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	<title>Endlosrekursion &#187; Gedichte</title>
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		<title>blaue Augen</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Nov 2010 14:20:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine Tr&#228;nen sterben einen ungeborenen Augenwinkeltod. Letzte Blickber&#252;hrung auf Luftbr&#252;cken, dann Untergang der Wimpern, nach dem gl&#228;nzenden Pupillenvollmond, die blinde Nacht fragt, nach Sonnenaugentagen. Kalender unserer Liebe fliegen mit abgerissenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Tr&#228;nen sterben<br />
einen ungeborenen Augenwinkeltod.<br />
Letzte Blickber&#252;hrung auf Luftbr&#252;cken,<br />
dann Untergang der Wimpern,<br />
nach dem gl&#228;nzenden Pupillenvollmond,<br />
die blinde Nacht fragt,<br />
nach Sonnenaugentagen.</p>
<p>Kalender unserer Liebe fliegen<br />
mit abgerissenen Fl&#252;geln davon,<br />
scheuchen Schmetterlinge auf,<br />
flatternde Erinnerung im Flimmern des Abschieds.<br />
Sch&#246;nheit schl&#228;gt nur im Flug,<br />
denkt mein brachliegendes Herz.</p>
<p>Sternschnuppenverhagelte,<br />
qualenbekr&#228;nzte Nacht,<br />
lidloser Gestirne,<br />
wenn der Nachbar sich bekreuzigt<br />
und zur Sterbensruhe legt,<br />
klaube ich vom Boden<br />
deine Ber&#252;hrungen,<br />
die wie unge&#246;ffnete Briefe sind.</p>
<p>Wiedersehen unter Lichtern und Leuten,<br />
unsere tr&#228;nenvergilbten Augen,<br />
handschriftlich in Schwarz-Wei&#223;,<br />
brennen in grellbunten Farben ab.<br />
Betrogene Worte zeigen deine Angst<br />
als den Aderlass meiner Sehnsucht.</p>
<p>Ich w&#252;rde deine blauen Augen gerne vergessen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Leben</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jan 2008 17:20:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[... ist ein Alltagsproblem!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alltagsproblem eines Menschen der sich entschlossen hat zu sein<br />
und doch<br />
immer wieder<br />
die sehnsucht nach dem Unstetigen<br />
Sehnsucht nach dem Unkonventionellen und Undurchsichtigen<br />
Sehnsucht nach dem Unerreichbaren und dem Schmerz<br />
der ihn so lange am Leben gehalten hat</p>
<p>Leben ist Treiben &#8211; es flie&#223;en nur die Wasser</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Nacht</title>
		<link>http://www.endlosrekursion.de/83/nacht/</link>
		<comments>http://www.endlosrekursion.de/83/nacht/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 18 Dec 2007 14:52:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wowik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[    "Dein ist der Tag, Dein auch die Nacht. Den Mond und die Sonne hast Du bereitet." 
                                                                                                                   Psalm 74,16]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> Am Tag, wo alles Leben waltet,<br />
Mich Fremde niederdr&#252;ckt<br />
Wo Licht mein Bild mir ausgestaltet<br />
Und kein Gedanke gl&#252;ckt</p>
<p>Am Tag, wo alles summt und singt<br />
Und Sinne mich verleiten<br />
Wo mir kein Wort, kein Satz gelingt<br />
Und Zweifel mich begleiten</p>
<p>Am Tag, wo alles kriecht und flie&#223;t<br />
Will Stumpfsinn auf mir reiten<br />
Wo mich  die Welt mit sich begie&#223;t<br />
wird Wahnsinn sich verbreiten</p>
<p>Am Tag, wo alles springt und lacht<br />
Und mir die Sprache fehlt<br />
Hab` ich den Tag zur Nacht gemacht<br />
Die Nachtbraut auserw&#228;hlt<span id="more-83"></span></p>
<p>Im Abendrot, der Tag ertrank<br />
Schwarz f&#228;rbt sich die Himmelswand<br />
Am Horizont, die Sonne sank<br />
Und meines Gl&#252;ckes Unterpfand<br />
Ist aller Sonnen Untergang<br />
