blaue Augen
Meine Tränen sterben
einen ungeborenen Augenwinkeltod.
Letzte Blickberührung auf Luftbrücken,
dann Untergang der Wimpern,
nach dem glänzenden Pupillenvollmond,
die blinde Nacht fragt,
nach Sonnenaugentagen.
Kalender unserer Liebe fliegen
mit abgerissenen Flügeln davon,
scheuchen Schmetterlinge auf,
flatternde Erinnerung im Flimmern des Abschieds.
Schönheit schlägt nur im Flug,
denkt mein brachliegendes Herz.
Sternschnuppenverhagelte,
qualenbekränzte Nacht,
lidloser Gestirne,
wenn der Nachbar sich bekreuzigt
und zur Sterbensruhe legt,
klaube ich vom Boden
deine Berührungen,
die wie ungeöffnete Briefe sind.
Wiedersehen unter Lichtern und Leuten,
unsere tränenvergilbten Augen,
handschriftlich in Schwarz-Weiß,
brennen in grellbunten Farben ab.
Betrogene Worte zeigen deine Angst
als den Aderlass meiner Sehnsucht.
Ich würde deine blauen Augen gerne vergessen.
Leben
Alltagsproblem eines Menschen der sich entschlossen hat zu sein
und doch
immer wieder
die sehnsucht nach dem Unstetigen
Sehnsucht nach dem Unkonventionellen und Undurchsichtigen
Sehnsucht nach dem Unerreichbaren und dem Schmerz
der ihn so lange am Leben gehalten hat
Leben ist Treiben – es fließen nur die Wasser
Nacht
Am Tag, wo alles Leben waltet,
Mich Fremde niederdrückt
Wo Licht mein Bild mir ausgestaltet
Und kein Gedanke glückt
Am Tag, wo alles summt und singt
Und Sinne mich verleiten
Wo mir kein Wort, kein Satz gelingt
Und Zweifel mich begleiten
Am Tag, wo alles kriecht und fließt
Will Stumpfsinn auf mir reiten
Wo mich die Welt mit sich begießt
wird Wahnsinn sich verbreiten
Am Tag, wo alles springt und lacht
Und mir die Sprache fehlt
Hab` ich den Tag zur Nacht gemacht
Die Nachtbraut auserwählt Weiterlesen »
Ewigkeit
Du stießest mich hart von dir ab
In den Kreis der Zeit
Du ließest mich von dir herab
O holde Ewigkeit
Warum fiel ich aus deinem Schoß
In die Welt hinein
Warum nur ließest du mich los
Wie einen heißen Stein Weiterlesen »
Der gute Krieg
Urd: „Wohlan mein Krieger wohin des Weges? Gerüstet, Schwert und Schild zur Hand, auf der Suche nach dem guten Kampf, nach dem guten – Krieg. All die Beschwerlichkeiten, die Umstände, die Widrigkeiten, der Hunger, die Kälte, ach, den tapferen Krieger mag dies nicht scheren, recht so, auf, auf, der Feind naht.“
Tyr: „Wahrlich, ich irre durch die Lande, auf der Suche nach dem Feind, nach dem gerechten Kampf nach dem guten – Krieg. Vielleicht, mein Freund, lauert er dort auf dem Berg, im finsteren Wald oder hier im Gestrüpp, der Feind, meine Gelegenheit, mein Ruhm, mein Sieg. Siege pflücken und Feinde begraben, das ist meine Vorsehung.“weiter… Weiterlesen »
Die Endlosrekursion
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