Alle Artikel der Kategorie "Gesellschaft"

Arbeiter aller Länder vereinigt euch!

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Geschrieben am 25. November 2007 von people in motion in Gesellschaft.

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) entsprang der Zeit der Industrialisierung Deutschlands in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und verstand sich seit jeher als Partei des kleinen Mannes, des Arbeiters. Ihre Bewegung war, nicht zuletzt durch die Nähe zu den Gewerkschaften, stets eine dynamische Kraft, die den Reformprozess hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit in unserem Land entscheidend geprägt hat. Dieser Reformprozess wurde in den Jahren der Bundesrepublik vom zweiten Weltkrieg bis heute zu einem gewissen Erfolg gebracht. Löhne, Arbeitsbedingungen und soziale Sicherungssysteme haben sich seitdem deutlich verbessert. Wohlstand für alle konnte zwar nie gänzlich erreicht werden, doch man kann die letzten zwanzig Jahre in dieser Hinsicht zweifellos als historisch einzigartige Blütezeit bezeichnen. Die SPD konnte überzeugen, weil sie sich glaubwürdig für eine gute Sache, die Unterstützung der Schwachen in der Gesellschaft, eingesetzt hat.

Heute steht die Arbeiterschaft und der Kampf um ihre Interessen vor einer neuen Herausforderung und die SPD scheint ihre Glaubwürdigkeit und Argumentationsgrundlage zu verlieren. Durch die zunehmend globalisierte Wirtschaftswelt treten die westliche Arbeiterschaft und die der restlichen Welt in Konkurrenz zueinander. Die SPD, und mit ihr nahezu die gesamte politische Linke, spricht derweil die Arbeiter unseres Landes weiterhin in ihrer Opferrolle an und brandmarkt die Globalisierung als einen Ausbeutungsprozess der großen Unternehmen und ihrer Bosse. So wichtig die Aufdeckung derartiger Strukturen auch sein mag, die Linke verkennt dabei, dass gerade durch diese Prozesse ein riesiger Teil der Weltbevölkerung erstmals, wenn auch vorerst nur in kleinem Maße, am Wohlstand des internationalen Handels beteiligt wird. Nicht wir sind die Opfer des Systems, denn Deutschland hat von diesen ausbeuterischen Strukturen seit jeher profitiert und tut es heute noch in hohem Maße. Die wahren Opfer sind die Milliarden in den Entwicklungsländern und Schwellenländern, die jetzt durch den globalisierten Arbeitsmarkt erstmals Chancen zum Aufstieg bekommen. Weiterlesen »

Speicherung unserer privaten Daten durch den Staat beschränkt unsere Grundrechte, Würde und Freiheit!

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Geschrieben am 12. November 2007 von Raphael in Gesellschaft.

Die letzten Tage waren vor allem der Vorratsdatenspeicherung geschuldet und haben die Blogosphäre hauptsächlich beschäftigt. Sollte dieser Artikel doch eigentlich nur die wichtigsten Links zu diesem Thema bündeln, habe ich mich doch entschlossen, einen Fließtext zu schreiben, um euch einen Einblick in die Problematik zu geben. Es geht um das Vorratsdatenspeichergesetz, das am Freitag dem 9. November im Bundestag verabschiedet wurde. Abgehörte Telefon-, Handyanrufe und Internetdaten dürfen ab dem 1. Januar 2008 für sechs Monate gespeichert werden. Zudem ist das Zeugnisverweigerungsrecht von Anwälten, Journalisten, Ärzten und Therapeuten massiv eingeschränkt worden. Alles unter dem Stichwort der Terrorbekämpfung. Ich will mich weitesgehend mit meiner Meinung zurückhalten, denn sonst werde ich sicher ausfallend. Ich lasse andere und die Fakten für mich sprechen:

Den Anfang lasse ich den Gastbeitrag auf wirres machen, der genau meiner zynischen Stimmung entspricht. “Demokratie ist langweilig” zeigt das Wahlverhalten der Abgeordneten auf, denen wir das Vertrauen ausgesprochen haben, wichtige Entscheidungen im Einklang mit ihrem Gewissen zu beantworten. Scheinbar war das keine wichtige Entscheidung in den Augen einiger unserer Volksvertreter. Dass ich da nicht der selben Meinung bin, soll dieser Artikel zeigen und deshalb verweise ich zur besten Zusammenfassung und Quellensammlung zum Thema: “Vorratsdatenspeicherung im Bundestag beschlossen“. Weiterlesen »

Politik von (Vor)Gestern

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Geschrieben am 4. November 2007 von Wowik in Gesellschaft.

Ein trauriges Theaterstück, ein Drama, dass sich Tag täglich auf fast allen Bühnen unserer Zeit abspielt. Zugegebenermaßen ist diese Sichtweise meine eigene Schuld, noch bin ich nicht Zyniker genug um mich zurückzulehnen und herzhaft darüber zu lachen. Neidvoll blicke ich auf diejenigen, die dieses Schauspiel müde belächeln, es Komödie nennen können. Ach, allein unsere Nachfahren könnten darüber lachen. Wer lacht nicht gern über Vergangenheit. Der bittere Nachgeschmack? Das Drama? Natürlich, meine Zeit. Instanz oder Komödie, wenn es um die Vergangenheit geht, Visionär für die Zukunft, die Gegenwart jedoch ist immer bitter. Weiterlesen »

Die Wahrheit der Zahlen

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Geschrieben am 29. Oktober 2007 von Raphael in Gesellschaft.

