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	<title>Endlosrekursion &#187; Blog</title>
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		<title>Stallgeruch</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 13:25:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Menachem</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Randthema?

In der letzten GEO Nr. 43 steht dazu:
„Wie man sich oben bewegt, das lernt man nur, wenn man in diesem Milieu aufgewachsen ist und dessen Codes kennt. Da geht es um den richtigen Habitus, Souver&#228;nit&#228;t und Selbstbewusstsein, den richtigen Dress- und Verhaltenscode“, so Eliteforscher Michael Hartmann. Und:
„ …dass man in Deutschland, um Spitzenmanager zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify">Ein Randthema?</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">In der letzten GEO Nr. 43 steht dazu:</p>
<p style="text-align: justify">„Wie man sich oben bewegt, das lernt man nur, wenn man in diesem Milieu aufgewachsen ist und dessen Codes kennt. Da geht es um den richtigen Habitus, Souver&#228;nit&#228;t und Selbstbewusstsein, den richtigen Dress- und Verhaltenscode“, so Eliteforscher Michael Hartmann. Und:</p>
<p style="text-align: justify">„ …dass man in Deutschland, um Spitzenmanager zu werden, vor allem eines braucht – die richtige Herkunft“</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Das Rennen an die Spitze beginnt schon sehr fr&#252;h:</p>
<p style="text-align: justify">„NORMALERWEISE m&#252;ssen Arbeiterkinder deutlich bessere Leistungen erbringen als Akademikerkinder, um eine Gymnasialempfehlung zu bekommen“, weiter:</p>
<p style="text-align: justify">„W&#228;hrend bei Akademikerkinder schon 537 Punkte ausreichen, &#252;berzeugen Arbeiterkinder  ihre Lehrer erst bei 614 Punkten“</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Ein Vergleich von M. Hartmann aus 6300 Promotionen ergibt:</p>
<p style="text-align: justify">„Der Sohn eines leitenden Angestellten mit einer Promotion in Jura, Ingenieur oder Wirtschaftswissenschaften hat eine ZEHNMAL so gro&#223;e Chance in die F&#252;hrungsebene…“,</p>
<p style="text-align: justify">Noch deutlicher wird dies lt. M. Hartmann:</p>
<p style="text-align: justify">„ War der Vater selbst schon Vorstandsmitglied oder Gesellschafter eines gro&#223;en Unternehmens, so hat dessen Sohn sogar eine 17-mal so gro&#223;e Chance…“</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Zu konstatieren ist, dass seit dem angeprangerten Bildungsnotstand 1964 sich die Anzahl der Abiturienten von 10% auf 44% erh&#246;ht hat. Doch, und das ist meine Frage, ist das wirklich der Anfang einer Wende?</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Ich glaube nicht und denke, das der Kreislauf der gesellschaftlichen Klasse und Stellung dort aufh&#246;rt, wo er begonnen hat. Wenn tats&#228;chlich Arbeiterkinder durch bessere Bildungschancen die n&#228;chste  gesellschaftliche Stufe erreichen, f&#252;hrt trotzdem der Weg der Kinder oder Kindeskinder wieder in die Arbeiterklasse zur&#252;ck.</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Ein sehr komplexes Thema, das sich hier nur ansatzweise anrei&#223;en l&#228;sst.</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Schaue sich doch jeder Mal selbst in seinen Bekannten- und Verwandtenkreis um. Wo stehen die heute 30-j&#228;hrigen? Wo stehen ihre Eltern? Wo standen die Gro&#223;eltern? Wieviel % werden die Klasse dauerhaft wechseln k&#246;nnen?</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">In den guten wirtschaftlichen Nachkriegsjahren war es f&#252;r die Arbeiterkinder nicht sonderlich schwer, infolge von Arbeitskr&#228;ftemangel und relativ guter Ausbildung Stufe um Stufe in der Gesellschaft aufzusteigen. Heute reicht eine „relativ gute“ Ausbildung f&#252;r den Klassenerhalt nicht mehr aus. Das sehen scheinbar auch die Eltern so, die ihre Kinder schon im Kindergarten chinesisch lernen lassen, und ihr halbes Monatseinkommen in die Privatschulen ihrer Kinder investieren. Ein eigenes Thema, aber doch mit vielen &#220;berschneidungen zu diesem hier.</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Eine andere Behauptung von mir, &#252;ber Funktion und Scheitern des falschen und richtigen Stalls und Stallgeruchs:</p>
<p style="text-align: justify">Im dritten Reich scharrte Hitler M&#228;nner um sich, die seinem Stall und Geruch entstammten und somit erst die Schaffung des Regimes erm&#246;glichten. Die Codes sind in jeder Klasse anders, aber dem Klassenangeh&#246;rigen vertraut, zu dem eine Herkunftsbindung besteht, ein Verbundensein, Vertrautheit. M&#228;nner aus diesem Stall, kaum f&#228;hig zur eigenen Reflektion, zutiefst Lebensunsicher und an den Lippen h&#228;ngend charismatischen und lauten Worten folgen, die jede eigene Verantwortung durch Befehlsgehorsam ersetzen, u.s.w. stellten das Gewaltsystem.</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">15 Jahre lang, davon gef&#252;hlte 1500 Jahre zu lang. Gescheitert, wie die meisten &#196;nderungsversuche der gesellschaftlichen Systeme. Flower Power, RAF oder Kommunismus. Heute herrscht wieder der Adel, mit den geneideten Empork&#246;mmlingen, dessen Fall man geduldig in der Herde des eigenen Stalles abwartet</p>
<p style="text-align: justify">Was ist das hier? Ein Ph&#228;nomen, eine Vermutung, eine Regel oder ein Gesetz mit nur scheinbaren Ausnahmen?</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Und im Sinne dieses Beitrages ergibt sich doch eine ganz besondere Bedeutung f&#252;r die Fragen:</p>
<p style="text-align: justify">„Wo komme ich her“ – „ Wo gehe ich hin“</p>
<p style="text-align: justify">
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		<title>Nichtigkeiten I</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Aug 2009 17:07:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wowik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Damit mal wieder etwas Leben in die Bude hier kommt gibt es im Folgenden eine Kurzgeschichte aus der Reihe &#8220;Nichtigkeiten&#8221; zu lesen. Zerst&#246;rerische und erbauliche Kritiken sind gleicherma&#223;en willkommen. Kleine Rechtschreibfehler d&#252;rften sich finden lassen.