Denn aller Tage Abgesang<br />
Zu dem die Nacht die Sonne zwang<br />
Ist meiner Freude &#220;berschwang</p>
<p>Nacht: &#8220;Dein Rufen hab` ich wohl vernommen<br />
Den Tag hast du verflucht<br />
Drum bin ich her zu dir gekommen<br />
Mich hast du doch gesucht?&#8221;</p>
<p>Kein Zufall ist`s dass ich dich traf<br />
Dein Feuer zu entfachen<br />
Am Tage suche ich den Schlaf<br />
Des N&#228;chtens will ich wachen</p>
<p>Weil der Tag wie Honig klebt<br />
Und z&#228;h ist wie ein Sumpf<br />
Weil er nach den Sinnen strebt<br />
Ward ich im Sch&#228;del dumpf</p>
<p>Die Abendbriese prophezeit<br />
Schon ist`s in aller Munde<br />
Dass heut` die sch&#246;nste Nacht gedeiht<br />
Zur vollen Geisterstunde</p>
<p>Bl&#228;ulich dein gestirntes Kleid<br />
Dein Herz ist voller Milde<br />
Der Tag ist l&#228;ngst erblasst vor Neid<br />
Und kniet vor deinem Bilde</p>
<p>In dir, du Sch&#246;ne, ruht der Tag<br />
Und andere Lichtgestalten<br />
Hier darf ich sein wie ich es mag<br />
Und mich als Mensch entfalten</p>
<p>Als der Mond am h&#246;chsten stand<br />
Und dort am Himmel gl&#252;hte<br />
D&#252;nkt er mich mit dem Tag verwandt<br />
Da er doch Licht verspr&#252;hte</p>
<p>Wenn alle Wasser gr&#228;ulich sind<br />
Und auch die V&#246;glein schweigen<br />
Singt allein der N&#228;chte Wind<br />
Dazu tanzt Laub im Reigen</p>
<p>In deinem Schatten wandere ich<br />
Um meinen Trost zu finden<br />
Ich f&#252;rchte ich verirre mich<br />
Doch sehend sind die Blinden</p>
<p>Wir sind allein, ich bin zu zweit<br />
Du kannst dich nun enth&#252;llen<br />
O Heimat stillster Einsamkeit<br />
Wirst Weltenschmerzen stillen</p>
<p>Mit Klarheit h&#228;ltst du dich bedeckt<br />
Du wei&#223;t was ich begehre<br />
Das Wunder welches in dir steckt<br />
O Ufer aller Meere</p>
<p>Du bist mein Lebenselixier<br />
Sogar an besten Tagen<br />
Bist meines Geistes Eingangst&#252;r<br />
O Antwort aller Fragen</p>
<p>Im Untergang und Auferstehen<br />
Wird Getrenntes Eines<br />
Im Halben schon das Ganze sehen<br />
Und im Gro&#223;en, Kleines</p>
<p>Im D&#228;mmerlicht, im Morgenrot<br />
Wirst du, Nacht, vergehen<br />
Im Tag liegt aller N&#228;chte Tod<br />
Und unser Wiedersehen</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ewigkeit</title>
		<link>http://www.endlosrekursion.de/51/ewigkeit/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Nov 2007 00:06:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wowik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Ins Welten All scheint ewiglich
Des Lebens schwacher Strahl
Und zeigt im Zeitenspiegel sich
Profan und doch sakral              

Es harrt kein Mensch, kein G&#246;tterbild
Dem Schweigen dieser Weiten
Der Wissensdurst bleibt ungestillt
Ein Durst nach neuen Zeiten

Und still versinkt im Weltenmeer
Manch eines Seemanns Kahn
Wer noch schwimmt, der zieht nunmehr
Im Kreise seine Bahn              
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Du stie&#223;est mich hart von dir ab<br />
In den Kreis der Zeit<br />
Du lie&#223;est mich von dir herab<br />
O holde Ewigkeit</p>
<p>Warum fiel ich aus deinem Scho&#223;<br />
In die Welt  hinein<br />
Warum nur lie&#223;est du mich los<br />
Wie einen hei&#223;en Stein<span id="more-51"></span></p>
<p>Ich w&#228;hne dich in weiter Ferne<br />
Und dennoch sp&#252;r ich deine W&#228;rme<br />
Hier und dort, aus allen Dingen<br />
H&#246;r ich deine Stimme klingen<br />
In trocknem Staub und Wassertropfen<br />
H&#246;r ich laut dein Herzchen klopfen<br />
So gro&#223;, so weit, so allumfassend<br />
Mir kein St&#252;ck der Freiheit lassend<br />
Niemals wirst du dich ver&#228;ndern<br />
&#220;ber Raum und Zeit zu schlendern</p>
<p>Verzweifelt schrei ich auf zu dir<br />
Ich werb` um deine Gunst<br />
Als ob ich den Verstand verlier<br />
