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	<title>Endlosrekursion &#187; Kultur</title>
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		<title>Eine T&#252;te Deutsch bitte!</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Oct 2011 12:46:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Miro Jennerjahn erkl&#228;rt in dem oben stehenden Video der NPD im S&#228;chsischen Landtag die deutsche Sprache und es ist nicht nur unterhaltsam, sondern entlarvt durch eine unpr&#228;tenti&#246;se Geschichte der deutschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/xAemDwDAZno" width="600" height="400" wmode="transparent"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/xAemDwDAZno" /></object></p>
<p>Miro Jennerjahn erkl&#228;rt in dem oben stehenden Video der NPD im S&#228;chsischen Landtag die deutsche Sprache und es ist nicht nur unterhaltsam, sondern entlarvt durch eine unpr&#228;tenti&#246;se Geschichte der deutschen Sprache die geistige Sackgasse nationaler Gesinnung. Das was wir uns bisweilen als Kultur, Nation oder Sprachraum zusammenschustern ist nat&#252;rlich nicht einfach nur Bl&#246;dsinn. Aber wenn diese Zuf&#228;lligkeiten als Argument f&#252;r was auch immer gew&#228;hlt werden, dann wird es nicht nur schief, sondern eben vor allem recht d&#228;mlich. </p>
<p>Sicherlich braucht man in verschiedenen Kontexten diese Hybridzuschreibungen und kann damit v&#246;llig unproblematisch umgehen, aber wenn sie als Wert f&#252;r sich selbst gelten sollen, dann bricht das Eis und man landet im Ozean der schmalen Bretter. Flachborer dieser Art begegnen einem aber nicht nur bei NPD-Mitgliedern, sondern sind so verbreitet in unserer Gesellschaft, dass sich jeder, der dieses Video gut findet, richtig, wichtig und endlich mal den Nazis auf die Fresse, fragen muss, ob solche Konglomerate der nicht argumentierenden Argumente nicht auch in seinem K&#246;cher des allt&#228;glichen Miteinander einen Stammplatz haben. </p>
<p>Ganze Generationenkonflikte ent&#228;u&#223;ern ihren Sinn in solchen Sprachspielen, die den Streit heraufbeschw&#246;ren wie eine Partie Mensch &#228;rgere dich nicht. Papa sagt, <em>sach nicht geil, das macht man nicht</em>, Sohn sagt, <em>ist doch aber geil</em>.  Das ist dieselbe Suppe, die die Nazis da jetzt auszul&#246;ffeln versuchen. Sprache ver&#228;ndert sich nicht nur, sie ist Ver&#228;nderung selbst. Eine starre Sprache ist keine Sprache mehr. Ein starrer Geist ist eben auch kein geist mehr, weshalb man von Nazis auch immer nur den selben Mist in immer gleicher Form h&#246;rt. Das ist langweilig und eigentlich sogar recht uninteressant. Auch die immer wiederkehrenden N&#246;rgeleien &#252;ber Jugendsprache Verrohung der Werte, unserer Gesellschaft und diesem Internet sind nicht neu. Man sagt ja, selbst Sokrates h&#228;tte sich schon &#252;ber die Jugend echauffiert. </p>
<p>Sicherlich ist es nicht ganz einfach f&#252;r bestimmte Sachverhalte gute Argumente zu finden, zumal wenn sie bestimmte Handlungsvorschriften nach sich ziehen sollen. Erschwert wird das durch die Argumentationslosigkeit ind er Politik, die Argumente bisweilen wie Nebelkerzen erscheinen l&#228;sst. Auch ein alter Trick &#252;brigens. Aber Werte erschleicht man sich nicht. Und Sprache legt man nicht in Parlamenten fest. Nicht mal im Orwellschen 1984. Das versucht man nur und dieser Versuch allein reicht aus um mehr Komplexit&#228;t der Sprache zu erschaffen, als dass diese wieder sprachlich reduziert werden kann. Wenn man spricht, schafft man neues und sei es, wenn man flammende Reden gegen das Neue schafft. Das l&#228;sst sich nicht abschaffen. Au&#223;er durch Schweigen. Und das sollte man vielleicht &#246;fter mal, frei nach Wittgenstein. </p>
<p>Oder den D&#252;nnpfiff eben einfach als solchen kennzeichnen, denn dann wird es wieder zum sinnvollen Sprachspiel. Nazis verstehen sich ja auch untereinander, die verstehen nur sonst nichts. Und damit sind wir wieder beim Ausgangspunkt angelangt.</p>
<p>Angeregt hat diesen Artikel &#252;brigens der <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachpolitik/2011-10-21/urgermanische-sprachpflege">Sprachblog</a>.</p>
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		<title>Bildung &#8211; ein Rohstoff?</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 00:07:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Factotum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Blumen des B&#246;sen stehen in Bl&#252;te. Jemand muss sie zertreten bevor sie sich ausbreiten. Die Blumen, das sind blumige Worte, die anl&#228;sslich der j&#252;ngst ver&#246;ffentlichen Pisa-Studie wie Pilze aus dem Boden schie&#223;en. So wird die Wissenschaftsministerin Annette Schavan nicht m&#252;de, das Bild einer aufstrebenden „Bildungsnation“ zu beschw&#246;ren. Von klassischer Bildung oder Allgemeinbildung ist dabei freilich nicht die Rede. Was f&#252;r eine Vorstellung von Bildung ist es, die die Hoffnung unseres Landes sein soll? Es ist ein besonders arroganter Witz, dass die ungl&#252;ckselige Verdinglichung, die ihr zu Grunde liegt, ganz unverhohlen ausgesprochen und ins Positive gewendet wird. Der ehemalige Bundespr&#228;sident Horst K&#246;hler bezeichnete die Bildung einst als „wichtigsten Rohstoff unseres Landes“. Er formuliert damit ein Vorurteil, das keineswegs neu ist, in diesen Tagen jedoch zunehmend absurdere Fr&#252;chte tr&#228;gt: Bildung sei ein im w&#246;rtlichen Sinne herstellbares Gut.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Blumen des B&#246;sen stehen in Bl&#252;te. Jemand muss sie zertreten bevor sie sich ausbreiten. Die Blumen, das sind blumige Worte, die anl&#228;sslich der j&#252;ngst ver&#246;ffentlichen Pisa-Studie wie Pilze aus dem Boden schie&#223;en. So wird die Wissenschaftsministerin Annette Schavan nicht m&#252;de, das Bild einer aufstrebenden „Bildungsnation“ zu beschw&#246;ren. Von klassischer Bildung oder Allgemeinbildung ist dabei freilich nicht die Rede. Was f&#252;r eine Vorstellung von Bildung ist es, die die Hoffnung unseres Landes sein soll? Es ist ein besonders arroganter Witz, dass die ungl&#252;ckselige Verdinglichung, die ihr zu Grunde liegt, ganz unverhohlen ausgesprochen und ins Positive gewendet wird. Der ehemalige Bundespr&#228;sident Horst K&#246;hler bezeichnete die Bildung einst als „wichtigsten Rohstoff unseres Landes“. Er formuliert damit ein Vorurteil, das keineswegs neu ist, in diesen Tagen jedoch zunehmend absurdere Fr&#252;chte tr&#228;gt: Bildung sei ein im w&#246;rtlichen Sinne <em>herstellbares Gut</em>.</p>
<p>Der gro&#223;m&#228;ulige und kurzbeinige Wunschtraum eines unversiegbaren, ja quasi unbegrenzt steigerbaren Rohstoffvorkommens ist sicher verlockend. Er n&#228;hrt nicht nur die Hoffnung auf nationalen Wohlstand, sondern verspricht vor allem auch dem Individuum, seine eigene Bildungsbiographie – und damit die Fahrkarte zu gesellschaftlicher Anerkennung und wirtschaftlicher Prosperit&#228;t – selbst in der Hand zu haben. (Gleichzeitig aber gibt er hinterr&#252;cks einem jeden „Ungebildeten“ selbst die Schuld f&#252;r sein Versagen.)</p>
<p>Um jedoch das Perpetuum Mobile sozialen Wohlstands in Gang zu bringen, muss, so folgern wir mit kaufm&#228;nnischer Bauernschl&#228;ue (und auf der Basis des zu Grunde gelegten Produktionsvokabulars vollkommen korrekt) zun&#228;chst einmal Geld investiert werden. Mehr Output erfordert mehr Input. Hier liegt der Grund daf&#252;r, dass bildungspolitische Gegner, sobald es ums Geld geht, urpl&#246;tzlich ins selbe Horn sto&#223;en. Es geht weder um soziale Gerechtigkeit noch um wissenschaftliche Konkurrenzf&#228;higkeit: emp&#246;rte Eltern wie auch die Pr&#228;sidenten vermeidlicher Elite-Universit&#228;ten glauben gleicherma&#223;en, dass eine notwendige Korrelation zwischen zus&#228;tzlichen Aufwendungen und „mehr Bildung“ besteht. Dass dies nicht der Fall ist zeigt die Erfahrung. Es ist nicht so, als h&#228;tten sich die Mittel f&#252;r Bildung im Laufe der Jahrzehnte nicht vervielfacht. Die Zahl der Analphabeten ist deswegen jedoch kaum geringer geworden.</p>
<p>Eine verdinglichende Vorstellung von Bildung besagt nicht zuletzt, dass das sich-bilden etwas ist, das sich gegen&#252;ber dem Lernenden rein &#228;u&#223;erlich verh&#228;lt. Der Mensch ist ein M&#228;ngelwesen, ein „von Natur aus“  ungebildetes Subjekt, dem man die hohe Weihe der Bildung angedeihen lassen muss. Er verf&#252;gt weder &#252;ber den Willen, noch &#252;ber die Mittel, um sich aus freien St&#252;cken heraus Bildung anzueignen. Der Mensch ist ein Subjekt, das <em>beschult</em> werden muss. Die Bologna-Reformen sind kein b&#252;rokratisches Missverst&#228;ndnis. Sie sind die Manifestation eines kollektiven Willens zu Beschulung. Die Kritiker von Bologna, die zum Teil medienwirksam auf sich aufmerksam machten, bleiben in dieser Vorstellung verhaftet und best&#228;rken sie gar. Sie fordern keine Nicht-Beschulung, sondern ein besseres und breiteres Beschulungsangebot. Sie stellen die Idee von Bildung als herstellbares Gut nicht in Frage, sondern fordern – oh s&#252;&#223;e Dialektik! – einen &#220;bergang von der verschulten „Planwirtschaft“ zur „freien Wirtschaft“. Sie krakeelen, Bildung sei keine Ware, und tr&#228;umen von einer Universit&#228;t, die nichts anderes ist als ein gro&#223;es, alternatives Bildungskaufhaus.</p>
<p>Wenn der Mensch als beschulbares Subjekt ein Teil der Bildungsmaschinerie ist, scheint er seinerseits zum formbaren Material zu werden. So frohlockte eine studentische Vertreterin der Universit&#228;t Heidelberg im Zuge der Exzellenz-Initiative, dass „aus exzellentem <em>Menschenmaterial</em> [Hervorhebung von mir] unter exzellenten Bedingungen exzellentes geschaffen wurde“. Auch, wenn es mir in diesem Zusammenhang keine Freude bereitet recht zu behalten, muss ich den eventuellen Einwand zur&#252;ckweisen, hierbei handle es sich um einen willk&#252;rlich herausgegriffenen Einzelfall oder eine polemische &#220;berspitzung. Die Auffassung, dass der Mensch eine rein kontingente Beziehung zu einem Ding namens „Bildung“ habe, hinterl&#228;sst in der Bildungspolitik tiefe Spuren. Wenn Annette Schavan fordert, Sch&#252;ler aufgrund eines (de facto nicht vorhandenem) wirtschaftlichen Bedarfs zu technischen F&#228;chern „hinzuf&#252;hren“, so ist dies – nicht im juristischen, negativen, wohl aber im positiven Sinne ein unverhohlener Anschlag auf das Grundrecht auf Berufswahl.</p>
<p>Eine solche „Bildungsnation“ ist kein  Land der Dichter und Denker. Sie ist eine Industrienation mit anderen Mitteln, denn sie steht nicht im Zeichen der Ideen, sondern der Massenproduktion. Sie ist eine Leistungsgesellschaft, die ihre Zw&#228;nge nicht mehr durch den Druck zur Subsistenzsicherung auferlegt bekommt, sondern sie aus freien St&#252;cken verinnerlicht hat. Sie ist ein Land, in dem die Neurosen bl&#252;hen und die Stilbl&#252;ten Wurzeln schlagen. Ein Land, in dem der Geist im wahrsten Sinne des Wortes verroht.</p>
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		<title>Ausschnitte aus N&#228;chten Teil 2</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Nov 2010 17:57:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man von hier runterf&#228;llt oder springt, dann bricht man sich vielleicht die Beine, denke ich als ich zwischen den Gitterst&#228;ben in die Lahn pisse. Ich wanke ein bisschen, aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man von hier runterf&#228;llt oder springt, dann bricht man sich vielleicht die Beine, denke ich als ich zwischen den Gitterst&#228;ben in die Lahn pisse. Ich wanke ein bisschen, aber schaffe es immer durch die gleiche Stelle zwischen den St&#228;ben zu treffen.</p>
<p>Hinter meinem R&#252;cken ist die Party in vollem Gange, aber ich hab auch nur noch ein halbes Bier, das unten an den Tischbeinen steht, an dem du auch stehst. Drinnen kommt ein zwei Meter gro&#223;er Schwarzer auf mich zu, und sagt irgendwas und nennt mich dann &#8220;Baby&#8221;, er fasst mir durch die Haare und schenkt mir Wein ein, und ich guck einfach nur zu dir r&#252;ber wie du dich mit irgendeinem Typen unterh&#228;lst.</p>
<p>Der Schwarze hat aufgeh&#246;rt zu reden, aber nennt mich ab und an noch &#8220;Baby&#8221;, w&#228;hrend er mich von der Seite anschaut. Jedenfalls trinke ich seinen Wein aus dem Pappbecher und guck mir deine gro&#223;en, blauen Augen an. Du hast dir die Haare wie sonst auch immer zusammen gebunden, und tr&#228;gst die Jacke so, wie man sie sich um die Schultern h&#228;ngt, wenn es kalt ist.</p>
<p>Manchmal ist es wirklich beschissen, denk ich mir, als der schwarze Typ mir an den Arsch fasst, er fasst richtig kr&#228;ftig zu, dann frag ich mich wor&#252;ber du lachst und was der andere Typ wohl gesagt hat, dass du so sch&#246;n l&#228;chelst. Mir kanns ja auch egal sein, ich hab noch Wein im Becher und such mein Bier an den Tischbeinen. Heute Abend schaust du nicht mehr zu mir r&#252;ber, und der Schwarze sagt nur &#8220;du bist ein Model, ein verfickets Model&#8221;. Der Rest Wein wippt &#252;ber den Rand als ich ihn auf den Tisch stelle.</p>
<p>Ich geh noch ein bisschen raus, weil die Nacht eigentlich ganz sch&#246;n ist, hoch zum Schloss, hab noch zwei Bier von der Party mitgenommen. Dann sitz ich oben auf der Mauer, und wenn man hier runterspringt dann bricht man sich bestimmt die Beine. Ich rede einfach in den Wind mit der Freundin, die vor einem Jahr gestorben is, garnich weit weg vom Schloss auf der Treppe. Ich rede in normaler Lautst&#228;rke, weil sowieso niemand kommt um 5 Uhr morgens. Der letzte Schluck aus der Bierdose landet im Busch, schei&#223; drauf, es ist ja keiner da, ausserdem bist du mit dem Typ von der Party abgezogen. Ich rufe eine gute Freundin an, hab einfach Lust heute neben ihr im Bett zu liegen und meinen Rausch auszuschlafen.</p>
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		<title>Ausschnitte aus N&#228;chten Teil 1</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Nov 2010 11:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Text behandelt drei Fragmente aus verschiedenen N&#228;chten, die alle irgendwie komisch beschissen waren. Ich denke einige werden verstehen was ich damit meine.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist ein kleines St&#252;ck gr&#246;&#223;er als ich und ich glaube auch nicht ganz so besoffen, jedenfalls bietet er mir die halbe Zigarette an, die wir dann zusammen rauchen. Er ist Student, hier wo man eigentlich nicht studieren kann, es gibt etwas um die 500 Studenten auf 180.000 Einwohner, er macht Physik oder sowas in die Richtung, auch irgendwas mit Logistik. Wir haben mal in einer Jazz-Combo gespielt, er Bass und ich Gitarre und noch ein paar Leute, aber wir haben irgendwann aufgeh&#246;rt und er ging dann immer alleine nach Hause und eigentlich sehe ich ihn dann auch nur immer alleine an so N&#228;chten wie heute in irgendwelchen Bars hocken. </p>
<p>Wir treten ein St&#252;ck zusammen und er ist wirklich gr&#246;&#223;er als ich und doch nicht viel weniger besoffen. Ich verpass ihm etwa zehn Dinger auf den Oberk&#246;rper und sp&#252;hre seine Rippen unter meinen Fingerkn&#246;cheln, sein Oberk&#246;rper ist ziemlich hart, er atmet immer leicht aus, wenn ihn einer meiner Schl&#228;ge auf die Arme trifft. Ich gucke ihm nicht mal richtig in die Augen, sehe nur die gekreuzten Arme vor mir auf die ich einpr&#252;gele und frage mich wann er endlich schl&#228;gt. Dann bereue ich es sofort geraucht zu habe, denn mir geht schnell der Atem aus. Ich stolper ein paar Schritte zur&#252;ck, und meine Sohlen kratzen auf dem Asphalt. Er kommt nicht sofort hinterher, heute macht er das zum ersten Mal, jedenfalls geh ich wieder auf ihn zu, versuch ihm wenigstens noch ein, zwei unter die Knochen zu schlagen, irgendwas auf die Leber, aber nichts trifft und er steckt auch alles locker weg. Sein erster Schlag trifft meine Faust und die dann meine Luftr&#246;hre, die zweite trifft mein R&#252;ckgrad und ich klapp sofort zusammen und lieg auf dem beschissenen feuchten Parkplatzboden hinter der Kneipe.</p>
<p>Es hat heute Nachmittag geregnet, als ich wach geworden bin, und die Steinchen sind noch nass, die sich in meine Wangen dr&#252;cken. Ich muss schnell wieder aufstehen, wei&#223; ich, nicht weil es peinlich ist auf dem Boden zu liegen, sondern weil der Kampf gelaufen ist und wenn man l&#228;nger liegt und irgendwer kommt vorbei ist das immer auff&#228;llig, au&#223;erdem will ich ihn umarmen, denn f&#252;r sein erstes Mal hat er ganz sch&#246;n ordentlich zugelangt. </p>
<p>Ich steh auf und bin froh meine Beine sicherer als gedacht unter mir zuhaben, aber mein R&#252;cken schmerzt wie die H&#246;lle, er sagt sofort dass es ihm Leid tut, aber wundert sich auch wieso ich ihn so fr&#246;hlich anschaue. Er hat es sofort verstanden und sich nicht angestellt, wir haben auch vorher nicht viel geredet, das is viel wert. Dann nehme ich ihn in die Arme und sage, dass ihm nichts Leid tun brauch und er alles gut gemacht hat.</p>
<p>Ich bin froh, als wir auf dem Bordstein sitzen und noch eine rauchen, w&#228;hrend die n&#228;chsten dran sind. Der Fettsack gegen einen gro&#223;en, aber etwas schlacksigen, d&#252;rren Freund von mir. Die Runde ist schnell vorbei, weil der Fettsack einfach viel zu lahm ist und aufgibt, nachdem er sich kr&#252;mmt. Ich nehm das Bierglas mit nach Hause, und die Nacht ist auch halb rum, auf dem Weg hab ich irgendwie das Gef&#252;hl, auch wenn mein R&#252;cken immernoch schmerzt, dass ich trotzdem ganz zufrieden bin.</p>
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		</item>
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		<title>Nichtigkeiten I</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Aug 2009 17:07:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wowik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Damit mal wieder etwas Leben in die Bude hier kommt gibt es im Folgenden eine Kurzgeschichte aus der Reihe &#8220;Nichtigkeiten&#8221; zu lesen. Zerst&#246;rerische und erbauliche Kritiken sind gleicherma&#223;en willkommen. Kleine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Damit mal wieder etwas Leben in die Bude hier kommt gibt es im Folgenden eine Kurzgeschichte aus der Reihe &#8220;Nichtigkeiten&#8221; zu lesen. Zerst&#246;rerische und erbauliche Kritiken sind gleicherma&#223;en willkommen. Kleine Rechtschreibfehler d&#252;rften sich finden lassen.</p>
<p><strong>Nichtigkeiten – Die Kerze</strong></p>
<p>Die Kerzenflamme zuckte ein wenig, als ob jemand von der Seite mit zu schwachem Atem dagegen gepustet h&#228;tte, jedoch befand sich niemand in der N&#228;he dessen Lungen diesen Luftsto&#223; h&#228;tten hervorbringen k&#246;nnen, sodass man, aus einem Mangel an anderen, ersichtlichen Ursachen, die augenblickliche Unruhe der Flamme, auf undichte Fenster, eine offene T&#252;r oder – was am wahrscheinlichsten schien – auf eine zuf&#228;llige Verwirbelung der Raumluft zur&#252;ckf&#252;hren musste, welche nur einen Moment lang, die ruhige Gleichm&#228;&#223;igkeit, mit der die Flamme ihren feurigen Tanz aufzuf&#252;hren pflegte, gest&#246;rt hat; der mysteri&#246;se Windzug verschwand ebenso pl&#246;tzlich wie er aus der Tiefe des Zimmers herbei gest&#252;rmt war.</p>