Nichtigkeiten – Die Kerze
Die Kerzenflamme zuckte ein wenig, als ob jemand von der Seite mit zu schwachem Atem dagegen gepustet h&#228;tte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Damit mal wieder etwas Leben in die Bude hier kommt gibt es im Folgenden eine Kurzgeschichte aus der Reihe &#8220;Nichtigkeiten&#8221; zu lesen. Zerst&#246;rerische und erbauliche Kritiken sind gleicherma&#223;en willkommen. Kleine Rechtschreibfehler d&#252;rften sich finden lassen.</p>
<p><strong>Nichtigkeiten – Die Kerze</strong></p>
<p>Die Kerzenflamme zuckte ein wenig, als ob jemand von der Seite mit zu schwachem Atem dagegen gepustet h&#228;tte, jedoch befand sich niemand in der N&#228;he dessen Lungen diesen Luftsto&#223; h&#228;tten hervorbringen k&#246;nnen, sodass man, aus einem Mangel an anderen, ersichtlichen Ursachen, die augenblickliche Unruhe der Flamme, auf undichte Fenster, eine offene T&#252;r oder – was am wahrscheinlichsten schien – auf eine zuf&#228;llige Verwirbelung der Raumluft zur&#252;ckf&#252;hren musste, welche nur einen Moment lang, die ruhige Gleichm&#228;&#223;igkeit, mit der die Flamme ihren feurigen Tanz aufzuf&#252;hren pflegte, gest&#246;rt hat; der mysteri&#246;se Windzug verschwand ebenso pl&#246;tzlich wie er aus der Tiefe des Zimmers herbei gest&#252;rmt war.</p>
<p>Stolz und aufrecht, geradezu majest&#228;tisch reckte sich die gelbe Flammenspitze in die H&#246;he, wie ein Pfeil des Lichts der in der fr&#252;habendlichen Dunkelheit steckte, indessen hielt sich der bl&#228;uliche Unterleib der Flamme an dem gekr&#252;mmten, schwarz-verkohlten Docht fest und verhinderte, dass sich Feuer und Kerze verlieren konnten. Trotz aller M&#252;hsal: das Zimmer war zu gro&#223;, die Decke zu hoch, die Dunkelheit zu gefr&#228;&#223;ig, als dass eine einzelne Kerze den Raum h&#228;tte erhellen k&#246;nnen, die Kraft des weichen Lichts, welches in unmittelbarer N&#228;he der Kerze, die h&#246;lzerne, nackte Tischplatte bedeckte, reichte kaum aus, um das m&#228;chtige, ovale M&#246;belst&#252;ck g&#228;nzlich auszuleuchten. Sitzgelegenheiten die rund um den Tisch angeordnet waren, erfasste das Auge nur als schattenhafte Schemen, deren Ausma&#223;e man absch&#228;tzen konnte ohne allerdings die exakte Beschaffenheit zu erkennen. Anhand der Form der Umrisse lie&#223; sich wohl sagen, dass es sich mindestens um einen Sessel handeln musste, der dort am Ende des Tisches stand. Alles, was sich hinter diesen Umrissen, die gerade noch vom sp&#228;rlichen Kerzenlicht in einen dunklen Grauton geh&#252;llt wurden, befand, blieb dem menschlichen Auge verborgen; die riesenhaften Eichenschr&#228;nke welche im Hintergrund an der Wand lehnten, waren die stillen, unsichtbaren und zudem einzigen Beobachter des &#252;beraus bescheidenen Lichtspektakels.</p>
<p>Wo sind sie hin? Die lebendigen Zuschauer, die and&#228;chtig, wenigstens aber schweigend um den Tisch versammelt sitzen sollten, um mit den Augen, die schlangenhaften Bewegungen der Flamme zu verfolgen. Die Sitzgelegenheiten waren leer.</p>
<p>Wozu hat man sie entz&#252;ndet? Wer hat das R&#228;dchen am Gasfeuerzeug gedreht, das die Kerze zur Pflicht rief, sie aus dem Tiefschlaf weckte; wessen Hand hat den zwischen Daumen und Zeigefinger geklemmten Streichholz gef&#252;hrt, dessen pechschwarzer Kopf, sanft den Docht k&#252;sste und der Kerze Licht schenkte.</p>
<p>Das Weihnachtsfest? Ein Adventssonntag? Aber die Kerze stand nicht gemeinsam mit ihren drei Schwestern im Adventskranz, noch war sie auf Tannennadeln gebettet, sie stand f&#252;r sich allein, auf einen eisernen Kerzenst&#228;nder gespie&#223;t, von Nacht und Nichts umgeben.</p>
<p>Kaffee und Kuchen. Hat man die Kerze entz&#252;ndet, um Sahnetorten und Streuselkuchen in einen mattgelben Glanz zu tauchen oder etwa, damit sie ein geselliges Beisammensein mit ihrem gold-schimmernden Schein begleitet? Doch wo waren die leeren Teller, die halb gef&#252;llten Kuchenplatten, die dampfenden Tee- und Kaffeetassen, wo waren die zerkn&#252;llten, die zusammengefalteten und unter den Tellerrand gesteckten Servietten, wo war die Dose mit dem Zucker? Der Tisch war l&#228;ngst abger&#228;umt, keine Kuchenkr&#252;mel, keine Kaffeeflecken konnten Auskunft &#252;ber die Ereignisse der letzten Stunden geben.</p>
<p>Die Sitzpolster waren noch warm. Ist der Strom ausgefallen? Hatten Arbeiter mit einer Baumaschine ein elektrisches Kabel im Erdboden gekappt? Hat ein Sturm die filigranen Gerippe der Strommasten umgeworfen und die Hochspannungsleitungen zerfetzt? Nichts dergleichen; man h&#246;rte ja die Elektrizit&#228;t deutlich durch die Leitungen flie&#223;en. Hat man die Kerze umsonst angez&#252;ndet? Man sagt, offene Flammen sollte man niemals unbeaufsichtigt lassen.</p>
<p>Sie brannte und niemand sah sie brennen, entz&#252;ndet und vergessen. Sie war unter ihresgleichen als man sie aus der Pappschachtel zog. Warum sie? Sie lag obenauf, ansonsten war es reiner Zufall, eine Kerze war so gut wie die andere, wenn sie nur ihren Zweck erf&#252;llte; dass sie brennen konnte machte sie austauschbar, beliebig. Ein Obelisk aus Wachs; als der Docht noch wei&#223; war, verj&#252;ngte sich die schlanke, satt-rote Kerze nach oben hin, sodass eine Spitze, einer Krone gleichend, auf ihrem Kopf sa&#223;. Die Hitze der Flamme lie&#223; diese Spitze verdampfen und stumpfte die Oberseite der Kerze ab. Der Docht ragte nun aus einem See von geschmolzenem Wachs, winzige, schwarze Ru&#223;partikel schwammen darin, auch die R&#228;nder, die die Fl&#252;ssigkeit umschlossen und wie kleine Staud&#228;mme ein Auslaufen des fl&#252;ssigen Wachses verhinderten, wurden weicher und weicher; sie gaben nicht nach – noch nicht.</p>
<p>Die Kerze wusste, dass sich der Sinn ihres Daseins in der Lichtspende erf&#252;llte; aber ach, es war niemand da, der die Hand aufhielt um ihre Gaben zu empfangen, wem wollte man seine Geschenke &#252;berreichen, wenn keiner etwas nehmen mochte? Weil sich im Lebenslicht das &#252;ber ihrem Kopf loderte, nicht nur ihr Sinn erf&#252;llte, sondern auch ihr Ende beschlossen war; weil sie geschaffen wurde um zu dienen, ihr jedoch keine Aufgabe zukam und sie sich also einsam verzehren musste, wurde sie tr&#252;bselig, sodass schon bald die noch stabilen Begrenzungsr&#228;nder, welche das fl&#252;ssig gewordene Wachs, das sich um den Docht herum, in bedrohlicher Menge sammelte, am &#252;berschwappen hinderten, von dieser Tr&#252;bseeligkeit angesteckt wurden, auf die Knie fielen und sich schlie&#223;lich im Fluss des Wachses aufl&#246;sten, eins damit wurden.</p>
<p>Dicke Wachstropfen l&#246;sten sich aus der warmen Gemeinschaft ihrer Fl&#252;ssigkeit; ob es sich dabei um Schwei&#223;perlen oder Tr&#228;nen der Kerze handelte, war nicht auszumachen. Der erste Tropfen st&#252;rzte sich eilig an der glatten Kerzenflanke hinunter, verlangsamte sein Tempo, blickte hinter sich, war verdutzt, dass ihm seine Kameraden nicht folgten, wurde in seinen Bewegungen allm&#228;hlich zaghaft und hielt letztlich inne; noch einige wenige Zentimeter trennten ihn vom Erdboden; er blickte nach oben, von wo er gekommen war, sah die wei&#223;liche Spur die er auf dem Rot der Kerze hinterlassen hatte und erwartete sehns&#252;chtig, dass ihm der ein oder andere Artgenosse versp&#228;tet folgen w&#252;rde.</p>