Zahlen sind wirklich tückische Zeitgenossen, die ständig ihre Meinung ändern. Äußerlich sagen sie immer das Selbe aus. Der Genosse 42 sieht immer wie eine 42 aus, doch der erste Blick kann täuschen. Mal ist er die Antwort auf alle Fragen, mal ein großes Problem. Das Problem ist allerdings nicht der Genosse 42, denn mit ihm kommt man noch ganz gut zurecht. Wenn man ihn alleine trifft, plustert er sich zwar manchmal ein wenig auf und macht sich größer als er ist, aber wenn man ihn ein wenig betrachtet, renkt sich das schon bald wieder ein.

Doch Genosse 42 ist selten allein. Er multipliziert sich mit dem Kollegen 73 und weiteren tausend Gleichgesinnten. Dann lässt er sich mal hinausdividieren und manchmal bleibt er länger als geplant. Die Genossen Zahlen sind für ihre Tücken bekannt und werden doch immer wieder zu Rate gezogen, mit unbekannten Folgen. Die Genossen Zahlen sind gern gesehen, überall und von jedermann. Sie werden bezahlt und auch nicht zu knapp. Jeder hat sie gerne auf seiner Seite, selten sind sie es lange. Weiterlesen »

Der Sinn des Lebens

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Geschrieben am 4. Oktober 2007 von Raphael in Gesellschaft.

Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist der Scheideweg der Philosophie und zwar in vielerlei Hinsicht. Es wird die Frage sein, die ein jeder philosophisch Uninteressierte der Philosophie als einzige oder wenigstens haupsächliche Frage zuweisen wird. In etwa so, wie eine jede Firmenhomepage einen Bereich Philosophie hat. Dort steht ja auch, welchen eigenen Sinn sich die Firmenleitung oder jedenfalls deren Marketingagentur gibt. Augenmerk bleibt auf der eigenen Beurteilung, denn es gibt wohl kaum ein besseres Beispiel von Fremdwahrnehmungsstörung als die Differenz von Firmenphilosophie und tatsächlich gelebter Einstellung. Pauschal abgewatscht, aber in zu vielen Fällen zutreffend, als dass ich hier jetzt Zeit in eine Relativierung investiere. Doch in den Augen eines nicht wissenschaftlich interessierten Menschen, der Bücher auch nicht sonderlich gerne hat, muss das nunmal Philosophie sein, gepaart mit dem was dann noch in den Talkshowpolitikrunden des Fernsehens als Parteiphilosophie bezeichnet wird. Das muss der Hund ja in der Pfanne verrückt werden und den Sinn des Lebens außerhalb der Philosophie suchen, denn diese muss als reines PR-Gelaber ohne Inhalt rüberkommen. Intellektuell anklingende heiße Luft, die manch einer nicht versteht und deshalb nichts damit anfangen kann und manch einer versteht und deshalb auch nichts damit anfangen kann. Die Philosophie hätte also einen Marketingspezialisten bitter nötig um darauf hinzuweisen, dass sie selbst mehr zu bieten hat und die Verwendung Philosophie von Menschen, die Geld verdienen wollen, nicht rechtens ist. Der entsprechenden Rechtsbegriff wird sich schon irgendwo finden. Aber hat die Philosophie wirklich etwas anderes zu bieten? Weiterlesen »

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Die Endlosrekursion

Die Endlosrekursion ist ein gemischter Gemeinschaftsblog mit den Themen Philosophie, Recht, Leben, Gedichte, Gesellschaft, Kultur, Medien und Fotografie. Die Endlosrekursion verfolgt kein klares Ziel, sondern stellt vielmehr ein Experiment des versuchten Schreibens mit Spaß, Anstrengung und Anspruch dar.

Letzte Kommentare

  • sima: Ich glaube Teile deiner Beschreibungen führen nun einmal auf eine neue Gesellschaftsstruktur hin. Damit müssen wir klarkommen. Keine Bequemlichkeit (im Sinne von keinen Bananen) ohne den anstrengenden Authentizitätswettstreit. Aber teils denke ich müsste man doch in der Lage sein gerade in dieser Zeit der Freiheit alles Umwerfen......
  • Theologus: Der Irrtum über Feuerbach Feuerbach gilt allgemein als großer Motivator der Aufklärung, als Atheist, der den Glauben des Menschen an Gott als Projektion menschlicher Wünsche und Bedürfnisse darstellt. Wesentlicher Bezug für den Unterricht in der Sekundarstufe II sind Auszüge aus seinem Werk „Über das Wesen des Christentums“.......
  • Farid Bang: ich mag pommes :)...
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