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	<title>Endlosrekursion &#187; Gesellschaft</title>
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		<title>Finde deinen Style!</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 11:40:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Der individualistische Imperativ der Moderne lautet: Sei du selbst, um jeden Preis! Und er verfolgt uns bis in den letzten Winkel unseres Seins, ist immer anwesend wie in fr&#252;heren Zeiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.endlosrekursion.de/wp-content/uploads/2011/12/fratze.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-679" title="fratze" src="http://www.endlosrekursion.de/wp-content/uploads/2011/12/fratze.jpg" alt="" width="600" /></a></p>
<p>Der individualistische Imperativ der Moderne lautet: <em>Sei du selbst, um jeden Preis!</em> Und er verfolgt uns bis in den letzten Winkel unseres Seins, ist immer anwesend wie in fr&#252;heren Zeiten das wachsame Auge Gottes. Dieser Imperativ folgt uns selbst in unsere d&#252;stersten Alptr&#228;ume und Momente des gr&#246;&#223;ten Gl&#252;cks. Er ist so allgegenw&#228;rtig geworden, dass er uns in all seinem Kitsch gar nicht mehr auff&#228;llt, zu leger kommt er daher, zu bieder haben wir ihn schon zu Kaugummi unseres gesellschaftlichen Wiederk&#228;uens gemacht. Beispiele f&#228;nden sich viele, denken Sie nur an die n&#228;chsten Ziele ihres Lebens und die Gr&#252;nde, die sie auf hartn&#228;ckige Nachfrage daf&#252;r angeben w&#252;rden, liebe Leser.</p>
<p>Es wird viel geschrieben &#252;ber die Fl&#252;che unserer Zeit, die funktionalen Notwendigkeiten, die Arbeit, die uns ausbrennt, frisst, fast vernichtet und bei all diesen B&#252;rden und systemischen Erwartungen vermeiden wir den Blick auf das Wesentliche: wir erwarten, dass man uns in Ruhe l&#228;sst, damit wir uns verwirklichen k&#246;nnen, denn das z&#228;hlt doch wohl im Leben, oder etwa nicht?</p>
<p>Die Gro&#223;e Freiheit des Individuums ist zur gro&#223;en Depression angewachsen. Lass mich in Ruhe ich muss mich selbst finden ist das Credo des Depressiven, der den Stil der Melancholie verloren hat. Hier w&#228;re sicher ein weiteres Ph&#228;nomen gut angemerkt: der inflation&#228;re Gebrauch der Depression als Erkl&#228;rung f&#252;r alles. Wir Burnen Out bevor wir &#252;berhaupt wissen, wer wir eigentlich sind. Aber warum wissen wir eigentlich nicht mehr, wer wir sind? Wussten wir das &#252;berhaupt Mal? Denn fr&#252;her war das auch nicht anders, f&#252;rchte ich. Kein St&#252;ck eines Kulturpessimisten.</p>
<p>Aber warum f&#228;llt uns denn nicht mehr ein, als sich kurz mal aufzuregen, wenn die eigene Kultur so cool persifliert und gedem&#252;tigt wird, wie in folgendem Werbespot des Mobilfunkproviders Base, die mir die G&#228;nsehaut selbst auf die Fu&#223;sohlen treibt:</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/K9BCMhRPFk0" width="600" height="400" wmode="transparent"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/K9BCMhRPFk0" /></object></p>
<p>Das Ich als die Entscheidung zwischen Android und iPhone, zwischen Mac und PC, zwischen Armani und Boss, zwischen Mercedes und Audi, zwischen Karriere und Kind, zwischen Geschlecht und Sex? Soll es das sein, was wir schlucken, weil wir es nicht besser wissen, zu faul sind geworden sind, oder schon immer waren, ein klein bisschen herauszutreten aus dem Wirrwar der entindividualisierenden Individualisierung durch Konsum und vernichtendem &#196;u&#223;eren der H&#252;lle des Selbst, das sich extendet bis es nicht mehr merkt, dass es sich die ganze Zeit nur selbst angeschissen hat. D&#252;nn, z&#228;hfl&#252;ssig und verdammt &#252;bel riechend.</p>
<p>Versteht mich nicht falsch, ich finde die M&#246;glichkeit endlich mein eigenes M&#252;sli zusammenstellen zu k&#246;nnen und nicht mehr diese widerlichen getrockneten Bananenst&#252;ckchen aussortieren zu m&#252;ssen, ebenso phantastisch wie die Auswahlm&#246;glichkeit bei Kaffeesorten aus aller Welt. Ich will nicht reduzieren, ich will das alles und noch viel mehr. Ich will, dass Wollen nicht mehr auf plumpes Drumherum reduziert wird, ich will, dass mehr gewollt wird und weniger versteckt. Ich will, dass Aufkl&#228;rung und Fortschritt nicht der Aufkl&#228;rung im Sinne eines humankapitalistischen Klugschei&#223;ens und Fortschritt als altbackene Erkenntnis im neuen Design verstanden wird, ich will mehr Wollen.</p>
<p>Weniger multikulturellen und rebellischen Konformismus in Politik, Kultur und Gesellschaft, in Wissenschaft und Arbeitsleben, der nur wartet auf die ach so freie Freizeit und sich selbst zu finden. Denn dieses Selbst findet nichts au&#223;er dem nihilistischen Konformismus, der die Fratze des Anders-Seins als Karnevalsmaske umhertr&#228;gt und selbst im Spiegel nicht den Mut aufbringt, herzhaft zu lachen &#252;ber diese Trag&#246;die.</p>
<p>Ironie, Sarkasmus, Distanz und Spiel sind die Begleiterscheinungen des hier beschriebenen Ph&#228;nomens und doch halte ich genau diese f&#252;r die einzige M&#246;glichkeit, sich nicht mehr st&#228;ndig zu suchen, sondern in einem so gepr&#228;gten Tun zu haben. Lasst uns etwas mehr spielen, ob jetzt mit dem Hip Hop, mit den Apps oder mit unserem Chef, Doktorvater, Vater, Mutter, Psychiater und Freund. Mit unserem Selbst, verdammte Axt.</p>
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		<title>Eine T&#252;te Deutsch bitte!</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Oct 2011 12:46:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Miro Jennerjahn erkl&#228;rt in dem oben stehenden Video der NPD im S&#228;chsischen Landtag die deutsche Sprache und es ist nicht nur unterhaltsam, sondern entlarvt durch eine unpr&#228;tenti&#246;se Geschichte der deutschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/xAemDwDAZno" width="600" height="400" wmode="transparent"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/xAemDwDAZno" /></object></p>
<p>Miro Jennerjahn erkl&#228;rt in dem oben stehenden Video der NPD im S&#228;chsischen Landtag die deutsche Sprache und es ist nicht nur unterhaltsam, sondern entlarvt durch eine unpr&#228;tenti&#246;se Geschichte der deutschen Sprache die geistige Sackgasse nationaler Gesinnung. Das was wir uns bisweilen als Kultur, Nation oder Sprachraum zusammenschustern ist nat&#252;rlich nicht einfach nur Bl&#246;dsinn. Aber wenn diese Zuf&#228;lligkeiten als Argument f&#252;r was auch immer gew&#228;hlt werden, dann wird es nicht nur schief, sondern eben vor allem recht d&#228;mlich. </p>
<p>Sicherlich braucht man in verschiedenen Kontexten diese Hybridzuschreibungen und kann damit v&#246;llig unproblematisch umgehen, aber wenn sie als Wert f&#252;r sich selbst gelten sollen, dann bricht das Eis und man landet im Ozean der schmalen Bretter. Flachborer dieser Art begegnen einem aber nicht nur bei NPD-Mitgliedern, sondern sind so verbreitet in unserer Gesellschaft, dass sich jeder, der dieses Video gut findet, richtig, wichtig und endlich mal den Nazis auf die Fresse, fragen muss, ob solche Konglomerate der nicht argumentierenden Argumente nicht auch in seinem K&#246;cher des allt&#228;glichen Miteinander einen Stammplatz haben. </p>