<p>Fast hatte er jegliche Hoffnung aufgegeben, als drei, vier, f&#252;nf weitere Tropfen furchtlos &#252;ber den Kerzenrand sprangen; jetzt wusste er, dass alles seine Ordnung hatte, dass alles gut w&#252;rde, wenn man blo&#223; zusammen unten ank&#228;me, daher holte er einigen Schwung, um den Rest des Weges geschwind herab zu flie&#223;en, wie vorhin, doch  – vergeblich, er war hart geworden und r&#252;hrte sich keinen Millimeter von der Stelle. So erging es manchen Tropfen, zumeist jenen &#228;ngstlichen und z&#246;gerlichen Naturen, die mitten auf dem Weg anhielten, zur&#252;ckblickten, abwarteten; sie machten die glatte, jugendliche Haut der Kerze runzelig und lie&#223;en sie dadurch vorschnell altern.</p>
<p>Die ersten Wachstropfen die am Fu&#223;e der Kerze angelangten, versammelten sich auf dem vorspringenden Podest des Kerzenst&#228;nders und verfestigten sich dort. Die Kerze schrumpfte gem&#228;chlich aber unaufhaltsam, immer neue Tropfen rollten an ihr herab und zeichneten Narben auf ihre Oberfl&#228;che. Der kleine Teller des Kerzenst&#228;nders auf welchem die Kerze steckte und der die Aufgabe hatte, tropfendes Wachs davon abzuhalten, die Tischplatte zu beschmutzen, war bereits unter angetrockneten Wachsmassen begraben, sodass er unf&#228;hig war, seinen Dienst weiter auszu&#252;ben und ohnm&#228;chtig mit ansehen musste, wie der n&#228;chste Wachstropfen, der an der Kerze herunter raste, &#252;ber seine verh&#228;rteten Genossen hinweg, auf den Tisch zu fallen drohte.</p>
<p>Und tats&#228;chlich, der Tropfen purzelte bis zum &#228;u&#223;ersten Rand des Tellers und zerplatzte Wimpernschl&#228;ge sp&#228;ter, nachdem es zun&#228;chst so ausgesehen hatte, als h&#228;tte er sich aus Furcht vor dem Aufprall gegen den Absprung entschieden, auf der blanken, k&#252;hlen Tischplatte, auf der er sich sogleich zu einem starren Schlaf bettete.</p>
<p>Jemand hatte vergessen eine Tischdecke oder zumindest einen Teller unter den Kerzenst&#228;nder zu stellen, um das edle, empfindliche Holz vor den hei&#223;en Fl&#252;chtlingen zu sch&#252;tzen. Viele schafften es nicht, nur wenige, vielleicht ein halbes Duzend Wachstropfen erreichten die Tischoberfl&#228;che.</p>
<p>Man konnte von Gl&#252;ck sagen, dass die Kerze so alleine auf ihrem St&#228;nder brannte, denn w&#252;rde sie inmitten eines Adventskranzes gebrannt haben, so h&#228;tten sich bald die ersten, trocknen Tannennadeln an ihr entz&#252;ndet. In Windeseile h&#228;tte sich das Feuer auf den toten Zweigen ausgebreitet, schon h&#228;tte Brandgeruch das Zimmer erf&#252;llt und die Plastikverzierungen beg&#228;nnen zu Schmelzen und um kurz darauf von gr&#252;nlichen Flammen verzehrt zu werden. Vielleicht w&#228;re der Kranz einfach abgebrannt, man h&#228;tte Tags darauf die verkohlten Zweige gefunden, die Tischplatte w&#228;re von den Flammen geschw&#228;rzt worden, man w&#252;rde sich erschrocken haben, sich geschworen haben, k&#252;nftig besser auf offene Flammen acht zugeben, h&#228;tte endlich den Tisch zum Fr&#252;hst&#252;ck gedeckt und bereits beim Abpellen der Eierschalen das n&#228;chtliche Feuer vergessen.</p>
<p>M&#246;glicherweise h&#228;tte sich aber auch der Tisch durch die starke Hitzeentwicklung entz&#252;ndet, wom&#246;glich w&#252;rde auf dem Tisch ausgebreitetes Geschenkpapier dem Feuer bei seinem Raubzug geholfen haben. Zuerst h&#228;tte der Tisch in hellen, rauschenden Flammen gestanden, dann die Sessel, die Gardinen, die Schr&#228;nke, der Weihnachtsbaum, das Zimmer, die gesamte Etage. Die Fenster w&#228;ren aus den Rahmen geplatzt, die frische Luft lie&#223;e das Feuer wilder und wilder werden. Dicker, bei&#223;ender Rauch h&#228;tte sich auf Zehenspitzen durch die R&#228;ume geschlichen, durch Schl&#252;ssell&#246;cher und T&#252;rspalten gezw&#228;ngt, w&#228;re ohne anzuklopfen, auf leisen Sohlen, in die friedlichen, vom Mondlicht erf&#252;llten Schlafzimmer gedrungen, h&#228;tte sich seinen Weg durch die halb ge&#246;ffneten M&#252;nder und Nasenl&#246;cher, in die Lungen der Schlafenden gebahnt und – um sie vor dem grausamen Feuertod zu retten – in einen ewigen, ozeanisch tiefen Schlaf gewiegt.</p>
<p>Jedenfalls war heute nicht Weihnachten, weshalb die Kerzenflamme vergeblich nach trockenen Tannenzweigen um sich griff. Die Kerze hatte merklich an Gr&#246;&#223;e und F&#252;lle verloren, ihre gerade, gesunde Statur, hatte sich in einen verkr&#252;ppelten, greisenhaften K&#246;rper verwandelt; eine Seite hing nach unten, sodass das Wachs ungebremst wie aus einer Wunde, aus ihr heraus lief, die Substanz des k&#252;mmerlichen Kerzenrestes war weich und musste jede Sekunde endg&#252;ltig zusammenfallen, den Docht unter Wachsmassen begraben und sich auf diese Weise ihr eigenes Licht ausl&#246;schen.</p>
<p>Sie war ganz unten angekommen; die Flamme richtete sich letztmalig auf, hoch auf; der verbliebene Rest an Energie wurde m&#252;hevoll mobilisiert. nicht nur gr&#246;&#223;er wurde die Flamme sondern auch heller, beinahe h&#228;tte man das Muster der Sesselbez&#252;ge erkennen k&#246;nnen, doch schon waren die Kr&#228;fte verbraucht, die Kerze war zerflossen, die Flamme wurde von Fluten fl&#252;ssigen Wachses ers&#228;uft – es wurde dunkel.</p>
<p>Morgen wird man einige Umst&#228;nde haben, der Kerzenst&#228;nder muss von der zerlaufenen Kerze, die seinen zylinderf&#246;rmigen K&#246;rper mit ihren roten, gebrechlichen Armen umspannte, befreit werden. Der unter Wachsbergen versch&#252;ttete Metalldorn auf dem Teller des Kerzenst&#228;nders muss freigelegt werden. Die vereinzelten Wachstropfen m&#252;ssen von der Tischplatte gekratzt werden, vorsichtig, damit das Holz nicht besch&#228;digt wird. In der Pappkiste liegt eine neue Kerze bereit, den Platz der alten einzunehmen, gro&#223;, schlank und von strahlender roter Farbe ist sie; ein schneewei&#223;er, langer Docht ziert ihr Haupt – sie steht ihrer Vorg&#228;ngerin in nichts nach.</p>
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		<title>Entsozialisierung</title>
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		<pubDate>Thu, 14 May 2009 19:20:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Menachem</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Wort, jetzt im Fernsehen geh&#246;rt, hat mich nur zum stummen und zustimmenden Nicken bewegt.
Heute flie&#223;t die Hilfe zur materiellen Lebenshilfe aus einem anonymen Hahn des &#252;ber Elster (Elektr. Steuer) gespeisten Gemeinschaftstopfes &#8211; entpersonifiziert &#8211; zu einer HartzIV-Nummer &#8211; entindividualisiert.
Entsolidarisiert &#8211; der Mensch -  auch im web. Nur eine www-seite oder ein @-Name.
Wo und wann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Wort, jetzt im Fernsehen geh&#246;rt, hat mich nur zum stummen und zustimmenden Nicken bewegt.</p>
<p>Heute flie&#223;t die Hilfe zur materiellen Lebenshilfe aus einem anonymen Hahn des &#252;ber Elster (Elektr. Steuer) gespeisten Gemeinschaftstopfes &#8211; entpersonifiziert &#8211; zu einer HartzIV-Nummer &#8211; entindividualisiert.</p>
<p>Entsolidarisiert &#8211; der Mensch -  auch im web. Nur eine www-seite oder ein @-Name.</p>
<p>Wo und wann wird virtuelles Verhalten reales treffen?</p>
<p>Und bei all dem Niemand mehr &#8211; dem man in die Augen schauen muss.</p>
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		<title>Wof&#252;r im 21. Jahrhundert get&#246;tet wird</title>
		<link>http://www.endlosrekursion.de/474/wofuer-im-21-jahrhundert-getoetet-wird/</link>
		<comments>http://www.endlosrekursion.de/474/wofuer-im-21-jahrhundert-getoetet-wird/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 12 Apr 2009 14:18:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Menachem</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.endlosrekursion.de/?p=474</guid>
