratischen Gemeinschaft entschieden haben, aber die Argumentation darauf aus ist, eine Entscheidung zu verhindern, indem sie Alternativlosikeit suggeriert, dann ist das nicht demokratisch. Und wenn sich Politiker an eines halten sollten, dann doch daran, dass sie demokratisch gew&#228;hlte Volksvertreter sind.</p>
<p>Nat&#252;rlich m&#252;ssen wir &#252;ber die Verhinderung von Kindesmissbrauch und Terror reden, m&#252;ssen auch politische Entscheidungen treffen, die darauf hinarbeiten. Aber wir, d.h. jeder einzelne von uns und jeder einzelne Politiker, sollten uns bei jeder Debatte genau &#252;berlegen, welche Folgen gewisse Gesetze haben und ob sie wirklich im Zusammenhang mit Terror oder Kindesmissbrauch stehen. Das ist n&#228;mlich mitnichten bei allen diesen neuen Vorschl&#228;gen der Fall. Wir d&#252;rfen nicht zur Masse werden, indem wir sofort Hurra schreien, sobald eines dieser W&#246;rter f&#228;llt und uns jemand verspricht, dass er ein Mittel dagegen hat. Wie eine rationale Sichtweise auf das Ph&#228;nomen Terror aussehen kann, will ich euch mit einem Beitrag des Wissenschaftsmagazins Quarks &#038; Co. vom WDR zeigen:</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/BjQj05Mr8oU" width="600" height="400" wmode="transparent"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/BjQj05Mr8oU" /></object></p>
<p>Es ist unsere Aufgabe und einzige Chance auf Demokratie, politische Versprechungen konsequent zu ignorieren und die Mittel kritisch zu hinterfragen. Das allein ist ein demokratischer Prozess der nicht wie bei Platon notwendig in die Oligarchie und dann in die Tyrannei &#252;bergeht. Denn dass auch gute Ideen in schlechtem Gewandt stecken k&#246;nnen, zeigt schon das Gesetz des Zufalls. Aber es ist unsere Aufgabe genau das auseinander zu halten und die guten Ideen herauszupicken aus dem Massenbrei, der uns vorgesetzt wird. Denne s kann niemand sp&#228;ter behaupten, er habe nichts bemerkt.</p>
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		<title>Ist Feminismus langweilig geworden?</title>
		<link>http://www.endlosrekursion.de/598/ist-feminismus-langweilig-geworden/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Nov 2010 14:53:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Kristina Schr&#246;der ist irgendeine Ministerin im Kabinett Merkel. Familienministerin, wie mir Google gerade verraten hat. Das ist das alte Ressort von Zensursula und es scheint doch so, als k&#246;nne man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kristina Schr&#246;der ist irgendeine Ministerin im Kabinett Merkel. Familienministerin, wie mir Google gerade verraten hat. Das ist das alte Ressort von <a href="http://www.endlosrekursion.de/513/jetzt-kann-man-einfach-nicht-mehr-die-fresse-halten/">Zensursula</a> und es scheint doch so, als k&#246;nne man dort nur mit markschreierischem Gehabe auf sich aufmerksam machen. Ursula von der Leyen hat sich die Kinderpornografie auf die wehenden Fahnen geschrieben, pardon, den Kampf gegen diese im internet und Kristina Schr&#246;der k&#228;mpft jetzt auch. Und ratet mal wogegen. Darauf kommt ihr nie. Kinderpornografie ist es jedenfalls nicht, das macht ja die <a href="http://www.fixmbr.de/tatort-redaktion-der-lynchmob-wird-losgelassen/">Stephanie zu Guttenberg auf RTL2</a> jetzt.</p>