<p>Ganze Generationenkonflikte ent&#228;u&#223;ern ihren Sinn in solchen Sprachspielen, die den Streit heraufbeschw&#246;ren wie eine Partie Mensch &#228;rgere dich nicht. Papa sagt, <em>sach nicht geil, das macht man nicht</em>, Sohn sagt, <em>ist doch aber geil</em>.  Das ist dieselbe Suppe, die die Nazis da jetzt auszul&#246;ffeln versuchen. Sprache ver&#228;ndert sich nicht nur, sie ist Ver&#228;nderung selbst. Eine starre Sprache ist keine Sprache mehr. Ein starrer Geist ist eben auch kein geist mehr, weshalb man von Nazis auch immer nur den selben Mist in immer gleicher Form h&#246;rt. Das ist langweilig und eigentlich sogar recht uninteressant. Auch die immer wiederkehrenden N&#246;rgeleien &#252;ber Jugendsprache Verrohung der Werte, unserer Gesellschaft und diesem Internet sind nicht neu. Man sagt ja, selbst Sokrates h&#228;tte sich schon &#252;ber die Jugend echauffiert. </p>
<p>Sicherlich ist es nicht ganz einfach f&#252;r bestimmte Sachverhalte gute Argumente zu finden, zumal wenn sie bestimmte Handlungsvorschriften nach sich ziehen sollen. Erschwert wird das durch die Argumentationslosigkeit ind er Politik, die Argumente bisweilen wie Nebelkerzen erscheinen l&#228;sst. Auch ein alter Trick &#252;brigens. Aber Werte erschleicht man sich nicht. Und Sprache legt man nicht in Parlamenten fest. Nicht mal im Orwellschen 1984. Das versucht man nur und dieser Versuch allein reicht aus um mehr Komplexit&#228;t der Sprache zu erschaffen, als dass diese wieder sprachlich reduziert werden kann. Wenn man spricht, schafft man neues und sei es, wenn man flammende Reden gegen das Neue schafft. Das l&#228;sst sich nicht abschaffen. Au&#223;er durch Schweigen. Und das sollte man vielleicht &#246;fter mal, frei nach Wittgenstein. </p>
<p>Oder den D&#252;nnpfiff eben einfach als solchen kennzeichnen, denn dann wird es wieder zum sinnvollen Sprachspiel. Nazis verstehen sich ja auch untereinander, die verstehen nur sonst nichts. Und damit sind wir wieder beim Ausgangspunkt angelangt.</p>
<p>Angeregt hat diesen Artikel &#252;brigens der <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachpolitik/2011-10-21/urgermanische-sprachpflege">Sprachblog</a>.</p>
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		<title>Bildung &#8211; ein Rohstoff?</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 00:07:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Factotum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Blumen des B&#246;sen stehen in Bl&#252;te. Jemand muss sie zertreten bevor sie sich ausbreiten. Die Blumen, das sind blumige Worte, die anl&#228;sslich der j&#252;ngst ver&#246;ffentlichen Pisa-Studie wie Pilze aus dem Boden schie&#223;en. So wird die Wissenschaftsministerin Annette Schavan nicht m&#252;de, das Bild einer aufstrebenden „Bildungsnation“ zu beschw&#246;ren. Von klassischer Bildung oder Allgemeinbildung ist dabei freilich nicht die Rede. Was f&#252;r eine Vorstellung von Bildung ist es, die die Hoffnung unseres Landes sein soll? Es ist ein besonders arroganter Witz, dass die ungl&#252;ckselige Verdinglichung, die ihr zu Grunde liegt, ganz unverhohlen ausgesprochen und ins Positive gewendet wird. Der ehemalige Bundespr&#228;sident Horst K&#246;hler bezeichnete die Bildung einst als „wichtigsten Rohstoff unseres Landes“. Er formuliert damit ein Vorurteil, das keineswegs neu ist, in diesen Tagen jedoch zunehmend absurdere Fr&#252;chte tr&#228;gt: Bildung sei ein im w&#246;rtlichen Sinne herstellbares Gut.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Blumen des B&#246;sen stehen in Bl&#252;te. Jemand muss sie zertreten bevor sie sich ausbreiten. Die Blumen, das sind blumige Worte, die anl&#228;sslich der j&#252;ngst ver&#246;ffentlichen Pisa-Studie wie Pilze aus dem Boden schie&#223;en. So wird die Wissenschaftsministerin Annette Schavan nicht m&#252;de, das Bild einer aufstrebenden „Bildungsnation“ zu beschw&#246;ren. Von klassischer Bildung oder Allgemeinbildung ist dabei freilich nicht die Rede. Was f&#252;r eine Vorstellung von Bildung ist es, die die Hoffnung unseres Landes sein soll? Es ist ein besonders arroganter Witz, dass die ungl&#252;ckselige Verdinglichung, die ihr zu Grunde liegt, ganz unverhohlen ausgesprochen und ins Positive gewendet wird. Der ehemalige Bundespr&#228;sident Horst K&#246;hler bezeichnete die Bildung einst als „wichtigsten Rohstoff unseres Landes“. Er formuliert damit ein Vorurteil, das keineswegs neu ist, in diesen Tagen jedoch zunehmend absurdere Fr&#252;chte tr&#228;gt: Bildung sei ein im w&#246;rtlichen Sinne <em>herstellbares Gut</em>.</p>
<p>Der gro&#223;m&#228;ulige und kurzbeinige Wunschtraum eines unversiegbaren, ja quasi unbegrenzt steigerbaren Rohstoffvorkommens ist sicher verlockend. Er n&#228;hrt nicht nur die Hoffnung auf nationalen Wohlstand, sondern verspricht vor allem auch dem Individuum, seine eigene Bildungsbiographie – und damit die Fahrkarte zu gesellschaftlicher Anerkennung und wirtschaftlicher Prosperit&#228;t – selbst in der Hand zu haben. (Gleichzeitig aber gibt er hinterr&#252;cks einem jeden „Ungebildeten“ selbst die Schuld f&#252;r sein Versagen.)</p>
<p>Um jedoch das Perpetuum Mobile sozialen Wohlstands in Gang zu bringen, muss, so folgern wir mit kaufm&#228;nnischer Bauernschl&#228;ue (und auf der Basis des zu Grunde gelegten Produktionsvokabulars vollkommen korrekt) zun&#228;chst einmal Geld investiert werden. Mehr Output erfordert mehr Input. Hier liegt der Grund daf&#252;r, dass bildungspolitische Gegner, sobald es ums Geld geht, urpl&#246;tzlich ins selbe Horn sto&#223;en. Es geht weder um soziale Gerechtigkeit noch um wissenschaftliche Konkurrenzf&#228;higkeit: emp&#246;rte Eltern wie auch die Pr&#228;sidenten vermeidlicher Elite-Universit&#228;ten glauben gleicherma&#223;en, dass eine notwendige Korrelation zwischen zus&#228;tzlichen Aufwendungen und „mehr Bildung“ besteht. Dass dies nicht der Fall ist zeigt die Erfahrung. Es ist nicht so, als h&#228;tten sich die Mittel f&#252;r Bildung im Laufe der Jahrzehnte nicht vervielfacht. Die Zahl der Analphabeten ist deswegen jedoch kaum geringer geworden.</p>
<p>Eine verdinglichende Vorstellung von Bildung besagt nicht zuletzt, dass das sich-bilden etwas ist, das sich gegen&#252;ber dem Lernenden rein &#228;u&#223;erlich verh&#228;lt. Der Mensch ist ein M&#228;ngelwesen, ein „von Natur aus“  ungebildetes Subjekt, dem man die hohe Weihe der Bildung angedeihen lassen muss. Er verf&#252;gt weder &#252;ber den Willen, noch &#252;ber die Mittel, um sich aus freien St&#252;cken heraus Bildung anzueignen. Der Mensch ist ein Subjekt, das <em>beschult</em> werden muss. Die Bologna-Reformen sind kein b&#252;rokratisches Missverst&#228;ndnis. Sie sind die Manifestation eines kollektiven Willens zu Beschulung. Die Kritiker von Bologna, die zum Teil medienwirksam auf sich aufmerksam machten, bleiben in dieser Vorstellung verhaftet und best&#228;rken sie gar. Sie fordern keine Nicht-Beschulung, sondern ein besseres und breiteres Beschulungsangebot. Sie stellen die Idee von Bildung als herstellbares Gut nicht in Frage, sondern fordern – oh s&#252;&#223;e Dialektik! – einen &#220;bergang von der verschulten „Planwirtschaft“ zur „freien Wirtschaft“. Sie krakeelen, Bildung sei keine Ware, und tr&#228;umen von einer Universit&#228;t, die nichts anderes ist als ein gro&#223;es, alternatives Bildungskaufhaus.</p>