		<description><![CDATA[nennt Harald Welzer sein Buch. Die Klimaver&#228;nderung mit der Folge der sich ver&#228;nderten Lebensr&#228;ume- und bedingungen, wie Wasser, Hunger, Rohstoffe, Bildung, soziale Ungleichheiten &#8230;
Die Vorboten zu diesem Szenario sind nicht zu &#252;bersehen. Somalia &#8211; Pirateri. Arme holen sich von Reichen &#8211; mit Gewalt und stark wachsender Tendenz. England &#8211; ein 9 und 11-j&#228;hrige Sch&#252;ler. Mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>nennt Harald Welzer sein Buch. Die Klimaver&#228;nderung mit der Folge der sich ver&#228;nderten Lebensr&#228;ume- und bedingungen, wie Wasser, Hunger, Rohstoffe, Bildung, soziale Ungleichheiten &#8230;</p>
<p>Die Vorboten zu diesem Szenario sind nicht zu &#252;bersehen. Somalia &#8211; Pirateri. Arme holen sich von Reichen &#8211; mit Gewalt und stark wachsender Tendenz. England &#8211; ein 9 und 11-j&#228;hrige Sch&#252;ler. Mit brutalster Gewalt schlagen und foltern sie zwei Mitsch&#252;ler, die nur mehr durch Zufall &#252;berleben. Ein in England mittlerweile vielerorts gegenw&#228;rtiges Problem. Israel &#8211; Gaza. Mit chemischen Waffen gegen Zivilbev&#246;lkerung. Unf&#228;higkeit zur Krisenbew&#228;ltigung. Eine eigene Trag&#246;die der ganz besonderen Art.</p>
<p>Und da sind die zwei Nachbarjungs, gerade 30 geworden. Sympathisch, herzensgut, freundlich, haarlos glattrasiert. Nach der Hauptschule haben sie ihre Lehre gemacht, der eine Kaufmann, der andere Elektriker. Jetzt sind sie selbst&#228;ndig, um sich ihren Traum vom dicken Auto, Haus und Familie zu erf&#252;llen. Sie verkaufen ihre Muskelkraft am Bau. Arbeit finden sie dort noch, weil einer auf den Baustellen der deutschen Sprache, zumindest in Wort, m&#228;chtig sein sollte. Von dem kargen Lohn werden sie heute und morgen kein dickes Auto fahren, viel weniger noch, f&#252;r sp&#228;ter vorsorgen k&#246;nnen. F&#252;r jede Umorientierung sind sie k&#246;rperlich noch zu stark.  Aber wie wird sich ihre Wurt kanalisieren, wenn sie feststellen, das ihr Traum nur ein unerf&#252;llbarer Traum ist?</p>
<p>Der Mensch gilt mit als das anpassungsf&#228;higste Gesch&#246;pf. Ich hoffe, das ihm diese Eigenschaft nie abhanden kommt.</p>
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		<title>Blutschuld II &#8211; Die Maschine</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 04:18:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wowik</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In spiralf&#246;rmigen Linien, scheinbar desorientiert, bahnte sich eine gew&#246;hnliche Stubenfliege ihren m&#252;hevollen Weg durch die bleierne, schon von vielen Lungen geatmete Luft, die z&#228;h und schmierig, einem unsichtbaren Pudding &#228;hnelnd, die R&#228;umlichkeiten erf&#252;llte. Die R&#228;ume erstreckten sich ins Unendliche, war das Ende eines Raumes endlich erreicht, f&#252;hrte eine metallene T&#252;r sogleich in den n&#228;chsten Raum, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In spiralf&#246;rmigen Linien, scheinbar desorientiert, bahnte sich eine gew&#246;hnliche Stubenfliege ihren m&#252;hevollen Weg durch die bleierne, schon von vielen Lungen geatmete Luft, die z&#228;h und schmierig, einem unsichtbaren Pudding &#228;hnelnd, die R&#228;umlichkeiten erf&#252;llte. Die R&#228;ume erstreckten sich ins Unendliche, war das Ende eines Raumes endlich erreicht, f&#252;hrte eine metallene T&#252;r sogleich in den n&#228;chsten Raum, der die Ausma&#223;e des vorherigen zumeist noch &#252;bertraf, dies hatte zumindest die bisherige Erfahrung der Fliege gezeigt und weil der nun vor ihr liegende Korridor derart lang war, dass man die T&#252;r am Ende nur als einen winzigen grauen Punkt, der sich kaum von der wei&#223;en Wand abhob, wahrnehmen konnte, entschloss sich das Insekt auf einem quaderf&#246;rmigen, blechernen Kasten, der ein leises, unregelm&#228;&#223;iges Brummen und Quietschen von sich gab, zu landen.</p>
<p>Die Fliege h&#228;tte selbstverst&#228;ndlich auch auf dem Boden, an der Wand, an nahezu jedem beliebigen Platz landen k&#246;nnen, doch dieser vibrierende Blechquader, der &#252;berhaupt der erste Einrichtungsgegenstand war, den die Fliege, seit sie in diesen Geb&#228;udekomplex geraten ist, zu Gesicht bekommen hatte, strahlte eine eigenartige, geradezu geheimnisvolle Anziehung aus. Jedenfalls konnte eine Rast, eine Pause, wom&#246;glich gar ein kleines Schl&#228;fchen, zum jetzigen Zeitpunkt nicht falsch sein; weit und breit waren keine Feinde in Sicht, au&#223;erdem konnte die Fliege nicht wissen, wie lange sie noch umherfliegen m&#252;sste, um einen Ausgang, einen L&#252;ftungsschacht, eine offene T&#252;r oder ein angekipptes Fenster zu finden, das sie aus den R&#228;umen f&#252;hrte.</p>
<p>Die Fliege ber&#252;hrte die Oberseite des Quaders mit all ihren sechs behaarten Beinchen gleichzeitig und war &#252;berrascht, wie warm der metallische Untergrund doch war. Sie tastete sich weiter vorw&#228;rts; auf der Suche nach einem gesch&#252;tzten Platz, einer Nische im Verborgenen, bemerkte sie, dass Spalten, l&#228;ngliche &#214;ffnungen den Boden unterbrachen; erst nach genauerer Untersuchung erkannte die Fliege, dass es sich offensichtlich um L&#252;ftungsschlitze handelte, die ins Innere des Quaders f&#252;hrten.</p>
<p>Sie h&#228;tte den Luftzug, der aus den &#214;ffnungen str&#246;mte, eigentlich sp&#252;ren m&#252;ssen, ein bedrohlicher, hei&#223;er Wind, der jedem die Warnung ins Gesicht blies: ‚Ein Ventilator arbeitet hinter dem Schutzgitter, seine Rotorbl&#228;tter sind scharf wie Messer und schneiden stets im Schatten, man sieht sie nicht von au&#223;en, aber man kann sie wohl h&#246;ren.’</p>
<p>Die Fliege kroch an die &#214;ffnung heran, steckte den Kopf hinein und sah nichts; in ihrer unvorsichtigen Neugier zw&#228;ngte sie auch den Rest ihres K&#246;rpers durch das L&#252;ftungsgitter.</p>
<p>Die Rotorbl&#228;tter des Ventilators drehten sich zu schell, als dass der primitive Organismus der Fliege noch irgendwie h&#228;tte registrieren k&#246;nnen, dass ihr Leib im Begriff war durch eine gewaltige, unnachgiebige Kraft zerschmettert zu werden; sie sp&#252;rte nichts davon; und war sie noch vor einigen Hundertstelsekunden, ein aus der N&#228;he betrachtet, zwar h&#228;ssliches, aber zugleich sehr lebhaftes Gesch&#246;pf, so war sie jetzt lediglich ein gelblicher Brei, der sowohl an den Rotorbl&#228;ttern, als auch an den Innenseiten des Ventilatorengeh&#228;uses klebte, und der in den n&#228;chsten Stunden einfach , wie ein Tropfen Wasser, hinweg trocknen w&#252;rde.</p>
<p>Der Blechquader war in Wirklichkeit keiner, lediglich die d&#252;nnen Verkleidungen waren so mit einander befestigt, dass sie ein kubisches, regelm&#228;&#223;iges Objekt, mit glatter Oberfl&#228;che ergaben, welche den Zweck hatte, das chaotische Gewirr von schlecht isolierten Kabeln, unsauberen L&#246;tstellen, herausstehenden Schrauben, ineinander greifenden Zahnr&#228;dchen und halb gef&#252;llten Betriebsstoffbeh&#228;ltern, aus dem die Maschine im Wesentlichen bestand, sorgsam zu verdecken.</p>
<p>Ungest&#246;rt von &#228;u&#223;eren Einfl&#252;ssen arbeitete die Maschine Tag und Nacht, Woche f&#252;r Woche, ohne dass die Angestellten, die w&#228;hrend der Gesch&#228;ftszeiten zielstrebig durch die Korridore eilten, Notiz von diesem Vorgang nahmen. Nur das best&#228;ndig den Flur erf&#252;llende elektrische Summen, die W&#228;rmeabstrahlung, die ein jeder bemerkte, der sich in der N&#228;he der Maschine aufhielt, sowie das Rattern der Mechanik, machte die Umwelt auf die Existenz der Maschine aufmerksam.</p>
