Die Welt ist so einfach.
Die Frau, muslimisch, schneller Schritt. Sie trägt Kopftuch, kein Haar weht im Wind. Mein Blick gleitet gen Boden, und die eiligen Füße sind geschützt durch schwarze, halbhohe Turnschuhe.
In grellem Kontrast zum grauen Betonboden prangt ein rotes Symbol auf dem Schuh: das A der Anarchisten. Daneben, unauffällig, in offener und seltsamer Eintracht, erst auf den zweiten Blick zu sehen: Das Friedenssymbol, gestickt mit rotem Bindfaden auf dem unheiligen schwarz der davoneilenden Schuhe.
Erste Meditation über die Wirtschaftswissenschaft
Vorurteilsbehaftet lasse ich meinen Gedanken freien Lauf, gewissenhaft und skeptisch gegenüber mir und den ersten Eindrücken. Glücklicherweise hat mein Einführungsprofessor den ökonomischen Gottesbeweis gleich zu Beginn der Vorlesung ins Reich der Sagen verwiesen, sodass ich mir den Zahn des Übel wollenden Gottes nicht blutig selbst ziehen musste.
Keine Einführung ohne geschichtlichen Verlauf und Werdegang der jeweiligen Wissenschaft. Kein Werdegang ohne subjektiv erhöhte Relevanz. Doch die Einordnung ist immer schwierig, wenn man nicht gerade eine Einführung in die Mathematik besucht. Kulturwissenschaft müsse die Betriebswirtschaft genannt werden, weil sich ihr Objekt bewege und deshalb eben mehr Subjekt, denn Objekt sei. Man müsse mit der Schwierigkeit leben, dass die ökonomischen Gesetze eben nur Regeln glichen und nicht so unumstößlich seien, wie die der Physik, der Mathematik oder gar der formalen Logik. Oberflächlich aber dennoch gesunde Grundlage, so schien es mir, entgegen der sonst propagierten absoluten Gesetzmäßigkeit des Marktes. Weiterlesen »
Menschliche Domestizierung
Ich bin ja wirklich anders. Ich bin alternativ. Ich habe meine Prinzipien. Ich bin kein domestiziertes Rindvieh. Ich kann alleine denken. Ich bin Individualist. Ich bin auf niemanden angewiesen. Ich brauche keine Gesellschaft. Ich bin gerne allein. Meine Freunde heißen Nietzsche, Goethe, Rilke, Dostojewski und der anonyme Widerstand. Ich ziehe andere Klamotten an, als die Anderen. Meine Eltern mögen nicht, wie ich mich kleide. Ich mag meinen Opa. Ich bin in vielen alternativen Vereinen und helfe im KFZ tatkräftig mit. Ich habe drei Che Guevara T-Shirts, eins in grün, eins in gelb und eins in Rot. Ich mag Michael Moore und finde seine Arbeit echt wichtig. Ich hasse George W. Bush. Amerika auch. Ich würde gerne auf einer Cocaplantage irgendwo im reinen Urwald Südamerikas wohnen. Mein Papa war 68er, aber heute ist er Filialleiter der örtlichen Sparkasse. Weiterlesen »
Die Endlosrekursion
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