<p>Wenn der Mensch als beschulbares Subjekt ein Teil der Bildungsmaschinerie ist, scheint er seinerseits zum formbaren Material zu werden. So frohlockte eine studentische Vertreterin der Universit&#228;t Heidelberg im Zuge der Exzellenz-Initiative, dass „aus exzellentem <em>Menschenmaterial</em> [Hervorhebung von mir] unter exzellenten Bedingungen exzellentes geschaffen wurde“. Auch, wenn es mir in diesem Zusammenhang keine Freude bereitet recht zu behalten, muss ich den eventuellen Einwand zur&#252;ckweisen, hierbei handle es sich um einen willk&#252;rlich herausgegriffenen Einzelfall oder eine polemische &#220;berspitzung. Die Auffassung, dass der Mensch eine rein kontingente Beziehung zu einem Ding namens „Bildung“ habe, hinterl&#228;sst in der Bildungspolitik tiefe Spuren. Wenn Annette Schavan fordert, Sch&#252;ler aufgrund eines (de facto nicht vorhandenem) wirtschaftlichen Bedarfs zu technischen F&#228;chern „hinzuf&#252;hren“, so ist dies – nicht im juristischen, negativen, wohl aber im positiven Sinne ein unverhohlener Anschlag auf das Grundrecht auf Berufswahl.</p>
<p>Eine solche „Bildungsnation“ ist kein  Land der Dichter und Denker. Sie ist eine Industrienation mit anderen Mitteln, denn sie steht nicht im Zeichen der Ideen, sondern der Massenproduktion. Sie ist eine Leistungsgesellschaft, die ihre Zw&#228;nge nicht mehr durch den Druck zur Subsistenzsicherung auferlegt bekommt, sondern sie aus freien St&#252;cken verinnerlicht hat. Sie ist ein Land, in dem die Neurosen bl&#252;hen und die Stilbl&#252;ten Wurzeln schlagen. Ein Land, in dem der Geist im wahrsten Sinne des Wortes verroht.</p>
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		<title>Ist Feminismus langweilig geworden?</title>
		<link>http://www.endlosrekursion.de/598/ist-feminismus-langweilig-geworden/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Nov 2010 14:53:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Kristina Schr&#246;der ist irgendeine Ministerin im Kabinett Merkel. Familienministerin, wie mir Google gerade verraten hat. Das ist das alte Ressort von Zensursula und es scheint doch so, als k&#246;nne man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kristina Schr&#246;der ist irgendeine Ministerin im Kabinett Merkel. Familienministerin, wie mir Google gerade verraten hat. Das ist das alte Ressort von <a href="http://www.endlosrekursion.de/513/jetzt-kann-man-einfach-nicht-mehr-die-fresse-halten/">Zensursula</a> und es scheint doch so, als k&#246;nne man dort nur mit markschreierischem Gehabe auf sich aufmerksam machen. Ursula von der Leyen hat sich die Kinderpornografie auf die wehenden Fahnen geschrieben, pardon, den Kampf gegen diese im internet und Kristina Schr&#246;der k&#228;mpft jetzt auch. Und ratet mal wogegen. Darauf kommt ihr nie. Kinderpornografie ist es jedenfalls nicht, das macht ja die <a href="http://www.fixmbr.de/tatort-redaktion-der-lynchmob-wird-losgelassen/">Stephanie zu Guttenberg auf RTL2</a> jetzt.</p>
<blockquote><p>Seine Wortf&#252;hrer haben geglaubt, da&#223; man dadurch nur schm&#228;hen wolle, und haben sich f&#252;r aufgefordert gehalten, auch von ihrer Seite wiederum zur&#252;ck zu schm&#228;hen, wodurch die Sache wieder in ihre nat&#252;rliche Ordnung komme. <a href="http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=5&amp;xid=653&amp;kapitel=15&amp;cHash=1&amp;hilite=aller%20m%C3%B6glichen%20welten#gb_found">Johann Gottlieb Fichte</a></p></blockquote>
<p>Nein, sie k&#228;mpft gegen falsch verstandenen Feminismus. Weil der ungemein sch&#228;digend ist. Und deshalb f&#252;hrt sie mit dem Spiegel ein <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,727648,00.html">Interview</a> und greift Alice Schwarzer an. Die greifen n&#228;mlich immer alle an, wenn mal jemand mal wieder was mit Frauen auf den Keks geht oder wenn es um Fertilidings&#8230; Fickraten &#8230; ne, Wurfraten geht. Also wie viele Kinder die richtigen machen. Also nicht Ausl&#228;nder und nicht Pack. Geld und Intellekt. Elite eben.</p>
<p>Also die Schwarzer angemacht hat die Schr&#246;der. Und die Schwarzer keilt zur&#252;ck. In einem <a href="http://www.aliceschwarzer.de/publikationen/blog/?tx_t3blog_pi1[blogList][showUid]=54&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][year]=2010&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][month]=11&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][day]=08&amp;cHash=69bb339dd9">offenen Brief an die Schr&#246;der</a>. Klar, so werden die sich das ja auch gedacht haben, die Presseberater und Medienheinis. Raus aus diesem d&#228;mlichen Ressort mit den Kindern und Frauen. Opfer. Endlich Mal dahin, wo die Lutzi geht.</p>
<p>Und wisst ihr was. Ich h&#228;tte genau dasselbe geschrieben, wenn ich es nicht einfach ignoriert h&#228;tte. Also dasselbe wie die Schwarzer. Emanzipation hat geklappt. Sie und ich. Der Schr&#246;der olle Klischees vorwerfen, sie f&#252;r eher ungeeignet halten auf ihrem Posten. Gut, das h&#228;tte ich nicht erw&#228;hnt, sondern nur gedacht, weil man ja auch die Relation zu ihren Vorg&#228;ngerinnen und -ennen irgendwie nicht ausser acht lassen kann und ob sie da jetzt noch ungeeigneter ist, will ich dann nicht &#246;ffentlich erkl&#228;ren m&#252;ssen.</p>
<p>Die Schwarzer und ich jedenfalls. Naja, eine Passage h&#228;tte ich vielleicht weggelassen, so aus rein taktischen Gr&#252;nden schon. Alice Schwarzer benutzt n&#228;mlich ein &#228;u&#223;erst verwandtes Argument wie die Kristina Schr&#246;der und das w&#252;rde ich immer unterlassen. Schwarzer schreibt als Antwort auf Schr&#246;der, die die armen Jungen verteidigt, die von gr&#228;sslichen Feministinnendrachen in Schule und Kindergarten drangsaliert werden:</p>
<blockquote><p>Ja, es stimmt, dass wir es mit einer rasanten „Feminisierung“ der p&#228;dagogischen Berufe zu tun haben. Aber warum? Weil die M&#228;nner einfach nicht mehr Kinderg&#228;rtner oder Lehrer sein <em>wollen</em>! Zu schlecht bezahlt und gesellschaftlich nicht anerkannt. Das ist das Problem. Alice Schwarzer</p></blockquote>
<p>So &#228;hnlich hatte die Schr&#246;der aber auch was gesagt. War auch nicht besser. Denn Realit&#228;t und Faktenlage ist nicht erst seit dem sp&#228;ten Wittgenstein mehr so zum Problem geworden, weshalb beide Kontrahenten im Feministinnenstreit auf sie Bezug nehmen k&#246;nnen, ohne auch nur ann&#228;hernd dasselbe meinen zu k&#246;nnen. <a href="http://www.tractatus.hochholzer.info/index.php?site=main">Meine Welt ist alles was der Fall ist</a>. Die Schr&#246;der schreibt also folgendes:</p>
<blockquote><p>Die Wahrheit sieht doch so aus: Viele Frauen studieren gern Germanistik und Geisteswissenschaften, M&#228;nner dagegen Elektrotechnik &#8211; und das hat eben auch Konsequenzen beim Gehalt. Wir k&#246;nnen den Unternehmen nicht verbieten, Elektrotechniker besser zu bezahlen als Germanisten. Kristina Schr&#246;der</p></blockquote>
<p>Also, weil das so verdammt gleich aussieht, das Argument jetzt, h&#228;tte ich das weggelassen mit dem Realit&#228;tsbezug. Weil die Schr&#246;der meint ja auch in der besten aller m&#246;glich Welten zu leben, wenn sie nur ihr Ding durchzieht. Nicht bildlich gesprochen jetzt. Schwarzer meint das auch, ich &#252;brigens nicht. Aber das ist auch eher unerheblich.</p>
<p>Unerheblich war eigentlich auch das Stichwort, auf das ich hinaus wollte. Ist nicht so gelungen. Viel zu viel Spa&#223; macht es hinzusticheln und zu rumstacheln. Schr&#246;der gegen Schwarzer ist eine solche Nicht-Diskussion, die uns st&#228;ndig umwabern und die in Bezug auf das Thema, ob es jetzt Gesellschaft, arme Jungs, Feminismus oder sonst wie hei&#223;en mag, doch zeigen, dass Frauen mittlerweile auch solche stumpfen Diskussionen einleiten, durchf&#252;hren und davon profitieren k&#246;nnen. Das hei&#223;t nicht, dass jetzt irgendwas besser ist, aber es hat sich etwas ge&#228;ndert. Und das meine ich jetzt mal ganz frei von Ironie.</p>
