Viele bunte Nazis
In Anlehnung an die schon in die Jahre gekommene Smarties-Werbung rollen eine gefühlt unbegrenzte Anzahl bunter Nazis durch dieses Land. Genauer gesagt, rollen ungemein viele Nazivergleiche durch dieses Land und dieser inflationäre Gebrauch stört mich. Bunt sind diese Nazis, weil Menschen jedweder Couleur sich mittlerweile immer öfter neben den Gröfaz (Größter Faschist aller Zeiten) gestellt sehen. Durch die Einführung des Wortes “Linksfaschist” von Habermas in den normalen Sprachgebrauch, sind die Tore der Vergleichbarkeit weit geöffnet worden und sie werden rege genutzt.
Da werden Kommunisten zu Linksnazis, Klimaschützer zu Umweltnazis, Liberale zu Wirtschaftsnazis, Politiker zu Demagogennazis, Sportler zu Dopingnazis und was weiß ich, welche absurden Neologismen sonst noch so an den Haaren herbeigezogen werden. Weiterlesen »
Betriebswirtschaftslehre ist eine Ausbildung!
Ein ironisch, stereotyp verfasstes Plädoyer für die Erhaltung der Wissenschaft und die Zurückdrängung des Modells der Hochschule als Dienstleister. Nicht die Wissenschaft muss sich ändern, nein die Wirtschaft muss ihren eigenen Regeln folgen: Ineffizienz der betriebswirtschaftlichen Ausbildung.
Mit der Beurteilung anderer Wissenschaften ist die Philosophie schnell dabei, rächt sie sich doch so für die dauernden Angriffe auf ihre Brauchbarkeit. Philosophie habe keinen Nutzen und warum dann in einer ökonomisierten Welt dafür Geld ausgeben. Zudem sei die Philosophie doch wunderbar geeignet, um als ausgleichendes Hobby für den gestressten Manager von Heute zu dienen und müsse deshalb doch nicht universitär betrieben werden; was das kostet.
Ich drehe den Spieß einmal um, ob aus Boshaftigkeit, Rache oder ernsthaften wissenschaftlichen Interesse, sei dahingestellt. Ich will keinen Hehl daraus machen, dass dieses Semester in meinem Nebenfach BWL/ VWL mich zu Tode gelangweilt hat. Ich habe mich andauernd gefragt, was macht die BWL eigentlich hier an der Universität, welchen Nutzen soll das haben. Weiterlesen »
Für einen ruhigeren Umgang mit der Politik
Dass 80% aller Artikel, die in der Blogosphäre aufloppen, dafür geschrieben wurden, Aufmerksamkeit zu ziehen, ist klar. Welche zu den 80% gehören ist unklar und selten einwandfrei zu erkennen.
Es hat mich schon gerade gejuckt, mir die ganzen momentan hochkommenden Roland Koch Artikel anzuschauen und zu prüfen, welche dieser Textstücke denn eine eigene Idee bringen. Dann würde ich gerne den Blogger fragen, warum er gerade bei einem Thema, wo dem Politiker die “falsche” Meinung zum Verhängnis wird, warum er in solch einem Fall Texte ohne jegliche Meinung produziert. Ich meine Nachrichtenportale gibt es doch wirklich wie Sand am Meer. Weiterlesen »
Deutsch-sein ist eine Strafe Gottes
Seit Jahren wird von Seiten der CDU/ CSU eine Debatte beheizt, die die Gesellschaft dazu anstiftet, sich mit deutschen Werten auseinander zu setzen. Deutsch-sein soll kein Makel mehr anhängen und es müsse eine neue deutsche Identität geschaffen werden. In der Streitfrage der Integration wird von einer deutsch-christlichen Tradition gesprochen, die es gilt zu beschützen, zu hüten, zu erhalten. Eine deutsche Leitkultur versucht die Union schon seit einiger Zeit zu erschaffen, zu erheben wie Phönix aus der Asche.
Dieses Deutsch-sein, das der CDU wohl zugrunde liegt, entlädt sich nicht nur in Parolen am rechten Rand, wie die sehr umstrittene Wahlkampfstrategie Jürgen Rüttgers “Kinder statt Inder”, sondern auch in Bekenntnissen zu einer multikulturellen Gesellschaft. Christian Wulff sagte auf der Klausurtagung in Wiesbaden: “Ohne Ausländer wäre unser Land ärmer. Wir brauchen sie.” Man mag sich jetzt entspannt zurücklehnen und sich freudig darüber zeigen, dass die CDU eben nicht die NDP ist und selbst, zwischen den Forderungen nach Ausweisungen junger ausländischer Straftäter, Worte des Zusammenlebens ihren Platz finden. Wulff spricht aber dennoch von einem Wir, einem deutschen Wir und da muss man nachfragen: Weiterlesen »
Der Konjunktiv des Massenmords
Aufarbeiten, Erinnern, Lernen, das sind die Worte der Moralisten wenn sie auf die Geschichte im Allgemeinen und auf deutsche Geschichte im Besonderen blicken, das sind die Worte der – guten Demokraten. Der große Fehler meiner Generation: Sie beschäftigt sich mit den Geschichten ihrer Großväter und Urgroßväter, Geschichten an die man sich längst schon erinnert hat, die längst aufgearbeitet worden sind und aus denen dennoch niemand gelernt hat. Wer Hermann Hesses Siddartha gelesen hat wird wissen, dass Väter ihre Söhne nicht davon abhalten können die Fehler zu begehen die sie selbst einst begingen. Jede Generation muss ihre Fehler begehen und jede Generation wird ihre Fehler begehen. Ein Jeder glaubt besser gewesen zu sein als sein Vorgänger, zumeist Unterscheiden sich diese Generationenfehler nur oberflächlich.
Meine Generation ist noch im Kommen, über ihre Fehler wird man in ein paar Jahrzehnten Urteilen können. Warum man mit dem Aufarbeitungswillen und der Erinnerungswut so beharrlich an den Jahren 1933 – 1945 kleben bleibt? Aus Angst man könnte durchblicken, aus Furcht jemand könnte Parallelen ziehen. Weiterlesen »
Die Endlosrekursion
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