<p><span id="more-545"></span></p>
<p>Stolz und aufrecht, geradezu majest&#228;tisch reckte sich die gelbe Flammenspitze in die H&#246;he, wie ein Pfeil des Lichts der in der fr&#252;habendlichen Dunkelheit steckte, indessen hielt sich der bl&#228;uliche Unterleib der Flamme an dem gekr&#252;mmten, schwarz-verkohlten Docht fest und verhinderte, dass sich Feuer und Kerze verlieren konnten. Trotz aller M&#252;hsal: das Zimmer war zu gro&#223;, die Decke zu hoch, die Dunkelheit zu gefr&#228;&#223;ig, als dass eine einzelne Kerze den Raum h&#228;tte erhellen k&#246;nnen, die Kraft des weichen Lichts, welches in unmittelbarer N&#228;he der Kerze, die h&#246;lzerne, nackte Tischplatte bedeckte, reichte kaum aus, um das m&#228;chtige, ovale M&#246;belst&#252;ck g&#228;nzlich auszuleuchten. Sitzgelegenheiten die rund um den Tisch angeordnet waren, erfasste das Auge nur als schattenhafte Schemen, deren Ausma&#223;e man absch&#228;tzen konnte ohne allerdings die exakte Beschaffenheit zu erkennen. Anhand der Form der Umrisse lie&#223; sich wohl sagen, dass es sich mindestens um einen Sessel handeln musste, der dort am Ende des Tisches stand. Alles, was sich hinter diesen Umrissen, die gerade noch vom sp&#228;rlichen Kerzenlicht in einen dunklen Grauton geh&#252;llt wurden, befand, blieb dem menschlichen Auge verborgen; die riesenhaften Eichenschr&#228;nke welche im Hintergrund an der Wand lehnten, waren die stillen, unsichtbaren und zudem einzigen Beobachter des &#252;beraus bescheidenen Lichtspektakels.</p>
<p>Wo sind sie hin? Die lebendigen Zuschauer, die and&#228;chtig, wenigstens aber schweigend um den Tisch versammelt sitzen sollten, um mit den Augen, die schlangenhaften Bewegungen der Flamme zu verfolgen. Die Sitzgelegenheiten waren leer.</p>
<p>Wozu hat man sie entz&#252;ndet? Wer hat das R&#228;dchen am Gasfeuerzeug gedreht, das die Kerze zur Pflicht rief, sie aus dem Tiefschlaf weckte; wessen Hand hat den zwischen Daumen und Zeigefinger geklemmten Streichholz gef&#252;hrt, dessen pechschwarzer Kopf, sanft den Docht k&#252;sste und der Kerze Licht schenkte.</p>
<p>Das Weihnachtsfest? Ein Adventssonntag? Aber die Kerze stand nicht gemeinsam mit ihren drei Schwestern im Adventskranz, noch war sie auf Tannennadeln gebettet, sie stand f&#252;r sich allein, auf einen eisernen Kerzenst&#228;nder gespie&#223;t, von Nacht und Nichts umgeben.</p>
<p>Kaffee und Kuchen. Hat man die Kerze entz&#252;ndet, um Sahnetorten und Streuselkuchen in einen mattgelben Glanz zu tauchen oder etwa, damit sie ein geselliges Beisammensein mit ihrem gold-schimmernden Schein begleitet? Doch wo waren die leeren Teller, die halb gef&#252;llten Kuchenplatten, die dampfenden Tee- und Kaffeetassen, wo waren die zerkn&#252;llten, die zusammengefalteten und unter den Tellerrand gesteckten Servietten, wo war die Dose mit dem Zucker? Der Tisch war l&#228;ngst abger&#228;umt, keine Kuchenkr&#252;mel, keine Kaffeeflecken konnten Auskunft &#252;ber die Ereignisse der letzten Stunden geben.</p>
<p>Die Sitzpolster waren noch warm. Ist der Strom ausgefallen? Hatten Arbeiter mit einer Baumaschine ein elektrisches Kabel im Erdboden gekappt? Hat ein Sturm die filigranen Gerippe der Strommasten umgeworfen und die Hochspannungsleitungen zerfetzt? Nichts dergleichen; man h&#246;rte ja die Elektrizit&#228;t deutlich durch die Leitungen flie&#223;en. Hat man die Kerze umsonst angez&#252;ndet? Man sagt, offene Flammen sollte man niemals unbeaufsichtigt lassen.</p>
<p>Sie brannte und niemand sah sie brennen, entz&#252;ndet und vergessen. Sie war unter ihresgleichen als man sie aus der Pappschachtel zog. Warum sie? Sie lag obenauf, ansonsten war es reiner Zufall, eine Kerze war so gut wie die andere, wenn sie nur ihren Zweck erf&#252;llte; dass sie brennen konnte machte sie austauschbar, beliebig. Ein Obelisk aus Wachs; als der Docht noch wei&#223; war, verj&#252;ngte sich die schlanke, satt-rote Kerze nach oben hin, sodass eine Spitze, einer Krone gleichend, auf ihrem Kopf sa&#223;. Die Hitze der Flamme lie&#223; diese Spitze verdampfen und stumpfte die Oberseite der Kerze ab. Der Docht ragte nun aus einem See von geschmolzenem Wachs, winzige, schwarze Ru&#223;partikel schwammen darin, auch die R&#228;nder, die die Fl&#252;ssigkeit umschlossen und wie kleine Staud&#228;mme ein Auslaufen des fl&#252;ssigen Wachses verhinderten, wurden weicher und weicher; sie gaben nicht nach – noch nicht.</p>
<p>Die Kerze wusste, dass sich der Sinn ihres Daseins in der Lichtspende erf&#252;llte; aber ach, es war niemand da, der die Hand aufhielt um ihre Gaben zu empfangen, wem wollte man seine Geschenke &#252;berreichen, wenn keiner etwas nehmen mochte? Weil sich im Lebenslicht das &#252;ber ihrem Kopf loderte, nicht nur ihr Sinn erf&#252;llte, sondern auch ihr Ende beschlossen war; weil sie geschaffen wurde um zu dienen, ihr jedoch keine Aufgabe zukam und sie sich also einsam verzehren musste, wurde sie tr&#252;bselig, sodass schon bald die noch stabilen Begrenzungsr&#228;nder, welche das fl&#252;ssig gewordene Wachs, das sich um den Docht herum, in bedrohlicher Menge sammelte, am &#252;berschwappen hinderten, von dieser Tr&#252;bseeligkeit angesteckt wurden, auf die Knie fielen und sich schlie&#223;lich im Fluss des Wachses aufl&#246;sten, eins damit wurden.</p>
<p>Dicke Wachstropfen l&#246;sten sich aus der warmen Gemeinschaft ihrer Fl&#252;ssigkeit; ob es sich dabei um Schwei&#223;perlen oder Tr&#228;nen der Kerze handelte, war nicht auszumachen. Der erste Tropfen st&#252;rzte sich eilig an der glatten Kerzenflanke hinunter, verlangsamte sein Tempo, blickte hinter sich, war verdutzt, dass ihm seine Kameraden nicht folgten, wurde in seinen Bewegungen allm&#228;hlich zaghaft und hielt letztlich inne; noch einige wenige Zentimeter trennten ihn vom Erdboden; er blickte nach oben, von wo er gekommen war, sah die wei&#223;liche Spur die er auf dem Rot der Kerze hinterlassen hatte und erwartete sehns&#252;chtig, dass ihm der ein oder andere Artgenosse versp&#228;tet folgen w&#252;rde.</p>
<p>Fast hatte er jegliche Hoffnung aufgegeben, als drei, vier, f&#252;nf weitere Tropfen furchtlos &#252;ber den Kerzenrand sprangen; jetzt wusste er, dass alles seine Ordnung hatte, dass alles gut w&#252;rde, wenn man blo&#223; zusammen unten ank&#228;me, daher holte er einigen Schwung, um den Rest des Weges geschwind herab zu flie&#223;en, wie vorhin, doch  – vergeblich, er war hart geworden und r&#252;hrte sich keinen Millimeter von der Stelle. So erging es manchen Tropfen, zumeist jenen &#228;ngstlichen und z&#246;gerlichen Naturen, die mitten auf dem Weg anhielten, zur&#252;ckblickten, abwarteten; sie machten die glatte, jugendliche Haut der Kerze runzelig und lie&#223;en sie dadurch vorschnell altern.</p>
<p>Die ersten Wachstropfen die am Fu&#223;e der Kerze angelangten, versammelten sich auf dem vorspringenden Podest des Kerzenst&#228;nders und verfestigten sich dort. Die Kerze schrumpfte gem&#228;chlich aber unaufhaltsam, immer neue Tropfen rollten an ihr herab und zeichneten Narben auf ihre Oberfl&#228;che. Der kleine Teller des Kerzenst&#228;nders auf welchem die Kerze steckte und der die Aufgabe hatte, tropfendes Wachs davon abzuhalten, die Tischplatte zu beschmutzen, war bereits unter angetrockneten Wachsmassen begraben, sodass er unf&#228;hig war, seinen Dienst weiter auszu&#252;ben und ohnm&#228;chtig mit ansehen musste, wie der n&#228;chste Wachstropfen, der an der Kerze herunter raste, &#252;ber seine verh&#228;rteten Genossen hinweg, auf den Tisch zu fallen drohte.</p>
<p>Und tats&#228;chlich, der Tropfen purzelte bis zum &#228;u&#223;ersten Rand des Tellers und zerplatzte Wimpernschl&#228;ge sp&#228;ter, nachdem es zun&#228;chst so ausgesehen hatte, als h&#228;tte er sich aus Furcht vor dem Aufprall gegen den Absprung entschieden, auf der blanken, k&#252;hlen Tischplatte, auf der er sich sogleich zu einem starren Schlaf bettete.</p>
<p>Jemand hatte vergessen eine Tischdecke oder zumindest einen Teller unter den Kerzenst&#228;nder zu stellen, um das edle, empfindliche Holz vor den hei&#223;en Fl&#252;chtlingen zu sch&#252;tzen. Viele schafften es nicht, nur wenige, vielleicht ein halbes Duzend Wachstropfen erreichten die Tischoberfl&#228;che.</p>
<p>Man konnte von Gl&#252;ck sagen, dass die Kerze so alleine auf ihrem St&#228;nder brannte, denn w&#252;rde sie inmitten eines Adventskranzes gebrannt haben, so h&#228;tten sich bald die ersten, trocknen Tannennadeln an ihr entz&#252;ndet. In Windeseile h&#228;tte sich das Feuer auf den toten Zweigen ausgebreitet, schon h&#228;tte Brandgeruch das Zimmer erf&#252;llt und die Plastikverzierungen beg&#228;nnen zu Schmelzen und um kurz darauf von gr&#252;nlichen Flammen verzehrt zu werden. Vielleicht w&#228;re der Kranz einfach abgebrannt, man h&#228;tte Tags darauf die verkohlten Zweige gefunden, die Tischplatte w&#228;re von den Flammen geschw&#228;rzt worden, man w&#252;rde sich erschrocken haben, sich geschworen haben, k&#252;nftig besser auf offene Flammen acht zugeben, h&#228;tte endlich den Tisch zum Fr&#252;hst&#252;ck gedeckt und bereits beim Abpellen der Eierschalen das n&#228;chtliche Feuer vergessen.</p>
<p>M&#246;glicherweise h&#228;tte sich aber auch der Tisch durch die starke Hitzeentwicklung entz&#252;ndet, wom&#246;glich w&#252;rde auf dem Tisch ausgebreitetes Geschenkpapier dem Feuer bei seinem Raubzug geholfen haben. Zuerst h&#228;tte der Tisch in hellen, rauschenden Flammen gestanden, dann die Sessel, die Gardinen, die Schr&#228;nke, der Weihnachtsbaum, das Zimmer, die gesamte Etage. Die Fenster w&#228;ren aus den Rahmen geplatzt, die frische Luft lie&#223;e das Feuer wilder und wilder werden. Dicker, bei&#223;ender Rauch h&#228;tte sich auf Zehenspitzen durch die R&#228;ume geschlichen, durch Schl&#252;ssell&#246;cher und T&#252;rspalten gezw&#228;ngt, w&#228;re ohne anzuklopfen, auf leisen Sohlen, in die friedlichen, vom Mondlicht erf&#252;llten Schlafzimmer gedrungen, h&#228;tte sich seinen Weg durch die halb ge&#246;ffneten M&#252;nder und Nasenl&#246;cher, in die Lungen der Schlafenden gebahnt und – um sie vor dem grausamen Feuertod zu retten – in einen ewigen, ozeanisch tiefen Schlaf gewiegt.</p>
<p>Jedenfalls war heute nicht Weihnachten, weshalb die Kerzenflamme vergeblich nach trockenen Tannenzweigen um sich griff. Die Kerze hatte merklich an Gr&#246;&#223;e und F&#252;lle verloren, ihre gerade, gesunde Statur, hatte sich in einen verkr&#252;ppelten, greisenhaften K&#246;rper verwandelt; eine Seite hing nach unten, sodass das Wachs ungebremst wie aus einer Wunde, aus ihr heraus lief, die Substanz des k&#252;mmerlichen Kerzenrestes war weich und musste jede Sekunde endg&#252;ltig zusammenfallen, den Docht unter Wachsmassen begraben und sich auf diese Weise ihr eigenes Licht ausl&#246;schen.</p>
<p>Sie war ganz unten angekommen; die Flamme richtete sich letztmalig auf, hoch auf; der verbliebene Rest an Energie wurde m&#252;hevoll mobilisiert. nicht nur gr&#246;&#223;er wurde die Flamme sondern auch heller, beinahe h&#228;tte man das Muster der Sesselbez&#252;ge erkennen k&#246;nnen, doch schon waren die Kr&#228;fte verbraucht, die Kerze war zerflossen, die Flamme wurde von Fluten fl&#252;ssigen Wachses ers&#228;uft – es wurde dunkel.</p>
<p>Morgen wird man einige Umst&#228;nde haben, der Kerzenst&#228;nder muss von der zerlaufenen Kerze, die seinen zylinderf&#246;rmigen K&#246;rper mit ihren roten, gebrechlichen Armen umspannte, befreit werden. Der unter Wachsbergen versch&#252;ttete Metalldorn auf dem Teller des Kerzenst&#228;nders muss freigelegt werden. Die vereinzelten Wachstropfen m&#252;ssen von der Tischplatte gekratzt werden, vorsichtig, damit das Holz nicht besch&#228;digt wird. In der Pappkiste liegt eine neue Kerze bereit, den Platz der alten einzunehmen, gro&#223;, schlank und von strahlender roter Farbe ist sie; ein schneewei&#223;er, langer Docht ziert ihr Haupt – sie steht ihrer Vorg&#228;ngerin in nichts nach.</p>
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		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 00:42:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es rollt gerade eine Diskussion um das Mitmachen auf die Blogosph&#228;re zu. Ix, Alexander und Cem haben sich zu Wort gemeldet und Kommentare werden noch viele folgen. Dass das auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Es rollt gerade eine Diskussion um das Mitmachen auf die Blogosph&#228;re zu. <a href="http://wirres.net/article/articleview/5172/1/6/">Ix</a>, <a href="http://www.ethority.de/weblog/2009/04/05/social-media-ohne-mehr-engagement-droht-krise/">Alexander</a> und <a href="http://sprechblase.wordpress.com/2009/04/05/macht-mit/">Cem</a> haben sich zu Wort gemeldet und Kommentare werden noch viele folgen. Dass das auch auf diesen <em>Gemeinschafts</em>blog zutrifft, ist schon fast m&#252;&#223;ig zu erw&#228;hnen. Ich war auch Mal sauer, so viel Arbeit hier rein gesteckt zu haben, die sich nur sehr bedingt gelohnt hat. F&#252;r mich. Von Relevanz zu reden habe ich schon vor l&#228;ngerer Zeit aufgegeben, es sei denn es l&#228;sst sich damit Geld verdienen, dann ist meinetwegen alles Relevant, wenn dir jemand zustimmt. Definitionen helfen da auch nicht weiter.Aber &#196;rger verfliegt und es bleibt dann etwas, dass man Entscheidung nennt, was aber irre f&#252;hrt, das es nur zwei Auswege suggeriert. Man hat derer aber viele. Man kann professionalisieren, sich noch mehr Amateure suchen, es alleine machen, gar nicht mehr machen oder was auch immer. Wen soll das denn bitte interessieren? Warum m&#252;ssen wir immer so tun, als ginge die Welt unter, wenn doch nur einer der eignen Tr&#228;ume gerade zerplatzt ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass damit Engagement nicht gew&#252;rdigt wird, ist doch Bl&#246;dsinn. Es kommen viele, weil es sie interessiert und wen das nicht freut, der hat vielleicht ein wenig zu viel erwartet. Glaubt ihr denn wirklich, nur weil es jetzt digital ist, &#228;ndert der Mensch, &#228;ndern Gesellschaften ihre Handlungsmuster und -strukturen von Grund auf? Mitmachen ist so eine Sache. Kann man n&#228;mlich nur begrenzt im Leben. W&#228;hrend ich hier so einen Schei&#223; schreibe k&#246;nnte ich mir den Hegel nochmal gr&#252;ndlich vornehmen und so meine Welt erweitern, k&#246;nnte neben meiner Freundin im Bett liegen und meinen morgigen Tag erweitern, k&#246;nnte endlich Mal mit dem Buch anfangen, dass ich seit einem Jahr als Idee mit mir herumtrage und mein Leben ver&#228;ndern, k&#246;nnte <em>people in motion</em> anrufen und mich erweitern, k&#246;nnte, k&#246;nnte, k&#246;nnte. Dass das Argument keine Zeit zu haben, immer auch ein wenig mit weniger Lust zusammenh&#228;ngt, liegt in der Natur der begrenzten Zeit. Man kann nicht auf jeder Hochzeit tanzen und manche Br&#228;ute sind eben netter anzuschauen als andere. Der eine mag es &#252;ppig, der andere eher gem&#252;tlich, der n&#228;chste ist politisch und der, der da am Eingang steht, dem ist alles eher egal.</p>
<p style="text-align: justify;">Was soll diese Diskussion bringen, au&#223;er noch mehr &#196;rger? Was soll es bringen mal in die Runde zu fragen, woran es liegt? Das funktioniert nicht beim Bloggen und funktioniert auch nicht beim Fu&#223;ball. Jedes Mal, wenn wir mit der 2. Mannschaft wieder Mal ne Klatsche kriegen, fragt irgendwer in die Runde und nicht selten bin ich das. Was bringt es aber? Vielleicht etwas f&#252;r mich? Sich Gedanken zu machen, ist meine Art, wird die Art derjenigen sein, die die Diskussion um das Mitmachweb ansto&#223;en. Ob das Sinn macht, wei&#223; man immer erst sp&#228;ter. Manchmal geht was, manchmal eben nicht. Aber wie schon erw&#228;hnt, die Welt geht nicht unter, mit ein wenig Abstand nicht einmal die eigene. 6:2 verloren, 9:0 auf den Sack bekommen, wieder ein Monat ohne einen Artikel hier, wieder nicht angerufen. Mit ein wenig Selbstreflexion erkl&#228;rt sich alles, was dahinter steckt. Nicht immer ist es die Tr&#228;gheit der Masse, nicht immer ist es die Angst vorm System oder die Politikverdrossenheit. Manchmal hat man einfach was besseres vor. Manchmal haben eben viele was besseres vor.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich ziehe meinen Hut vor Leuten, die dennoch weiter machen, neue Ideen entwickeln und nach vorne schauen, wenn es Mal nicht so gelaufen ist. Aber ich ziehe ihn auch vor denen, die sagen, dass sie dann vielleicht doch nicht unbedingt jeden Sonntag auf dem Platz ihren Kindern die gemeinsame Zeit stehlen wollen und das eben dann auch so sagen. Nervig sind nur die, die sagen, dass sie kommen und dann ne halbe Stunde sp&#228;ter anrufen, dass doch irgendein besserer Schei&#223; dazwischen gekommen ist. Die gehen mir auf den Sack, weil sie mir mit ihren Entscheidungen keine eigene Entscheidung mehr erlauben.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist doch irgendwie ganz sch&#246;n, dass jetzt nicht alles anders ist. Die Fu&#223;ballvereine st&#246;hnen, dass die Kids jetzt lieber Online zocken und die Onlinecommunities st&#246;hnen, dass bei gutem Wetter dann doch viele nicht kommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich will jetzt nicht in eine Relativit&#228;tstheorie der Relevant abrutschen, aber manchmal muss man doch auch drauf hinweisen d&#252;rfen, dass der Enthusiasmus so nicht geteilt wird, ohne dass es so aufgefasst wird, als w&#252;rde man alles schlecht reden oder alles schei&#223;e finden. Und die Berufsn&#246;rgler sind in Deutschland eben nicht nur Lehrer oder am Stammtisch zu Hause. Ob jetzt das Wlan nicht so toll oder ob die ganze re:publica uniteressant war, ist doch selbst nur soweit interessant, wie es einen selbst interessiert. Genauso ist das Desinteresse an der Endlosrekursion auch nur soweit interessant, wie es mich &#228;rgert und ich uneingel&#246;stes Interesse an dieser zeige. Das mag sich zu sehr nach Aufgeben anh&#246;ren, aber das w&#228;re wieder nur die Entscheidung in eingeschr&#228;nkter Sicht. Ich w&#252;rde hier gerne mehr lesen und nicht selbst alle paar Pfingsten Mal einen Pseudobeitrag ins Blau feuern.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich w&#252;rde jetzt gerne so einen nach Lebenserfahrung klingenden Spruch reinhauen, der irgendwie die eigenen Tr&#228;ume mit den eigenen Kindern vergleicht und und darauf verweist, dass man nur versuchen kann, sein Bestes zu geben, was daraus wird, steht einem nicht mehr zu. Aber das w&#228;re vermessen, genauso wie es vermessen w&#228;re ix oder Cem so einen Beitrag vor den Latz zu knallen, der ihnen sicher auch nicht weiter hilft, weil sie den Brei sicher schon mehr als einmal ausgel&#246;ffelt haben, um den ich hier so blumig herumschreibe.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich kann noch nicht Mal beurteilen, ob diese Konferenzen jetzt toll waren und ich mich da auch engagieren sollte oder nicht, weil ich da so gar nicht f&#252;r bin. Auch wenn mir schon oft vorgenommen habe, mal da hin zu fahren. Aber eigentlich sitze ich eben lieber mit <em>people in motion</em> bei Wein oder Bier und quasssel ihn voll, wie ich mir das mit dem Internet zu vorstelle. Er h&#246;rt mir zu und sagt mir was er f&#252;r Kappes h&#228;lt. Ohne Sessionbegrenzung, ohne hundert andere, die vielleicht auch was dazu zu sagen h&#228;tten. Ist eingeschr&#228;nkt, wei&#223; ich. Ist aber ebenso eine andere Form. Ob man weiter kommt, wie man weiterkommt, ob man &#252;berhaupt weiter will, muss man dann selber beschlie&#223;en. Mit Wut im Bauch geht das aber nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Deshalb schreibe ich hier ab und an ins Blaue und wenn jemand meint, er m&#252;sste das auch tun, dann freue ich mich. Bis der dann irgendwann auch nicht emrh so recht will. So ist das eben. Den Spa&#223; am Schreiben nimmt es mir nur kurzfristig. Auf lange Sicht muss man eh machen, was man will, oder was Kohle bringt. So wird es im Internet auch noch kommen, wenn es nicht schon so ist.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">*&#220;berschrift habe ich weggelassen, keine Zeit mehr. Meine Freundin hat mich n&#228;mlich gerufen, ich solle ins Bett, ihr w&#228;re kalt und ich m&#252;sse Morgen fr&#252;h raus.</p>