<p>Nicht, dass es f&#252;r mich jetzt besonders entscheidend ob mit Schr&#246;der gegen Schwarzer jetzt der alte Gerd gegen irgendeinen andern gemeint ist oder eben die Kristina gegen die Alice. Beides irgendwie L&#252;ckenf&#252;ller, etwas &#252;ber dem sonstigen Vorabendserienniveau anzusiedeln. Aber auch eher unspannend. Und nicht lustig. Da dann lieber die Schwarzer gegen die Feldbusch oder Pooth, wie sie jetzt hei&#223;t schauen. Sp&#228;terer Abend gewesen. Witziger. Und danach dann mal im Ernst.</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/5ABaokPAtDI" width="600" height="400" wmode="transparent"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/5ABaokPAtDI" /></object></p>
<p>Ich finde es durchaus bezeichnend und eine Errungenschaft der Emanzipationsbewegungen der letzten drei&#223;ig Jahren, dass wir uns so etwas im Fernsehen anschauen k&#246;nnen und auch solche Diskussionen unsere Zeitungen und Magazine besch&#228;ftigt. Nicht, weil es sich daf&#252;r gelohnt h&#228;tte, sondern weil es durch diese Trivialisierung des Themas deutlich wird, wie selbstverst&#228;ndlich viele Themen schon geworden sind, die vor gar nicht so langer Zeit eine erheblich heftiger gef&#252;hrte Kontroverse hervorgerufen h&#228;tte. Heute kann man sich gelangweilt und gelassen von diesem Gepl&#228;rre bed&#252;deln lassen.</p>
<p>Und damit ist keineswegs angedeutet, dass es nicht auf vielen Feldern noch einiges zu beackern gibt. Emanzipation ist ja kein Reformpacket, was verabschiedet und vergessen werden kann. Aber es ist dennoch beschaulich, dass man nicht mehr f&#252;r jedes Detail k&#228;mpfen muss, sondern eher um die Aus- und durchf&#252;hrung. Und hier gehe ich Mal weg von den Frauen, auch deshalb, weil man sich vielleicht als geneigter Leser gefragt haben k&#246;nnte, warum gerade ein mann dar&#252;ber schreibt. Aber &#228;hnliches ist in vielen anderen Bewegungen zu beobachten.</p>
<p>Trivialisierung ist nicht partou schlecht, sondern meist ein angenehmer Indikator daf&#252;r, dass etwas davon angekommen ist. Ist Feminismus also langweilig geworden? Ja und nein. Viele K&#228;mpfe fr&#252;herer Jahre sind es geworden und das ist wunderbar so. Neue K&#228;mpfe sind daraus entstanden. Kristina Schr&#246;der hat davon noch nicht so viel mitbekommen. Bei Alice Schwarzer wei&#223; man das auch nicht so genau. Aber vielleicht braucht der Feminismus auch gar keine Lausprecherinnen mehr. Das w&#228;re optimal.</p>
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		<title>Zynische Filme, Texte, Bilder</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Nov 2010 23:41:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Zynische Filme, Texte, Bilder. Nachrichten, die uns nicht ber&#252;hren, nicht erreichen, weil wir uns schon so weit von uns allen entfernt haben, dass nur noch das Erbarmen des Neuen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><img title="moderne" src="http://www.endlosrekursion.de/wp-content/uploads/2010/11/moderne.jpg" alt="" width="600" height="145" /></p>
<p>Zynische Filme, Texte, Bilder. Nachrichten, die uns nicht ber&#252;hren, nicht erreichen, weil wir uns schon so weit von uns allen entfernt haben, dass nur noch das Erbarmen des Neuen uns unsere Erb&#228;rmlichkeit zeigen kann.</p>
<p>Wir reden &#252;ber Systeme, Anerkunnungsverh&#228;ltnisse und Strukturen und bekommen einen St&#228;nder wenn sie ihre Bluse &#246;ffnet, zeigt, dass sie will. Wollen ist das Wollen der anderen.</p>
<p>Als Postadornopisten nicht Sch&#246;nberg. Der Arschficksong als genau das, was wir verdienen. Dunkellurche der kulturellen Praxis. Konstruktivisten ohne einen blassesten Schimmer, warum wir &#252;berhaupt Gott spielen sollten.</p>
<p>Was wissen wir schon &#252;ber uns. Ziel, Teleologie, onthologische Abst&#252;rze in jedem Atemzug. Wir trauern der Jugend hinterher w&#228;hrend wir noch jung sind und freuen uns endlich am Fenster stehen zu d&#252;rfen und den Konservatismus unserer verlotterten Gesellschaft zusprechen zu d&#252;rfen.</p>
<p>Die Gesellschaft, die wir nie wollten und der wir uns doch immer hingegeben haben. Mit jedem Schluck, jedem Zug an den Stengeln, die uns die Zeit zur&#252;ckgeben, die wir uns stehlen.</p>
<blockquote><p>Der Mensch ist gar nicht gut<br />
Drum hau ihm auf den Hut.<br />
Hast du ihm auf den Hut gehaun<br />
Dann wird er vielleicht gut.<br />
Denn f&#252;r dieses Leben<br />
Ist der Mensch nicht gut genug<br />
Darum haut ihm eben<br />
Ruhig auf den Hut!</p>
<p>Bertolt Brecht</p></blockquote>
<p>Gro&#223;e Worte, gro&#223;e Taten. Zynische Filme, Texte, Bilder. Zynischer Sarkasmus, der uns die Bretter gibt auf denen wir auf dem Ozean unseres j&#228;mmerlichen Zugegenseins &#252;berleben. Nicht nichtig, nicht wichtig, nicht mal wirklich.</p>
<p>Sport, Titten, Facebook, Smartphone, <a href="http://www.jdk.de/kindle/">Kindle</a>, Karriere, Weltfrieden. H&#252;lsen hinter denen wir verstecken, dass die Leere in uns noch viel Gr&#246;&#223;er ist als in unseren Begriffen. Schall und Rauch. Schei&#223; Metapher. Rauch hat die Anmut des Verfl&#252;chtigten. Wir verd&#252;nnisieren uns, laufen weg, suchen nicht einmnal.</p>
<div><span style="color: #0000ee; -webkit-text-decorations-in-effect: underline;"><br />
</span></div>
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		<title>Ich find dir schei&#223;e, Alta!</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Nov 2010 10:55:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Tabubr&#252;che und inhaltliche Blutgr&#228;tschen sind ja jetzt h&#246;chstselbst von unserem gehegten und gesellschaftlich gepflegten K&#228;seblatt endlich wieder salonf&#228;hig gemacht worden und auch wenn dieser Salon eher die Spie&#223;erkneipe und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px} --> <!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px} --></p>
<p>Tabubr&#252;che und inhaltliche Blutgr&#228;tschen sind ja jetzt h&#246;chstselbst von unserem gehegten und gesellschaftlich gepflegten K&#228;seblatt endlich wieder salonf&#228;hig gemacht worden und auch wenn dieser Salon eher die Spie&#223;erkneipe und die nach Pisse riechende Pommesbude von Nebenan entspricht, so  ist das doch jetzt hoffentlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen.</p>
<p><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px initial initial;" title="deutschland" src="http://www.endlosrekursion.de/wp-content/uploads/2010/11/deutschland.jpg" alt="deutschland" width="600" height="401" /></p>
<p>Und da wir ja jetzt d&#252;rfen, ledern wir doch Mal los. Gegen alles, was bei drei nicht auf den B&#228;umen ist, da wo die alle hingeh&#246;ren. Schmarotzer, Arbeitsplatzwegnehmer und Drogenbarone, die mit ihrer ganzen verkommenen Lebensweise, die sich in Form von Hakennasen und Kopft&#252;chern tiefschwarz in ihre Haut eingebrannt hat, unsere Deutsche Kultur zerst&#246;ren und wir gedissten deutschen Opfer so sehr leiden, dass wir endlich mit gutem  Grund unsere Kinder auf Privatschulen und sonstige innerdeutsche Zirkel schicken k&#246;nnen. Weit weg von allem, was unsere Mitte angreift mit D&#246;nerspie&#223;en und fremdklingenden Gebeten, die so gar nicht in unsere allm&#228;chtige Litanei passen wollen. Wir werden nicht weglaufen, nicht in unserem eigenen Land. Und wenn es uns zu bunt wird, dann besorgen wir uns eben wieder einen F&#252;hrer. Nur damit ihr es wisst. Pack.</p>
<p>Wir finden euch n&#228;mlich schei&#223;e. Wir verstehen euch n&#228;mlich nicht, haben Angst und haben noch mehr Angst davor, einfach zu sagen, wir h&#228;tten Angst oder verst&#252;nden etwas nicht oder w&#252;rden euch einfach nur schei&#223;e finden.</p>