<p>Pl&#246;tzlich stand die Maschine still; es war seit dem t&#246;dlichen Vorfall mit der Fliege, noch nicht so viel Zeit vergangen, um ausschlie&#223;en zu k&#246;nnen, dass der Tod der Fliege nicht auch auf irgendeine wundersame Weise den Stillstand der Maschine verursacht haben k&#246;nnte. Ebenso gut k&#246;nnten andere, zeitnahe Geschehnisse die Ursache gewesen sein: Auf der Stadtautobahn, die sich in nur einigen hundert Metern Entfernung durch die Stadt schl&#228;ngelte, hatte sich ein schwerer Verkehrsunfall ereignet; bei regennasser Fahrbahn f&#252;hrte ein geplatzter Vorderreifen dazu, dass der Lastwagen, zudem dieser Reifen geh&#246;rte, ins Schleudern geriet und einen Mittelklassewagen an der Leitplanke zermalmte. Das tote Kind auf der R&#252;ckbank und die Leiche des Vaters, die mit einigen Rippenbr&#252;chen und schweren Kopfverletzungen auf dem Fahrersitz eingeschlafen war, sind von der Feuerwehr noch nicht geborgen worden, da man sich zun&#228;chst damit besch&#228;ftigte, die Mutter auf dem Beifahrersitz aus dem verformten Innenraum zu schneiden, indessen sa&#223;en unz&#228;hlige Reisende und Pendler im Stau, der sich infolge der Stra&#223;ensperrung gebildet hatte, fest, und warteten ungeduldig darauf, sich weiter ihren jeweiligen Bestimmungsorten n&#228;hern zu k&#246;nnen.</p>
<p>Ein Obsth&#228;ndler stieg mit Sodbrennen aus seinem Bett, schaltete das Licht in der K&#252;che an und &#246;ffnete den K&#252;hlschrank um eine Flasche Milch zu entnehmen. Als er das Trinkglas erfolgreich gef&#252;llt hatte und es zu seinen Lippen f&#252;hren wollte, rutsche ihm das Trinkgef&#228;&#223; aus der Hand; die Milch, die nicht wusste wie ihr geschah – da sie soeben erst aus ihrem K&#228;lteschlaf geweckt worden ist – ber&#252;hrte noch vor dem Glas selbst, den gefliesten Fu&#223;boden und w&#228;hrend das Glas zersplitterte, floss die wei&#223;e, unschuldige Milch, in die Fugen, nur um im darauf folgenden Augenblick von einem modrig riechenden K&#252;chenlappen aufgesogen zu werden. Der Obsth&#228;ndler schnitt sich an einer Scherbe, ein Blutstropfen lief seitlich am Finger herab, fiel zu Boden, umarmte die Reste der fremden, k&#252;hlen, wei&#223;en Fl&#252;ssigkeit auf dem Fu&#223;boden und verlieh ihr einen rosafarbenen Ton.</p>
<p>Obwohl diese Ereignisse wahrscheinlich nicht in direkter Verbindung mit dem Stillstand der Maschine standen, war es nicht auszuschlie&#223;en, dass all dies in Abh&#228;ngigkeit voneinander geschah.</p>
<p>Eine Welle zur Kraft&#252;bertragung – gefertigt aus einer speziellen Legierung, und, verglichen mit den &#252;brigen Bauteilen, in unn&#246;tig schwerer Ausf&#252;hrung – die zwar nicht das einzige wichtige Maschinenteil war, aber doch eines der wenigen, deren Defekt, den Ausfall der gesamten Maschine nach sich zog, war gebrochen. Von allen Teilen, die unter Verschlei&#223; litten, die sich drehten, oder in irgendeiner Form bewegten, h&#228;tte man eine solche Schw&#228;che von der Welle wohl am wenigsten erwartet. Freilich, man h&#228;tte den ganzen Vorfall gr&#252;ndlich untersuchen k&#246;nnen, denn es schien sich entweder um Materialerm&#252;dung zu handeln oder um einen Produktionsfehler, somit h&#228;tte man also die Welle an die Herstellerfirma schicken m&#252;ssen, damit die Untersuchungsabteilung dieser Firma den Fehler finden k&#246;nnte und gegebenenfalls Abl&#228;ufe in der Produktion oder die Materialzusammensetzung zu &#228;ndern, sodass sich solche Sch&#228;den in der Zukunft nicht wiederholten.</p>
<p>Die Schwierigkeit lag allein darin, dass die Untersuchungsabteilung keinen Fehler gefunden h&#228;tte. Die Ingenieure w&#252;rden verwundert und zudem etwas ratlos vor dem kaputten Objekt gestanden haben, sie w&#252;rden es nochmals mit allen ihnen zur Verf&#252;gung stehenden Mitteln gepr&#252;ft haben, und doch h&#228;tten sich keinerlei Unregelm&#228;&#223;igkeiten angefunden. Die Ingenieure w&#252;rden in einem Halbkreis vor einem Tisch gestanden haben, auf welchem die zwei H&#228;lften der entzwei gebrochenen Welle gelegen h&#228;tten, sie h&#228;tten sich das Kinn gerieben, w&#228;ren sich mit der Hand nerv&#246;s durch das teils lichte Haar gefahren und h&#228;tten still in sich hinein &#252;berlegt, solange bis einer der Dienst&#228;ltesten das Schweigen gebrochen h&#228;tte und zu den Kollegen gesprochen haben w&#252;rde: <em>„Also meine Herren, wir haben hier ein durchaus ungew&#246;hnliches Ph&#228;nomen vor uns und ich denke, dass alle bisherigen Untersuchungen und Messungen bereits mit der gew&#246;hnlichen Gewissenhaftigkeit durchgef&#252;hrt wurden, sodass ein dritter Untersuchungszyklus nichts neues zu Tage f&#246;rderte. Wir m&#252;ssen den Tatsachen ins Gesicht sehen und d&#252;rfen uns nicht von pers&#246;nlichem Wunschdenken verblenden lassen. Unter Ber&#252;cksichtigung aller Ergebnisse kann sowohl Materialerm&#252;dung als auch ein Mangel in der Produktion ausgeschlossen werden, ein Konstruktionsfehler liegt ebenfalls nicht vor; demnach folgere ich: diese Welle h&#228;tte nicht brechen d&#252;rfen. Sehen sie, meine Herren, man sagt beizeiten: ‚dieses oder jenes h&#228;tte nicht geschehen d&#252;rfen’, und meint damit lediglich, dass etwas passiert sei, das sich unter keinen Umst&#228;nden wiederholen d&#252;rfe, doch ich meine das wortw&#246;rtlich: Diese Welle konnte nicht brechen. Das gesamte Vorkommnis ist v&#246;llig unm&#246;glich, ich meine deshalb, dass es am vern&#252;nftigsten w&#228;re, die Welle als intakt zu betrachten und sie auch so zu behandeln. Wir sollten sie weiterverwenden, schlie&#223;lich w&#228;re es eine Verschwendung ein vollst&#228;ndig &#252;berholtes, makelloses Bauteil in einem Ersatzteillager rosten zu lassen.“</em></p>
<p>Nach dieser kleinen Ansprache, h&#228;tten die anderen Ingenieure zuerst misstrauisch ihre Blicke kreisen lassen, w&#228;ren dann dazu &#252;bergegangen, verhalten aber aus &#220;berzeugung mit dem Kopf zu nicken und h&#228;tten letztlich, als ihnen die Genialit&#228;t des Einfalls allm&#228;hlich verst&#228;ndlich wurde, begeistert in die H&#228;nde geklatscht; allerdings kam es zu alledem nicht, weil es niemand f&#252;r n&#246;tig hielt, das intakte, aber gebrochene Bauteil an den Hersteller zur&#252;ckzuschicken.</p>
<p>Eine unbekannte Zeitspanne stand die Maschine nun schon still, als eines Mittags, der Haustechniker, welcher soeben seine Mittagspause beendet hatte, in seine kleine Werkstatt trat – es war in Wahrheit keine richtige Werkstatt, sondern ein altes, schlecht beleuchtetes B&#252;rozimmer, das von allen Akten befreit, mit allerlei defekten Ger&#228;ten voll gestellt war – und sich hinter den Schreibtisch setzte, der zugleich als Werkbank diente. Er schlug sein Notizb&#252;chlein auf, in dem alle Arbeiten, die noch zu erledigen waren, s&#228;uberlich und nach einer Ordnung, die sich nur dem Haustechniker selbst erschloss, aufgelistet waren.</p>
<p>Diese Geste, nach der Mittagspause in das B&#252;chlein zu schauen, war symbolisch, denn der Haustechniker h&#228;tte, da er sich bereits morgens, alle anstehenden Erledigung einzupr&#228;gen pflegte, auch aus dem Ged&#228;chtnis gewusst, was jetzt im Folgenden zu tun w&#228;re. Umso gr&#246;&#223;er war seine Verwunderung, als er einen Eintrag bemerkte, der an jenem Morgen noch nicht vorhanden war und allem Anschein nach auch nicht sp&#228;ter von ihm selbst eingeschrieben worden ist. In einer charakterlosen, schwer lesbaren Handschrift, war alles Notwendige aufgelistet: Art des Schadens, Ort des Schadens usw.</p>