<blockquote><p>Seine Wortf&#252;hrer haben geglaubt, da&#223; man dadurch nur schm&#228;hen wolle, und haben sich f&#252;r aufgefordert gehalten, auch von ihrer Seite wiederum zur&#252;ck zu schm&#228;hen, wodurch die Sache wieder in ihre nat&#252;rliche Ordnung komme. <a href="http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=5&amp;xid=653&amp;kapitel=15&amp;cHash=1&amp;hilite=aller%20m%C3%B6glichen%20welten#gb_found">Johann Gottlieb Fichte</a></p></blockquote>
<p>Nein, sie k&#228;mpft gegen falsch verstandenen Feminismus. Weil der ungemein sch&#228;digend ist. Und deshalb f&#252;hrt sie mit dem Spiegel ein <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,727648,00.html">Interview</a> und greift Alice Schwarzer an. Die greifen n&#228;mlich immer alle an, wenn mal jemand mal wieder was mit Frauen auf den Keks geht oder wenn es um Fertilidings&#8230; Fickraten &#8230; ne, Wurfraten geht. Also wie viele Kinder die richtigen machen. Also nicht Ausl&#228;nder und nicht Pack. Geld und Intellekt. Elite eben.</p>
<p>Also die Schwarzer angemacht hat die Schr&#246;der. Und die Schwarzer keilt zur&#252;ck. In einem <a href="http://www.aliceschwarzer.de/publikationen/blog/?tx_t3blog_pi1[blogList][showUid]=54&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][year]=2010&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][month]=11&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][day]=08&amp;cHash=69bb339dd9">offenen Brief an die Schr&#246;der</a>. Klar, so werden die sich das ja auch gedacht haben, die Presseberater und Medienheinis. Raus aus diesem d&#228;mlichen Ressort mit den Kindern und Frauen. Opfer. Endlich Mal dahin, wo die Lutzi geht.</p>
<p>Und wisst ihr was. Ich h&#228;tte genau dasselbe geschrieben, wenn ich es nicht einfach ignoriert h&#228;tte. Also dasselbe wie die Schwarzer. Emanzipation hat geklappt. Sie und ich. Der Schr&#246;der olle Klischees vorwerfen, sie f&#252;r eher ungeeignet halten auf ihrem Posten. Gut, das h&#228;tte ich nicht erw&#228;hnt, sondern nur gedacht, weil man ja auch die Relation zu ihren Vorg&#228;ngerinnen und -ennen irgendwie nicht ausser acht lassen kann und ob sie da jetzt noch ungeeigneter ist, will ich dann nicht &#246;ffentlich erkl&#228;ren m&#252;ssen.</p>
<p>Die Schwarzer und ich jedenfalls. Naja, eine Passage h&#228;tte ich vielleicht weggelassen, so aus rein taktischen Gr&#252;nden schon. Alice Schwarzer benutzt n&#228;mlich ein &#228;u&#223;erst verwandtes Argument wie die Kristina Schr&#246;der und das w&#252;rde ich immer unterlassen. Schwarzer schreibt als Antwort auf Schr&#246;der, die die armen Jungen verteidigt, die von gr&#228;sslichen Feministinnendrachen in Schule und Kindergarten drangsaliert werden:</p>
<blockquote><p>Ja, es stimmt, dass wir es mit einer rasanten „Feminisierung“ der p&#228;dagogischen Berufe zu tun haben. Aber warum? Weil die M&#228;nner einfach nicht mehr Kinderg&#228;rtner oder Lehrer sein <em>wollen</em>! Zu schlecht bezahlt und gesellschaftlich nicht anerkannt. Das ist das Problem. Alice Schwarzer</p></blockquote>
<p>So &#228;hnlich hatte die Schr&#246;der aber auch was gesagt. War auch nicht besser. Denn Realit&#228;t und Faktenlage ist nicht erst seit dem sp&#228;ten Wittgenstein mehr so zum Problem geworden, weshalb beide Kontrahenten im Feministinnenstreit auf sie Bezug nehmen k&#246;nnen, ohne auch nur ann&#228;hernd dasselbe meinen zu k&#246;nnen. <a href="http://www.tractatus.hochholzer.info/index.php?site=main">Meine Welt ist alles was der Fall ist</a>. Die Schr&#246;der schreibt also folgendes:</p>