Ruf ich mit Inbrunst</p>
<p>Du l&#228;sst mich warten, l&#228;sst mich siechen<br />
L&#228;sst mich auf dem Boden kriechen<br />
Warum willst du dich an mir r&#228;chen<br />
Warum l&#228;sst du mich so zerbrechen</p>
<p>Dich Ewigkeit hab` ich begehrt<br />
Fast h&#228;ttest du mich ganz verzehrt<br />
Unendlich hast du mich beschwert<br />
Zu lange hab` ich dich verehrt</p>
<p>Wie k&#246;nnte ich dir je verzeihen<br />
Dass du mich lie&#223;est so laut schreien</p>
<p>Err&#246;te ruhig, werd` rot vor Neid<br />
Von hier an geh` ich mit der Zeit<br />
Sie ist nicht sch&#246;n, sie w&#228;hrt nicht lang<br />
Fort treibt sie ihr Bewegungsdrang</p>
<p>Bald schon muss ich Abschied nehmen<br />
Von der Geliebten, Zeit<br />
Nie mehr will ich dich wiedersehen<br />
O starre Ewigkeit</p>
<p>Ein letztes Mal dreht mich die Zeit<br />
Und reicht mir ihre H&#228;nde<br />
Dies nun ist Verg&#228;nglichkeit<br />
Und stets folgt ihr das Ende</p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Arial"><o:p> </o:p></span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der gute Krieg</title>
		<link>http://www.endlosrekursion.de/48/der-gute-krieg/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Nov 2007 01:38:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wowik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA["Der Tod eines einzelnen Mannes ist eine Trag&#246;die, aber der Tod von Millionen nur eine Statistik." Josef Stalin]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Urd:</strong> „Wohlan mein Krieger wohin des Weges? Ger&#252;stet, Schwert und Schild zur Hand, auf der Suche nach dem guten Kampf, nach dem guten – Krieg. All die Beschwerlichkeiten, die Umst&#228;nde, die Widrigkeiten, der Hunger, die K&#228;lte, ach, den tapferen Krieger mag dies nicht scheren, recht so, auf, auf, der Feind naht.“</p>
<p><strong>Tyr:</strong> „Wahrlich, ich irre durch die Lande, auf der Suche nach dem Feind, nach dem gerechten Kampf nach dem guten – Krieg. Vielleicht, mein Freund, lauert er dort auf dem Berg, im finsteren Wald oder hier im Gestr&#252;pp, der Feind, meine Gelegenheit, mein Ruhm, mein Sieg. Siege pfl&#252;cken und Feinde begraben, das ist meine Vorsehung.“weiter&#8230;<span id="more-48"></span></p>
<p><strong>Urd:</strong> „Ei, du kamst nicht allein des Sieges, des Ruhmes oder gar des guten Krieges wegen. Du schautest auf zum Himmel, um was zu sehen? Du schriebest in dein B&#252;chlein, um was zu verk&#252;nden? Du glaubst an Worte, um was zu erkennen?</p>
<p>Viele Krieger sah ich, du scheinst mir der schlimmste, deine R&#252;stung ist allzu edel, dein Schwert allzu scharf, dein Blick allzu stolz, ein Feldherr wohl?</p>
<p>Du bist kein Krieger mit Leib und Seele, du bist kein Ritter der Apokalypse, kein Priester des Todes, kein Prediger des Untergangs, dir fehlt der archaische Blutdurst deiner Vorg&#228;nger, du bist ein neuer Krieger und dein Krieg wird ein neuer sein.“</p>
<p><strong>Tyr:</strong> „Mein Krieg wird ein Neuer sein, die alten Kriege waren nur Selbstzweck, mein Krieg wird Mittel zum Zweck, denn nicht nur das Schwert, die R&#252;stung, sondern auch die Idee trage ich bei mir. Die alten Kriege waren eine h&#228;ssliche Sache, Blutvergie&#223;en ohne Zweck, ohne Ziel, Scharm&#252;tzel ohne Schlacht, Kriege ohne Siege, all das soll der Vergangenheit angeh&#246;ren, denn ich werde einen neuen Krieg, einen guten Krieg erschaffen. Kein Soldat soll mehr umsonst sterben, kein Haus soll umsonst verbrannt werden, kein Volk soll umsonst versklavt werden. Denn stets ist mein Krieg nur Mittel zum Zweck, ich f&#252;hre Krieg um Frieden zu schaffen, ich versklave Menschen um sie zu befreien, ich vergifte Brunnen um sie zu Reinigen, ich verbrenne Felder auf dass aus dieser Asche eine neue &#196;hre empor wachse und