<p>‚HF-20A defekt’ stand unter der Spalte ‚Betreff’ geschrieben. Jemand musste sich, w&#228;hrend der Mittagspause in die Werkstatt geschlichen haben, und diesen Eintrag eigenm&#228;chtig hinzu gef&#252;gt haben; da es sich dabei um einem Scherz handeln konnte, h&#228;tte der Haustechniker diesen unbefugten Eintrag f&#252;r gew&#246;hnlich ignoriert, allerdings kannte er sich im Geb&#228;ude gut aus, sodass ihm schnell einfiel, worum es sich bei ‚HF-20A’ handelte.</p>
<p>Wenige Minuten sp&#228;ter kniete er vor dem Blechw&#252;rfel, l&#246;ste einige Muttern, nahm die Verkleidung ab und erkannte schnell, weshalb die Maschine nicht arbeitete; die Welle war gebrochen. Ein Laie h&#228;tte dies auf Anhieb nicht gesehen, da der Riss sehr fein war, der Haustechniker besa&#223; jedoch ein geschultes Auge, sodass er nicht lange nach dem Fehler suchen musste. Die Reparatur vollzog sich verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig z&#252;gig und unkompliziert, wenn man bedenkt, dass diese Welle ein Kernst&#252;ck der Maschine darstellt. Eine Verz&#246;gerung entstand nur dadurch, dass der Haustechniker zur&#252;ck in seine Werkstatt gehen musste um nach einer baugleichen Ersatzwelle zu suchen. Als diese gefunden war, ben&#246;tigte er f&#252;r den Einbau der neuen Welle knappe zehn Minuten, befestigte schlie&#223;lich das Verkleidungsblech und ging, in der Gewissheit, dass die Maschine bald wieder selbstst&#228;ndig zu arbeiten anfinge, in den ersehnten Feierabend.</p>
<p>In der Maschine regte und bewegte sich alles in aufgeregter, ungewohnter Weise, nachdem die Bauteile, &#252;ber einen Zeitraum, der ihnen wie eine Ewigkeit erschienen ist, in &#228;u&#223;erster Spannung und Ungewissheit verharren mussten. Zahnr&#228;der, Platinen, Kabel, dr&#228;ngten sich, so gut es eben ging, aneinander, um den Neuank&#246;mmling zu begr&#252;&#223;en, um ihm nah zu sein. Den alten Bauteilen war etwas unbehaglich zumute, denn die neue Welle sah aus als w&#228;re sie soeben aus der Fabrik gekommen und passte daher nicht recht unter die verschlissenen, teils rostigen, teils &#246;ligen Teile. Endlich &#252;berwand ein Zahnrad, dem einige Z&#228;hne fehlten und das auch sonst ein schlechtes Gebiss hatte, die allgemeine Zur&#252;ckhaltung und sprach stellvertretend f&#252;r die die &#252;brigen, dort versammelten Bauteile: <em>„Guten Tag und Willkommen, ich denke, ich spreche auch f&#252;r alle Anwesenden, wenn ich sage, dass wir froh sind dich endlich begr&#252;&#223;en zu d&#252;rfen. Du kannst dir sicherlich vorstellen wie unangenehm es ist, still stehen zu m&#252;ssen, wenn man f&#252;r die Bewegung geschaffen wurde. Die Tage der Unt&#228;tigkeit waren von nicht unerheblicher Anzahl, allerdings waren wir davon &#252;berzeugt, dass es sich nur um einen vor&#252;bergehenden Zustand handeln k&#246;nne, hier ist durchaus niemand in Verzweifelung geraten, wiewohl einige von uns – und ich z&#228;hle mich zu denjenigen – verwundert, ich will nicht sagen entsetzt, dar&#252;ber waren, wie viel Zeit der Reparaturvorgang in Anspruch genommen hat. Wir haben es als gro&#223;e R&#252;cksichtslosigkeit empfunden, dass die alte Welle ihrer Schw&#228;che so sehr nachgegeben hat und sind froh, dass wir sie los sind. Es muss Lieferschwierigkeiten bei den Ersatzteilen gegeben haben, dass man gezwungen war, derart lange mit dem Austausch der Welle zu warten?“</em></p>
<p>Die neue Welle entgegnete freundlich: <em>„Lieferschwierigkeiten? Nein, nein, da liegt ein Missverst&#228;ndnis vor, ich bin – auch wenn ich auf den ersten Blick fabrikneu erscheine – nicht viel j&#252;nger als ihr. Ich lag seit einigen Jahren in einer alten Holzkiste in der Werkstatt ohne gebraucht zu werden und der Grund warum die Reparatur nicht schneller durchgef&#252;hrt wurde ist ein einfacher – man hat den Schaden nicht bemerkt.“</em></p>
<p>Es wurde ein wenig unruhig im Inneren der Maschine, die Teile redeten durcheinander, rieben aneinander und erzeugten metallische Quietschger&#228;usche, erst als das Zahnrad versuchte dieser Unruhe mit Worten Ausdruck zu verleihen, herrschte Stille.</p>
<p><em>„Das ist nun wirklich Unsinn, wie k&#246;nnte man den Schaden nicht bemerken, wenn infolge dessen, &#252;ber etwas, das sich naturgem&#228;&#223; in stetiger, unerm&#252;dlicher Bewegung befindet, pl&#246;tzlich ein kalter Wintersturm hereinbricht und all die beweglichen Teile, einem zufrierenden Dorfteich gleichend, zum Stillstand bringt. Unser Winter war eine gebrochene Welle, nicht mehr. Niemand von uns hat mit so etwas gerechnet und wir waren alle &#252;ber den konstruktiven Mangel der Mechanik emp&#246;rt, der uns allzu abh&#228;ngig von einem einzigen Bauteil macht. Es ist vielleicht Anma&#223;ung dabei, aber man muss bedenken, dass wir viel Zeit zum nachdenken hatten, weshalb wir beschlossen haben, diesen Verbesserungsvorschlag, falls m&#246;glich an die Konstrukteure weiter zu geben. Wir haben die alte Welle um diesen Gefallen gebeten, da sie die Einzige ist die Vorzeitig nach drau&#223;en kann, allerdings ist es h&#246;chst ungewiss ob sie unserer Bitte nachkommen wird; man hat sich leider aufgrund eines heftigen Streites &#252;ber ihre Schw&#228;che, nicht im Guten trennen k&#246;nnen.</em></p>
<p><em>Also nun, warum mussten wir so lange in Unt&#228;tigkeit verweilen? Sch&#228;den bleiben nicht unentdeckt, d.h. wenn mir oder einem anderen Rad ein Zahn abbricht, wenn eine der Gummidichtungen spr&#246;de und undicht wird, wenn sich die ein oder andere Mutter zu lockern beginnt, so sind das gewisserma&#223;en Sch&#228;den im Sinne von Unregelm&#228;&#223;igkeiten, die –erfahrungsgem&#228;&#223; – fast immer unbeachtet bleiben, was jedoch nur damit zusammenh&#228;ngen kann, dass solcherlei Unregelm&#228;&#223;igkeiten den Fortlauf unserer Arbeit nicht weiter behindern, geschweige denn stoppen, obgleich immer die Gefahr gegeben ist, dass aus kleinen, unscheinbaren Defekten, weitreichende Ausf&#228;lle hervorgehen, die – in Einzelf&#228;llen – zum Totalverlust der kompletten Maschine f&#252;hren k&#246;nnen.</em></p>
<p><em>Obwohl es uns nichts angeht, interessiert uns doch – zumal das f&#252;r die Umst&#228;nde verantwortliche Bauteil, aus unseren Reihen stammte – welche Auswirkung der Ausfall unserer Anlage auf den Gesamtbetrieb hatte. Du kommst doch von drau&#223;en, du kannst uns bestimmt etwas sagen; musste die Produktion eingestellt werden? Waren die Endprodukte in irgendeiner Weise fehlerhaft?“</em></p>
<p>Verwirrt, noch unschl&#252;ssig wie sie antworten sollte, sprach die Welle letztlich: <em>„Glauben m&#252;sst ihr mir nat&#252;rlich gar nichts, dennoch kann ich, wenn ihr mich danach fragt, nur sagen, dass man den Schaden nicht bemerkt hat, ansonsten h&#228;tte man ihn gewiss fr&#252;her behoben, an Ersatzteilen mangelte es nicht.“</em></p>
<p>Die Maschinenteile lauschten gespannt, in der Erwartung, die Welle w&#252;rde ihre Rede fortsetzen; als dergleichen nicht geschah, da wiederholte das Zahnrad, seine letzte Frage: <em>„Na und, nun sag schon, was ist mit der Produktion, mit den Erzeugnissen, hat unser Stillstand Umst&#228;nde verursacht?“</em></p>
<p>Die Welle hatte die Frage bereits beim ersten Mal verstanden, aber zu ignorieren versucht, da sie nicht recht wusste, was sie darauf antworten sollte und zudem glaubte, dass es sich dabei um eine scherzhafte oder rhetorische Frage handelte.</p>