<blockquote><p>Die Wahrheit sieht doch so aus: Viele Frauen studieren gern Germanistik und Geisteswissenschaften, M&#228;nner dagegen Elektrotechnik &#8211; und das hat eben auch Konsequenzen beim Gehalt. Wir k&#246;nnen den Unternehmen nicht verbieten, Elektrotechniker besser zu bezahlen als Germanisten. Kristina Schr&#246;der</p></blockquote>
<p>Also, weil das so verdammt gleich aussieht, das Argument jetzt, h&#228;tte ich das weggelassen mit dem Realit&#228;tsbezug. Weil die Schr&#246;der meint ja auch in der besten aller m&#246;glich Welten zu leben, wenn sie nur ihr Ding durchzieht. Nicht bildlich gesprochen jetzt. Schwarzer meint das auch, ich &#252;brigens nicht. Aber das ist auch eher unerheblich.</p>
<p>Unerheblich war eigentlich auch das Stichwort, auf das ich hinaus wollte. Ist nicht so gelungen. Viel zu viel Spa&#223; macht es hinzusticheln und zu rumstacheln. Schr&#246;der gegen Schwarzer ist eine solche Nicht-Diskussion, die uns st&#228;ndig umwabern und die in Bezug auf das Thema, ob es jetzt Gesellschaft, arme Jungs, Feminismus oder sonst wie hei&#223;en mag, doch zeigen, dass Frauen mittlerweile auch solche stumpfen Diskussionen einleiten, durchf&#252;hren und davon profitieren k&#246;nnen. Das hei&#223;t nicht, dass jetzt irgendwas besser ist, aber es hat sich etwas ge&#228;ndert. Und das meine ich jetzt mal ganz frei von Ironie.</p>
<p>Nicht, dass es f&#252;r mich jetzt besonders entscheidend ob mit Schr&#246;der gegen Schwarzer jetzt der alte Gerd gegen irgendeinen andern gemeint ist oder eben die Kristina gegen die Alice. Beides irgendwie L&#252;ckenf&#252;ller, etwas &#252;ber dem sonstigen Vorabendserienniveau anzusiedeln. Aber auch eher unspannend. Und nicht lustig. Da dann lieber die Schwarzer gegen die Feldbusch oder Pooth, wie sie jetzt hei&#223;t schauen. Sp&#228;terer Abend gewesen. Witziger. Und danach dann mal im Ernst.</p>
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<p>Ich finde es durchaus bezeichnend und eine Errungenschaft der Emanzipationsbewegungen der letzten drei&#223;ig Jahren, dass wir uns so etwas im Fernsehen anschauen k&#246;nnen und auch solche Diskussionen unsere Zeitungen und Magazine besch&#228;ftigt. Nicht, weil es sich daf&#252;r gelohnt h&#228;tte, sondern weil es durch diese Trivialisierung des Themas deutlich wird, wie selbstverst&#228;ndlich viele Themen schon geworden sind, die vor gar nicht so langer Zeit eine erheblich heftiger gef&#252;hrte Kontroverse hervorgerufen h&#228;tte. Heute kann man sich gelangweilt und gelassen von diesem Gepl&#228;rre bed&#252;deln lassen.</p>
<p>Und damit ist keineswegs angedeutet, dass es nicht auf vielen Feldern noch einiges zu beackern gibt. Emanzipation ist ja kein Reformpacket, was verabschiedet und vergessen werden kann. Aber es ist dennoch beschaulich, dass man nicht mehr f&#252;r jedes Detail k&#228;mpfen muss, sondern eher um die Aus- und durchf&#252;hrung. Und hier gehe ich Mal weg von den Frauen, auch deshalb, weil man sich vielleicht als geneigter Leser gefragt haben k&#246;nnte, warum gerade ein mann dar&#252;ber schreibt. Aber &#228;hnliches ist in vielen anderen Bewegungen zu beobachten.</p>
<p>Trivialisierung ist nicht partou schlecht, sondern meist ein angenehmer Indikator daf&#252;r, dass etwas davon angekommen ist. Ist Feminismus also langweilig geworden? Ja und nein. Viele K&#228;mpfe fr&#252;herer Jahre sind es geworden und das ist wunderbar so. Neue K&#228;mpfe sind daraus entstanden. Kristina Schr&#246;der hat davon noch nicht so viel mitbekommen. Bei Alice Schwarzer wei&#223; man das auch nicht so genau. Aber vielleicht braucht der Feminismus auch gar keine Lausprecherinnen mehr. Das w&#228;re optimal.</p>