<p>So erfinden wir Paradigmen und Dogmen, Statistiken und Rassen. Wir k&#246;nnen das, wir sind n&#228;mlich schlau. Nicht so verwilderte Analphabeten wie ihr es seid. Weshalb ihr uns auch all die tollen Arbeitspl&#228;tze wegnehmen, die wir statt diesem fremden, von ausw&#228;rts imperialistisch an unsere Mitte eingebrachten Yoga, aus&#252;ben wollen. M&#252;llmann als Ausgleich zur hochwissenschaftlichen Intelligenzelite, die die ganze Welt beherrscht mit Banken, Nato und Exporten.</p>
<p>Wir brauchen euch nicht, wann versteht ihr das endlich. Geht, geht in Gottes Namen. Aber unsere Gottes, eurer ist nur ein sp&#228;terer Ableger und au&#223;erdem nicht der echte. Jahwe, der F&#252;hrer unseres Schwertes gegen alles Ungl&#228;ubige. Schwerter zu Pflugscharen war gestern, Krieg ist, auch wenn keiner hingeht, das ist die Zukunft. Worte als Waffen, Zeitungen als Bomben und der Alltag als Pr&#228;ventionsterror, dem ihr euch nicht entziehen k&#246;nnt.</p>
<p>Ihr habt keine Chance, denn wir sagen euch nicht wie schei&#223;e wir euch finden. Wir sind gut, wir lassen euch das selber denken. Keiner sagt es, nur ihr, ihr Opfer. Und ich, Prophet der deutschen Wahrheit, die der Welt die Augen &#246;ffnet, sodass ihr ausziehen werden, wie Moses aus &#196;gypten.</p>
<blockquote><p>Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr,<br />
Wenn nicht die Mutter dorten w&#228;r;<br />
Das Vaterland wird nie verderben,<br />
Jedoch die alte Frau kann sterben.</p>
<p>Heinrich Heine</p></blockquote>
<p>Wir Deutschen sind so armselig in unserem Ringen nach Werten, nach der Mitte, nach Identit&#228;t nach dem Unsagbaren, dass wir nicht Mal unterscheiden k&#246;nnen zwischen uns, den anderen, Gef&#252;hlen und Verallgemeinerungen, Statistiken und Polemik. Wir verarschen uns so derma&#223;en selbst, dass mir nicht mehr viel einf&#228;llt als sarkastisches Gegenschreien.</p>
<p>Wo ist denn unser Hirn geblieben, liebe Mitb&#252;rger? Ich find dir schei&#223;e, Deutschland. So bin ich lieber Kanacke, Missgeburt der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Heimatlos und deshalb unverbunden mit all den kruden Vermutungen und Spekulationen, die in ihrer wirrend Geisteshaltung nur eines wiederspiegeln: wenn es drauf ankommt, haben wir ebensowenig aus der Geschichte gelernt, wie wir darauf pochen, dass es ganz wichtig sei, aus ebendieser zu lernen.</p>
<p>Waldmannsheil Thilo.</p>
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		<title>Vertrauen als Basis des Politischen?</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Jul 2009 09:42:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Man liest immer wieder von Politikern jeder Coleur die in inhaltslosen Interviews oder redebeitr&#228;gen fordern, die Politik m&#252;sse die Akzeptanz des Politischen bei B&#252;rger festigen und Vertrauen schaffen. Messbarometer dieser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man liest immer wieder von Politikern jeder Coleur die in inhaltslosen Interviews oder redebeitr&#228;gen fordern, die Politik m&#252;sse die Akzeptanz des Politischen bei B&#252;rger festigen und Vertrauen schaffen. Messbarometer dieser Akzeptanz und Vertrauens bzw. fehlendem Vertrauens ist die Politikverdrossenheit ausgedr&#252;ckt in der Wahlbeteiligung. Da in nahezu allen diesen &#196;u&#223;erungen Akzeptanz und Vertrauen in einem Atemzug mit W&#228;hlermobilisierung und zielgruppenorientierten Wahlkampf f&#228;llt, k&#246;nnen die gro&#223;en Worte der Wortnehmer des Politischen getrost nicht ernst genommen werden. Aber den allein zweckorientierten Parteis&#246;ldnern steht das Heer der Verdrossenen in nicht nach. Der kleine Mann, der sich permanent und zu jeder Zeit als Opfer der da oben sieht, kann Politik auch kaum denken ohne an Steuern und seinen Geldbeutel zu denken.</p>
<p>Meine &#220;berspitzung weist auf ein Problem hin, dass momentan als Zyklus dieses Denken durchbricht: Rechte und Pflichten werden sich gerne gegenseitig in einem ungleichen Verh&#228;ltnis zugeschoben und das Verh&#228;ltnis dieser beiden staatstragenden Grundfesten werden dabei wenig reflektiert.</p>
<p>Doch ab und an kommen die Grundfesten, die Grundrechte und die Verantwortung von Politik, Gesellschaft und System in den Blick. Dies geschieht im Moment, auch wenn Opel und der Geldbeutel sich schon wieder positionieren, um diese unangenehme Diskussion zu verdr&#228;ngen. Gemeint ist die Diskussion um B&#252;rgerrechte und Zensur, den ich enorm ver&#228;rgert schon im <a href="http://www.endlosrekursion.de/513/jetzt-kann-man-einfach-nicht-mehr-die-fresse-halten/">letzten Beitrag </a>thematisiert habe.</p>
<p>Ich habe so reagiert, wie derjenige, der seinem Geldbeutel zu verteidigen sucht, ohne nachzudenken. Denn die Vorst&#246;&#223;e unserer Regierung in einen Bereich, in dem sie auf diese Art meiner Meinung nach nichts zu suchen hat, k&#246;nnen auch anders betrachtet werden. Positiv und als staats- und demokratief&#246;rdernde Strukturen, die das Vertrauen schaffen und nicht untergraben. Man muss sich als B&#252;rger nicht verraten f&#252;hlen und darauf schimpfen,d ass Deutschland immer mehr zur Diktatur verkommt, sich nicht von China unterscheidet und der B&#252;rger immer weiter entm&#252;ndigt wird.</p>
<p>Unser Staat ist n&#228;mlich ein entschieden stabileres System verschiedener Mach- und Kontrollinstanzen, als eine solch negative Darstellung suggeriert.  People in motion hat darauf schon in der Diskussion um <a href="http://www.endlosrekursion.de/237/online-durchsuchung-und-die-verknuepfung-von-recht-und-gesellschaft">Onlinedurchsuchungen</a> hingewiesen und eine differenzierte Darstellung und Diskussion eingefordert. Dies m&#246;chte ich im Folgenden auch ind er Diskussion um die Zensur im Internet tun.<span id="more-530"></span></p>
<p>Die Klagen gegen das Internetsperrgesetzt sind in Vorbereitung und in absehbarer Zeit wird dies am Bundesverfassungsgericht verhandelt werden. Dabei ist wohl zu erwarten, dass der Versto&#223; von Ursula von der Leyen in seiner Vehemenz und Rechtebeschr&#228;nkung zur&#252;ckgewiesen und gleichzeitig aber auch die Kompetenz des Staates im Internet aufgezeigt wird. So wie im Streitfall Onlinedurchsuchungen ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Informationelle_Selbstbestimmung">Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung</a> geschaffen wurde, wird sicherlich im Streitfall Internetsperrung auch eine Grenzziehung der staatlichen Zugriffsm&#246;glichkeiten im Internet passieren. Das Verfassungsgericht wird sich mit Sicherheit der Tragweite einer solchen Auseinandersetzung bewusst sein, auch wenn mit ebensolcher Sicherheit das Internet nicht als der viel beschriehene rechtsfreie Raum best&#228;tigt wird. Eine Abw&#228;gung zwischen staatlichen M&#246;glichkeiten der Kriminalit&#228;tsbek&#228;mpfung und der Einhaltung b&#252;rgerlicher Rechte wird dort stattfinden. So wird das Internet eben auch nicht zum b&#252;rgerrechtsfreien Raum.</p>
<p>Wenn man &#252;ber Politik und vertrauen nachdenkt, dann kannman nicht nur den Widerstreit zwischen Politikern und B&#252;rgern thematisieren, sondern muss eben auch die Kontrollinstanzen mit einbeziehen. Es mag bedenklich bezogen auf den Charakter gewisser Politiker sein, dass in Bezug auf das Internet st&#228;ndig Gesetze erlassen werden, die vom Bundesverfassungsgericht in gro&#223;en Teilen wieder kassiert werden und als nicht verfassungskonform zur&#252;ckgewiesen werden. Das Vertrauen in das Politische sollte aber dadurch nicht verloren gehen. Denn Politik in Deutschland ist zum Gl&#252;ck eben nicht die alleinige Auseinandersetzung der Gesetzgebenden und dem W&#228;hler, sondern wird gesteuert, gelenkt udn reglementiert von einer Instanz, die sich gleicherma&#223;en als Stimme des Staates und des B&#252;rgers verstehen muss.</p>