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		<title>Das Ich als Feinstaubplakette</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 14:29:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich zu sein ist in Zeiten der fortschreitenden Reflexion auf selbes keine einfache Sache mehr. Durch Beschreibung entsteht Erwartung. Es reicht nicht mehr nach &#252;berstandener Reifepr&#252;fung &#8220;der Starke&#8221;, &#8220;der Mutige&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich zu sein ist in Zeiten der fortschreitenden Reflexion auf selbes keine einfache Sache mehr. Durch Beschreibung entsteht Erwartung. Es reicht nicht mehr nach &#252;berstandener Reifepr&#252;fung &#8220;der Starke&#8221;, &#8220;der Mutige&#8221; oder &#8220;der Kluge&#8221; genannt zu werden und somit zu sein. Vielleicht hat dies nie gereicht und meine Vorstellungen von dem Ich fr&#252;herer Tage sind zu sehr von Karl May und Star Wars Romanen gepr&#228;gt.</p>
<p>Jedenfalls wird mir jeden Fr&#252;hling, wenn der graue Schleiher des auf sich gesinnten und darin gefangenen Verstandes durch die ersten kr&#228;ftigen Sonnenstrahlen verscheucht wird, bewusst, wie unbewusst doch das vonstatten geht, was ich &#8220;Ich&#8221; zu nennen versuche, wann immer mir klare Gedanken zuteil werden. Reflexion nach Ma&#223; war einst im goldenen Zeitalter die Zusammenf&#252;hrung zweier Tugenden: Ma&#223; zu halten und klug zu handeln.</p>
<p>Doch heute ist das Selbst nicht mehr an solche Tugenden gebunden, f&#252;hren sie doch in einem System, das die Tugendhaftigkeit st&#228;ndig bestraft, zum Widerspruch mit sich selbst. Klugheit wird von der Habgier eingenommen und das Ma&#223; wird durch den Konsum ersetzt. Widerspr&#252;che werden mit niedlichen Umschreibungen tief im Selbst verankert: das Leben ist kein Ponyhof und erst recht keine Polly Pocket Insel.</p>
<p>Leckt mich am Arsch. Das Leben ist noch immer existenziell bedrohend, ganz egal ob mein Toaster jetzt auch Internetzugang hat und mein K&#252;hlschrank durch diesen immer mit dem bef&#252;llt werden wird, was ich eben gerne nach Ansicht eines Algorithmus mag. Unser Krieg ist kein spiritueller, unser Krieg ist gegen uns selbst gerichtet. St&#228;ndig m&#252;ssen wir uns selbst optimieren, um in etwa dem zu entsprechen, wie wir uns selbst vorstellen. &#8220;Werde, der du bist&#8221; ist der nihilistische Fluch einer Reflexionsform, die nicht auf sich sondern gegen sich selbst gerichtet ist. Prozac und andere Psychodrogen sind die chirurgischen Eingriffe ins Selbst, die Botoxspritzen f&#252;r den Charakter, der einwirft bis er aufgibt und endlich der ist, der es schon immer sein wollte. Nur Chuck Norris bleibt er selbst.</p>
<p>Modern ist die Zerst&#246;rung des Ich durch die Konfrontation seines Selbst mit der materiellen sowie psychologischen Wirklichkeit. Die pragmatische Freiheit wird dem Selbst st&#228;ndig durch Konsumanreiz und Verhei&#223;ung des Paradieses auf Erden korumpiert. Die Aufkl&#228;rung ist zur Hure ihrer eigenen Ideale geworden. Die Welt geht vor die Hunde, wie sie es immer schon getan hat, nur sind wir auf einmal schuld daran. Folgen sind aber nicht eine Reflexion vom Selbst weg hin zu einer handlungsf&#228;higen Gesellschaft, sondern gr&#252;ner Ablasshandel mit Biojoghurt und Bionade. Blo&#223; keine Lebensqualit&#228;t verlieren, sonst ist es aus mit uns.</p>
<p>Mich kotzt mein Selbst als Teil dieser Gesellschaft so sehr an, dass ich es ausbrechen m&#246;chte, um als naiver Idealist wiedergeboren werden zu k&#246;nnen, der Yoga ebensowenig abgeneigt ist, wie dem Gang zur Wahl alle vier Jahre um sich einzubringen in eine Welt, die unser aller Verantwortung braucht, weil sie sonst vor die Hunde geht, wie sonst auch. Nur anders.</p>
<p>Ein anderer sein zu wollen ist das, was das Selbst in diesen Zeiten wohl am besten beschreibt und was bitte bleibt vom Ich, wenn es nicht mehr sein m&#246;chte. Uhren, Schmuck, das richtige Handy und der verdammt nochmal prestigetr&#228;chtige Job haben vernichtet, was vielleicht nie vorhanden war. &#220;ber Generationen hinweg hat sich unsere Gesellschaft in der Bed&#252;rfnisspyramide nach oben gearbeitet und das nur, um festzustellen, dass ganz oben das Nichts wartet, dass nicht nur intellektuell nichtet, sondern uns anschreit, was wir verfickt nochmal kaufen sollen. Dass unfreiwillig komische Typen dann &#8220;sein statt haben&#8221; br&#252;llen, geht unter in der Werbung, die Bretter unserer Welt bedeutet.</p>
<p>Wenn irgendwann einmal das L&#252;genverbot nicht selbst nur L&#252;ge war, so wird es in unserer Zeit ad absurdum gef&#252;hrt durch Versprechen, die gar nicht einzuhalten sind, aber demokratisch legitimiert sind. Dem irgendetwas entgenzuwerfen ist nur dem Sarkastiker m&#246;glich, der sich selbst schon so oft ausgekotzt hat, dass der zwischen sich und seinem Erbrochenem gar keinen Unterschied mehr machen kann und der sich selbst nur noch durch die krative Art und Weise seiner derben Ausdrucksweise bejahen kann, weil da die regulativen Ideen nicht ganz versagen.</p>
<p>Die welt ist nicht schei&#223;e, sondern das Ich, dass sich selbst pervertierend st&#228;ndig das Gegenteil behauptet. Wir brauchen eine neue Wende, und schei&#223; auf Kopernikus, aber keiner wei&#223;, wo er hingehen soll, wenn er sich st&#228;ndig um die eigene Achse dreht, nur um auf keinen Fall die Titten in der Bild oder den Tatort am Sonntag zu verpassen.</p>
<p>Wir sind uns zu nah gekommen, als dass wir noch etwas mit uns anfangen k&#246;nnten. Es ist wohl zeit f&#252;r die atomare Apokalypse, ich habe keine Lust auf die n&#228;chste Sinnflut zu warten.</p>
<p>Wer jetzt meint sich beim Lesen einem Kulturpessimisten aufgesessen zu sein, irrt zwar nicht gewaltig, hat aber auch nicht die Radikalit&#228;t eines Ichs, dass sich selbst nicht mehr wahrnimmt verstanden, denn gut ist dann gar nichts mehr.</p>
<p>Mal angenommen, dass Ich war mal Katalysator des Selbsts, dann ist es nun nicht vielmehr als seine Feinstaubplakette. Ein Aufkleber. Plakativ und doch sinnlos, eingef&#252;hrt mit guten Gr&#252;nden, aufgel&#246;st durch diese selbst.</p>
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		<item>
		<title>Die S&#228;uberung; oder: Blutschuld I (Die Jagd)</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Feb 2009 19:19:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wowik</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unertr&#228;glich ist es, wie psychisch Degenerierte und auch sonst verd&#228;chtige Subjekte, anhand ihrer durchaus belanglosen Alltagserfahrung, zeigen, wie das moralisch Beliebige und tats&#228;chlich Zuf&#228;llige mit pers&#246;nlicher Einfalt harmoniert. Wenn die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unertr&#228;glich ist es, wie psychisch Degenerierte und auch sonst verd&#228;chtige Subjekte, anhand ihrer durchaus belanglosen Alltagserfahrung, zeigen, wie das moralisch Beliebige und tats&#228;chlich Zuf&#228;llige mit pers&#246;nlicher Einfalt harmoniert. Wenn die ewig gleichen &#8220;Menschheitsverbrechen&#8221; und &#8220;moralischen Verfehlungen&#8221; herhalten m&#252;ssen, damit intellektuelle Popel-Esser sich selbst und der Welt beweisen k&#246;nnen, wie &#8220;aufgekl&#228;rt&#8221;, wie fortschrittlich und fort-geschritten sie sind, dann ist es Zeit f&#252;r einen gr&#252;ndlichen Fr&#252;hjahrsputz.</p>
<p>Nun ist Putzen allerdings weiblich. Das Weib aber ist schwach, weil das Fleisch schwach ist und das Weib nichts als Fleisch ist. (Das sage nicht ich, sondern das sagt Gott, deshalb l&#228;sst es sich von &#8220;Menschen&#8221; auch nicht widerlegen; 1. Mose 2,22: <strong> Und Gott der HERR baute ein Weib aus der Rippe, die er vom Menschen nahm,&#8230;</strong>) Um anst&#228;ndig aufzur&#228;umen braucht man Kraft und St&#228;rke. Jedenfalls ist der Zweck des folgenden Textes eher als S&#228;uberung, denn als Putz zu verstehen &#8211; eine &#228;sthetische S&#228;uberung. Das &#8220;Wovon&#8221; der S&#228;uberung sind jene Bazillen die vor allem in der winterlichen Jahreszeit das Denken &#8220;einfacher&#8221; Gem&#252;ter verunreinigen und verschmutzen. Schmutz, besonders wenn er den Gedanken anhaftet, macht krank. Man muss nicht verzweifeln, auch wenn man in letzter Zeit sehr viel Kot gedacht hat, denn ich bin ein Mediziner des Geistes, ein Priester des Lichts, der euch verderbte Seelen auf den Pfad der Wahrheit zur&#252;ckf&#252;hren wird. Medizin ist zuweilen bitter und je bitterer sie ist, desto besser hilft sie. Erh&#246;rt nun also die Worte der Heilung:</p>
<p><span id="more-434"></span></p>
<p><strong>Blutschuld I – Die Jagd</strong></p>
<p>Nur das Knacken brechender &#196;ste, sowie das Rascheln zu Boden gefallenen Laubes, verriet den Fuchs, der in der Abendd&#228;mmerung durch das Gestr&#252;pp eines Waldrandes schlich, ansonsten seiner Umgebung jedoch wenig Beachtung schenkte, weshalb er nicht bemerkte, dass zwei menschliche Augen ihn bereits seit einiger Zeit fixiert hatten und all seine Bewegungen in aufmerksamer Spannung verfolgten.</p>
<p>Das Augenpaar geh&#246;rte einem J&#228;ger, der sich hinter einem Baumstumpf versteckt hielt und darauf wartete, bis der Fuchs sich auf eine g&#252;nstige Schussentfernung gen&#228;hert h&#228;tte, denn schon mehrmals hatte der J&#228;ger, den roten, sich geduckt und eilig bewegenden K&#246;rper, den buschigen Schwanz, dessen Spitze ein wei&#223;er Fleck zierte, im Visier seines Gewehres gesehen, war stets unentschlossen ob er schie&#223;en sollte oder nicht, hatte sich aber bisher daf&#252;r entschieden, dass der Winkel zu ung&#252;nstig, die Distanz zu gro&#223; sei, um einen Schuss zu wagen. Aus diesem Grunde hatte sich sein schon halb gekr&#252;mmter Zeigefinger immer wieder strecken m&#252;ssen, schlie&#223;lich h&#228;tte ein Fehlschuss dazu gef&#252;hrt, dass der Fuchs – aufgeschreckt durch den Knall – mit einigen schnellen S&#228;tzen tief in den Wald gefl&#252;chtet w&#228;re.</p>
<p>Als der Fuchs nun aus der hohen Wiese hinaus trat, welche mit ihren Gew&#228;chsen und Halmen sanft seine Unterseite gestreichelt hatte, geschwind &#252;ber einen Feldweg huschte und in eine Mauer aus allerlei Str&#228;uchern und B&#228;umen drang, erh&#246;hte sich der Puls des J&#228;gers, der jetzt – in Erwartung des Fuchses, welcher sogleich auf der anderen Seite des Gestr&#252;pps zum Vorschein kommen m&#252;sste – noch aufmerksamer als zuvor durch seine Zieloptik blickte.</p>
<p>Anhand der Zweige des Gestr&#228;uchs, die – vermutlich weil der Fuchs sie gestreift hatte – in unruhige Schwingung versetzt wurden, konnte der J&#228;ger, obgleich er den Blickkontakt verloren hatte, die ungef&#228;hre Position des Fuchses ausmachen, nachdem allerdings auch dieses Lebenszeichen allm&#228;hlich verschwand und der Fuchs ebenso wenig am anderen Ende des Gestr&#228;uchs erschien, war dem J&#228;ger die Entt&#228;uschung ins Gesicht geschrieben – der Fuchs musste innerhalb des Geb&#252;schs eine scharfe Kurve eingeschlagen haben und auf derjenigen Seite aus dem Dickicht getreten sein, die weder im Sicht-, noch im Schussfeld des J&#228;gers lag.</p>
<p>Er &#252;bte diesen Beruf eigentlich lange genug aus, um zu wissen, dass sich eine solche Gelegenheit, wie er sie soeben verpasst hatte, an einem einzigen Tag kein zweites Mal erg&#228;be und trotzdem blieb er, in der Hoffnung, die unwahrscheinliche M&#246;glichkeit w&#252;rde sich in der Unmittelbarkeit einer Tatsache verwirklichen, ruhig in seinem Versteck sitzen – vergebens, er wartete f&#252;nf, er wartete zehn, er wartete f&#252;nfzehn Minuten, ohne dass sich etwas Erw&#228;hnenswertes ereignete und er h&#228;tte wohl noch eine oder zwei ganze Stunden gewartet, wenn ihm nicht sein Verstand und seine Berufserfahrung gesagt h&#228;tten, dass die Jagd f&#252;r heute zu ende sei; zudem hatte sich die abendliche Frische, als eine unangenehme K&#228;lte in des J&#228;gers Gliedern bemerkbar gemacht.</p>
<p>Unzufrieden mit den Ergebnissen des heutigen Tages und sichtlich ersch&#246;pft, gab der J&#228;ger seine Tarnung auf, hing das Gewehr &#252;ber seine Schulter, stapfte &#252;ber den weichen Waldboden auf den Waldrand zu, trat mit den dicken Stiefeln schlie&#223;lich auf den steinig-sandigen Untergrund des Feldweges und ging gem&#228;chlich in Richtung seines Heimatdorfes.</p>
<p>Der J&#228;ger war kaum hundert Meter gelaufen, da sprang pl&#246;tzlich, aus dem Dunkel des Waldes, das bekannte, diebische, rot-braune Raubtier hervor, das seinen Fehler schon kurz vor dem Absprung bemerkte, die schwungvolle Bewegung aber nicht mehr r&#252;ckg&#228;ngig machen konnte und wie angewurzelt mitten auf dem Feldweg zum stehen kam, indessen hatte der J&#228;ger geistesgegenw&#228;rtig das Gewehr von seiner Schulter gerissen und den Fuchs der sich ihm als lohnendes und leicht zu treffendes Ziel pr&#228;sentierte, anvisiert.</p>
<p>Zwei &#228;ngstlich-entschlossene Blicke trafen sich in der feuchten Herbstluft, wobei im Auge des J&#228;gers die Entschlossenheit &#252;berwog, im Auge des Gejagten die &#196;ngstlichkeit, die sich allerdings – als dem Fuchs zu Bewusstsein gelangte, dass eine Flucht unm&#246;glich w&#228;re und er in Anbetracht dieser aussichtslosen Situation, nicht mehr lange zu leben h&#228;tte – in eine derart feste Entschlossenheit wandelte, dass sie die des J&#228;gers fast z&#246;gerlich erscheinen lie&#223;.</p>
<p>Langsam, eben so, dass es vom J&#228;ger nicht als ein Angriff, als eine verzweifelte Flucht nach vorne gedeutet werden konnte, ging der Fuchs auf den J&#228;ger zu.</p>
<p>Mehr zu sich selbst, aber  – da er sich allein glaubte – doch lauter als man gew&#246;hnlich zu sich selbst zu sprechen pflegt, sagte der J&#228;ger: <em>„Jetzt erwische ich dich, du elender M&#246;rder.“</em></p>
<p><em>„Du nennst mich einen M&#246;rder?“</em>, erwiderte der Fuchs.</p>
<p><em>„Nun, und? Bis du es nicht? Bist du kein M&#246;rder? Hast du nicht den Bauern ihre H&#252;hner geraubt und diese kaltbl&#252;tig umgebracht?“</em></p>
<p><em>„Wahrlich, rotes, angsterhitztes Blut habe ich aus durchbissenen Kehlen und zerrissenen Adern getrunken; jeden Schluck vom Wein des Lebens genoss ich, doch habe ich jemals Wasser gepredigt? Rohes, noch warmes Fleisch habe ich von Knochen genagt und stets tat ich es ohne schlechtes Gewissen. Wen nennst du einen M&#246;rder? Die Biene die &#252;ber Wiesen und Heiden schwebend, aus &#252;bervollen Bl&#252;ten trinkt;  nennst du dies nicht – idyllisch?</em></p>
<p><em>Die K&#252;he die an Sommertagen im Schatten eines Baumes liegen, die das saftige Gras mit ihren M&#228;ulern aus dem Erdboden rei&#223;en und in kreisenden Bewegungen zermahlen; nennst du dies nicht ­– friedlich?</em></p>
<p><em>Und sa&#223;est du selbst nicht gerade erst mit all deinen Verwandten am Tisch versammelt? A&#223;est du nicht selbst mit Wonne ein gro&#223;es St&#252;ck vom ger&#246;steten Schwein? Und priesest du es nicht als – Festschmaus.</em></p>
<p><em>Meine Raubz&#252;ge aber nennst du Mord  –  wenn ich mich an den Hof der Bauersleute heran pirsche, wenn ich mich im Unterholz verborgen halte, geduldig warte, bis der Bauer die St&#228;lle ausgemistet hat und sich zur Mahlzeit ins Haus begibt, wenn ich sodann mit flinken Beinen &#252;ber ein St&#252;ck offenes Gel&#228;nde eile, mich durch ein Loch zw&#228;nge, von denen in dem morschen Holzzaun nicht wenige klaffen, wenn ich mich mit leisen Pfoten dem H&#252;hnerpulk das, obwohl meine Anwesenheit unbemerkt geblieben ist, laut gackernd auf der anderen Seite des Ger&#228;teschuppens wild durcheinander l&#228;uft, wenn ich schon im n&#228;chsten Moment aus einem Winkel oder hinter einer Wand hervorpresche, sich das Gackern der H&#252;hner ins unermessliche steigert, sie wilder und orientierungsloser als zuvor durcheinander rennen, der Hahn, welcher soeben noch alleiniger Herrscher war, mich erschrocken – schon ahnend, dass ich im Stande bin, mir von dem ihm Anvertrauten, zu nehmen was mir beliebt –  anstarrt und angesichts seiner v&#246;lligen Ohnmacht besch&#228;mt, den Kopf zu Boden senkt, ich unterdessen in den panisch-tobenden H&#252;hnerhaufen laufe, um mit meinem Maul, eines der fetten, wei&#223;en H&#252;hner zu packen, das sich zuf&#228;llig in meiner Reichweite befunden hatte. Schneller noch als der Bauer – der durch das Geschrei aufmerksam geworden ist ­– aus dem Haus st&#252;rzen konnte, bin ich mit dem zappelnden Federtier zwischen den Kiefern, durch eine &#214;ffnung im Zaun geschl&#252;pft und in den sch&#252;tzenden Wald gefl&#252;chtet.</em></p>
<p><em>So wie die Biene s&#252;&#223;en Nektar schl&#252;rft, so wie die Kuh das fruchtig-feuchte Gras verzehrt, so wie du das erlegte Schwein verspeist, so darf ich mich nicht von Gefl&#252;gel n&#228;hren? Ist es nicht Hunger der uns treibt, Hunger der gebietet, das zu tun was n&#246;tig ist, der gestillt werden will und unbarmherzig  immer neue S&#228;ttigung verlangt? Verbindet uns nicht – Hunger?</em></p>
<p><em>Mit deinem Gewehr im Anschlag stehst du vor mir und willst das Opfer r&#228;chen?</em></p>
<p><em>Bauernmoral und Opferregentschaft – man erleidet die Tat und leidet scheinbar am Getanen; dass das Opfer aber klagend auf die Tat des Fremden schimpft, und sich stattdessen nicht selbst ob seiner Unt&#228;tigkeit z&#252;chtigt – das ist Selbstmitleid.</em></p>