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		<title>Freiheit statt Angst</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Jul 2009 22:37:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<title>Vertrauen als Basis des Politischen?</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Jul 2009 09:42:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Man liest immer wieder von Politikern jeder Coleur die in inhaltslosen Interviews oder redebeitr&#228;gen fordern, die Politik m&#252;sse die Akzeptanz des Politischen bei B&#252;rger festigen und Vertrauen schaffen. Messbarometer dieser Akzeptanz und Vertrauens bzw. fehlendem Vertrauens ist die Politikverdrossenheit ausgedr&#252;ckt in der Wahlbeteiligung. Da in nahezu allen diesen &#196;u&#223;erungen Akzeptanz und Vertrauen in einem Atemzug mit W&#228;hlermobilisierung und zielgruppenorientierten Wahlkampf f&#228;llt, k&#246;nnen die gro&#223;en Worte der Wortnehmer des Politischen getrost nicht ernst genommen werden. Aber den allein zweckorientierten Parteis&#246;ldnern steht das Heer der Verdrossenen in nicht nach. Der kleine Mann, der sich permanent und zu jeder Zeit als Opfer der da oben sieht, kann Politik auch kaum denken ohne an Steuern und seinen Geldbeutel zu denken.</p>
<p>Meine &#220;berspitzung weist auf ein Problem hin, dass momentan als Zyklus dieses Denken durchbricht: Rechte und Pflichten werden sich gerne gegenseitig in einem ungleichen Verh&#228;ltnis zugeschoben und das Verh&#228;ltnis dieser beiden staatstragenden Grundfesten werden dabei wenig reflektiert.</p>
<p>Doch ab und an kommen die Grundfesten, die Grundrechte und die Verantwortung von Politik, Gesellschaft und System in den Blick. Dies geschieht im Moment, auch wenn Opel und der Geldbeutel sich schon wieder positionieren, um diese unangenehme Diskussion zu verdr&#228;ngen. Gemeint ist die Diskussion um B&#252;rgerrechte und Zensur, den ich enorm ver&#228;rgert schon im <a href="http://www.endlosrekursion.de/513/jetzt-kann-man-einfach-nicht-mehr-die-fresse-halten/">letzten Beitrag </a>thematisiert habe.</p>
<p>Ich habe so reagiert, wie derjenige, der seinem Geldbeutel zu verteidigen sucht, ohne nachzudenken. Denn die Vorst&#246;&#223;e unserer Regierung in einen Bereich, in dem sie auf diese Art meiner Meinung nach nichts zu suchen hat, k&#246;nnen auch anders betrachtet werden. Positiv und als staats- und demokratief&#246;rdernde Strukturen, die das Vertrauen schaffen und nicht untergraben. Man muss sich als B&#252;rger nicht verraten f&#252;hlen und darauf schimpfen,d ass Deutschland immer mehr zur Diktatur verkommt, sich nicht von China unterscheidet und der B&#252;rger immer weiter entm&#252;ndigt wird.</p>
<p>Unser Staat ist n&#228;mlich ein entschieden stabileres System verschiedener Mach- und Kontrollinstanzen, als eine solch negative Darstellung suggeriert.  People in motion hat darauf schon in der Diskussion um <a href="http://www.endlosrekursion.de/237/online-durchsuchung-und-die-verknuepfung-von-recht-und-gesellschaft">Onlinedurchsuchungen</a> hingewiesen und eine differenzierte Darstellung und Diskussion eingefordert. Dies m&#246;chte ich im Folgenden auch ind er Diskussion um die Zensur im Internet tun.<span id="more-530"></span></p>