<p>Im Grunde genommen sind also die Vorst&#246;&#223;e von Sch&#228;uble und von den Leyen ein Gl&#252;cksfall, haben sie doch f&#252;r genug &#214;ffentlichkeit und Aufmerksamkeit gesorgt, sodass unsere Gesellschaft als ganze gezwungen ist dar&#252;ber nachzudenken und den immer wichtiger werdenden Bereich des Internets st&#228;rker in unsere rechtliche Balance aufzunehmen. Das macht die zwei oben genannten nicht zu Helden und Zweifel an deren Rechtsstaatlichen Auffassungen sind weiter angebracht, aber es macht den ganzen Vorfall nicht zu einer Vertrauenskrise.</p>
<p>Vertrauen im Politischen kann nur im Streit entstehen, wohlwissend,d ass nicht immer die eigene Meinung die richtige sein kann. F&#252;r das vertrauen ist es nicht wichtig, dass sich die Akteure der gesellschaftlichen Auseinandersetzung gegenseitig vertrauen, sondern nur, dass sie ihre Rechte und Pflichten kennen und respektieren. Diese f&#252;hren manchmal &#252;ber Gericht, meist aber eben auch nicht. Auseinandersetzungen &#252;ber Neues werden meist vehementer diskutiert und so verwundert es kaum, dass sich hier die Lager st&#228;rker gegeneinander positionieren als dies in schon lange w&#228;hrenden Diskussionen und &#8220;alten&#8221; Fragen der Fall ist.</p>
<p>Damit bleibt f&#252;r mich die CDU, die SPD und auch die gr&#252;nen in der kommenden Bundestagswahl unw&#228;hlbar, aber ein f&#252;r alle Zeiten in Zeiten der Ver&#228;rgerung hinauszubr&#252;llen und darauf zu verharren zeugt nicht vom vertrauen in das, was alle auf ihre Weise bef&#246;rdern wollen: die Gesellschaft.</p>
<p>Ich habe jedenfalls die Hoffnung, dass in dieser Wahl die Rechte udn Pflichten im Internet durchaus ein Wahlkampfthema werden und so ein Umdenken stattfinden kann. Noch mag dieses &#246;min&#246;se Dingens wo jeder scheinbar machen kann, was er will, eher dunkles und feindliches Mysterium f&#252;r die einen und demokratisches Selbstverst&#228;ndnis f&#252;r die anderen sein, aber ein respektables Abschneiden der<a href="http://www.piratenpartei.de/"> Piratenpartei</a> bei der Bundestagswahl k&#246;nnte dies &#228;ndern.</p>
<p>Dadurch w&#252;rde aber nicht ein Akteur die B&#252;hne des Politischen betreten, der endlich vertrauen schafft, sondern ein weiterer Akteur, der den wichtigen Themen unserer Gesellschaft zur Stimme verhilft, wie dies mit der &#214;kologie und den Gr&#252;nen in den Neunzigern geschehen ist. Ob dies geschieht ist aber nicht die Entscheidung der b&#246;sen Politiker da oben, sondern die Frage, wie wichtig dem Einzelnen sein Geldbeutel ist, wenn er das Kreuzchen am 27. September macht. vertrauen zu schaffen ist Aufgabe eines jeden Einzelnen, so romantisch sich das auch anh&#246;ren muss. Alle, die meinen, dass die B&#252;rgerrechte im Internet ebenso gelten sollten, sind aufgefordert, dementsprechend auch ihre Stimme abzugeben, um zu verhindern,  dass das Thema wieder in der Versenkung verschwindet. Schreibt, redet, bloggt und &#252;berzeugt eure Mitmenschen. Informiert oder predigt. Tut etwas. Aber nicht um die drohende Apokalypse herauszuz&#246;gern, sondern um der Gesellschaft ein wichtiges Thema mehr zu geben.</p>
<p>Immer im Wissen, dass es auf euch ankommt, ohne zu bef&#252;rchten, dass es nur auf euch ankommen k&#246;nnte. Das ist Vertrauen im Politischen.</p>
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		<title>*</title>
		<link>http://www.endlosrekursion.de/465/immer-diese-relevanz/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 00:42:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>

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		<description><![CDATA[Es rollt gerade eine Diskussion um das Mitmachen auf die Blogosph&#228;re zu. Ix, Alexander und Cem haben sich zu Wort gemeldet und Kommentare werden noch viele folgen. Dass das auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Es rollt gerade eine Diskussion um das Mitmachen auf die Blogosph&#228;re zu. <a href="http://wirres.net/article/articleview/5172/1/6/">Ix</a>, <a href="http://www.ethority.de/weblog/2009/04/05/social-media-ohne-mehr-engagement-droht-krise/">Alexander</a> und <a href="http://sprechblase.wordpress.com/2009/04/05/macht-mit/">Cem</a> haben sich zu Wort gemeldet und Kommentare werden noch viele folgen. Dass das auch auf diesen <em>Gemeinschafts</em>blog zutrifft, ist schon fast m&#252;&#223;ig zu erw&#228;hnen. Ich war auch Mal sauer, so viel Arbeit hier rein gesteckt zu haben, die sich nur sehr bedingt gelohnt hat. F&#252;r mich. Von Relevanz zu reden habe ich schon vor l&#228;ngerer Zeit aufgegeben, es sei denn es l&#228;sst sich damit Geld verdienen, dann ist meinetwegen alles Relevant, wenn dir jemand zustimmt. Definitionen helfen da auch nicht weiter.Aber &#196;rger verfliegt und es bleibt dann etwas, dass man Entscheidung nennt, was aber irre f&#252;hrt, das es nur zwei Auswege suggeriert. Man hat derer aber viele. Man kann professionalisieren, sich noch mehr Amateure suchen, es alleine machen, gar nicht mehr machen oder was auch immer. Wen soll das denn bitte interessieren? Warum m&#252;ssen wir immer so tun, als ginge die Welt unter, wenn doch nur einer der eignen Tr&#228;ume gerade zerplatzt ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass damit Engagement nicht gew&#252;rdigt wird, ist doch Bl&#246;dsinn. Es kommen viele, weil es sie interessiert und wen das nicht freut, der hat vielleicht ein wenig zu viel erwartet. Glaubt ihr denn wirklich, nur weil es jetzt digital ist, &#228;ndert der Mensch, &#228;ndern Gesellschaften ihre Handlungsmuster und -strukturen von Grund auf? Mitmachen ist so eine Sache. Kann man n&#228;mlich nur begrenzt im Leben. W&#228;hrend ich hier so einen Schei&#223; schreibe k&#246;nnte ich mir den Hegel nochmal gr&#252;ndlich vornehmen und so meine Welt erweitern, k&#246;nnte neben meiner Freundin im Bett liegen und meinen morgigen Tag erweitern, k&#246;nnte endlich Mal mit dem Buch anfangen, dass ich seit einem Jahr als Idee mit mir herumtrage und mein Leben ver&#228;ndern, k&#246;nnte <em>people in motion</em> anrufen und mich erweitern, k&#246;nnte, k&#246;nnte, k&#246;nnte. Dass das Argument keine Zeit zu haben, immer auch ein wenig mit weniger Lust zusammenh&#228;ngt, liegt in der Natur der begrenzten Zeit. Man kann nicht auf jeder Hochzeit tanzen und manche Br&#228;ute sind eben netter anzuschauen als andere. Der eine mag es &#252;ppig, der andere eher gem&#252;tlich, der n&#228;chste ist politisch und der, der da am Eingang steht, dem ist alles eher egal.</p>