<p><em>O s&#252;ndiger Sud der Schuldzuweisung, es w&#228;lzt das Opfer sich gern darin, es l&#228;sst sich gehen, es zergeht wie ein St&#252;ck Butter in einer Flamme der T&#228;tigkeit.</em></p>
<p><em>Aus dem Opfer der Tat geht das Opfer des Opfers  hervor, aus dem toten Huhn, der verletzte Bauer.</em></p>
<p><em>Die Unf&#228;higkeit anst&#228;ndig zu Grunde zu gehen, ist der Mangel des Opfers an echtem Sportsgeist, dass der Hahn oder der Bauer mir den Raub seiner H&#252;hner &#252;bel nimmt, dass es ihn nach Rache und Vergeltung gel&#252;stet, ist eine Charakterschw&#228;che: Das Opfer nimmt die fremde Tat zu pers&#246;nlich und die eigene Tatenlosigkeit nicht pers&#246;nlich genug; der Bauer glaubt ich wollte ihm schaden? Ich wollte fressen; die Beliebigkeit des Opfers ist allzu offensichtlich, denn es erleidet nur durch die Unt&#228;tigkeit, bzw. die Unf&#228;higkeit das N&#246;tige zu tun, seine Leiden abzuwenden, somit braucht es kein bestimmtes Individuum, sondern irgend etwas, das unt&#228;tig sein kann – und unt&#228;tig kann nur etwas sein, dass zumindest der M&#246;glichkeit nach  zur  Tat schreiten kann. </em></p>
<p><em>Opfermoral ist schmachvoll: Wie kann das Opfer ehrlich leiden, wenn es in seinem schwachen Moment, in dem es dem St&#228;rkeren unterlegen ist nach dem St&#228;rksten schreit, das das St&#228;rkere unterwerfen soll, zum Opfer machen soll; Opfermoral ist Doppelmoral: Wie kann das Opfer sein Opfersein- und werden beklagen, und zugleich das St&#228;rkere durch das St&#228;rkste vernichten wollen? Zu lange wurde um Opfer getrauert, wir m&#252;ssen endlich Taten feiern.“</em></p>
<p><em>„Die Jagd ist nicht blo&#223; mein Beruf, nicht nur meine Berufung, sie ist gr&#246;&#223;tenteils meine Leidenschaft – Jagdleidenschaft.  Vielleicht bist du derjenige, der alles etwas zu pers&#246;nlich nimmt; der durch dich erz&#252;rnte Bauer ist wohl mein Auftraggeber, doch der Auftrag ist lediglich der Anlass und nicht meine Motivation. Dass ich dich erschie&#223;en muss, ist gewisserma&#223;en ein Teilaspekt des Ganzen, mir jedenfalls geht es um die Jagd. Freilich, das Jagen, die Verfolgung, ist mir wichtiger als das Erlegen, als die Troph&#228;e, ganz ohne Beute fehlte dem Jagen allerdings ein Ziel, ein Punkt auf den alles hinausl&#228;uft. Betrachte dich also eher als ein Mittel –  du bist mir Mittel zur Jagd. Was spricht au&#223;erdem gegen einen Auftrag? Der Bauer will dich tot sehen und bezahlt daf&#252;r, ich hingegen will meiner Jagdleidenschaft nachgehen, so ist es f&#252;r mich keine Schwierigkeit das N&#252;tzliche mit dem Sch&#246;nen zu verbinden und f&#252;r die Aus&#252;bung einer Leidenschaft Lohn zu empfangen.“</em></p>
<p><em>„Der Bauer hat dich gerufen um mich zu erlegen? Erschie&#223;en kannst du mich ohnehin nur, weil deine Jagdkunst zum Jagdgesch&#228;ft verkommen ist, du sagst selbst, dass du einen Anlass zur Jagd br&#228;uchtest, der Auftrag sei der Anlass, sobald du einen Anlass n&#246;tig hast, ist jedoch die Kunst verdorben, wie solltest du um des Jagens willen jagen, wenn du erst einen Grund dazu ben&#246;tigst? Leidenschaft – Jagdleidenschaft, sagst du? Was ist Leidenschaft denn anderes als etwas ohne Ziel und Grund, um seiner selbst willen zu tun? </em></p>
<p><em>Sprich nicht von Leidenschaft, wie willst du leidenschaftlich Jagen wenn du nicht von Herzen hasst? Unw&#252;rdiger, wie k&#246;nntest du ohne herzlich zu hassen leidenschaftlich jagen? Du brauchst einen Feind, ein Feindbild, mit dem dich eine innige Abneigung verbindet, einen Gegner der die Jagd von der Beliebigkeit des in ihr gejagten befreit, einen Gegenspieler, der die Jagd zum Kampf der Pers&#246;nlichkeiten erhebt, ein Kr&#228;ftemessen, dessen Ergebnis nicht ein Sieg ist, sondern dein Sieg, dein Triumph oder – dein Untergang. </em></p>
<p><em>Wie k&#246;nnten wir Feinde sein? Wie k&#246;nnten wir einander hassen? Wie willst du meiner als Feindbild w&#252;rdig sein wenn du Opfern dienst?</em></p>
<p><em>Du wirst entlohnt? Du h&#228;ltst ein Gewehr in deinen H&#228;nden und nimmst artig das an, was Bauern dir zukommen lassen? Du bringst den Schw&#228;chlichen ihre Troph&#228;en und l&#228;sst dich mit Trinkgeldern abspeisen?</em></p>
<p><em>So wie du deine Frau ob ihrer blauen Augen und ihres weichen Haares liebst, so hasse deine Feinde wegen ihres schlechten Atems, wegen ihrer Stimme, ihrer Hautfarbe, O – nie k&#246;nntest du mich so hassen, doch Obacht, hasse nicht deiner Feinde Atem, ihre Stimme, ihre Hautfarbe selbst, hasse sie nur an ihnen. </em></p>
<p><em>Wie du deinen N&#228;chsten einen Bruder nennst, so nenne deinen Fernsten einen Teufel. Hasse deinen Fernsten mehr als dich selbst!</em></p>
<p><em>Wie?</em></p>
<p><em>Du hasst dich nicht?</em></p>
<p><em>Wie willst du dich lieben, wenn du fremden Zielen dienst, wie k&#246;nntest du dich achten, wenn du nicht verachtest, was nicht das Deinige ist, wenn du dir nicht aneignest, was die anderen ihre Besitzt&#252;mer hei&#223;en.</em></p>
<p><em>Und leuchtete Verwegenheit aus deinen Augen, und sch&#228;umte dir das Maul vor Kampfeslust, so w&#228;re es mir ein Hochgenuss durch deine Hand mein Ende zu finden. Wer seine Ziele sch&#228;tzt, der sch&#228;tzt den Kampf darum, ein wahrhafter Jagdk&#252;nstler st&#252;nde nicht wie du, vor K&#228;lte zitternd mit einem Schie&#223;gewehr vor einem kleinen, roten Raubtier, er risse sich die Kleidung vom Leib – allzu weichlich; er w&#252;rfe sein Gewehr hinfort – allzu weiblich; er lie&#223;e einen alten Fuchs seines Weges ziehen – allzu weltlich; und er ginge in die Schmiede der Gedanken und formte mit dem Hammer des Wortes einen Speer des Geistes auf dem Amboss dieser Welt. Idee ist Macht; was solltest du Bauern dienen, dich in W&#228;ldern f&#252;r sie herumtreiben, um ihre Feinde zu erlegen, wenn du im Stande bist, tausend, zehntausend, hunderttausend Leute allein durch die Kraft deiner Worte in die W&#228;lder zu treiben um Wild zu erjagen. Am Schilde deines Wortes wird selbst die kr&#228;ftigste Faust stumpf und was ist blo&#223;e Muskelkraft, gegen die Kraft die ein vision&#228;rer Gedanke kanalisiert und lenkt?</em></p>
<p><em>Und willst du dennoch selbst jagen, ei, so jage keine F&#252;chse, so jage die Wahrheit. Will sie dir nicht recht ins Auge springen, kannst du sie nicht finden, wiewohl du &#252;berall recht gewissenhaft danach gesucht hast? Nun denn, es fehlt Wille, es fehlt &#220;berzeugung; auch wenn die im Moor der Vergangenheit, im Sumpf des Gestrigen auf ewig Verlorenen, die Versinkenden und noch umher Stakenden, dir durch den Nebel zu rufen: ‚Gib acht, O Mutiger, dieser Nebel, der &#252;ber alles sich zu legen scheint, ist nicht schwarz noch wei&#223;, ist hingegen ein sich wallender, aufsch&#228;umender, in Graut&#246;nen flie&#223;ender Vorhang, der uns Menschen nicht erkennen l&#228;sst, drum suche nicht das Licht, das wir und deine V&#228;ter und Gro&#223;v&#228;ter und Urahnen einst suchten.’</em></p>
<p><em>Die, die sich mahnend als deine Lehrer und Ahnen ausgeben, waren in jenem Augenblick Schw&#228;chlinge, als H&#228;rte geboten war – wer Wahrheit will muss &#252;berzeugt sein.</em></p>
<p><em>Ach, so viele nennen sich &#252;berzeugt, &#252;berzeugt von diesem oder jenem und bleiben dabei stets an Gegebenem orientiert, ohne selbst zu setzen, einzusetzen – O, sie spielen ein Spiel ohne Einsatz, dass sie nur verlieren k&#246;nnen.</em></p>
<p><em>Wille zur &#220;berzeugung, das hei&#223;t sich selbst zu &#252;berzeugen, dass man von etwas &#252;berzeugt sei; Wille zur Wahrheit, &#220;berwindung des Nebels: das hei&#223;t – schw&#228;rzen, anschw&#228;rzen und wei&#223;machen. Und wer f&#252;r Wahrheit nicht zu l&#252;gen bereit ist, der ist nicht &#252;berzeugt;  und wer nicht schreiten, fortschreiten und &#252;berschreiten will, der verweilt im Nebel, der verklebt in zeitlichen S&#252;mpfen; Mut zur Unnachgiebigkeit, Suchender, r&#252;cksichtslos f&#252;r die Idee auch &#252;ber die Leichen deiner Feinde zu gehen, baue dir Br&#252;cken &#252;ber die Str&#246;me ihres D&#252;nkels, ihre Sch&#228;del und Knochen m&#246;gen der erste Pfeiler sein, nimm ihre Sprache und mache ihr Wort ungeschehen.</em></p>
<p><em>Siegen lernen, Heiliges entweihen, zeige ihnen die Natur ihrer unantastbaren W&#252;rden, indem du sie ber&#252;hrst, indem du sie dir  nimmst, indem du sie herab pfl&#252;ckst und absch&#252;ttelst, so wie du &#252;berreife Pflaumen vom Baum hinunter sch&#252;ttelst, forme die Wirklichkeit nach deinem Bilde – Fanatismus, der h&#246;chste Grad an &#220;berzeugung.</em></p>
<p><em>Es gibt keine Wahrheit weil es mehrere Blinkwinkel gibt? Dann kratze Augen aus, mache blind, verblende, auf dass allein dein Blinkwinkel &#252;brig bleibe, auf dass niemand mehr anderes sehen m&#246;ge als du selbst siehst.</em></p>
<p><em>Du Unterliegst? Deine Feinde sind von deinem Schlage? Deine Ideen wollen nicht &#252;berzeugen, nicht fesseln, nicht bewegen? Dann sei dir selbst genug, dann lebe und sterbe im Krieg den jeder gegen jeden k&#228;mpft, im Geiste wie mit der Faust.</em></p>
<p><em>Schau dich an, du Wurm, du schie&#223;t auf Feinde die nicht die deinigen sind und bekommst daf&#252;r, was dir nicht zusteht?</em></p>
<p><em>Wer Ziele hat, hat Feinde. Dein ist – nicht was sie dir geben, sondern was du dir nimmst; du willst dich selbst lieben? Du willst aus Leidenschaft jagen? Gehe fort, samt deinem Gewehr, erschie&#223;e die Bauern, nimm dir Hof und H&#252;hner – und solltest du mich jemals dabei erwischen wie ich deine H&#252;hner aus den St&#228;llen stehle, so hast du wahrlich einen Grund mich zu hassen. Ursprung aller Feindschaft: Etwas ist Besitz eines Fremden, dass ebenso gut dein eigener Besitz sein k&#246;nnte.</em></p>
<p><em>Wohlan, ich sage dir, st&#252;nde der Bauer mit einer langen Mistgabel pers&#246;nlich vor mir, ich ersparte ihm das Gerede, ich lieferte ihm einen w&#252;rdigen Kampf, auch wenn die Spitzen Zinken seiner Waffe  sich schmerzhaft in mich bohrten.</em></p>
<p><em>Schie&#223;e nun, bringe mir eine Niederlage bei, lass die Kugel mich zerschmettern, niemals jedoch gen&#252;gte mein Untergang f&#252;r deinen Sieg, nicht auf diese Weise. Schie&#223; also, wenn du noch willst – wenn du noch kannst.“</em></p>
<p><em>Der J&#228;ger lie&#223; das Gewehr ein wenig sinken, verdrehte seine Augen zur Stirn hin, als versuchte er in das Innere seines Kopfes zu blicken, schwieg, offensichtlich nachsinnend, eine Weile und erwiderte schlie&#223;lich unerwartet: „Es ist bequem Leidenschaftsloses mit Leidenschaft zu tun.“</em></p>
<p>Das Knallen eines Schusses, lie&#223; den Eintritt der Gewehrkugel in die Brust des Fuchses lautlos erscheinen, das Projektil grub sich seinen Weg durch das sehnige Fleisch des Raubtieres – die Schw&#228;che eines Feiglings hat ein stolzes Raubtier zum Opferlamm gemacht.</p>
<p>Das Geschoss blieb im K&#246;rper stecken als es auf einen Knochen stie&#223;, das Blut, welches aus dem Wundkanal floss, sickerte in den Erdboden.</p>
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		<title>Die Blogbibliothek</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jan 2009 19:28:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute erreichte mich eine Anfrage des neuen Projekts Blogbibliothek, die uns Autoren hier auf der Endlosrekursion bittet einige unserer Artikel dort listen zu lassen. Es g&#228;be schon einige Empfehlungen unserer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute erreichte mich eine Anfrage des neuen Projekts <a href="http://blogbibliothek.ch/">Blogbibliothek</a>, die uns Autoren hier auf der Endlosrekursion bittet einige unserer Artikel dort listen zu lassen. Es g&#228;be schon einige Empfehlungen unserer Texte. Die Blogbibliothek hat sich zum Auftrag gemacht, die besten Blogtexte im deutschsprachigen Raum zu sammeln. Ohne kommerzielle Anspr&#252;che und mit dem Ziel die Textperlen der kleineren Blog einem gr&#246;&#223;eren Publikum zu pr&#228;sentieren.</p>
<p>Ich habe mich wirklich gefreut, dass diese Wahl der Blogperlen auch die Endlosrekursion getroffen hat und halte &#252;berhauptd as Projekt von <a href="http://thinkabout.ch">Kurt Steuble</a>, <a href="http://yoda.ch">Roman Hanhart</a> und <a href="http://caro-art.ch">Caro Nadler</a> f&#252;r ein sinnvolles. Aber die Art und Weise der Umsetzung des Projekts birgt einige Probleme, die ich in diesem Artikel gerne darstellen m&#246;chte und hoffe, so zu einem sinnvollen gelingen der Blogbibliothek beitragen zu k&#246;nnen. Denn unter gegebenen Umst&#228;nden w&#252;rde ich meine Artikel nicht freigeben und auch niemandem empfehlen diese freizugeben.</p>
<p>Alles f&#228;ngt an mit der Technik. Ich versuche mich, wie sicherlich einige aus leidvollen Gespr&#228;chen schon wissen, als <a href="http://www.seo-watchblog.de">Suchmaschinenoptimierer</a>. Ein solcher versucht seine Internetprojekte so gut es geht f&#252;r Suchmschinen wie Google aufzubereiten, dass diese m&#246;glichst gute Rankings, also Pl&#228;tze in den Suchergebnissen, erreichen. Und genau daher r&#252;hrt auch mein Einwand.</p>
<p>Es ist ein alter Hut in der Suchmaschinenoptimierung, dass Google nur eine Seite im Index f&#252;hrt, wenn zwei Seiten mit dem selben Inhalt aufzufinden sind. Ganz sicher, welche Seite Google listet, kann man sich nie sein, Google wartet da durchaus ab und an mit &#220;berraschungen auf. Im gro&#223;en und ganzen kann man aber sicher sagen, dass die Seite, die &#8220;st&#228;rker&#8221; ist, den Inhalt in den Index dr&#252;cken wird.</p>
<p>Nun ist allerdings aufgrund der wirklich guten Idee von der Blogbibliothek zu erwarten, dass diese eine starke Seite sein wird. Blogger berichten und Linken. Links sind das wichtigste Kriterium f&#252;r die St&#228;rke einer Seite. DIe Blogbibliothek wird also st&#228;rker sein, als die meisten Blogs, aus denen sie Beitr&#228;ge vorstellt.</p>
<p>Nun ist es nicht besonders tragisch, wenn ein Beitrag eben nicht mehr auf dem eigenen Blog, sondern bei der Blogbibliothek gefunden wird, weil diese jetzt mit dem Artikel im index ist. Denn darum geht es ja. Blogger zu unterst&#252;tzen, die zwar gute Texte schreiben, aber aus vielerlei Gr&#252;nden keinen starken Blog ahben und deshalb nur wenig Leser erreichen.</p>
<p>Allerdings kann die doppelte Inhalt f&#252;r kleinere Blogs wirklich bedrohlich werden und mit etwas Pech zum Komplettausschluss von Google f&#252;hren. Das ist zwar sicher der sprichw&#246;rtlich an die Wand gemalte Teufel und doch sehr unrealistisch, aber dennoch, helfen wird es den Blogs sicherlich nicht, es sei denn sie sind st&#228;rker als die Blogbibliothek.</p>
<p>Nun k&#246;nnte man anmerken, dass man sich doch nicht von Google diktieren lassen sollte, wie man seine Projekte plant und durchf&#252;hrt. Allerdings ist Google der zuverl&#228;ssigste Beschaffer von Lesern, wenn man wenigsten ein paar Links auf seine Seite gerichtet hat. Und diese Leser zu verlieren wird schwerer wiegen, als die Freude der Anerkennung durch die Aufnahme bei der Blogbibliothek.</p>
<p>Vor allem, weil all dieses durcheinander gar nicht sein muss. Google und alle mir bekannten anderen Suchmaschinen bieten eine M&#246;glichkeit an, eben mit diesen doppelten Inhalten umzugehen. Es gibt die M&#246;glichkeit Seiten direkt aus dem Index auszuschlie&#223;en. Google ignoriert diese Seiten einfach, bzw. folgt, so gew&#252;nscht und angezeigt noch den Links aufd er Seite. Und genau das w&#228;re ein Modell f&#252;r die Blogbibliothek. Alle &#220;bersichts-, Quellen- und Autorenseiten l&#228;sst man im Index und die Artikelseiten schlie&#223;t man einfach aus. Das kann man &#252;ber das Metatag &#8220;robots&#8221; mit &#8220;noindex,nofollow&#8221; wunderbar implementieren.</p>
<p>Das Projekt gewinnt, weil es seine sinnvolle Aufgabe voll wahrnehmen kann und die besten Texte aller deutschsprachigen Blog sammeln kann und so die Autoren dieser Texte unterst&#252;tzen kann, ohne diese um ihre potentiellen Leser von Suchmaschinen zu bringen. Die Autoren gewinnen, weil sie neue Leser einerseits durch die Blogbibliothek direkt gewinnen und andererseits durch die Verlinkung der Blogbibliothek indirekt mehr Leser auf ihr Blog gebracht werden.</p>
<p>Ich hoffe, dieser Ansto&#223; bringt euch weiter, denn ich w&#252;rde euch sehr gerne erlaube einige meiner Texte in die Bibliothek aufzunehmen und das gesamte Projekt wachsen zu sehen.</p>
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		<title>Die Reinkarnation des Gedankens im Kunstwerk</title>
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		<pubDate>Fri, 30 May 2008 21:49:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wowik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Bevor der potenzielle Leser, durch die Textmassen abgeschreckt, einen wert- und geistlosen Kommentar &#8220;oxenzeams&#8221; liest anstatt sich an dem folgenden Text intellektuell zu erbauen und &#252;ber die Erhabenheit des Stils [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bevor der potenzielle Leser, durch die Textmassen abgeschreckt,  einen wert- und geistlosen Kommentar &#8220;oxenzeams&#8221; liest anstatt sich an dem folgenden Text intellektuell zu erbauen und &#252;ber die Erhabenheit des Stils zu frohlocken, m&#246;chte ich ausdr&#252;cklich darauf hinweisen, dass der Leser sich mit solch einer vorzeitigen Flucht um den wom&#246;glich intensivsten Lesegenuss seines Lebens br&#228;chte.</p>
<p>&#8220;Diese Worte k&#246;nnen gewiss keiner irdischen Feder entsprungen sein!&#8221;, rief einer von den Wenigen, die das Werk bisher zu Gesicht bekamen und er sprach weiter: &#8220;Wahrlich, der Urheber dieser Gedanken muss von himmlischem Geiste, von reinster Seele, von g&#246;ttlicher Natur sein.&#8221;*  Man k&#246;nnte wohl sagen diese Worte w&#228;ren &#252;bertrieben, doch ich sage, sie geben nur einen Schatten der vision&#228;ren Idee wieder, die hier dargelegt ist.</p>
<p>Es handelt sich um eine Arbeit welche in einer Zeit entstanden ist als die Tage noch kurz  und die N&#228;chte lang waren. Im Nebel eines Wintermorgens,  an welchem engelsgleiche Stimmen mich aus dem dogmatischen Schlummer der vorkritischen &#196;ra weckten, wurde sie, unter Kr&#228;mpfen und Qualen einer Geburt, zu Papier gebracht. O meine Freunde, das Vollkommene wird immer im Untergang seines Sch&#246;pfers geboren!</p>
<p>Die Arbeit ist ferner f&#252;r ein Seminar in Kunstgeschichte verfasst worden, wobei bemerkt werden muss, dass mir die zust&#228;ndige Instanz ein weltliches Urteil &#252;ber &#8220;das Werk&#8221; bisher schuldig geblieben ist. Wohlan, auf himmlischen Reisen mag mich weder irdischer Fluch noch Segen scheren!<br />
Jedem interessierten Leser, der sich eifrig durch diese neun Seiten arbeitet, verspreche ich, dass er die Beitr&#228;ge von people in motion, soeren onez, le simplicissimus, abc und kandelaber nur noch als menschlich und abgeschmackt betrachten k&#246;nnen wird.</p>