<p>Die Klagen gegen das Internetsperrgesetzt sind in Vorbereitung und in absehbarer Zeit wird dies am Bundesverfassungsgericht verhandelt werden. Dabei ist wohl zu erwarten, dass der Versto&#223; von Ursula von der Leyen in seiner Vehemenz und Rechtebeschr&#228;nkung zur&#252;ckgewiesen und gleichzeitig aber auch die Kompetenz des Staates im Internet aufgezeigt wird. So wie im Streitfall Onlinedurchsuchungen ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Informationelle_Selbstbestimmung">Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung</a> geschaffen wurde, wird sicherlich im Streitfall Internetsperrung auch eine Grenzziehung der staatlichen Zugriffsm&#246;glichkeiten im Internet passieren. Das Verfassungsgericht wird sich mit Sicherheit der Tragweite einer solchen Auseinandersetzung bewusst sein, auch wenn mit ebensolcher Sicherheit das Internet nicht als der viel beschriehene rechtsfreie Raum best&#228;tigt wird. Eine Abw&#228;gung zwischen staatlichen M&#246;glichkeiten der Kriminalit&#228;tsbek&#228;mpfung und der Einhaltung b&#252;rgerlicher Rechte wird dort stattfinden. So wird das Internet eben auch nicht zum b&#252;rgerrechtsfreien Raum.</p>
<p>Wenn man &#252;ber Politik und vertrauen nachdenkt, dann kannman nicht nur den Widerstreit zwischen Politikern und B&#252;rgern thematisieren, sondern muss eben auch die Kontrollinstanzen mit einbeziehen. Es mag bedenklich bezogen auf den Charakter gewisser Politiker sein, dass in Bezug auf das Internet st&#228;ndig Gesetze erlassen werden, die vom Bundesverfassungsgericht in gro&#223;en Teilen wieder kassiert werden und als nicht verfassungskonform zur&#252;ckgewiesen werden. Das Vertrauen in das Politische sollte aber dadurch nicht verloren gehen. Denn Politik in Deutschland ist zum Gl&#252;ck eben nicht die alleinige Auseinandersetzung der Gesetzgebenden und dem W&#228;hler, sondern wird gesteuert, gelenkt udn reglementiert von einer Instanz, die sich gleicherma&#223;en als Stimme des Staates und des B&#252;rgers verstehen muss.</p>
<p>Im Grunde genommen sind also die Vorst&#246;&#223;e von Sch&#228;uble und von den Leyen ein Gl&#252;cksfall, haben sie doch f&#252;r genug &#214;ffentlichkeit und Aufmerksamkeit gesorgt, sodass unsere Gesellschaft als ganze gezwungen ist dar&#252;ber nachzudenken und den immer wichtiger werdenden Bereich des Internets st&#228;rker in unsere rechtliche Balance aufzunehmen. Das macht die zwei oben genannten nicht zu Helden und Zweifel an deren Rechtsstaatlichen Auffassungen sind weiter angebracht, aber es macht den ganzen Vorfall nicht zu einer Vertrauenskrise.</p>
<p>Vertrauen im Politischen kann nur im Streit entstehen, wohlwissend,d ass nicht immer die eigene Meinung die richtige sein kann. F&#252;r das vertrauen ist es nicht wichtig, dass sich die Akteure der gesellschaftlichen Auseinandersetzung gegenseitig vertrauen, sondern nur, dass sie ihre Rechte und Pflichten kennen und respektieren. Diese f&#252;hren manchmal &#252;ber Gericht, meist aber eben auch nicht. Auseinandersetzungen &#252;ber Neues werden meist vehementer diskutiert und so verwundert es kaum, dass sich hier die Lager st&#228;rker gegeneinander positionieren als dies in schon lange w&#228;hrenden Diskussionen und &#8220;alten&#8221; Fragen der Fall ist.</p>
<p>Damit bleibt f&#252;r mich die CDU, die SPD und auch die gr&#252;nen in der kommenden Bundestagswahl unw&#228;hlbar, aber ein f&#252;r alle Zeiten in Zeiten der Ver&#228;rgerung hinauszubr&#252;llen und darauf zu verharren zeugt nicht vom vertrauen in das, was alle auf ihre Weise bef&#246;rdern wollen: die Gesellschaft.</p>