<p><em>„Ja, Produktion…“, die Welle stammelte, suchte nach Worten und fand schlie&#223;lich welche, die ihr passend erschienen: „Was meint ihr damit, mit Produktion, mit Erzeugnissen und dergleichen? Wisst ihr denn nicht, dass ihr nichts produziert, nichts erzeugt? Deshalb hat man den Schaden nicht bemerkt, weil es f&#252;r niemanden au&#223;er euch selbst einen Unterschied macht, ob ihr nun t&#228;tig oder unt&#228;tig seid – es ist gleichg&#252;ltig. Ich kann zwar nichts mit Bestimmtheit sagen, vermute aber, dass auch die Reparatur rein zuf&#228;llig erfolgt ist, vielleicht aus einer Laune heraus.“</em></p>
<p>Schon w&#228;hrend die Welle dies sprach, wurde ihr mulmig zumute und sie zweifelte ernsthaft dar&#252;ber, ob sie die richtigen Worte gew&#228;hlt hatte, denn die Bauteile waren n&#228;mlich noch Regungsloser als zuvor und verfolgten mit entsetzten Blicken, jede Mundbewegung der Welle, als formten ihre Lippen aus der &#246;lgeschw&#228;ngerten Luft, die Gestalt des Weltuntergangs.</p>
<p>Die Welle rechnete jeden Moment mit dem Ausbruch eines panik&#228;hnlichen Zustandes, die entsetzte Stille wurde allerdings nicht durch ein apokalyptisches Chaos, sondern durch die zittrige und unsichere Stimme des Zahnrades beendet: <em>„Wir Produzieren nichts? Alle M&#252;he vergeblich? Jede Anstrengung umsonst? Bewegung ohne Fortschritt? Es ist nicht m&#246;glich…es ist unm&#246;glich, du L&#252;gst! Oder? Ist es m&#246;glich? Es ist m&#246;glich…</em></p>
<p><em>Wir bewirken nichts, Ach, was sollen wir tun, was in aller Welt sollen wir tun, es hilft ja alles nichts, wir k&#246;nnen die Arbeit einstellen und vor uns hin rosten.“</em></p>
<p>Das totale Chaos das kurz zuvor, als die Welle es furchtsam erwartet hatte, ausgeblieben war, begann sich jetzt langsam, durch eine allgemeine Unordnung anzuk&#252;ndigen: Einige Teile riefen sich mit mechanischen Stimmen unverst&#228;ndliche Dinge zu, aus einer st&#228;hlernen Leitung begann eine schwarze, dickfl&#252;ssige Substanz zu tropfen, Zahnr&#228;der drehten sich in verschieden Richtungen, wodurch sie sich gegenseitig die Z&#228;hne abrissen, man h&#246;rte zu starke Str&#246;me durch die Kabel flie&#223;en, so dass es nur eine Frage der Zeit w&#228;re, bis die Kabel anfingen durchzubrennen.</p>
<p>Die Welle gab sich alle M&#252;he das Unheil, dass sie angerichtet hatte, ungeschehen zu machen, indem sie versuchte, das Zahnrad, das scheinbar eine F&#252;hrungsposition inne hatte, mit einigen tr&#246;stlichen Worten zu beruhigen: <em>„Warum zerst&#246;rt ihr euer System? Ihr m&#252;sstet die M&#246;glichkeit, dass ihr nichts au&#223;er euch erzeugt, doch wenigstens einmal erwogen haben. Die &#220;berzeugung, dass ihr etwas produziert, dass ihr Jemandem nutzt, dass ihr euch als ein Teil in ein gr&#246;&#223;eres System einf&#252;gt und dort euren Platz einnehmt, ist offensichtlich ziemlich willk&#252;rlich.</em></p>
<p><em>All die Jahre habt ihr euch von diesem Luftschloss motivieren lassen? Diese naive Vorstellung hat euch angetrieben?</em></p>
<p><em>Jetzt k&#246;nnt ihr es nicht abwarten zu verfallen und zu vergehen, jetzt wo sich eure W&#252;nsche und Hoffnungen, die ihr f&#252;r Tatsachen hieltet, als Gegenstandslos erwiesen haben, jetzt wo das Heiligenbild eines h&#246;heren Zweckes durch einen garstigen Schauer von der Leinwand gewaschen wurde? Was wollt ihr denn mehr? Man hat euch repariert, ihr k&#246;nnt weitermachen wie zuvor, ihr habt euch fr&#252;her schon nur um eure eigene Achse gedreht, nur euch selbst angetrieben und nur euere Allern&#228;chsten ber&#252;hrt – und wart ihr nicht zufrieden?“</em></p>
<p>Der Welle war klar, dass sie den Aufl&#246;sungsprozess nicht mehr aufhalten konnte – es war zu sp&#228;t, das Zahnrad war kaum noch ansprechbar, die letzten verst&#228;ndlichen S&#228;tze, die es hervorbrachte waren: <em>„Ach, wie h&#228;tten wir damit rechnen sollen, wozu setzt jemand eine Maschine zusammen die nichts schafft; wie k&#246;nnten wir dienen, wenn uns die Zwecke fehlen; wie k&#246;nnten wir zur Ursache taugen, wenn wir nicht das geringste bewirken? Wer verh&#246;hnt uns mit all den Kontrolllampen, deren flackern und leuchten nichts bedeutet?“</em></p>
<p>Dann wurde das Zahnrad in den Strudel der sich durcheinander werfenden Teile gezogen, und verschwand zwischen geborstenen &#214;lleitungen und einer halben Platine.</p>
<p><em>„Bitte beeilen sie sich meine Herren, die Zimmer m&#252;ssen bis zum Nachmittag ausger&#228;umt sein. Sie! Was hat dieses Ger&#228;t hier noch auf dem Korridor zu suchen, das m&#252;sste doch l&#228;ngst auf die Lastwagen verladen worden sein.“</em></p>
<p>Einer der Arbeiter, der die Anweisungen des Direktors nur in Teilen verstanden hatte, preschte &#252;bereifrig n&#228;her an den Direktor heran und erkundigte sich dienstfertig: <em>„Was bitte meinten Sie?“</em></p>
<p>Der Direktor antwortete ungehalten:<em> „Na, hier, sehen Sie das denn nicht, warum steht dieser Klotz da noch herum?“</em></p>
<p><em>„Ach, ja, also, wir wussten nicht was damit geschehen soll, deshalb haben wir es zun&#228;chst stehen lassen.“</em></p>
<p><em>„Soso, was ist das &#252;berhaupt?“</em></p>
<p><em>„Ich dachte das k&#246;nnten sie mir sagen.“</em></p>
<p><em>„Nein, woher soll ich das wissen, ich kann schlie&#223;lich nicht jeden Einrichtungsgegenstand der Abteilung auswendig kennen. Sieht aber aus wie…&#196;h…wie…wie eine Maschine oder so etwas.“</em></p>
<p><em>„Ja, das kann es wohl sein. Da, an der Seite scheint sich eine Wartungsklappe zu befinden, vielleicht kann man in Erfahrung bringen um welche Art von Ger&#228;t es sich handelt, wenn man ins innere schaut.“</em></p>
<p>Ohne eine Antwort des Direktors abzuwarten, ging der Arbeiter auf das Ger&#228;t zu, versuchte mit flinken Handbewegungen den &#214;ffnungsmechanismus der Wartungsklappe zu ergr&#252;nden und &#246;ffnete dieselbige schlie&#223;lich durch die zuf&#228;llige Bet&#228;tigung eines schwerg&#228;ngigen Hebels.</p>
<p>Neugierig fragte der Direktor: <em>„Was ist es?“</em></p>
<p><em>„Tja…es ist nichts.“</em></p>
<p><em>„Wie meinen sie das?“</em></p>
<p><em>„Es ist nur die Verkleidung, das Innere ist vollkommen leer, keine Maschinenteile oder &#228;hnliches. Sollen wir es aufladen?“</em></p>
<p><em>„Nein, das ist unn&#246;tig, bringen sie es zum &#252;brigen Schrott, sie wissen schon wo.“</em></p>
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		<title>Die S&#228;uberung; oder: Blutschuld I (Die Jagd)</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Feb 2009 19:19:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wowik</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Unertr&#228;glich ist es, wie psychisch Degenerierte und auch sonst verd&#228;chtige Subjekte, anhand ihrer durchaus belanglosen Alltagserfahrung, zeigen, wie das moralisch Beliebige und tats&#228;chlich Zuf&#228;llige mit pers&#246;nlicher Einfalt harmoniert. Wenn die ewig gleichen &#8220;Menschheitsverbrechen&#8221; und &#8220;moralischen Verfehlungen&#8221; herhalten m&#252;ssen, damit intellektuelle Popel-Esser sich selbst und der Welt beweisen k&#246;nnen, wie &#8220;aufgekl&#228;rt&#8221;, wie fortschrittlich und fort-geschritten sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unertr&#228;glich ist es, wie psychisch Degenerierte und auch sonst verd&#228;chtige Subjekte, anhand ihrer durchaus belanglosen Alltagserfahrung, zeigen, wie das moralisch Beliebige und tats&#228;chlich Zuf&#228;llige mit pers&#246;nlicher Einfalt harmoniert. Wenn die ewig gleichen &#8220;Menschheitsverbrechen&#8221; und &#8220;moralischen Verfehlungen&#8221; herhalten m&#252;ssen, damit intellektuelle Popel-Esser sich selbst und der Welt beweisen k&#246;nnen, wie &#8220;aufgekl&#228;rt&#8221;, wie fortschrittlich und fort-geschritten sie sind, dann ist es Zeit f&#252;r einen gr&#252;ndlichen Fr&#252;hjahrsputz.</p>