<p style="text-align: justify;">Was soll diese Diskussion bringen, au&#223;er noch mehr &#196;rger? Was soll es bringen mal in die Runde zu fragen, woran es liegt? Das funktioniert nicht beim Bloggen und funktioniert auch nicht beim Fu&#223;ball. Jedes Mal, wenn wir mit der 2. Mannschaft wieder Mal ne Klatsche kriegen, fragt irgendwer in die Runde und nicht selten bin ich das. Was bringt es aber? Vielleicht etwas f&#252;r mich? Sich Gedanken zu machen, ist meine Art, wird die Art derjenigen sein, die die Diskussion um das Mitmachweb ansto&#223;en. Ob das Sinn macht, wei&#223; man immer erst sp&#228;ter. Manchmal geht was, manchmal eben nicht. Aber wie schon erw&#228;hnt, die Welt geht nicht unter, mit ein wenig Abstand nicht einmal die eigene. 6:2 verloren, 9:0 auf den Sack bekommen, wieder ein Monat ohne einen Artikel hier, wieder nicht angerufen. Mit ein wenig Selbstreflexion erkl&#228;rt sich alles, was dahinter steckt. Nicht immer ist es die Tr&#228;gheit der Masse, nicht immer ist es die Angst vorm System oder die Politikverdrossenheit. Manchmal hat man einfach was besseres vor. Manchmal haben eben viele was besseres vor.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich ziehe meinen Hut vor Leuten, die dennoch weiter machen, neue Ideen entwickeln und nach vorne schauen, wenn es Mal nicht so gelaufen ist. Aber ich ziehe ihn auch vor denen, die sagen, dass sie dann vielleicht doch nicht unbedingt jeden Sonntag auf dem Platz ihren Kindern die gemeinsame Zeit stehlen wollen und das eben dann auch so sagen. Nervig sind nur die, die sagen, dass sie kommen und dann ne halbe Stunde sp&#228;ter anrufen, dass doch irgendein besserer Schei&#223; dazwischen gekommen ist. Die gehen mir auf den Sack, weil sie mir mit ihren Entscheidungen keine eigene Entscheidung mehr erlauben.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist doch irgendwie ganz sch&#246;n, dass jetzt nicht alles anders ist. Die Fu&#223;ballvereine st&#246;hnen, dass die Kids jetzt lieber Online zocken und die Onlinecommunities st&#246;hnen, dass bei gutem Wetter dann doch viele nicht kommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich will jetzt nicht in eine Relativit&#228;tstheorie der Relevant abrutschen, aber manchmal muss man doch auch drauf hinweisen d&#252;rfen, dass der Enthusiasmus so nicht geteilt wird, ohne dass es so aufgefasst wird, als w&#252;rde man alles schlecht reden oder alles schei&#223;e finden. Und die Berufsn&#246;rgler sind in Deutschland eben nicht nur Lehrer oder am Stammtisch zu Hause. Ob jetzt das Wlan nicht so toll oder ob die ganze re:publica uniteressant war, ist doch selbst nur soweit interessant, wie es einen selbst interessiert. Genauso ist das Desinteresse an der Endlosrekursion auch nur soweit interessant, wie es mich &#228;rgert und ich uneingel&#246;stes Interesse an dieser zeige. Das mag sich zu sehr nach Aufgeben anh&#246;ren, aber das w&#228;re wieder nur die Entscheidung in eingeschr&#228;nkter Sicht. Ich w&#252;rde hier gerne mehr lesen und nicht selbst alle paar Pfingsten Mal einen Pseudobeitrag ins Blau feuern.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich w&#252;rde jetzt gerne so einen nach Lebenserfahrung klingenden Spruch reinhauen, der irgendwie die eigenen Tr&#228;ume mit den eigenen Kindern vergleicht und und darauf verweist, dass man nur versuchen kann, sein Bestes zu geben, was daraus wird, steht einem nicht mehr zu. Aber das w&#228;re vermessen, genauso wie es vermessen w&#228;re ix oder Cem so einen Beitrag vor den Latz zu knallen, der ihnen sicher auch nicht weiter hilft, weil sie den Brei sicher schon mehr als einmal ausgel&#246;ffelt haben, um den ich hier so blumig herumschreibe.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich kann noch nicht Mal beurteilen, ob diese Konferenzen jetzt toll waren und ich mich da auch engagieren sollte oder nicht, weil ich da so gar nicht f&#252;r bin. Auch wenn mir schon oft vorgenommen habe, mal da hin zu fahren. Aber eigentlich sitze ich eben lieber mit <em>people in motion</em> bei Wein oder Bier und quasssel ihn voll, wie ich mir das mit dem Internet zu vorstelle. Er h&#246;rt mir zu und sagt mir was er f&#252;r Kappes h&#228;lt. Ohne Sessionbegrenzung, ohne hundert andere, die vielleicht auch was dazu zu sagen h&#228;tten. Ist eingeschr&#228;nkt, wei&#223; ich. Ist aber ebenso eine andere Form. Ob man weiter kommt, wie man weiterkommt, ob man &#252;berhaupt weiter will, muss man dann selber beschlie&#223;en. Mit Wut im Bauch geht das aber nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Deshalb schreibe ich hier ab und an ins Blaue und wenn jemand meint, er m&#252;sste das auch tun, dann freue ich mich. Bis der dann irgendwann auch nicht emrh so recht will. So ist das eben. Den Spa&#223; am Schreiben nimmt es mir nur kurzfristig. Auf lange Sicht muss man eh machen, was man will, oder was Kohle bringt. So wird es im Internet auch noch kommen, wenn es nicht schon so ist.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">*&#220;berschrift habe ich weggelassen, keine Zeit mehr. Meine Freundin hat mich n&#228;mlich gerufen, ich solle ins Bett, ihr w&#228;re kalt und ich m&#252;sse Morgen fr&#252;h raus.</p>
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		<title>Das Ich als Feinstaubplakette</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 14:29:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich zu sein ist in Zeiten der fortschreitenden Reflexion auf selbes keine einfache Sache mehr. Durch Beschreibung entsteht Erwartung. Es reicht nicht mehr nach &#252;berstandener Reifepr&#252;fung &#8220;der Starke&#8221;, &#8220;der Mutige&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich zu sein ist in Zeiten der fortschreitenden Reflexion auf selbes keine einfache Sache mehr. Durch Beschreibung entsteht Erwartung. Es reicht nicht mehr nach &#252;berstandener Reifepr&#252;fung &#8220;der Starke&#8221;, &#8220;der Mutige&#8221; oder &#8220;der Kluge&#8221; genannt zu werden und somit zu sein. Vielleicht hat dies nie gereicht und meine Vorstellungen von dem Ich fr&#252;herer Tage sind zu sehr von Karl May und Star Wars Romanen gepr&#228;gt.</p>
<p>Jedenfalls wird mir jeden Fr&#252;hling, wenn der graue Schleiher des auf sich gesinnten und darin gefangenen Verstandes durch die ersten kr&#228;ftigen Sonnenstrahlen verscheucht wird, bewusst, wie unbewusst doch das vonstatten geht, was ich &#8220;Ich&#8221; zu nennen versuche, wann immer mir klare Gedanken zuteil werden. Reflexion nach Ma&#223; war einst im goldenen Zeitalter die Zusammenf&#252;hrung zweier Tugenden: Ma&#223; zu halten und klug zu handeln.</p>
<p>Doch heute ist das Selbst nicht mehr an solche Tugenden gebunden, f&#252;hren sie doch in einem System, das die Tugendhaftigkeit st&#228;ndig bestraft, zum Widerspruch mit sich selbst. Klugheit wird von der Habgier eingenommen und das Ma&#223; wird durch den Konsum ersetzt. Widerspr&#252;che werden mit niedlichen Umschreibungen tief im Selbst verankert: das Leben ist kein Ponyhof und erst recht keine Polly Pocket Insel.</p>
<p>Leckt mich am Arsch. Das Leben ist noch immer existenziell bedrohend, ganz egal ob mein Toaster jetzt auch Internetzugang hat und mein K&#252;hlschrank durch diesen immer mit dem bef&#252;llt werden wird, was ich eben gerne nach Ansicht eines Algorithmus mag. Unser Krieg ist kein spiritueller, unser Krieg ist gegen uns selbst gerichtet. St&#228;ndig m&#252;ssen wir uns selbst optimieren, um in etwa dem zu entsprechen, wie wir uns selbst vorstellen. &#8220;Werde, der du bist&#8221; ist der nihilistische Fluch einer Reflexionsform, die nicht auf sich sondern gegen sich selbst gerichtet ist. Prozac und andere Psychodrogen sind die chirurgischen Eingriffe ins Selbst, die Botoxspritzen f&#252;r den Charakter, der einwirft bis er aufgibt und endlich der ist, der es schon immer sein wollte. Nur Chuck Norris bleibt er selbst.</p>
<p>Modern ist die Zerst&#246;rung des Ich durch die Konfrontation seines Selbst mit der materiellen sowie psychologischen Wirklichkeit. Die pragmatische Freiheit wird dem Selbst st&#228;ndig durch Konsumanreiz und Verhei&#223;ung des Paradieses auf Erden korumpiert. Die Aufkl&#228;rung ist zur Hure ihrer eigenen Ideale geworden. Die Welt geht vor die Hunde, wie sie es immer schon getan hat, nur sind wir auf einmal schuld daran. Folgen sind aber nicht eine Reflexion vom Selbst weg hin zu einer handlungsf&#228;higen Gesellschaft, sondern gr&#252;ner Ablasshandel mit Biojoghurt und Bionade. Blo&#223; keine Lebensqualit&#228;t verlieren, sonst ist es aus mit uns.</p>