ein neuer, ein guter Mensch sich von ihr n&#228;hre. Ein Mensch, der empf&#228;nglich ist f&#252;r meine Lehre. Und sind erst einmal die Feinde der Gl&#252;ckseligkeit getilgt, haben wir die Menschen und die V&#246;lker vereint, dann wird ewiger Frieden und ewiges Gl&#252;ck f&#252;r den neuen Menschen heran brechen. So wir siegen wird man uns Denkm&#228;ler setzten, uns, die wir den guten Krieg ausgefochten haben. In einer Ruhmeshalle wird man unsere B&#252;sten ausstellen um uns f&#252;r alle Ewigkeiten zu konservieren, unsere Namen wird man in den Schulen dieser Welt lehren, unsere Taten werden heilig gesprochen und unsere Worte werden wie Weisheiten anmuten.“</p>
<p><strong>Urd:</strong> „Es muss eine vortreffliche Idee sein, welches Ziel ist so gut dass es sich daf&#252;r lohnen w&#252;rde zu morden und zu brandschatzen? Ein System? Eine Ordnung? Eine Religion? Oder alles in einem?</p>
<p><strong>Tyr:</strong> „Das Ziel ist unwichtig! Wir brauchen das Ziel, aber der Inhalt des Ziels ist unwichtig. Das Ziel gibt uns das „Wof&#252;r“, mehr brauchen wir f&#252;r einen guten Krieg nicht, die Beschaffenheit des Ziels ist irrelevant.</p>
<p>Allein der Sieg ist entscheidend, kein Kompromiss, nur Sieg, Sieg, Sieg, und wir werden Geschichte schreiben. Wir werden die Geschichte &#228;ndern, die Gegenwart beherrschen und die Zukunft vorhersehen. Kein Sieg gegen eine Armee, gegen eine Nation, gegen eine Rasse, sondern ein Sieg gegen den Menschen, f&#252;r den Menschen, den neuen Menschen.</p>
<p>Ist unser Sieg vollkommen wird man kein verbranntes Haus und keine vergifteten Brunnen z&#228;hlen, man wird nicht nach den Opfern fragen, denn wir werden alle &#220;berlieferung beherrschen und steuern. Zeit ist unbeherrschbar, doch was ist Geschichte? Doch nur &#220;berlieferung! &#220;berlieferungen sind Worte, Worte k&#246;nnen ge&#228;ndert werden, ausradiert werden. Dies wird unsere Macht sein, die &#220;berlieferung vom finsteren Zeitalter der Vergangenheit, das wir bek&#228;mpften, dass wir besiegten. Wir werden bestimmen wer begonnen hat, wann wer begonnen hat, warum wer begonnen hat.</p>
<p>Man wird uns nicht zu K&#246;nigen eines neuen Reiches kr&#246;nen sondern zu G&#246;ttern einer neuen Sch&#246;pfung verkl&#228;ren.</p>
<p>Und wenn wir verlieren, dann verlieren wir unsere Geschichte, dann m&#246;gen unsere Feinde uns verdammen, uns verteufeln, uns vergessen. Unsere Helden werden Feiglinge, unsere Feldherren Verbrecher, unsere G&#246;tter Teufel und unser Paradies – die H&#246;lle. Unser Schicksal wird ein Pantheon der Vergessenen, eine Burg der Teufel.</p>
<p>L&#228;uterung und Reue ist den Verlierern vorbehalten, also singen wir, und all die anderen Verlierer und Verloren das Lied vom guten Krieg:</p>
<p>Ihr nennt es euer Leben<br />
Ich nenn` es meinen Krieg<br />
Und darin liegt mein Streben<br />
Mein zuckers&#252;&#223;er Sieg</p>
<p>Drum ziehe ich ins Feld<br />
F&#252;r Werte und Ideen<br />
Ich werd´ mein eigner Held<br />
Und meinen Kampf besteh`n</p>
<p>Ich schlage meine Schlachten<br />
Erleide tiefe Schnitte<br />
Den Feind will ich verachten<br />
Das hei&#223; ich meine Sitte</p>
<p>Leibhaftig steht er vor mir<br />
Der Feind gar f&#252;rchterlich<br />
schnauft w&#252;tend wie ein Untier<br />
Herr Gott! Mein Feind bin ich</p>
<p>Ich gierte stets nach Siegen<br />
Zog in des Feindes Land<br />
Nun sehn´ ich mich nach Frieden<br />
Und einer helfend` Hand</p>
<p>Vernichtet ist die Infanterie<br />
Verst&#252;mmelt der Soldat<br />
Entscheidungsschlachten gab es nie<br />
Nur Fr&#252;chte blut`ger Saat</p>
<p>Zerbrochen sind die Speere<br />
Gefallen Pferd und Reiter<br />
Zerst&#246;rt sind all die Wehre<br />
Der Krieg jedoch geht weiter</p>
<p>Verbogen sind die S&#228;bel<br />
Verrostet die Gewehre<br />