<p>* Dergleichen ereignete sich an einer Bushaltestelle in Berlin.</p>
<p><span id="more-243"></span></p>
<p><strong>Inhalt:</strong></p>
<p>1 Einleitung</p>
<p>2 Von der Widerfahrung zur Welterfahrung<br />
2a Weltbewusstsein und die metaphysische L&#252;cke</p>
<p>2b &#220;berblendung und Ausblendung der metaphysischen Fragen</p>
<p>3  Die  Eigentlichkeit der Kunst</p>
<p>3a Die Reinkarnation des Gedankens im Kunst-Werk als Erfahrungserweiterung</p>
<p>3b Das Kunstwerk als Heimat</p>
<p>3c Das Kunstwerk und die Betrachtung</p>
<p>4 Schlusswort</p>
<p>5 Bibliographie</p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-family: Arial"><br />
<o:p></o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><span style="font-size: 20pt; font-family: Arial">Die Reinkarnation des Gedankens im Kunstwerk<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<table class="MsoTableGrid" style="border: medium none ; width: 456.8pt; border-collapse: collapse" border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" width="609">
<tr style="height: 34.9pt">
<td style="border-style: double double double none; border-color: windowtext windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-width: 1pt 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 67.35pt; height: 34.9pt" valign="top" width="90">
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 14pt; font-family: Arial"></span></strong></p>
</td>
</tr>
</table>
<p class="MsoNormal"><o:p> </o:p></p>
<p class="MsoNormal"><o:p> </o:p></p>
<p align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial">1) Einleitung<o:p></o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Mit der sich anschlie&#223;enden Arbeit werde ich versuchen, das Kunstwerk in einen Weltzusammenhang zu bringen. Drei Grundfragen, sowohl im Weltzusammenhang als auch in Bezug auf das Kunstwerk selbst, m&#252;ssen gekl&#228;rt werden und ich werde zeigen, wie sich diese im Kunstwerk beantworten, wie das Kunstwerk Frage und Antwort zugleich ist. Die Arbeit teilt sich in zwei Abschnitte: Der erste Abschnitt beinhaltet eine ausf&#252;hrliche handlungs- und erkenntnistheoretische Prop&#228;deutik und Erl&#228;uterung des zu l&#246;senden Problems. Im zweiten Abschnitt wird eine L&#246;sungsm&#246;glichkeit aufgezeigt und er&#246;rtert, inwiefern das Kunstwerk ein Kernst&#252;ck dieser L&#246;sung darstellt. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Dem Kunstwerk soll Raum geschaffen werden, es muss auf das Eigentliche des Kunstwerkes eingegangen werden, wie sich dieses Eigentliche, die K&#252;nstlichkeit vermittelt und vor allem wodurch jene K&#252;nstlichkeit vermittelt wird. Die Frage, die ich mit dieser Arbeit beantworten m&#246;chte, ist nicht so sehr eine Frage der tats&#228;chlichen Beschaffenheit der Kunst oder des Kunstwerkes, sondern eine Frage der Einordnung in der Welt. Was stellt das Kunstwerk dar, woher kommt es, was ist es und wo verbleibt es, was wird aus ihm? <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Dies sollen in etwa die Leitfragen sein, die es zu beantworten gilt. Daher wird auch nur ein &#228;u&#223;erst beschr&#228;nkter Praxisbezug hergestellt. Ziel ist nicht die F&#252;llung des Kunstbegriffes, Ziel ist die Umgrenzung. Mithin ist es nicht n&#246;tig konkrete Merkmale oder Kriterien aufzustellen, um zu zeigen, dass ein Werk diese Kriterien erf&#252;llt und ein Anderes nicht. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Um einen besseren &#220;berblick zu erm&#246;glichen, scheint eine kurze Zusammenfassung angebracht zu sein. Zun&#228;chst wird untersucht, wie Erfahrung m&#246;glich ist und wovon Erfahrung m&#246;glich ist. Es wird aufgezeigt, dass Erfahrung ohne das Denken unm&#246;glich ist, dass Erfahrung erst durch dass Denken ein aktive T&#228;tigkeit des Ichs ist und sie sich in dieser Aktivit&#228;t von der nichtaktiven Widerfahrung unterscheidet. Es wird au&#223;erdem gekl&#228;rt, welche Seinweisen sich durch die Erfahrung erschlie&#223;en lassen.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Des weiteren muss nun gezeigt werden, inwiefern der Gedanke zur Weltabstraktion n&#246;tig ist und das Denken mithin den ersten Schritt zur Beantwortung der metaphysischen Fragen darstellt, aber auch der Grund f&#252;r eine L&#252;ckenentstehung ist. Die L&#252;cke entsteht in der Diskrepanz des Erfahren-K&#246;nnens und des Denken-K&#246;nnens. Ferner wird gezeigt wie diese Problematik zur Kunst f&#252;hrt. Zur Beantwortung der metaphysischen Fragen, welche sich aus der L&#252;cke ergeben, bedarf es eines Werks und des k&#252;nstlichen Gedankens, die Kunst muss mit dem Werk verschmelzen, die Synthese aus Idee und Materie, d.h. die Reinkarnation des Gedankens f&#252;hrt zum Kunst-Werk. Das Kunstwerk ist Welt, der Sch&#246;pfer der Welt ist Gott, der Sch&#246;pfer des Kunstwerks ist der K&#252;nstler, der K&#252;nstler ist w&#228;hrend der Unmittelbarkeit des Schaffensprozesses Gott, da sich keine Fragen oder L&#252;cken innerhalb des Kunstwerkes ergeben und es somit ganz ist, die Erfahrbarkeit ist der Denkbarkeit angeglichen worden. Der K&#252;nstler kann im Schaffensprozess eine Ganz- und Einheit mit dem Kunstwerk herstellen. W&#228;hrend des Schaffens ist der K&#252;nstler im Kunstwerk, er ist in der Welt, mehr noch, er ist selbst Kunstwerk, er ist Welt. Sobald dieser Schaffensprozess beendet ist, ist auch die Einheit und das Sein der Ganzheit beendet, das Kunstwerk und der K&#252;nstler, der Sch&#246;pfer, sind entzweit, er ist nicht mehr Welt, sondern sieht nur noch auf die Welt. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Ich werde abschlie&#223;end auf das Verh&#228;ltnis des K&#252;nstlers zum Kunstwerk nach der Entbindung, nach der Entzweiung eingehen und versuchen zu zeigen, dass dieses Verh&#228;ltnis sich nicht in besonderer Weise von dem des reinen Betrachters unterscheidet. Jede Interpretation eines Kunstwerkes kann nicht mehr leisten als das Bewusstsein in der Welt. Es ist auf das Kunstwerk bezogen ein Andenken und Fragen nach der l&#252;ckenhaften K&#252;nstlichkeit, in der nat&#252;rlichen Welt hingegen ein Fragen nach der Metaphysik. Die K&#252;nstlichkeit ist eine Allegorie der metaphysischen Fragen.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial">2) Von der Widerfahrung zur Welterfahrung</span></strong><span style="font-family: Arial"><o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Welt haben hei&#223;t Welt erfahren. Erfahrung ist die Abstraktionsebene des blo&#223;en Widerfahrens. Erfahren hei&#223;t abstrahieren, also denken. Man tritt durch das Denken in ein aktives Verh&#228;ltnis zum Geschehen, wohingegen es keines Denkens bedarf, wenn dem Ich nur ein Geschehen widerf&#228;hrt. Erfahrung ist die F&#228;higkeit des Ichs ein Geschehen aufzunehmen. Wenn jedoch dem Ich ein Geschehen widerf&#228;hrt, nimmt das Ich dieses Geschehen nicht auf, sondern das Geschehen selbst gibt sich dem Ich auf. Die Wahrnehmung, als Teil des Ichs, vollzieht sowohl die Aufnahme des Geschehens, im Falle der Erfahrung, wie auch die Annahme des sich aufgebenden Geschehens im Falle der Widerfahrung. „Dem Handeln ist nicht nur das Verhalten gegen&#252;ber zu stellen, sondern auch das Widerfahren. Ein Widerfahren ist ein Geschehnis das einem zust&#246;&#223;t, widerf&#228;hrt“<sup>1</sup><o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">In dieser unmittelbaren Widerfahrensebene, in der noch nicht durch das Denken abstrahiert wurde, steht das Geschehen als aktives Moment der Widerfahrung dem passiven Ich gegen&#252;ber. Die Unterscheidung zwischen aktivem und passivem Widerfahrensaspekt ist wichtig, denn das Ich hat, sofern es eben noch nicht abstrahiert wurde, keine M&#246;glichkeit sich dem Geschehen zu entziehen, es zu verneinen oder zu bezweifeln etc., wobei auch eine Gewissheit des Geschehens unm&#246;glich ist. Das Ich kann das sich aktiv aufgebende Geschehen lediglich geschehenlassen und nichts au&#223;erdem. Dieses unmittelbare und dem Denken entbehrende Stadium ist das der Widerfahrung in der alles Seiende eine Tatsache ist. „Erfahrungen werden aktiv gemacht,…“<sup>2</sup><o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Das passive Ich des nicht denkenden Subjekts ist das Selbstsein, das aktive Geschehen ist das Sosein.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Erfahrung ist nur durch Denken, also Abstraktion m&#246;glich. Um ein Geschehen selbst erfahren zu k&#246;nnen, muss man sein Ich in Beziehung zu diesem Geschehen setzen. Es ist also n&#246;tig vom Ich, vom blo&#223;en Selbstsein zu abstrahieren, um seiner selbst gewiss zu werden, um in der Beziehung mit dem Geschehen den aktiven Teil zu <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left: 36pt; text-align: justify; text-indent: -18pt; line-height: 150%"><!--[if !supportLists]--><span style="font-size: 10pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><span>1)<span style="font-family: 'Times New Roman'; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: normal; font-size: 7pt; line-height: normal; font-size-adjust: none; font-stretch: normal">       </span></span></span><!--[endif]--><span style="font-size: 10pt; line-height: 150%; font-family: Arial">Janich, Peter: Kleine Philosophie der Naturwissenschaften. M&#252;nchen. <span style="color: black">Be</span>ck: 1997. S. 31.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left: 36pt; text-align: justify; text-indent: -18pt; line-height: 150%"><!--[if !supportLists]--><span style="font-size: 10pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><span>2)<span style="font-family: 'Times New Roman'; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: normal; font-size: 7pt; line-height: normal; font-size-adjust: none; font-stretch: normal">       </span></span></span><!--[endif]--><span style="font-size: 10pt; line-height: 150%; font-family: Arial">Janich, Peter: Logisch-pragmatische Prop&#228;deutik. Weilerswist. Velbr&#252;ck Wissenschaft: 2001. S. 42.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">&#252;bernehmen. Ein aktiver Erfahrungsbezug zu einem Geschehen ist allerdings nur m&#246;glich, wenn man sich dem Geschehen, welches dem Ich gegen&#252;bersteht, als Geschehen bewusst ist, d.h. wenn man sich gewiss ist, dass einem etwas geschieht, dass sich ein Geschehen aufgibt. Umgekehrt ist es, wie bereits erw&#228;hnt, ebenso notwendig sich dem Ich als Ich, welchem etwas geschieht, gewiss zu sein. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Die innere Erfahrung, d.h. die Selbsterfahrung, ist die Vorraussetzung f&#252;r die &#228;u&#223;ere Erfahrung und beide sind wiederum die Voraussetzung f&#252;r die Welterfahrung. Nicht allein dass einem &#252;berhaupt ein Geschehen widerf&#228;hrt, kann Erfahrung bedeuten, sondern zu wissen, dass einem dieses oder jenes Geschehen widerf&#228;hrt, ist Erfahrung.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Das blo&#223;e Ich ist Selbstsein, doch was ist Selbstbewusstsein im Sinne einer gemachten Selbsterfahrung? Allem Anschein nach das „Ich bin“. Doch welche Rolle spielt nun das Denken bei der Selbsterfahrung. Die Antwort liegt im Denken selbst: Allein aus dem Denken-K&#246;nnen entsteht Selbstgewissheit bzw. Selbstbewusstsein und somit die M&#246;glichkeit sich selbst als seiend zu erfahren. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Mit Descartes gesprochen: „Ich denke, also bin ich.“ Diese Formulierung ist jedoch der Schwachpunkt der Behauptung, welche Rene Descartes aufstellte als er sich mit dem Verh&#228;ltnis von Sein und Denken besch&#228;ftigte. Man kann diesen Satz n&#228;mlich leicht so verstehen, dass das Denken eine Vorraussetzung des Seins, der Existenz w&#228;re, d.h. wenn ich nicht denke, dann bin ich nicht. Offensichtlich hat Descartes mit seinem ber&#252;hmten Ausspruch „Ich denke also bin ich“ aber etwas anderes gemeint, n&#228;mlich dass, sobald ich denke, im Sinne einer Verstandest&#228;tigkeit, worunter man auch Zweifeln usw. subsumieren k&#246;nnte, notwendig existieren muss da schlie&#223;lich irgendetwas diese Denkt&#228;tigkeit ausf&#252;hren muss. Dies wurde von Augustinus von Hippo etwa tausend Jahre zuvor wesentlich unmissverst&#228;ndlicher formuliert: „Denn wer nicht ist, kann sich auch nicht t&#228;uschen; also bin ich, wenn ich mich t&#228;usche. Da ich demnach bin, wenn ich mich t&#228;usche, kann es keine T&#228;uschung sein, dass ich bin.“<sup>3</sup> <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Hierbei entsteht jedoch ein Problem, welches ich bereits versucht habe, im Rahmen einer anderen Hausarbeit zu l&#246;sen. Ich will jedoch, da dies f&#252;r die hinreichende Er&#246;rterung der Frage wie Selbstgewissheit erm&#246;glicht wird notwendig ist, noch <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left: 36pt; text-align: justify; text-indent: -18pt; line-height: 150%"><!--[if !supportLists]--><span style="font-size: 10pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><span>3)<span style="font-family: 'Times New Roman'; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: normal; font-size: 7pt; line-height: normal; font-size-adjust: none; font-stretch: normal">       </span></span></span><!--[endif]--><span style="font-size: 10pt; line-height: 150%; font-family: Arial">Augustinus, Aurelius: Vom Gottesstaat XI, 26. Herausgegeben von Karl Hoenn. Z&#252;rich. Artemis Verlag: 1955.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">einmal kurz darauf eingehen.<o:p></o:p><br />
Problematisch ist Descartes Verst&#228;ndnis vom Denken als blo&#223;e Handlung, als Tat, wobei verkannt wird, dass es sich beim Denken viel mehr um ein Prinzip, um eine F&#228;higkeit, eine bestimmte Handlung oder Tat, n&#228;mlich die Abstraktion, auszuf&#252;hren, handelt. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Es klingt zun&#228;chst furchtbar logisch und einleuchtend, dass, wenn ich denke, ich auch notwendig sein muss, da ich ansonsten nicht denken k&#246;nnte. Das Ich als Grundlage des Denkens. So leicht ist es jedoch nicht, denn man muss zun&#228;chst Gewissheit &#252;ber das Denken selbst erlangen, d.h. ob man wirklich gedacht hat, um Gewissheit &#252;ber das Selbstsein zu erlangen. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Das Problem liegt nun offensichtlich darin, dass das Denken sich selbst beweisen m&#252;sste. Wenn Descartes das Denken als gegeben und gewiss voraussetzt, denn anders kann er nicht zu seiner Schlussfolgerung gelangen, vollzieht er bereits eine zweite Abstraktion, die er in keinem Wort erw&#228;hnt. Die erste Abstraktion ist das Denken selbst, n&#228;mlich die Abstraktion von der Existenz. Durch diese Abstraktion w&#252;rde man zu der Feststellung kommen k&#246;nnen „ich bin“. Die Feststellung „ich denke“ kann jedoch erst gemacht werden, wenn man erneut denkt, d.h. abstrahiert, n&#228;mlich vom ersten Denken, vom Denken &#252;ber die Existenz oder auch dem &#220;berdenken. Durch diese zweite Abstraktion kann man sich also attestieren „Ich denke“. Man ist sich dadurch bewusst, dass man existiert, welches durch den ersten Abstraktionsprozess erkannt wurde und dass man &#252;berdenkt, um genauer zu sein, dass man &#252;ber die Existenz denkt, &#252;ber das Sein, welches durch den zweiten Abstraktionsprozess erkannt wurde. Den eigentlich aktiven, denkenden Gedanken hat man jedoch bisher nicht reflektieren k&#246;nnen, die Erkenntnis, dass das &#220;berdenken &#252;berdacht wurde, w&#252;rde eines weiteren Denkprozesses bed&#252;rfen. Man k&#246;nnte nat&#252;rlich versuchen, jeden weiteren Denkprozess zu abstrahieren, aber dennoch m&#252;sste man zu der Einsicht kommen, dass f&#252;r jeden Abstraktionsprozess ein Denkvorgang n&#246;tig ist, der nicht zugleich sein Objekt und sich selbst abstrahieren kann. Gewissheit kann zwar durch Abstraktion vom Gedachten erlangt werden, allerdings niemals vom Denken. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Um das Problem zu l&#246;sen und die Frage nach der Erreichbarkeit von Selbstgewissheit zu beantworten, ist es zun&#228;chst angebracht auf einen wichtigen Unterschied zwischen Sein und Denken hinzuweisen. Sein kann stets Mit-Sich-Sein ohne ein Objekt au&#223;erhalb seiner Existenz zu ben&#246;tigen, w&#228;hrend das Denken ein Objekt au&#223;er sich ben&#246;tigt, um sein zu k&#246;nnen. Das Denken braucht Gedanken. Hier liegt auch die Antwort auf die zuvor gestellte Frage: Das Sein ist der erste und letzte Gedanke, selbst wenn das Denken allen anderen Objekten entbehren m&#252;sste, k&#246;nnte das Denken das Sein denken, das Sein wird Gedanke. Ob man in diesem Moment denkt, ist zwar nicht zu beweisen, aber dass das Sein unbezweifelbar ist, ergibt sich aus dem F&#252;r-Sich-Stehen des Seins, aus dem F&#252;r-Sich-Sein. Die unbedingte F&#228;higkeit das Sein zu denken ist das Sein im Denken.<span>  </span>Es gibt kein Denken ohne Gedanken, weil es kein Denken ohne Sein gibt und das Denken an das Sein ein Gedanke ist. Das Sein &#252;berdenkt sich selbst, das hei&#223;t, das Denken denkt das Sein. Das Sein ist also zugleich Objekt des Denkens und sein Fundament. „Ich bin“ ist mehr als nur die Feststellung eines An-Sich-Seins. „Ich bin“ ist das ultimative Bekenntnis allen Selbstbewusstseins. Dem Ich widerf&#228;hrt nicht einfach etwas auf bestimmte Art Seiendes, vielmehr erf&#228;hrt das Ich sich selbst, in dem es durch das Denken von sich abstrahiert und somit in der Lage ist, sich als seiend, als existierend zu erkennen. Das Ich wird sich durch das Denken seiner selbst gewiss, wird selbstbewusst und erf&#228;hrt sich als seiend. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Ich bin ist die Selbstgewissheit, das Selbstbewusstsein. Ich bin im Denken (Sein im Denken, denken an das Sein) ist der Ausdruck der Selbsterfahrung, der Erfahrung des Selbstseins. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Damit w&#228;ren die M&#246;glichkeiten innerer Erfahrung, der Selbsterfahrung angezeigt. Das Ich ist nun kein Negativabdruck der Geschehnisse, sondern es ist aktiv, es braucht nicht mehr geschehen lassen, sondern kann geschehend machen. Es ist kein ohnm&#228;chtiges Selbstsein, sondern ein bewusstes Selbstsein, ein<span>  </span>Selbstbewusstsein, welches die Grundlage f&#252;r eine Reflexion der Geschehnisse bildet. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Das Ich und das Geschehen, welches dem Ich widerf&#228;hrt, treten durch das Denken, also der F&#228;higkeit Konkretes in Abstraktes zu wandeln, deshalb in ein Erfahrungsverh&#228;ltnis, weil das Wissen um das Geschehen eines Geschehens die M&#246;glichkeit bietet dieses als ungeschehen zu denken. Die F&#228;higkeit zu denken bedeutet gleichzeitig das Gegenteil von allem Seienden denken zu k&#246;nnen. Da man wei&#223;, dass einem ein Geschehen widerfahren ist, sprich, man hat Erfahrung von diesem Geschehen, ist man in der Lage dieses Geschehen willentlich zu beeinflussen oder sich diesem zu entziehen. Eine Entscheidung ist erst m&#246;glich, wenn Alternativen zum Bestehenden denkbar sind. Das Denken k&#246;nnen des Anders-Seins er&#246;ffnet die M&#246;glichkeit etwas Anderes erfahren zu k&#246;nnen, als das, was einem bewusst widerfahren ist. Das bewusstlose in der Welt sein wird durch das Denken zu einer bewussten Teilhabe an der Welt und ihrem Geschehen. Der Mensch ist nicht mehr Teil eines geschlossenen Ganzen, er ist durch sein Denkverm&#246;gen mit der Welt entzweit. Die Welt widerf&#228;hrt dem Ich nicht mehr ohne dass es in dieser Widerfahrung eine Alternative g&#228;be, sondern es besteht die M&#246;glichkeit, vom Sosein der Geschehnisse, auf ein Sosein-K&#246;nnen, auf einen Konjunktiv des Seins zu schlie&#223;en. Durch die Abstraktion des sich einstmals dem passivem Selbstsein des Ichs aufgebenden Geschehens vom Standpunkt des aktiven, sich selbst bewussten Ichs, entsteht ein passives Geschehen welches so ist, aber auch anders sein kann. In der eigentlichen Erfahrung des Geschehenden besteht die M&#246;glichkeit, durch das Denken das nicht Geschehene zu erfahren oder: In jeder Geschehenserfahrung wird zugleich das Ungeschehene erfahren. Alles als tats&#228;chlich seiend erfahrene ist nur eine verwirklichte M&#246;glichkeit des Sein-K&#246;nnens. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Der Inhalt der &#228;u&#223;eren Erfahrung ist also das Geschehen nicht als etwas zu erkennen, das so ist und nicht anders sein kann, sondern es vielmehr als etwas zu begreifen, das beliebig anders beschaffen sein k&#246;nnte. Die Welt ist kontingent.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Der Inhalt der Selbsterfahrung ist das Selbstbewusstwerden durch das Denken. Das Ich wird sich seiner selbst bewusst und erf&#228;hrt sich dadurch als seiend.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Das umgekehrte Verh&#228;ltnis, welches mithilfe der zweimaligen Abstraktion, n&#228;mlich einmal vom Ich zum Ich-Sein und einmal vom Geschehen zum Geschehen-K&#246;nnen, zustande gebracht wurde, kann erst durch nochmalige Abstraktion als Verh&#228;ltnis erkannt werden. Die Erkenntnis dieses Verh&#228;ltnisses zwischen dem aktiven Ich, welches das passive Geschehen aufnimmt, ist die Welterfahrung. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial">2 a) Weltbewusstsein und die metaphysische L&#252;cke</span></strong><span style="font-family: Arial"><o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Im Kapitel zuvor konnte gezeigt werden, was Welterfahrung ist, woraus sich diese zusammensetzt und was ihre Grundlagen sind. Der Raum aller m&#246;glichen Erfahrung scheint <span> </span>mit dem Begriff der Welterfahrung vollst&#228;ndig abgesteckt zu sein. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Doch es ergibt sich ein Problem, das prinzipiell schon im vorherigen Kapitel angeschnitten wurde, doch erst jetzt zum Tragen kommt: Das Problem des Sein-K&#246;nnens. Die Welt ist eine Summe aus Geschehendem, eine Ansammlung von mannigfaltigen Geschehnissen. Im Stadium der Widerfahrung, in dem das Geschehen einfach so ist wie es ist, entsteht freilich noch kein Problem. Im Erfahrungsstadium, in dem das Geschehen nicht blo&#223; ist, sondern auch sein kann, keimt die Problematik vor der wir gerade stehen bereits in kleinem Ma&#223;stab auf. Eine L&#252;cke, die bereits dort auftritt, wird nun offensichtlich. Das, was tats&#228;chlich erfahren wird ist, doch auch das Gegenteil oder ein andersartiges Sein dieser tats&#228;chlichen Geschehnisse ist denkbar.<span>  </span>Die Bedeutung des Begriffes der Welterfahrung scheint sich zu verschieben. Von der Erfahrung der Welt zur Erfahrung in der Welt. Es<span>  </span>ist also unm&#246;glich die Welt als Ganzes zu erfahren. Man kann lediglich diejenigen Weltgeschehnisse erfahren, die sich tats&#228;chlich als Geschehnis aus der M&#246;glichkeit, aus dem Sein-K&#246;nnen, verwirklichen. Die Annahme, dass die Welt die Summe ihrer Geschehnisse sei, war also falsch. Die Welt, so scheint es nun, ist die Summe aus den tats&#228;chlichen und den m&#246;glichen Geschehnissen, aus den so-seienden und den so-sein-k&#246;nnenden Geschehnissen, aus dem So-Geschehen und dem Anders-Geschehen. Wenn tats&#228;chliche Geschehnisse erfahren werden, wird in dieser Erfahrung zugleich alles m&#246;glich Geschehende erfahren. Es stellt sich die Frage, inwiefern die Welt nicht als Ganzes erfahren wird, obwohl doch eben gesagt wurde, dass die Welt die Summe aller seienden und m&#246;glichen Geschehnisse ist und die seienden Geschehnisse tats&#228;chlich erfahren werden und die m&#246;glichen Geschehnisse indirekt, durch die Erfahrung der seienden Geschehnisse erfahren werden, denn scheinbar ist die L&#252;cke, die sich zuvor noch ergab mit dieser indirekten Erfahrung geschlossen worden. Und wahrlich, die L&#252;cke des Sein-K&#246;nnens wurde geschlossen, da, wie bereits gesagt, das Sein-K&#246;nnen im Sein der Geschehnisse mit erfahren wird. Die wirklich problematische L&#252;cke &#246;ffnet sich erst durch dasjenige, welches aller Erfahrung und dem Erfahren-K&#246;nnen zu Grunde liegt, gemeint ist das Denken.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Zun&#228;chst muss er&#246;rtert werden, wo die Grenzen der Erfahrung und die F&#228;higkeiten des Denkens liegen oder besser gesagt, an welchem Punkt die Erfahrung, welche ja abstrahierte Widerfahrung ist, d.h. der auch das Denken zugrunde liegt, vom reinen Denken abgel&#246;st wird. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Nun k&#246;nnte man durchaus meinen, dass die Erfahrung alles abdeckt, denn was k&#246;nnte es noch anderes geben als das, was ist und das, was sein kann? <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Die Antwort ist einfach, n&#228;mlich das was nicht ist und das was nicht sein kann. <span> </span>Nat&#252;rlich kann es nicht das geben was nicht sein kann. Mit „geben“ soll hier lediglich gemeint sein, dass das, was nicht ist und nicht sein kann als Gedanke m&#246;glich ist. Um es zu veranschaulichen: Ein Dreieck mit einer Winkelsumme von mehr oder weniger als 180° ist im euklidischen Raum weder erfahrbar noch vorstellbar, wohl aber denkbar. Ein Dreieck mit einer Winkelsumme von zum Beispiel 120° ist im euklidischen Raum nicht und kann in diesem auch nicht sein, dennoch „gibt“ es ein solches Dreieck in Form eines Gedankens.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Um es etwas klarer zu machen: Die M&#246;glichkeit des Geschehens ist die Vorstellung. Solange etwas vorstellbar ist, ist es auch m&#246;glich dies zu erfahren und umgekehrt. Wenn etwas nicht erfahren werden kann, dann ist es auch nicht vorstellbar. Das Nicht-Sein ist nicht vorstellbar, demnach auch nicht erfahrbar. Alles was nicht ist und nicht sein kann, liegt au&#223;erhalb der M&#246;glichkeit irgendeiner Erfahrung, da Erfahrung erst, wie gezeigt wurde, durch die Abstraktion von etwas Seiendem, n&#228;mlich von einem Geschehen, zustande kommt. Etwas nicht Seiendes kann nicht abstrahiert werden, die Unabstrahierbarkeit des Nicht-Seienden ist somit die Begr&#252;ndung f&#252;r die Unvorstellbarkeit desselben, denn Vorstellung als M&#246;glichkeit des Geschehens, als Sosein-K&#246;nnen, bedarf ja erst der Abstraktion vom Sosein, von der Tats&#228;chlichkeit des Geschehens. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Das Nicht-Sein ist zwar nicht erfahrbar, aber denkbar, denkbar als L&#252;cke. Diese L&#252;cke ist das Denken des nicht Geschehens und des nicht Geschehen-K&#246;nnens. Das Wissen um die Grenzen der Welterfahrung und das Denken der L&#252;cke ist das Weltbewusstsein. Weltbewusstsein<span>  </span>ist der Versuch eines Gedankens vom Ganzen, oder besser: Weltbewusstsein ist das Andenken an das Ganze, das Ganze kann nie ganz, also vollst&#228;ndig gedacht werden.<span>  </span><o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Der Erfahrungsbereich ist fest umrissen und wird vom denkenden Ich belichtet. Das was sich au&#223;erhalb der Erfahrbarkeit befindet, liegt im Schatten. Es kann durch das Denken als L&#252;cke, als Freiraum vom Seienden erahnt werden, aber es kann nicht mit dem Ich, wie ein so-seiendes Geschehen, in Bezug treten. Die Erfahrungswelt ist umgrenzt von potenziellem Nichts, es kann vermutet werden, dass sie eine Folge der L&#252;cke ist oder die Ursache dieser. Es kann weiter vermutet werden, dass diese L&#252;cke lediglich eine andere Erfahrungswelt ist oder dass sie tats&#228;chlich nichts ist. Um etwas konkreter zu werden: Die Erfahrungswelt ist das Diesseits, die physische Erfahrungswelt, die L&#252;cke ist das Jenseits, das metaphysische Etwas bzw. Nichts. Da das Ich, welches sich selbst bewusst jedoch nur ein unvollst&#228;ndiges Weltbewusstsein besitzt, stellen sich dem Ich metaphysische Fragen, Fragen nach dem Zusammenhang von Sein und Nichts und dem Wesen des Nichts. Die Fragen, die sich dem Ich stellen, sind mannigfaltig, lassen sich im Gro&#223;en und Ganzen aber auf drei Fragen reduzieren, bzw. in drei Fragen zusammenfassen. Diese Fragen welchen das Ich sich durch die L&#252;ckenerkenntnis gezwungenerma&#223;en stellen muss, um sich mit dem Weltganzen, d.h. dem Gedanken an das Ganze und somit dem Gedanken an das Nichts in Beziehung zu setzen, selbst wenn es keine Ich-aktive Beziehung sein kann, sind die Fragen nach dem Gewordensein, nach dem Sein und dem Werden des Ichs innerhalb des Weltganzen. Diese Fragen sind nicht bez&#252;glich ihrer Fragestellung metaphysisch, denn das Ich stellt diese Fragen ja zweifelsohne im Erfahrungsbereich, also innerhalb der physischen Geschehenswelt, sondern im Hinblick auf ihre Beantwortbarkeit. Es sind die uralten Fragen, die sich der Mensch seitdem er denken kann, seitdem er ein Weltbewusstsein hat, stellt. Es sind die Fragen mit denen sich jeder Mensch f&#252;r sich und die Religion f&#252;r alle auf die eine oder andere Art besch&#228;ftigt und versucht sie zu beantworten, um letztlich zu bemerken, dass, egal ob der Versuch einer Antwort in einer komplexen Religionslehre<span>  </span>oder einer pers&#246;nlichen Binsenweisheit, einer metaphysischen Theorie oder einem chinesischen Kalenderspruch besteht, doch stets in der schieren Unendlichkeit des Nichts verhallt und ohne Aussicht auf eine Aufl&#246;sung des R&#228;tsels, ohne die M&#246;glichkeit einer best&#228;tigten Richtigkeit der Antwort, der Mensch mit sich und seinen Fragen allein bleibt. Die metaphysischen Fragen, die sich das Ich stellt und vergeblich versucht zu beantworten sind: Woher komme ich? (Frage nach der Gewordenheit) Warum bin ich hier? (Frage nach dem Sein, bzw. nach dem Sinn des Seins) Wohin gehe ich? (Frage nach dem Werden)<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Zwei erfolglose Wege, n&#228;mlich der religi&#246;se und der wissenschaftliche, mit diesen Fragen umzugehen, werde ich im n&#228;chsten Kapitel erl&#228;utern.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial">2 b) &#220;berblendung und Ausblendung der metaphysischen<span>    </span>Fragen</span></strong><span style="font-family: Arial"><o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><strong><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><strong><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Der Preis, den der Mensch f&#252;r seine F&#228;higkeit denken zu k&#246;nnen bezahlt, ist die metaphysische L&#252;cke, die sich ihm als metaphysische Fragen darstellen. Der Preis f&#252;r seine Teilhabe an der Welt und f&#252;r seine aktive Teilnahme an dieser ist die Entzweiung mit ihr. Die Frage nach dem Woher? Wohin? Warum? ist die Frage nach dem Ersten, nach dem Letzten und nach dem Sinn. Das Ganze ist denkbar, kann aber nicht durch Erfahrungen oder Vorstellungen ausgef&#252;llt werden, da das Nicht-Sein bzw. das Nicht-Sein-K&#246;nnen nicht abstrahierbar ist. Das Nichts zu abstrahieren bedeutet nichts zu abstrahieren. Das Denken des Ganzen weckt die Sehnsucht nach der Erfahrung des Ganzen. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Bevor ich versuche aufzuzeigen wie sich die metaphysische L&#252;cke ausf&#252;llen und die metaphysischen Fragen beantworten lassen, m&#246;chte ich kurz auf zwei Methoden eingehen, die, solange sie existieren, sich, direkt oder indirekt, die Beantwortung der metaphysischen Fragen zum Ziel gesetzt haben. Ich werde nicht konkret auf einzelne Wissenschaften eingehen, sondern lediglich zwischen zwei verschiedenen Methoden unterscheiden. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Die erste Methode ist die religi&#246;se Methode. Das Ganze wird als Gott gedacht oder: Gott ist ganz. Wobei Gott praktisch eine Variable ist, die L&#252;cke wird nicht gef&#252;llt. Wird Gott nicht als Variable, als Platzhalter verwendet, so ist das G&#246;ttliche nicht mehr als das Denken des Ganzen, also nichts anderes als Weltbewusstsein. Fungiert Gott hingegen als Variable, so l&#228;sst er sich beliebig als eine Scheinantwort auf jede Frage nach dem Gewordensein, nach dem Sein und nach dem Werden, geben. Gott als<span>  </span>Erstes, als Letztes und als Sinn. Freilich hat man damit nicht mehr ausgedr&#252;ckt als dass es eine L&#252;cke gibt, denn der reine Gottesbegriff, streng genommen ist er kein Begriff sondern lediglich ein Wort, welches von sich aus keinen Begriff beschreibt, sondern entweder als Platzhalter f&#252;r Unbegreifliches gebraucht werden kann oder als eine Konservendose f&#252;r einen oder mehrere Begriffe, also als ein Beh&#228;ltnis f&#252;r etwas Begriffenes. Hiermit ist die ganze Problematik dargelegt. Gott<span>  </span>ist so hoffnungslos leer, dass er, die sich dem Menschen beharrlich stellenden metaphysischen Fragen niemals zum schweigen bringen k&#246;nnte, d.h. sie beantworten k&#246;nnte. Mit der ersten Nutzungsm&#246;glichkeit des Wortes Gott, n&#228;mlich als Platzhalter f&#252;r das Unfassbare, ist uns also nicht weitergeholfen, an die Stelle der gedachten L&#252;cke ist nun der geglaubte Gott getreten, ohne dass damit etwas anderes als die Unerfahrbarkeit des Nicht-Seienden und Nicht-Sein-K&#246;nnenden ausgesagt w&#252;rde. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">In der zweiten Nutzungsm&#246;glichkeit, als Beh&#228;ltnis f&#252;r bereits Begriffenes, als Verweis auf weitere Begrifflichkeiten, entsteht das Problem der &#220;berblendung. Gott wird mit Seiendem und mit Sein-K&#246;nnendem gef&#252;llt, also mit Erfahrungen und Vorstellungen. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Zum einen kann dem G&#246;ttlichen eine bestimmte Gestalt, ein Aussehen o.&#228;., wie h&#228;ufig in polytheistischen Religionen, zugesprochen werden, wobei der Zusammenhang zum Erfahrungsbereich nicht zu leugnen ist. Zum anderen wird das G&#246;ttliche oftmals mit bestimmten Eigenschaften definiert bzw. angef&#252;llt, als da<span>  </span>w&#228;ren Allm&#228;chtigkeit, Allg&#252;tigkeit, Allwissenheit usw. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Hier ist der Zusammenhang mit der Erfahrung nicht ganz so offensichtlich, denn wo l&#228;sst sich schon Allmacht oder Allwissenheit erfahren. Dennoch besteht kein gro&#223;er Unterschied darin, ob dem G&#246;ttlichen nun Eigenschaften oder Bilder zugewiesen werden. Oftmals sind die Bilderzuweisungen auch keine eigentlichen Abbilder echter, in der Erfahrungswelt wahrgenommener Bilder, sondern lediglich aus diesen hergeleitet, aus diesen konstruiert, sprich, aus diesen vorgestellt. Ebenso verh&#228;lt es sich mit den Eigenschaften: Selbstverst&#228;ndlich hat noch niemand erlebt, dass ein riesenhafter, Hammer schwingender Thor<span>  </span>mit seinem Wagen durch die L&#252;fte braust, und auch Allwissenheit hat aller Wahrscheinlichkeit noch niemand tats&#228;chlich erfahren k&#246;nnen. Doch zum Erfahrungsbereich z&#228;hlt nicht lediglich die tats&#228;chliche Erfahrung sondern auch das, was der M&#246;glichkeit nach erfahren werden kann, also was vorstellbar ist. Es ist n&#228;mlich durchaus vorstellbar, wenn auch recht unwahrscheinlich, dass eines Tages Thor seinen Hammer schwingt oder Zeus anf&#228;ngt mit Blitzen zu werfen. Egal ob nun das G&#246;ttliche mit Eigenschaften, Kr&#228;ften, F&#228;higkeiten, oder physischen Merkmalen gef&#252;llt wird, l&#228;sst sich dies stets auf die Erfahrungswelt zur&#252;ckf&#252;hren. Das Nicht-Seiende und Nicht-Sein-K&#246;nnende wird also durch das Seiende und Sein-K&#246;nnende &#252;berdeckt, vertuscht k&#246;nnte man sagen. Erfahrungen werden aus dem Erfahrungsbereich in das Nichts verpflanzt. Es wird versucht mit Seiendem Nicht-Seiendes<span>  </span>zu &#252;berblenden. Jede Vorstellung von Paradiesen, Himmelswelten usw. im Jenseits, d.h. in der L&#252;cke, sind &#252;ber das Nichts geblendete Erfahrungen und Vorstellungen. Damit wird die L&#252;cke nicht ausgef&#252;llt sondern lediglich verdeckt, das Nichts bleibt m&#246;glich.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Die zweite Methode ist die wissenschaftliche Methode, wissenschaftlich im weitesten Sinne. Man k&#246;nnte beinahe sagen, es handelt sich hierbei um das exakte Gegenteil der religi&#246;sen Methode. Statt den metaphysischen Bereich mit Erfahrungen und Vorstellungen zu &#252;berblenden, wird alles Metaphysische ganz und gar ausgeblendet. Das Weltbewusstsein wird auf den Erfahrungsbereich beschnitten, selbst<span>  </span>Vorstellungen spielen nur noch insofern eine Rolle als dass eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht diese zu erfahren. Ein Gott&#228;quivalent besteht f&#252;r die Wissenschaft nicht. W&#228;hrend innerhalb der religi&#246;sen Methode zumindest noch die Erkenntnis der L&#252;cke m&#246;glich war, bzw. das Verm&#246;gen bestand, das Ganze, in der Gottfunktion als Platzhalter, zu denken, ist<span>  </span>durch die schonungslose Vernichtung des Weltbewusstseins, welches mit der Reduktion des Abstraktionsverm&#246;gens auf den Erfahrungsbereich einhergeht, jede Ganzheit, bzw. jedes Erkennen der L&#252;cke als L&#252;cke, ausgeschlossen. Die Wissenschaft kennt einen Gott nur im Sinne eines G&#246;tzen, eines anbetungsw&#252;rdigen Etwas, eines Zentrums, welches von den Augen der Wissenschaftlichkeit unentwegt angestarrt wird. Dieses Zentrum ist die Wahrheit. Die Ausblendung, welche die Wissenschaft betreibt, ist nicht so sehr das Ergebnis der wissenschaftlichen Anstrengung, sowie das Ergebnis der religi&#246;sen Anstrengung die &#220;berblendung des Nichts mit Seiendem ist, sondern bildet vielmehr deren Grundlage. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Die Ausblendung ist die erste T&#228;tigkeit der Wissenschaft, n&#228;mlich die Beschr&#228;nkung auf das Erfahrbare oder zumindest auf das potenziell Erfahrbare. Wahrheit schlie&#223;t Ganzheit notwendig aus, denn Wahrheit ist das Wissen um das So-Seiende, verneint also die Erkenntnism&#246;glichkeit des Nicht-Seienden, der L&#252;cke. Das Ergebnis<span>  </span>der Wissenschaft im Sinne einer Beschr&#228;nkung auf die Erkenntnis des Seienden besteht schlie&#223;lich in der Verdr&#228;ngung. Forschung mit dem Ziel des Erkenntnisgewinns vermehrt das Wissen um das Seiende drastisch, so dass jegliche Besinnung des Menschen auf das Nichts, auf die L&#252;cke im Keim erstickt wird. Der Wille zur Unsterblichkeit ist der Wunsch das Nichts mit ewigem Sein zu vernichten, das Mittel ist die Wissenschaft.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Das Denken will besch&#228;ftigt werden und Wissenschaft kann allein Besch&#228;ftigung des Denkens bieten, keine Erf&#252;llung der L&#252;cke. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><strong><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><o:p> </o:p></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial">3) Die Eigentlichkeit der Kunst</span></strong><span style="font-family: Arial"><o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Die Ausgangsituation ist die offene L&#252;cke, welche weder durch Religion noch durch Wissenschaft, wie im vorherigen Kapitel gezeigt, ausgef&#252;llt werden kann, sondern nur &#252;berblendet oder ausgeblendet wird. Die L&#252;cke besteht in der Differenz zwischen Weltbewusstsein und Welterfahrung, also in dem Unterschied der zwischen Denken und Erfahren liegt. Alles was denkbar ist, wird durch das Seiende, das Sein-K&#246;nnende, das Nicht-Seiende und das Nicht-Sein-K&#246;nnende abgedeckt, wohingegen die Erfahrung, bzw. Vorstellung nur das Seiende und Sein-K&#246;nnende abdeckt. Das Nichts ist nicht erfahrbar, weil es nicht durch das Denken abstrahiert werden kann, wohl aber als etwas nicht Abstrahierbares erkannt werden kann und somit als L&#252;cke umrissen oder bestimmt wird. Mit dem Nichts ist die L&#252;cke gemeint, nat&#252;rlich kann nichts auch nicht erkannt werden, aber dass etwas nicht existiert, ist erkennbar. Das Nichts welches als ein solches erkannt wird, ist daher eher als ein Umriss zu verstehen, als ein umgrenzter Ort an dem nichts ist und nichts sein kann, nicht so sehr als eine Eigenschaft oder eine Verfassung eines Dinges o.&#228;.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Das Denken des Ganzen ist Kunst. K&#252;nstlichkeit ist das Gegenteil von Nat&#252;rlichkeit, mithin ist Kunst das Gegenteil von Natur. Nat&#252;rlich ist alles, was sich dem Ich aufgibt, d.h. das Widerfahrensverh&#228;ltnis des so-seienden Geschehens und des selbstseienden Subjekts ist nat&#252;rlich. Das unmittelbare, passive, In-Der-Welt-Sein als ein In-Die-Welt-Gestellt-Sein ist nat&#252;rlich. Um nicht aufz&#228;hlen zu m&#252;ssen, was noch alles unter den Begriff der Nat&#252;rlichkeit f&#228;llt, ist folgende Feststellung angebracht: Alles was nicht k&#252;nstlich ist, ist nat&#252;rlich. Jede K&#252;nstlichkeit ergibt sich erst aus einer Diskrepanz zwischen Denkverm&#246;gen und Erfahrungsverm&#246;gen. Jeder Gedanke ist also Kunst, jedoch nur insofern, als dass er ein reiner Gedanke ist, d.h. ein Gedanke, welchem keinerlei Erfahrung zu Grunde liegt. Vorstellungen, M&#246;glichkeiten des Seienden sind zwar auch Gedanken, da zur Abstraktion vom So-Seienden zum So-Sein-K&#246;nnenden das Denken n&#246;tig ist, doch im bisherigen wie auch im folgenden Text soll von Gedanken nur gesprochen werden, sofern sie rein sind, alles andere wird Erfahrung bzw. Vorstellung genannt. Rein ist der Gedanke nur, wenn in ihm das Nichts gedacht wird, d.h. wenn derjenige Bereich gedacht wird, welcher sich der Erfahrung und der Erfahrungsm&#246;glichkeit g&#228;nzlich entzieht. Der Gedanke ist k&#252;nstlich, weil sein Gedachtes nicht nat&#252;rlich ist. Sich aufgebende Geschehnisse sind nat&#252;rlich, doch das Nichts ist kein Geschehen, welches sich aus einer &#228;u&#223;eren Welt, aus einer nicht-ich-seienden Welt aufgibt, wie es das so-seiende Geschehen tut, wenn es sich aufgibt, sondern das Nichts ist eine Folge des Denkens, ein Merkmal der, im Vergleich zum Erfahrungsverm&#246;gen, h&#246;heren Reichweite des Denkverm&#246;gens. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Das Denken des Nichts ist demnach Denken um des Denkens willen. Das Denken denkt an das, was erst durch das Denken entstehen konnte, n&#228;mlich an das Nichts, an die L&#252;cke. Das muss nicht bedeuten, dass der Gedanke nichts anderes sein darf als das Denken des Nichts, bzw. nichts anderes als das Denken um des Denken willens, vielmehr bedeutet es, dass das Eigentliche des reinen Denkens das Denken um seiner selbst willen ist.<span>  </span>Der Gedanke ist also Kunst, die K&#252;nstlichkeit der Kunst des Gedankens ist der Selbstzweck des Gedankens.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><span> </span>Der Inhalt des Gedankens, bzw. das Objekt der Abstraktion ist nicht mehr ein aktives Geschehen, das mithilfe der Abstraktion erfahrbar werden kann, der Gedankeninhalt ist nun etwas, das aus dem Denken selbst heraus entsteht. Das Nichts muss nicht allein gedacht werden um k&#252;nstlich zu sein, es muss lediglich mitgedacht werden, wobei ohnehin Zweifel angebracht sind, ob es m&#246;glich ist, das Nichts allein zu denken. Der Gedanke an das Ganze bedeutet im Denken an etwas Seiendes oder Sein-K&#246;nnendes, also im Erfahren oder Vorstellen, zugleich das Nicht-Seiende und das Nicht-Sein-K&#246;nnende mit zu denken, denn eben dieser Teil des Ganzen ist der Bereich der K&#252;nstlichkeit, der Selbstzweck des Gedankens. Es d&#252;rfte nun also einleuchten, dass eine Erfahrung oder Vorstellung keine Kunst ist, da das Eigentliche der Kunst, die K&#252;nstlichkeit, im Selbstzweck des Gedankens liegt, welcher jenseits aller Erfahrbarkeit und Vorstellbarkeit liegt, n&#228;mlich im Bereich des Nichts, der L&#252;cke. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Es ist nun, zumindest grob, gekl&#228;rt worden was Kunst ist und dass das Eigentliche der Kunst die K&#252;nstlichkeit ist. Damit sind zwar grundlegende Begriffe f&#252;r die Schlie&#223;ung der L&#252;cke gekl&#228;rt, allerdings ist das Problem der L&#252;cke, des Nichts und der metaphysischen Fragen, die daraus entstehen, welches es zu l&#246;sen galt, offen geblieben. Die Frage, die letztlich zu beantworten ist, lautet: Wie ist der Erfahrungsbereich derartig erweiterbar, dass eine Deckungsgleichheit mit dem Denkbereich bestehen kann, d.h. wie ist Kunst erfahrbar? Es wurde zuvor festgestellt, dass alles, was erfahrbar sein kann, ein Geschehen sein muss, und jedes Geschehen ist theoretisch erfahrbar. Des Weiteren wurde die Behauptung aufgestellt, dass das Nichts kein Geschehen ist, da das Nichts sich nicht erfahren l&#228;sst. Das Nichts ist reiner Gedanke, gleiches gilt somit auch f&#252;r die K&#252;nstlichkeit der Kunst, den Selbstzweck des Gedankens. Kunst ist reiner Gedanke, denkbar, aber nicht erfahrbar.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
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<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
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<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
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<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
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<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
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<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
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<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial">3 a) Die Reinkarnation des Gedankens im Kunst-Werk als Erfahrungserweiterung<o:p></o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Es soll in diesem Kapitel, ausgehend vom zuvor er&#246;rterten Kunstbegriff, gezeigt werden wie das Nichts durch das Kunstwerk &#252;berwindbar ist, d.h. wie der Erfahrungsbereich erweitert werden kann um eine Deckungsgleichheit zwischen Erfahrung und reinem Denken herzustellen.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Die Reinkarnation des Gedankens im Kunstwerk ist der Versuch, den reinen Gedanken, die K&#252;nstlichkeit des Gedankens, erfahrbar zu machen. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Das Kunstwerk, in welchem die L&#252;cke geschlossen ist, da der Gedanke an das Ganze vollst&#228;ndig erfahren werden kann, ist ein synthetisches Gebilde, welches sich zum einen aus dem Gedanken des Ganzen, darin eingeschlossen also auch der Gedanke an das Nichts, zusammensetzt, zum anderen aus einem Medium, aus einem Vermittler. Dieser Vermittler ist das Werk. Erst die Synthese der Kunst mit dem Werk macht die Erfahrung der K&#252;nstlichkeit m&#246;glich. Das Werk ist der Ort der Fleischwerdung des Gedankens, der leiblose Gedanke wird beleibt. Man k&#246;nnte auch von einer Verschmelzung von Idee und Materie sprechen oder andere Beispiele f&#252;r eine &#228;hnliche Dualit&#228;t nennen, so zum Beispiel Leib und Seele, Geist und K&#246;rper usw. F&#252;r welches man sich letztlich entscheidet ist belanglos. Wichtig ist allein die Dualit&#228;t von etwas Leibhaftigem und etwas nicht Leibhaftigem welches sich durch das Leibhaftige dem Menschen vermittelt, bzw. durch welches es von ihm erfahren werden kann. Aus Gr&#252;nden der Verst&#228;ndlichkeit und der Einfachheit halber, werde ich die Begriffe Kunst und Werk beibehalten.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Das Werk kann von beliebiger Gestalt sein, sowohl Bild, als auch Skulptur, Film, Foto, Gedicht etc. Alles durch das etwas gesagt werden kann, kann Werk sein. Die Erweiterung des Erfahrungsbegriffs findet jedoch nicht durch die Betrachtung des Kunst-Werks, des synthetischen Gebildes statt. Auch ist die erweiterte Erfahrung welche zum Denkbaren aufschlie&#223;en k&#246;nnte, nicht im Kunstwerk seiend. Um zu untersuchen, wodurch eine Erfahrungserweiterung zustande kommt muss das Verh&#228;ltnis zwischen Kunstwerk und K&#252;nstler beleuchtet werden.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Der K&#252;nstler ist ein Schaffender, er erschafft aus dem k&#252;nstlichen Gedanken an das Ganze, an die Welt und das Nichts, welchen er mit dem Werk, der Materie, dem Vermittler verbindet, das Kunst-Werk. Das Kunstwerk an sich ist kein Geschehen sondern ein Geschehenes, daher ist das Hauptaugenmerk auch auf den K&#252;nstler, auf den Schaffenden zu richten und nicht so sehr auf den Betrachter, auf den nicht tats&#228;chlich Schaffenden. Das Kunstwerk geschieht solange es geschaffen wird, die Entstehung des Kunstwerks, das Ereignis der Verbindung zwischen Kunst und Werk ist ein Geschehnis. Sobald das Kunstwerk erschaffen wurde, geschaffen ist, ist es Geschehenes, welches nicht mehr selbst geschieht, sondern nur noch auf das einstige Geschehnis verweist. Um m&#246;gliche Unklarheiten zu beseitigen: Das Kunstwerk, welches geschaffen wurde, geschieht nat&#252;rlich auch wenn es fertig gestellt worden ist, in dem Sinne als dass etwas, ein Teil der Ganzheit des Kunstwerkes, f&#252;r den Betrachter im Nachhinein noch erfahrbar ist. Die Bezeichnung des vollendeten, geschaffenen Kunstwerkes als Geschehenes, soll lediglich verdeutlichen, dass das Kunstwerk als Erfahrung des Ganzen ein Geschehenes ist, d.h. das Ganze ist nach der Synthese von Kunst und Werk f&#252;r niemanden mehr erfahrbar, auch vom K&#252;nstler selbst nicht. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Das G&#246;ttliche ist immer ganz. Der K&#252;nstler ist im Schaffensprozess seines Kunstwerkes Gott. „Eines zu sein mit allem, das ist Leben der Gottheit, das ist der Himmel des Menschen.“<sup>4</sup> Eine g&#246;ttliche Sch&#246;pfung ist eine Sch&#246;pfung aus dem Nichts, eine creatio ex nihilo. Eine derartige Sch&#246;pfung wird vom K&#252;nstler vollzogen, eine Sch&#246;pfung aus dem Nichts um das Nichts zu &#252;berwinden. Der K&#252;nstler erf&#228;hrt das Ganze, das Kunstwerk ist ganz, denn die K&#252;nstlichkeit des Kunstwerkes ist das Denken an das Nichts, also das Denken um des Denkens willen. Das Denken als Selbstzweck ist zugleich das, was man oftmals als „Selbstzweck“ der Kunst bezeichnet. Die L&#252;cke wird nicht &#252;berblendet, indem etwas Seiendes anstelle des Nichts gesagt wird, sondern das Nichts wird mitgesagt, was nicht hei&#223;t, dass nichts gesagt wird. Es liegt ein Unterschied darin, ob nichts gesagt wird oder ob das Nichts gesagt wird. Etwas &#252;ber das Nichts zu sagen hei&#223;t eine Aussage zu treffen, n&#228;mlich keine, &#252;ber das Nichts wird gesagt, dass es nichts ist bzw. dass in den Grenzen des Nichts nichts Seiendes existiert, d.h. es wird etwas gesagt. Das Kunstwerk tut eben dies: Es gibt zu verstehen, dass &#252;ber das Nichts nichts zu sagen ist. Wichtig ist allein, dass es etwas &#252;ber etwas sagt, denn etwas sagen hei&#223;t eine m&#246;gliche Erfahrung zu bieten. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Was gesagt wird, kann geh&#246;rt werden. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left: 36pt; text-align: justify; text-indent: -18pt; line-height: 150%"><!--[if !supportLists]--><span style="font-size: 10pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><span>4)<span style="font-family: 'Times New Roman'; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: normal; font-size: 7pt; line-height: normal; font-size-adjust: none; font-stretch: normal">       </span></span></span><!--[endif]--><span style="font-size: 10pt; line-height: 150%; font-family: Arial">H&#246;lderlin, Friedrich: Hyperion. K&#246;ln. Anaconda: 2005. S. 11.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Das Kunstwerk dient also dazu, den Gedanken des Ganzen zu materialisieren. Das Ganze wird vom K&#252;nstler &#252;berblickt, erfasst und vollst&#228;ndig begriffen. Solange er im Schaffen ist, ist das Kunstwerk vollst&#228;ndig. Es besteht eine Einheit zwischen K&#252;nstler, Kunstwerk und Welt, alles ist eins, da die Entzweiung mit der Welt, durch die Angleichung des Erfahrungsbereiches im Schaffensprozess den Schaffenden mit der Welt, einschlie&#223;lich dem Geschaffen-Werdenden, aufgehoben ist. Man k&#246;nnte durchaus von einer Geburt des Kunstwerkes sprechen, jedoch eben nicht eine nat&#252;rliche Geburt eines Kindes, sondern eine k&#252;nstliche Geburt die nach der Entbindung von niemandem mehr in ihrer Ganzheit erfahrbar ist, da sie etwas von ihrem Sch&#246;pfer unabh&#228;ngig Seiendes ist. Hier besteht im &#220;brigen eine Analogie zur nat&#252;rlichen Geburt und zum nat&#252;rlichen Sein. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Auch der nat&#252;rlich seiende Mensch kann nicht als solcher erfasst, erfahren werden. Das Du ist lediglich eine Summe von Geschehnissen. Es existiert keine M&#246;glichkeit eines Du-Bewusstseins, mithin ist das Du eine Welt au&#223;er dem Ich, die vom Ich zwar hypothetisch angenommen werden kann, aber von der nur das tats&#228;chlich erfahren wird, was sich dem Ich als Geschehen darbietet. Das Du ist also nicht Teil der Ich-Welt, sondern eine Welt au&#223;erhalb des Ichs, die vom Ich nicht als eine Du-Welt erkannt werden kann, sondern sich in Teilen innerhalb des Ichs als erfahrbares Geschehen mitteilt. Das Ich ist Welt und das Du ist Welt, was trennt also beide? Doch wohl – Welten. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Auf gleiche Weise ist auch der der K&#252;nstler vom Kunstwerk getrennt, er hat kein Bewusstsein mehr im Kunstwerk nachdem er es geboren hat. Der K&#252;nstler ist teilweise im Kunstwerk weiter anwesend, in Form des Stils, einer Intention usw., doch das Kunstwerk sagt mehr als dies, es spricht von der K&#252;nstlichkeit, von der Metamorphose des Selbstzwecks des Gedankens zum zweckm&#228;&#223;igen Gedanken, von der Metamorphose des gedachten Ganzen zur Erfahrung des Ganzen. Jeder Selbstzweck entsteht aus einer Diskrepanz. Da vom K&#252;nstler w&#228;hrend seines Schaffens alles was gedacht wurde, auch erfahren werden kann, stellt sich ihm der einstige Selbstzweck des Denkens als ein Zweck zur Erfahrung des Ganzen dar. Im Schaffensprozess verliert die K&#252;nstlichkeit ihren Selbstzweck. Die K&#252;nstlichkeit entbl&#246;&#223;t sich vor ihrem Sch&#246;pfer, vor dem K&#252;nstler. Das Kunstwerk ist, da es die Reinkarnation des Gedankens an das Ganze darstellt und das Ganze die Welt ist, als Weltmodell zu betrachten. Die Vollendung des Schaffensprozesses und Beendigung der Einheit zwischen Kunstwerk und K&#252;nstler ist als eine Wiederholung der nat&#252;rlichen Entzweiung zwischen Mutter und Kind zu sehen, das in die Welt-Gestellt-Werden wird rekonstruiert, der Preis f&#252;r die Erfahrung des Ganzen ist die Trennung vom Ganzen, einer Welterfahrung folgt eine Weltentzweiung.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial">3 b) Das Kunstwerk als Heimat</span></strong><span style="font-family: Arial"><o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Bevor das Verh&#228;ltnis von Kunstwerk und Betrachter erl&#228;utert wird, muss auf das Verh&#228;ltnis von K&#252;nstler und Kunstwerk eingegangen werden. Auch soll die Bedeutung dieses Verh&#228;ltnisses f&#252;r den K&#252;nstler hervorgehoben werden. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Jeder Weg ist ein Gang nach Hause, jeder Aufbruch in das Nichts verweist auf einen Einbruch in die Heimat. Das Ziel ist immer – Ankunft. Die metaphysischen Fragen, welche sich dem Menschen durch die L&#252;cke stellen, waren die Fragen nach dem Sein, nach dem Sinn, und nach dem Gewordensein. Der Heimatbegriff beantwortet diese Fragen.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">„Wo gehen wir denn hin?“<sup>5</sup>, fragt Novalis in seinem Werk Heinrich von Ofterdingen und gibt die Antwort: „Immer nach Hause.“<sup>6</sup><o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Man kann nat&#252;rlich den Heimatbegriff einer Profanation unterziehen, so dass von ihm nichts &#252;brig bleibt als der Wohnort, der Geburtsort, eine Stadt, eine Region, ein Land und die Erlebnisse von solchen. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Um den Heimatbegriff fruchtbar zu machen, muss er ausgesch&#246;pft werden Heimat ist mehr als blo&#223;er Wohnort oder Geburtsort, mehr als ein Gef&#252;hl der Behaglichkeit, mehr als ein Bekanntsein von Mentalit&#228;ten, Personen usw. Wenn sich der Begriff der Heimat auf eines von diesen Dingen reduzieren lie&#223;e, w&#228;re er nichtig, d.h. er enthielte inhaltlich nichts was nur dem Heimatbegriff eigentlich w&#228;re. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Heimat ist die Erinnerung und Sehnsucht nach Einheit, nach Ganzheit. Heimat ist das Kommen aus dem, und das Gehen in das Nichts. Nichts werden hei&#223;t sich aufl&#246;sen, sich aufl&#246;sen hei&#223;t ganz werden, eins werden mit dem, worin man sich aufl&#246;st. Eins sein, nichts sein, bedeutet angekommen zu sein, zu Hause zu sein. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Die Antwort auf die Frage nach dem „Wohin gehen wir denn?“ ist also die Antwort auf das Werden, wir werden eins – oder nichts. Fragt man woher wir kommen, also nach der Gewordenheit, so lie&#223;e sich auf &#228;hnliche Weise antworten, wir kommen n&#228;mlich aus dem Nichts bzw. aus dem Eins, aus der Heimat. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Die Frage nach dem Sinn, nach dem Warum scheint nun leicht beantwortet werden <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left: 36pt; text-align: justify; text-indent: -18pt; line-height: 150%"><!--[if !supportLists]--><span style="font-size: 10pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><span>5)<span style="font-family: 'Times New Roman'; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: normal; font-size: 7pt; line-height: normal; font-size-adjust: none; font-stretch: normal">       </span></span></span><!--[endif]--><span style="font-size: 10pt; line-height: 150%; font-family: Arial">Novalis: Heinrich von Ofterdingen. In: Werke und Briefe. M&#252;nchen. Winkler Verlag: 1968. S. 283<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left: 36pt; text-align: justify; text-indent: -18pt; line-height: 150%"><!--[if !supportLists]--><span style="font-size: 10pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><span>6)<span style="font-family: 'Times New Roman'; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: normal; font-size: 7pt; line-height: normal; font-size-adjust: none; font-stretch: normal">       </span></span></span><!--[endif]--><span style="font-size: 10pt; line-height: 150%; font-family: Arial">Ebda.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">zu k&#246;nnen. Die Heimat wird erst Heimat wenn sie fern ist. Eins und nichts sind gleich, sind dasselbe. „O ihr, die ihr das H&#246;chste und Beste sucht, in der Tiefe des Wissens, im Get&#252;mmel des Handelns, im Dunkel der Vergangenheit, im Labyrinthe der Zukunft, in den Gr&#228;bern oder &#252;ber den Sternen. Wisst ihr seinen Namen? Den Namen des, das eins ist, und alles? Sein Name ist Sch&#246;nheit.“<sup>7</sup><o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Das Eine l&#228;sst sich nicht feststellen, l&#228;sst sich nicht als Eines begreifen oder erfahren, sofern man nicht davon getrennt ist. Das Nichts bleibt als Nichts unerkennbar, sofern es nichts Seiendes, nichts Zweites au&#223;er diesem gibt.<span>  </span>Die Erkenntnism&#246;glichkeit einer Einheit bedarf also einer Zweiheit, einer Getrenntheit. Jede Aufl&#246;sung in etwas erfordert notwendigerweise eine vorangegangene Losl&#246;sung von etwas. Nichts und Eins sind dasselbe, weil beides etwas Zweites braucht um voneinander unterschieden werden zu k&#246;nnen. Nichts kann als Nichts-Au&#223;er-Diesem verstanden werden, es gibt nichts anderes als dieses, also nichts. Sein kann erst als seiend bestimmt werden, sofern es etwas anderes Seiendes gibt von welchem es unterschieden werden kann. Sein hei&#223;t Anders-Sein. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Weil der Mensch etwas Seiendes, etwas Selbstseiendes ist und dadurch auch immer etwas Anders-Seiendes, kann er, sofern er Mensch ist, d.h. sofern er lebt, nicht eins sein und mithin liegt die Heimat stets au&#223;erhalb der M&#246;glichkeit einer Erlebbarkeit im Sinne eines sich im Leben vorstellenden Geschehens. Leben hei&#223;t immer fremd sein, dennoch ist das Leben notwendig, um nach Hause zu gelangen, da die Fremde, das Losgel&#246;st-Sein die Voraussetzung f&#252;r den Wiedereintritt in die Heimat ist. Das Leben, das Sein, als ein Aufgel&#246;st-Werden, das Nichts als ein Aufgel&#246;st-Gewordensein. Das Sterben ist das Einl&#246;sen des Loses der Aufl&#246;sung, es ist das Aufgel&#246;st-Sein. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Das Kunstwerk ist die Heimat des K&#252;nstlers, das Nichts, das Ganze wird erfahren, der K&#252;nstler stirbt w&#228;hrend des Schaffensprozesses im Kunstwerk, l&#246;st sich im Kunstwerk auf und wird eins mit diesem, er kehrt heim. Das Kunstwerk ist Weltminiatur, es ist Aufl&#246;sungserscheinung. Das g&#246;ttliche Schaffensverh&#228;ltnis zerf&#228;llt nach der Werdung des Kunstwerkes in seine Bestandteile. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Die Geburt des Kunstwerkes ist die Trennung mit diesem, es ist der Aufbruch in das Leben mit der L&#252;cke und zugleich die Auferstehung als seiender Mensch. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Da dieses Kapitel mit einem Zitat von Novalis eingeleitet wurde, soll es mit einem <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left: 36pt; text-align: justify; text-indent: -18pt; line-height: 150%"><!--[if !supportLists]--><span style="font-size: 10pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><span>7)<span style="font-family: 'Times New Roman'; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: normal; font-size: 7pt; line-height: normal; font-size-adjust: none; font-stretch: normal">       </span></span></span><!--[endif]--><span style="font-size: 10pt; line-height: 150%; font-family: Arial">H&#246;lderlin, Friedrich: Hyperion. K&#246;ln. Anaconda: 2005. S. 59.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">solchen auch abgeschlossen werden.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">„Die Philosophie ist eigentlich Heimweh – Trieb &#252;berall zu Hause zu sein.“<sup>8</sup><o:p></o:p><br />
</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Ich w&#252;rde vorschlagen, statt der Philosophie das Kunstschaffen einzusetzen und die Philosophie lediglich als eine Methode des Kunstschaffens zu begreifen, deren Gemeinsamkeit mit anderen Methoden die Synthese des Kunst-Werkes ist. Um die Philosophie als Kunst zu verstehen, als Weg zum Kunstwerk, muss man sie, wie andere K&#252;nste vom Anspruch jeder Wissenschaftlichkeit befreien, vom Imperativ des Ausblenden-Sollens erl&#246;sen. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><strong><span style="font-size: 10pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><strong><span style="font-size: 10pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left: 36pt; text-align: justify; text-indent: -18pt"><!--[if !supportLists]--><span style="font-size: 10pt; font-family: Arial"><span>8)<span style="font-family: 'Times New Roman'; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: normal; font-size: 7pt; line-height: normal; font-size-adjust: none; font-stretch: normal">       </span></span></span><!--[endif]--><span style="font-size: 10pt; font-family: Arial">Novalis: Das allgemeine Brouillon. Materialien zur Enzyklop&#228;distik 1788/89. Hamburg. Meiner: 1993. S. 194.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center" align="center"><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial">3 c) Das Kunstwerk und die Betrachtung</span></strong><span style="font-size: 10pt; font-family: Arial"><o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">In den vorherigen beiden Kapiteln wurde haupts&#228;chlich auf das Verh&#228;ltnis zwischen dem K&#252;nstler und dem Kunstwerk im Schaffensprozess eingegangen und es hat sich herausgestellt, dieses Verh&#228;ltnis ist ein G&#246;ttliches, ein Ganzes. In diesem letzten Kapitel der vorliegenden Arbeit soll das Verh&#228;ltnis zwischen Betrachter und Kunstwerk erl&#228;utert werden. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Der K&#252;nstler ist nur im Schaffen K&#252;nstler, die Besonderheit der Beziehung zwischen K&#252;nstler und Kunstwerk welche, wie zuvor gesagt, in der Einheit, in der Ganzheit liegt, l&#246;st sich nach der Beendigung des Schaffensprozesses auf. Der K&#252;nstler steht dem seienden Objekt, dem Kunstwerk, welches er geboren hat, au&#223;erhalb des Schaffensprozesses so gegen&#252;ber, wie ein beliebig anderer Betrachter auch. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Wohlgemerkt trifft dies nur zu, sofern es sich um die K&#252;nstlichkeit handelt. Nat&#252;rlich wei&#223; der K&#252;nstler selbst am besten, was die Intention, der Zweck usw. des Kunstwerkes ist, oder besser gesagt er wei&#223;, was seine Intention war, was seine Zielsetzung war. Zwecke, Intentionen und Dinge dieser Art k&#246;nnen jedoch bez&#252;glich des Betrachtungsverh&#228;ltnisses au&#223;er Acht gelassen werden, nicht weil sie nicht mitbetrachtet werden sollen oder d&#252;rfen, sondern weil sie nicht die Kunst des Werkes als Kunst bestimmen. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Oftmals wenn vom Selbstzweck der Kunst gesprochen wird scheinbar geglaubt, dass dies bedeutete das Kunstwerk als Ganzes d&#252;rfe keine Intention haben, nichts anderes au&#223;er sich selbst bezwecken. Ein Beispiel f&#252;r ein solches Missverst&#228;ndnis kann in einem Text &#252;ber Schatzkunst nachgelesen werden.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">„W&#228;hrend die Objektkunst seit der klassischen Moderne reale Objekte in einen neuen, den Blick auf den Gegenstand ver&#228;ndernden Zusammenhang stellt, t&#228;uschen die ‚objets d`arts’ der Schatzkunst allenfalls spielerisch eine Gebrauchsf&#228;higkeit vor. Sie waren Sammlerobjekte, die f&#252;r den ge&#252;bten Blick und die tastende Hand des Betrachters geschaffen wurden, aber auch als Inspirationsquelle kultivierter Gespr&#228;che dienen konnten. Darin unterscheiden sie sich deutlich von anderen Luxusgegenst&#228;nden der Renaissance und des Barock, die der angewandten Kunst zugeh&#246;ren. Wesentlich st&#228;rker noch als die zeitgleich entstandenen Werke der Malerei, Skulptur und Graphik ist die Schatzkunst im 16. bis 18. Jahrhundert f&#252;r ein ‚interessenloses Wohlgefallen’ konzipiert, das der Philosoph Immanuel Kant als Kriterium des reinen Kunstgenusses definierte.“<sup>9</sup><o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Es scheint als meinte der Autor, dass das Kunstwerk g&#228;nzlich zwecklos, interessenlos sein muss, um das Kriterium des interessenlosen Wohlgefallens f&#252;r den reinen Kunstgenuss zu erf&#252;llen. Mit dem interessenlosen Wohlgefallen als Kunstkriterium ist jedoch nicht mehr gesagt als dass, was an einen Kunstwerkwerk sch&#246;n gefunden wird um seiner selbst Willen sch&#246;n gefunden wird. Das daneben nichts im Kunstwerk existieren darf was Interessen geleitet ist oder einen Zweck verfolgt wird damit nicht gesagt. Somit ist die Schatzkunst, welche keine Intention und keinen Zweck hat, nicht k&#252;nstlicher als ein Werk, welches sowohl eine Aussage oder Intention verfolgt als auch das Kriterium eines interessenlosen Momentes beinhaltet.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Im Rahmen einer Untersuchung des Verh&#228;ltnisses von Kunstwerk und Betrachter ist es also unwichtig, was der Betrachter von den Teilen des Kunstwerkes versteht, die nicht Teil der Eigentlichkeit, nicht Teil der K&#252;nstlichkeit sind. Allein die K&#252;nstlichkeit, also der Gedanke um seiner selbst Willen und die Art und Weise, wie sich diese dem Betrachter vorstellt, ist von belang. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Die Synthese der Kunst mit dem Werk ist immer ein Kompromiss zwischen Vermittlung, also Form, und Inhalt. Das, was sich durch die Form vermittelt ist immer nur ein Teil der K&#252;nstlichkeit, daher ist das, was an K&#252;nstlichkeit aus dem Kunstwerk vom Betrachter verstanden werden kann, ebenfalls lediglich ein Teil des Ganzen. Das Kunstwerk enth&#228;lt eine L&#252;cke der K&#252;nstlichkeit, denn es kann mehr von Kunstwerk gedacht werden als von ihm erfahren werden kann, da es etwas gibt, dass zwar im Kunstwerk angelegt ist, aber nicht erfahren wird, weil es nicht vermittelt wird. Dem Betrachter stellt sich das Kunstwerk als eine Dekonstruktion des Kunstgedankens, des Denkens um seiner selbst Willen dar. Man k&#246;nnte sagen es geht K&#252;nstlichkeit verloren, doch dies w&#228;re insofern nicht korrekt als dass dieser Verlust nur den au&#223;enstehenden Betrachter betrifft, da die Synthese der Kunst mit dem Werk, ihrem Sch&#246;pfer erst die Erfahrung einer Ganzheit, einer L&#252;ckenlosigkeit erm&#246;glicht. Die betrachtete K&#252;nstlichkeit ist immer eine l&#252;ckenhafte K&#252;nstlichkeit. Interpretation ist der Versuch diese L&#252;cke zu f&#252;llen. Das Kunstwerk fordert den Betrachter zu einem Andenken an das Ganze und zu einer &#220;berwindung der L&#252;cke durch ein Kunstwerk auf. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-size: 10pt; line-height: 150%; font-family: Arial">9)<span>  </span>Syndram, Dirk: Schatzkunst der Renaissance und des Barock. Das Gr&#252;ne Gew&#246;lbe zu Dresden. Berlin. Deutscher Kunstverlag: 2004. S.4<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Der blo&#223;e, nicht schaffende, Betrachter wird also auch vor dem Kunstwerk mit einer L&#252;cke konfrontiert, da er mit dem Kunstwerk entzweit ist. Das Kunstwerk verweist auf einstige Heimat, auf vergangene Einheit. Die Welt ist l&#252;ckenhaft, und da wie bereits erw&#228;hnt, das Kunstwerk eine Weltminiatur, ein Weltmodell ist, erscheint es plausibel, dass es ebenfalls eine L&#252;cke aufweist. Nun k&#246;nnte man durchaus einwenden, wozu das Kunstwerk gut sei, wenn es l&#252;ckenhaft ist und der Betrachter weiterhin mit leeren H&#228;nden dasteht. Die Antwort auf diese Frage liegt in der Sch&#246;pfung. Die Welt ist die Summe von Geschehnissen auf die der Mensch gestellt ist, mit denen der Mensch entzweit ist. Die nat&#252;rliche Welt ist diejenige, auf die er blickt und die er dennoch nie zu &#252;berblicken vermag. Das menschliche Selbstsein und das Sein der Welt l&#228;sst sich miteinander nicht vers&#246;hnen. Das Kunstwerk ist Welt, eine Welt der K&#252;nstlichkeit, das Kunstwerk er&#246;ffnet die M&#246;glichkeit Welt zu schaffen, es schenkt dem Schaffenden Ganzheit und dem Betrachter nichts au&#223;er sich selbst.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; line-height: 150%" align="center"><span style="font-family: Arial"><o:p></o:p></span></p>
<p><strong><span style="font-size: 16pt; line-height: 150%; font-family: Arial"><o:p><br />
</o:p>4) Schlusswort<o:p></o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p><br />
</o:p>Ich hoffe durch diese Arbeit die Rolle des Kunstwerkes in der Welt, und die M&#246;glichkeit die das Kunstwerk dem K&#252;nstler, aber in geringerem Ma&#223;e auch dem Betrachter bietet, hinreichend dargestellt zu haben. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Nat&#252;rlich konnten nicht alle auftretenden Fragen zur Gen&#252;ge gekl&#228;rt werden. So ist beispielsweise das Verh&#228;ltnis zwischen Kunstwerk und Betrachter problematisch. Man k&#246;nnte<span>  </span>dieses Verh&#228;ltnis n&#228;mlich anhand von konkreten Werken praktisch untersuchen. Ist die gemachte Beschreibung im Hinblick auf abstrakte und ungegenst&#228;ndliche Kunst noch zutreffend. Was sagt das Abstrakte Kunstwerk noch aus sich selbst und was kann es nicht sagen. Worin Vermittelt sich die K&#252;nstlichkeit bei Werken aus denn sich nur noch rudiment&#228;re Farben und Farbfl&#228;chen entnehmen lassen, man denke hier an einige Bilder Mondrians oder Kandinskys. Es lie&#223;e sich hierbei der Vorwurf einer vergeistigten Kunst erheben, d.h. einer Kunst die es nicht mehr zu Kunstwerk bringt, ein Fehlen von Kunst und Werk, wodurch nicht nur der Betrachter vor ein R&#228;tsel gestellt wird, sondern durch welches sich auch keine Einheit des K&#252;nstlers mit dem Kunstwerk vollzieht. Die Reinkarnation des Gedankens im Kunstwerk findet nicht statt.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Man k&#246;nnte auch noch auf die Schwierigkeit eingehen die sich bei einer „Kommentarbed&#252;rftigkeit“ von Kunst, besonders der modernen und zeitgen&#246;ssischen ergibt. Denn befreit man das Kunstwerk von dem Anspruch des Aus-Sich-Selbst, Sich- Selbst-Sagens, worin liegt dann die Eigentlichkeit des Kunstwerkes? Ist dann das Kunstwerk nicht vielmehr Beigabe einer Theorie oder eines Kommentars? Inwieweit beeinflusst die Autorit&#228;t der Theorie welche dem Betrachter das Verstehen des Kunstwerkes diktiert das Verh&#228;ltnis von Kunstwerk und Betrachter? <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial">Dies alles sind Fragen die sich gestellt haben und die deshalb nicht unerw&#228;hnt bleiben sollen, die jedoch nicht mehr im Rahmen dieser Arbeit gekl&#228;rt werden k&#246;nnen da sie zur Beantwortung umfangreiche Vor&#252;berlegungen ben&#246;tigen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal" align="center"><span style="font-family: Arial"><o:p></o:p></span><strong><span style="font-size: 16pt; font-family: Arial"><o:p></o:p><br />
5) Bibliographie und Erkl&#228;rung<o:p></o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p></o:p></span></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial">Literatur: <o:p></o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-family: Arial"><o:p></o:p></span></strong><span style="font-family: Arial"><o:p></o:p></span></p>
<p>Augustinus, Aurelius: Vom Gottesstaat XI, 26. Herausgegeben von Karl Hoenn. Z&#252;rich. Artemis Verlag: 1955.<o:p></o:p></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial">H&#246;lderlin, Friedrich: Hyperion. K&#246;ln. Anaconda: 2005<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial">Janich, Peter: Kleine Philosophie der Naturwissenschaften. M&#252;nchen. <span style="color: black">Be</span>ck: 1997.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial">Janich, Peter: Logisch-pragmatische Prop&#228;deutik. Weilerswist. Velbr&#252;ck Wissenschaft: 2001. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial">Novalis: Das allgemeine Brouillon. Materialien zur Enzyklop&#228;distik 1788/89. Hamburg. Meiner: 1993.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial">Novalis: Heinrich von Ofterdingen. In: Werke und Briefe. M&#252;nchen. Winkler Verlag: 1968.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial">Syndram, Dirk: Schatzkunst der Renaissance und des Barock. Das Gr&#252;ne Gew&#246;lbe zu Dresden. Berlin. Deutscher Kunstverlag: 2004.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 10pt; font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 10pt; font-family: Arial"><span>  </span></span><strong><span style="font-family: Arial"><o:p></o:p></span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoBodyText" style="text-align: justify"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoBodyText" style="text-align: justify; line-height: 150%"><span style="font-family: Arial"><o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<table class="MsoTableGrid" style="border: medium none ; width: 456.8pt; border-collapse: collapse" border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" width="609">
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