<p>Ich habe jedenfalls die Hoffnung, dass in dieser Wahl die Rechte udn Pflichten im Internet durchaus ein Wahlkampfthema werden und so ein Umdenken stattfinden kann. Noch mag dieses &#246;min&#246;se Dingens wo jeder scheinbar machen kann, was er will, eher dunkles und feindliches Mysterium f&#252;r die einen und demokratisches Selbstverst&#228;ndnis f&#252;r die anderen sein, aber ein respektables Abschneiden der<a href="http://www.piratenpartei.de/"> Piratenpartei</a> bei der Bundestagswahl k&#246;nnte dies &#228;ndern.</p>
<p>Dadurch w&#252;rde aber nicht ein Akteur die B&#252;hne des Politischen betreten, der endlich vertrauen schafft, sondern ein weiterer Akteur, der den wichtigen Themen unserer Gesellschaft zur Stimme verhilft, wie dies mit der &#214;kologie und den Gr&#252;nen in den Neunzigern geschehen ist. Ob dies geschieht ist aber nicht die Entscheidung der b&#246;sen Politiker da oben, sondern die Frage, wie wichtig dem Einzelnen sein Geldbeutel ist, wenn er das Kreuzchen am 27. September macht. vertrauen zu schaffen ist Aufgabe eines jeden Einzelnen, so romantisch sich das auch anh&#246;ren muss. Alle, die meinen, dass die B&#252;rgerrechte im Internet ebenso gelten sollten, sind aufgefordert, dementsprechend auch ihre Stimme abzugeben, um zu verhindern,  dass das Thema wieder in der Versenkung verschwindet. Schreibt, redet, bloggt und &#252;berzeugt eure Mitmenschen. Informiert oder predigt. Tut etwas. Aber nicht um die drohende Apokalypse herauszuz&#246;gern, sondern um der Gesellschaft ein wichtiges Thema mehr zu geben.</p>
<p>Immer im Wissen, dass es auf euch ankommt, ohne zu bef&#252;rchten, dass es nur auf euch ankommen k&#246;nnte. Das ist Vertrauen im Politischen.</p>
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		<title>Jetzt kann man einfach nicht mehr die Fresse halten</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 08:10:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich werde es kurz gestalten und lieber auf die verlinken, die die Ruhe bewahren k&#246;nnen trotz dieses Angriffs auf die Grundfesten unserer Demokratie. Alles, was ich zu sagen h&#228;tte w&#252;rde nur unfl&#228;tiges Beschimpfen der Ignoranz derer sein, die gestern Abend f&#252;r ein Gesetz gestimmt haben, was eklatant gegen das Grundgesetz verst&#246;&#223;t. Das allein ist aber nicht Ausl&#246;ser meiner exorbitant geschwollenen Halsschlagader, sondern die Kette von Ereignissen, die dazu gef&#252;hrt haben, dass mein glaube an diese Politik so am Boden liegt, dass ich nicht mehr gewillt bin, nichts zu tun und darauf zu vertrauen, dass die Gr&#252;ndungsv&#228;ter dieser verfassung eine solche Stabilit&#228;t gegeben haben, dass selbst die miesesten Verfassungsfeinde dieser nichts anhaben k&#246;nnen. Aber &#8220;das Gesetz markiert nicht nur ein Versagen, es markiert einen gef&#228;hrlichen Trend&#8221;, schreibt selbst die <a href="http://www.zeit.de/online/2009/26/netzsperren-leyen-alibi">Zeit</a>.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-518" style="border:none;" title="zensursula_erst_wenn_via_pantoffelpunk" src="http://www.endlosrekursion.de/wp-content/uploads/2009/06/zensursula_erst_wenn_via_pantoffelpunk.jpg" alt="zensursula_erst_wenn_via_pantoffelpunk" width="400" height="300" /></p>
