Das Glaubensbekenntnis als Versuch
Du dachtest ein Atheist könne nicht über Gott reden und nichts zur Theologie beitragen? Ich bin einer und tue es jetzt trotzdem. Bitte schön: Eine kleine Reflexion zum Credo im religiösen Vollzug.
Die Ausfassung vom Glaubensbekenntnis als Versprechen ist problematisch
Das Glaubensbekenntnis zu sprechen ist, wie Sprechen überhaupt, eine Handlung. Die Frage danach, was für eine Handlung es ist bzw. was wir tun, wenn wir das Glaubensbekenntnis sprechen, hat sicherlich viele Antworten. Diese vielen Antworten deuten darauf hin, dass die Frage danach was wir tun, wenn wir das Glaubensbekenntnis sprechen, auch eine Frage danach ist, was wir tun wollen, wenn wir es sprechen.
Ich möchte in diesem Essay probieren, das Glaubensbekenntnis als einen Versuch zu verstehen, es als einen »Essai« zu interpretieren. Diese Interpretation ist ebenfalls ein Versuch bzw. ein Vorschlag und beansprucht deshalb nicht in irgendeinem Sinne wahr, richtig oder streng wissenschaftlich zu sein, sondern beansprucht lediglich, sinnvoll und interessant zu sein.
Die Leiden des jungen W.
oder
“Wie man mit dem Mähdrescher schwadroniert”
Und was kümmert mich denn die Schwerkraft wenn ich in der Schwerelosigkeit eines Gedankens schweben darf, wirklich schwer ist bloß Gedankenlosigkeit.
„Ei, ihr Stil ist mir nicht genehm, ich verstehe ihre Gedanken nicht…“, also sprach ein Meister der Durchschnittlichkeit, ein Prediger des ewigen Mittelmaßes. Der gesamte Bildungsanspruch, zumindest des 21. Jahrhunderts, doch ich prophezeie, des gesamten 3. Jahrtausends, wird in der Mittelmäßigkeit liegen. Dass die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts „Intellektuelle“ wie Max Frisch oder Günther Grass hervorgebracht hat, hätte uns doch aufrütteln müssen und waren nicht die Bilder Mondrians schon ein böses Omen? Die Flucht in völlige Formlosigkeit und Unfassbarkeit, denn Ungegenständlichkeit gehört fast schon zum guten Ton, ist eine Demokratisierung der Kunst, jeder darf kosten, jeder darf abschmecken, jeder darf mitmischen – viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Die Demokratie ist hierbei eine Lehre des Maßes? Welchen Maßes? Ja freilich, des Mittelmaßes.
Dort wo die Philosophie sich als sich selbst verwirklichen könnte, dort wo sie ihren wissenschaftlichen Irrweg verlassen könnte, überlässt sie das Feld einem plappernden und schmierenden Haufen Minderbemittelter. Philosophie, nicht Philosophie der Kunst, sondern Philosophie als Kunst muss die Vision des 4. Jahrtausend sein, Kunst als Disziplin die sich noch, oder wieder echten Größenwahn erlauben darf. Weiterlesen »
Solino
Ich möchte euch nach “Auf der anderen Seite” einen weiteren Film von Fatih Akin vorstellen. Das Drehbuch für “Solino” stammt allerdings nicht von Akin sonder entstammt der Feder von Ruth Tomas, was man dem Film anmerkt, spielt doch eine italienische Familie die Hauptrolle und nicht, wie gewohnt von Akin, eine türkisch-deutsche. Die Probleme des Filmes sind aber dennoch die tiefgründigen Probleme, die Akin in allen seinen Filmen anspricht: entwurzelte Heimat und die Verworrenheit des kulturellen Miteinanders.
Akin setzt wie immer auf hervorragende Schauspieler und hat mit Moritz Bleibtreu sogar einen Star des deutschen Kinos gewinnen können. Man kann Bleibtreu mögen oder nicht, in diesem Film spielt er großartig und wird ergänzt von Barnaby Metschurat, Gigi Savoia und Patrycia Ziolkowska. Es ist immer schwierig einen so ruhigen Film zu besetzen, aber die unaufdringliche Art aller Darsteller lässt dem Zuschauer den Raum, um sich den Problemen des Filmes so nähern zu können, wie Akin diese zeichnet: unaufgeregt. Weiterlesen »
Lesen
Der Morgenlandfahrer möchte gerne wissen was wir lesen und bittet aus dem gerade gelesenen Buch Seite 123 aufzuschlagen und den 5. Satz mit den drei folgenden zu zitieren.
O es war ein liebes Bild, gewebt aus Größe und Leiden! Aber nun ists anders! Mit dem Leiden ists aus! Er ist hat zu tun bekommen, er ist der Kranke nicht mehr!
Hyperion, Friedrich Hölderlin (gelesesen von Wowik)
Sie stellen sich also nur, als verachteten sie das Leben, es ist ihnen um nichts Beßres zu tun, sie kleiden nur ihre Hoffnung in eine Fordrung ein.
Marx: Epikureische Philosophie (gelesen von le simplicissimus)
Zärtlichkeit Drei.
Es gibt Erschütterungen, die selbst das vermeintlich Unerschütterbare aus den Angeln zu reißen vermögen. Erschütterungen, die jedes noch so solide Fundament ins Wanken bringen, rücksichtslos in sich zusammen fallen lassen. Das seit langem Gewachsene, an dessen Vorhandensein sich kein Zweifel auch nur heranzunähern wagte, scheint die Prüfung, mit der es unmittelbar konfrontiert wird, nicht bestehen zu können.
Es zerbricht unter dem Gewicht des Unausweichlichen. Weiterlesen »
Die Endlosrekursion
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