Verflogen ist der Nebel<br />
Zur&#252;ck bleibt Menschenleere</p>
<p>Geschlagen ist die Schlacht<br />
Zerschmettert sind die Heere<br />
Ich hab mich umgebracht<br />
F&#252;r Vaterland und Ehre</p>
<p>Zerschellt sind Bombenflieger<br />
Es schweigen die Motoren<br />
Mein Krieg kennt keine Sieger<br />
Denn alles ist verloren</p>
<p>Zerrissen sind die Fahnen<br />
Die Erde ist verbrannt<br />
Dies soll mich ewig mahnen<br />
Dass ich mich selbst verkannt`</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Stein</title>
		<link>http://www.endlosrekursion.de/45/der-stein/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Nov 2007 19:02:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wowik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer Tiefe in das Wort bringen will muss die Sprache in H&#246;hen treiben. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit tausend Jahren liegt ein Stein<br />
in brauner Erdenkruste<br />
Schlief starr und still wie ein Stein,<br />
dass niemand von ihm wusste</p>
<p>An Sonnentagen ist ihm hei&#223;,<br />
in klaren N&#228;chten kalt<br />
Im Winter &#252;berzieht das Eis<br />
die raue Felsgestalt</p>
<p>Die Sonne strahlt hoch &#252;ber ihm<br />
und teilt mit ihm das Licht<br />
Selbst ein Liedchen singt sie ihm,<br />
doch ewig h&#228;lt dies nicht</p>
<p>Er sah die Sonne untergehen<br />
und mit ihr eine Welt<br />
Er sah das Leben fortbestehen<br />
unter blauem Himmelszelt<span id="more-45"></span></p>
<p>Er sah Winde vorw&#228;rts wehen<br />
und Tr&#228;ume j&#228;h vergl&#252;hen<br />
Sah Totgeglaubte auferstehen<br />
und zarte Blumen bl&#252;hen</p>
<p>Und wie die Jahre so vergehen,<br />
w&#228;scht ihn der Regen rund<br />
Er muss verweilen ungesehen,<br />
wie wird das Herz ihm wund</p>
<p>Es hebt ihn auf des Schicksals Hand<br />
und schleudert ihn hinfort<br />
durch die Luft und &#252;bers Land,<br />
an einen feuchten Ort</p>
<p>In kalte Fluten sinkt er ein,<br />
hinab in finstere Tiefe<br />
Starr und still scheint er zu sein<br />
fast so als ob er schliefe</p>
<p>Es winkt ein heller Sonnenstrahl<br />
mit w&#228;rmster Freundlichkeit<br />
Und gr&#252;&#223;t den Stein ein letztes Mal -<br />
getrennt f&#252;r alle Zeit</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gewalt ist meine L&#246;sung!</title>
		<link>http://www.endlosrekursion.de/34/gewalt-ist-eine-loesung/</link>
		<comments>http://www.endlosrekursion.de/34/gewalt-ist-eine-loesung/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Nov 2007 16:25:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wowik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.endlosrekursion.de/34/gewalt-ist-eine-loesung/</guid>
		<description><![CDATA["Einst hatte ich an Versen Spa&#223;
und trefflich` W&#246;rterspielen
doch mir scheint dass ich verga&#223;
mit Worten gut zu zielen."
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Kraft flie&#223;t aus dem Munde?<br />
Was stochert dir in offener Wunde?<br />
Was weckt den Geist in dunkler Stunde?<br />
Was steht mit Aggression im Bunde?</p>
<p>Was ist die pure Schaffenskraft?<br />
Was ist der Dichtung Lebenssaft?<br />
Was kann dich schlagen,<br />
ganz ohne Schmerzen?<br />
Was darfst du wagen?<br />
Was kommt von Herzen?<span id="more-34"></span></p>
<p>Was ist hart wie Eisenerz?<br />
Was ist teurer als ein Nerz?<br />
Was kann stechen, bei&#223;en, pr&#252;geln?<br />
Was l&#228;sst sich nicht vom Kleingeist z&#252;geln?</p>
<p>Was kann Gebirg` und Berg verr&#252;cken?<br />
Was kann Herr`n und Knecht begl&#252;cken?<br />
Was kann Genie und Narr entz&#252;cken?<br />
Was kann man nicht an B&#228;umen pfl&#252;cken?</p>
<p>Wovon ich spreche dergestalt?<br />
Wohlan, ich nenn` es – Wortgewalt.</p>
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