<p>Es geht um <a href="http://www.datenschutzbeauftragter-online.de/uberblick-zum-thema-netzsperren/">Zensur des Internets</a> und es ist verdammt nochmal wichtig, selbst f&#252;r diejenigen, die lieber ein gutes Buch lesen, als sich in den Weiten des Netzes zu verirren.  Lest bitte folgende Beitr&#228;ge, auch wenn euch Politik nicht interessiert, lest sie auch wenn ihr gerade etwas Besseres vorhabt, lest sie weil sie den Anfang einer Opposition darstellt, die wir selbst sein m&#252;ssen, weil sie im Bundestag nicht mehr existiert. Wie hat Frank richtig gesagt: &#8220;Mittlerweile w&#252;rde ich sogar die Rentner- oder Tiersch&#252;tzerpartei w&#228;hlen, bevor ich diese Regierung unterst&#252;tze.&#8221; Wir m&#252;ssen etwas tun, denn f&#252;r uns wird nichts mehr getan. Politische Lethargie kann jetzt nicht mehr sein, sich darauf zur&#252;ckzuziehen, dass man eh nichts &#228;ndern kann, auch nicht. Es muss wenigstens &#214;ffentlichkeit erzeugt werden, um zur Bundestagswahl ein Zeichen zu setzen, dass deutlicher ist, als das ignorierte der Europawahl: &#8220;So geht es nicht mehr weiter. Nicht mit uns!</p>
<ul>
<li>Anke Gr&#246;ner: <a href="http://www.ankegroener.de/?p=4678">Der letzte Tag</a></li>
<li>Thomas Kn&#252;wer:  <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2151">Weshalb die Diskussion um Internet-Sperren Deutschlands Politikern Angst machen sollte </a></li>
<li>Frank Helmschrott: <a href="http://helmschrott.de/blog/zieht-euch-schon-mal-warm-an/">Zieht euch schon mal warm an</a></li>
<li>Rene Walter: <a href="http://www.nerdcore.de/wp/2009/06/18/das-gesetz-fur-netzsperren-ist-beschlossen-meine-unabhangigkeitserklung-des-internets-von-der-deutschen-politik/">Unabh&#228;ngigkeitserkl&#228;rung des Internets von der deutschen Politik</a></li>
<li>Christoph Thurne:<a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/http://wsdv.wordpress.com/2009/06/18/vielen-dank-ursula-v-d-leyen-ernst-gemeint/');" href="http://wsdv.wordpress.com/2009/06/18/vielen-dank-ursula-v-d-leyen-ernst-gemeint/"> Vielen Dank Ursula v. d. Leyen</a></li>
<li>Metronaut: <a href="http://www.metronaut.de/?p=925">Freiheit ist es wert, niemals zu resignieren</a></li>
<li>Kai Biermann: <a href="http://www.zeit.de/online/2009/26/netzsperren-leyen-alibi">Netzsperren bringen keinen vor Gericht</a></li>
<li>Bj&#246;rn B&#246;hning u. a.: <a href="http://ptrace.fefe.de/Offener%20Brief%20der%20Kandidatinnen%20und%20Kandidaten-1.pdf">Dringende Bitte an die Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion: „L&#246;schen statt Sperren!“</a></li>
</ul>
<p>Der Tenor ist &#252;berall derselbe. Diese Republik wird nicht untergehen und einige Politiker ohne Verst&#228;ndnis und Anstand werden diese Republik nicht kaputt machen. Aber wir m&#252;ssen etwas tun. Nat&#252;rlich werden in den n&#228;chsten Tagen auch viele die Demokratie beerdigen, aber das kann nicht die Folge daraus sein. Resignation bedeutet in diesen Tagen Niederlage. Es gibt noch den Bundesrat, den Bundespr&#228;sidenten und sollten diese Instanzen auch kein Geh&#246;r und Verstand haben, dann kommt noch das Bundesverfassungsgericht, die ersten Klagen werden ganz sicher in den n&#228;chsten Tagen auf den Weg gebracht.</p>
<p>Aber es kann nichts ein, dass wir Leute w&#228;hlen und an der Spitze <strong>unseres</strong> Staates tolerieren, die sobald sie die M&#246;glichkeit sehen in regelm&#228;&#223;igen Abst&#228;nden versuchen unsere Grundrechte auszuh&#246;len. Da muss angesetzt werden.</p>
<p>Die Tage vielleicht etwas strukturiertere Gedanken zum Thema, ich gebe Montag meine Bachelorarbeit ab. Jetzt noch die Worte von herrn Tauss:</p>
<p style="text-align: center;"><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/Q_LF6EJqRmU" width="600" height="400" wmode="transparent"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Q_LF6EJqRmU" /></object></p>
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