<p>Mich kotzt mein Selbst als Teil dieser Gesellschaft so sehr an, dass ich es ausbrechen m&#246;chte, um als naiver Idealist wiedergeboren werden zu k&#246;nnen, der Yoga ebensowenig abgeneigt ist, wie dem Gang zur Wahl alle vier Jahre um sich einzubringen in eine Welt, die unser aller Verantwortung braucht, weil sie sonst vor die Hunde geht, wie sonst auch. Nur anders.</p>
<p>Ein anderer sein zu wollen ist das, was das Selbst in diesen Zeiten wohl am besten beschreibt und was bitte bleibt vom Ich, wenn es nicht mehr sein m&#246;chte. Uhren, Schmuck, das richtige Handy und der verdammt nochmal prestigetr&#228;chtige Job haben vernichtet, was vielleicht nie vorhanden war. &#220;ber Generationen hinweg hat sich unsere Gesellschaft in der Bed&#252;rfnisspyramide nach oben gearbeitet und das nur, um festzustellen, dass ganz oben das Nichts wartet, dass nicht nur intellektuell nichtet, sondern uns anschreit, was wir verfickt nochmal kaufen sollen. Dass unfreiwillig komische Typen dann &#8220;sein statt haben&#8221; br&#252;llen, geht unter in der Werbung, die Bretter unserer Welt bedeutet.</p>
<p>Wenn irgendwann einmal das L&#252;genverbot nicht selbst nur L&#252;ge war, so wird es in unserer Zeit ad absurdum gef&#252;hrt durch Versprechen, die gar nicht einzuhalten sind, aber demokratisch legitimiert sind. Dem irgendetwas entgenzuwerfen ist nur dem Sarkastiker m&#246;glich, der sich selbst schon so oft ausgekotzt hat, dass der zwischen sich und seinem Erbrochenem gar keinen Unterschied mehr machen kann und der sich selbst nur noch durch die krative Art und Weise seiner derben Ausdrucksweise bejahen kann, weil da die regulativen Ideen nicht ganz versagen.</p>
<p>Die welt ist nicht schei&#223;e, sondern das Ich, dass sich selbst pervertierend st&#228;ndig das Gegenteil behauptet. Wir brauchen eine neue Wende, und schei&#223; auf Kopernikus, aber keiner wei&#223;, wo er hingehen soll, wenn er sich st&#228;ndig um die eigene Achse dreht, nur um auf keinen Fall die Titten in der Bild oder den Tatort am Sonntag zu verpassen.</p>
<p>Wir sind uns zu nah gekommen, als dass wir noch etwas mit uns anfangen k&#246;nnten. Es ist wohl zeit f&#252;r die atomare Apokalypse, ich habe keine Lust auf die n&#228;chste Sinnflut zu warten.</p>
<p>Wer jetzt meint sich beim Lesen einem Kulturpessimisten aufgesessen zu sein, irrt zwar nicht gewaltig, hat aber auch nicht die Radikalit&#228;t eines Ichs, dass sich selbst nicht mehr wahrnimmt verstanden, denn gut ist dann gar nichts mehr.</p>
<p>Mal angenommen, dass Ich war mal Katalysator des Selbsts, dann ist es nun nicht vielmehr als seine Feinstaubplakette. Ein Aufkleber. Plakativ und doch sinnlos, eingef&#252;hrt mit guten Gr&#252;nden, aufgel&#246;st durch diese selbst.</p>
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		<title>Der Vorleser / Film</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Feb 2009 19:49:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich war heute in dem Film &#8220;Der Vorleser&#8221; und bin immer noch ber&#252;hrt von ihm. Nicht ger&#252;hrt, aber ergriffen. Wurde noch nicht losgelassen von den Fragen die der Film aufwirft, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war heute in dem Film &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Vorleser"><em>Der Vorleser</em></a>&#8221; und bin immer noch ber&#252;hrt von ihm. Nicht ger&#252;hrt, aber ergriffen. Wurde noch nicht losgelassen von den Fragen die der Film aufwirft, aber nicht beantwortet. Wie so viele Filme die sich mit den T&#228;tern, Opfern und Mitwissern des 3. Reiches zu besch&#228;ftigen versuchen. Denn beim Versuch muss es bleiben. Nicht, weil man fragend vor diesem Gr&#228;uel steht wie der Konfirmand dem Teufel irgendwann gegen&#252;berstehen wird, sondern wie jemand, der sich vorstellen kann, was da passiert ist, ohne sich <em>wirklich</em> vorstellen zu k&#246;nnen, warum das passiert ist. Die Distanz zwischen uns und den T&#228;tern wird ebenso eingerissen, wie die Distanz zu den Opfern. Doch wir bauen die Mauern schnell wieder auf.</p>
<p>Der Vorleser rei&#223;t die Mauer des nicht wahr haben Wollens grundlegend ein, weil er uns mit der T&#228;terin mitf&#252;hlen l&#228;sst, bei allem Ekel und Abstand,d en wir ihr gegen&#252;ber schnell errichten wollen. Aber dasselbe Gef&#252;hl, was uns zum Abstand zwingt, zwingt uns zur N&#228;he, zum zerrissenen Mensch-sein, das nicht in gut und b&#246;se, schuldig und unschuldig aufgeteilt werden kann. Aber schon hier h&#228;ngt uns die N&#228;he zur Selektion nach, die immer als so unvorstellbar dargestellt wird. Hannah Schmitz rechtfertigt ihr Tun mit der Verantwortung f&#252;r ihre Arbeit und auch wenn uns diese perverse Missachtung des Mitgef&#252;hls und seine Verkl&#228;rung als Verantwortung gallig aufst&#246;&#223;t, schwingt doch dieser Zweifel an der Wahrheit, die diesem Biegen der uns bekannten Definition anh&#228;ngt, mit und l&#228;sst uns den Film &#252;ber nicht mehr los. Verantwortung ist immer auch Verdinglichung, Absetzung. Es gibt immer jemanden f&#252;r den wir Verantwortung &#252;bernehmen, &#252;bernehmen sollen und wer das ist, suchen wir uns selten selbst aus.</p>
<p>Doch w&#228;hlen k&#246;nnen wir, so glauben wir und errichten mit dem Verlassen des Kinosaals die Mauer wieder. Es ist eine wohl jedem bekannte und in der Schule gerne gestellte Frage: was h&#228;ttet ihr getan? Ich hatte all diesen Leuten, die mit Inbrunst geantwortet haben, dass sie dagegen etwas unternehmen w&#252;rden, dass sie nicht zu T&#228;tern w&#252;rden, nie etwas sprachliches entgegenzusetzen, aber ich wusste immer, dass ich mich in schlimmen Zeiten auf diese Beteuerungen nicht verlassen w&#252;rde und mich das schleichende Gef&#252;hl nie losgelassen hat, dass diejenigen wohl am ehesten die T&#228;ter sind, die gar keine T&#228;ter sein wollen.</p>
<p>Zerrissenes zeigt der Film in zweierlei Geschichten, die nicht zuf&#228;llig miteinander verwoben sind. Zwei Generationen, die sich Fragen stellen mussten, die sie sich nie stellen wollten. Diese Fragen brachen aber so existenziell in ihr Leben, dass sie ihnen nur mit Mauern begegnen konnten. Aber Mauern und Stacheldraht haben die peinliche Eigenart, dass es immer jemanden gibt, der auf der anderen Seite steht. Heute, wie damals.</p>
<p>Meine Generation stellt sich diese Fragen nicht mehr als existenzielle Begebenheiten, sondern als Geschichten in B&#252;chern, Filmen und abstrakten Denkfiguren, doch wir sollten tunlichst vermeiden daraus eine Mauer zu errichten und von einer Zeitenwende auszugehen. Die Menschen damals und die Menschen heute mag kaum noch etwas verbinden, aber das Mensch-sein wird sich weiterf&#252;hren, so wie das Zerissen-sein die Seinsform darstellt, die zwischen allen Schritten mitschleicht, denn sie wandert selbst durch Minenfelder und Stacheldraht kann sie nicht verletzen. Mauern bauen wir uns gegen die Vergangenheit. Aber ob wir alles richtige auf unsere Seite geholt haben, oder ob wir auf der falschen Seite stehen, wissen wir nicht.</p>
<p>Der Vorleser kann es uns nicht beantworten, aber das war auch gar nicht sein Ziel.</p>
<p>Eine filmn&#228;here Rezension findet ihr bei meinem Bruder: <a href="http://www.hundertachtzehn.com/603/kritik-der-vorleser-der-film.html">Der Vorleser</a>.</p>
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