<p>Nun ist Putzen allerdings weiblich. Das Weib aber ist schwach, weil das Fleisch schwach ist und das Weib nichts als Fleisch ist. (Das sage nicht ich, sondern das sagt Gott, deshalb l&#228;sst es sich von &#8220;Menschen&#8221; auch nicht widerlegen; 1. Mose 2,22: <strong> Und Gott der HERR baute ein Weib aus der Rippe, die er vom Menschen nahm,&#8230;</strong>) Um anst&#228;ndig aufzur&#228;umen braucht man Kraft und St&#228;rke. Jedenfalls ist der Zweck des folgenden Textes eher als S&#228;uberung, denn als Putz zu verstehen &#8211; eine &#228;sthetische S&#228;uberung. Das &#8220;Wovon&#8221; der S&#228;uberung sind jene Bazillen die vor allem in der winterlichen Jahreszeit das Denken &#8220;einfacher&#8221; Gem&#252;ter verunreinigen und verschmutzen. Schmutz, besonders wenn er den Gedanken anhaftet, macht krank. Man muss nicht verzweifeln, auch wenn man in letzter Zeit sehr viel Kot gedacht hat, denn ich bin ein Mediziner des Geistes, ein Priester des Lichts, der euch verderbte Seelen auf den Pfad der Wahrheit zur&#252;ckf&#252;hren wird. Medizin ist zuweilen bitter und je bitterer sie ist, desto besser hilft sie. Erh&#246;rt nun also die Worte der Heilung:</p>
<p><strong>Blutschuld I – Die Jagd</strong></p>
<p>Nur das Knacken brechender &#196;ste, sowie das Rascheln zu Boden gefallenen Laubes, verriet den Fuchs, der in der Abendd&#228;mmerung durch das Gestr&#252;pp eines Waldrandes schlich, ansonsten seiner Umgebung jedoch wenig Beachtung schenkte, weshalb er nicht bemerkte, dass zwei menschliche Augen ihn bereits seit einiger Zeit fixiert hatten und all seine Bewegungen in aufmerksamer Spannung verfolgten.</p>
<p>Das Augenpaar geh&#246;rte einem J&#228;ger, der sich hinter einem Baumstumpf versteckt hielt und darauf wartete, bis der Fuchs sich auf eine g&#252;nstige Schussentfernung gen&#228;hert h&#228;tte, denn schon mehrmals hatte der J&#228;ger, den roten, sich geduckt und eilig bewegenden K&#246;rper, den buschigen Schwanz, dessen Spitze ein wei&#223;er Fleck zierte, im Visier seines Gewehres gesehen, war stets unentschlossen ob er schie&#223;en sollte oder nicht, hatte sich aber bisher daf&#252;r entschieden, dass der Winkel zu ung&#252;nstig, die Distanz zu gro&#223; sei, um einen Schuss zu wagen. Aus diesem Grunde hatte sich sein schon halb gekr&#252;mmter Zeigefinger immer wieder strecken m&#252;ssen, schlie&#223;lich h&#228;tte ein Fehlschuss dazu gef&#252;hrt, dass der Fuchs – aufgeschreckt durch den Knall – mit einigen schnellen S&#228;tzen tief in den Wald gefl&#252;chtet w&#228;re.</p>
<p>Als der Fuchs nun aus der hohen Wiese hinaus trat, welche mit ihren Gew&#228;chsen und Halmen sanft seine Unterseite gestreichelt hatte, geschwind &#252;ber einen Feldweg huschte und in eine Mauer aus allerlei Str&#228;uchern und B&#228;umen drang, erh&#246;hte sich der Puls des J&#228;gers, der jetzt – in Erwartung des Fuchses, welcher sogleich auf der anderen Seite des Gestr&#252;pps zum Vorschein kommen m&#252;sste – noch aufmerksamer als zuvor durch seine Zieloptik blickte.</p>
<p>Anhand der Zweige des Gestr&#228;uchs, die – vermutlich weil der Fuchs sie gestreift hatte – in unruhige Schwingung versetzt wurden, konnte der J&#228;ger, obgleich er den Blickkontakt verloren hatte, die ungef&#228;hre Position des Fuchses ausmachen, nachdem allerdings auch dieses Lebenszeichen allm&#228;hlich verschwand und der Fuchs ebenso wenig am anderen Ende des Gestr&#228;uchs erschien, war dem J&#228;ger die Entt&#228;uschung ins Gesicht geschrieben – der Fuchs musste innerhalb des Geb&#252;schs eine scharfe Kurve eingeschlagen haben und auf derjenigen Seite aus dem Dickicht getreten sein, die weder im Sicht-, noch im Schussfeld des J&#228;gers lag.</p>
<p>Er &#252;bte diesen Beruf eigentlich lange genug aus, um zu wissen, dass sich eine solche Gelegenheit, wie er sie soeben verpasst hatte, an einem einzigen Tag kein zweites Mal erg&#228;be und trotzdem blieb er, in der Hoffnung, die unwahrscheinliche M&#246;glichkeit w&#252;rde sich in der Unmittelbarkeit einer Tatsache verwirklichen, ruhig in seinem Versteck sitzen – vergebens, er wartete f&#252;nf, er wartete zehn, er wartete f&#252;nfzehn Minuten, ohne dass sich etwas Erw&#228;hnenswertes ereignete und er h&#228;tte wohl noch eine oder zwei ganze Stunden gewartet, wenn ihm nicht sein Verstand und seine Berufserfahrung gesagt h&#228;tten, dass die Jagd f&#252;r heute zu ende sei; zudem hatte sich die abendliche Frische, als eine unangenehme K&#228;lte in des J&#228;gers Gliedern bemerkbar gemacht.</p>
<p>Unzufrieden mit den Ergebnissen des heutigen Tages und sichtlich ersch&#246;pft, gab der J&#228;ger seine Tarnung auf, hing das Gewehr &#252;ber seine Schulter, stapfte &#252;ber den weichen Waldboden auf den Waldrand zu, trat mit den dicken Stiefeln schlie&#223;lich auf den steinig-sandigen Untergrund des Feldweges und ging gem&#228;chlich in Richtung seines Heimatdorfes.</p>
<p>Der J&#228;ger war kaum hundert Meter gelaufen, da sprang pl&#246;tzlich, aus dem Dunkel des Waldes, das bekannte, diebische, rot-braune Raubtier hervor, das seinen Fehler schon kurz vor dem Absprung bemerkte, die schwungvolle Bewegung aber nicht mehr r&#252;ckg&#228;ngig machen konnte und wie angewurzelt mitten auf dem Feldweg zum stehen kam, indessen hatte der J&#228;ger geistesgegenw&#228;rtig das Gewehr von seiner Schulter gerissen und den Fuchs der sich ihm als lohnendes und leicht zu treffendes Ziel pr&#228;sentierte, anvisiert.</p>
<p>Zwei &#228;ngstlich-entschlossene Blicke trafen sich in der feuchten Herbstluft, wobei im Auge des J&#228;gers die Entschlossenheit &#252;berwog, im Auge des Gejagten die &#196;ngstlichkeit, die sich allerdings – als dem Fuchs zu Bewusstsein gelangte, dass eine Flucht unm&#246;glich w&#228;re und er in Anbetracht dieser aussichtslosen Situation, nicht mehr lange zu leben h&#228;tte – in eine derart feste Entschlossenheit wandelte, dass sie die des J&#228;gers fast z&#246;gerlich erscheinen lie&#223;.</p>
<p>Langsam, eben so, dass es vom J&#228;ger nicht als ein Angriff, als eine verzweifelte Flucht nach vorne gedeutet werden konnte, ging der Fuchs auf den J&#228;ger zu.</p>
<p>Mehr zu sich selbst, aber  – da er sich allein glaubte – doch lauter als man gew&#246;hnlich zu sich selbst zu sprechen pflegt, sagte der J&#228;ger: <em>„Jetzt erwische ich dich, du elender M&#246;rder.“</em></p>
<p><em>„Du nennst mich einen M&#246;rder?“</em>, erwiderte der Fuchs.</p>
<p><em>„Nun, und? Bis du es nicht? Bist du kein M&#246;rder? Hast du nicht den Bauern ihre H&#252;hner geraubt und diese kaltbl&#252;tig umgebracht?“</em></p>
<p><em>„Wahrlich, rotes, angsterhitztes Blut habe ich aus durchbissenen Kehlen und zerrissenen Adern getrunken; jeden Schluck vom Wein des Lebens genoss ich, doch habe ich jemals Wasser gepredigt? Rohes, noch warmes Fleisch habe ich von Knochen genagt und stets tat ich es ohne schlechtes Gewissen. Wen nennst du einen M&#246;rder? Die Biene die &#252;ber Wiesen und Heiden schwebend, aus &#252;bervollen Bl&#252;ten trinkt;  nennst du dies nicht – idyllisch?</em></p>
<p><em>Die K&#252;he die an Sommertagen im Schatten eines Baumes liegen, die das saftige Gras mit ihren M&#228;ulern aus dem Erdboden rei&#223;en und in kreisenden Bewegungen zermahlen; nennst du dies nicht ­– friedlich?</em></p>
<p><em>Und sa&#223;est du selbst nicht gerade erst mit all deinen Verwandten am Tisch versammelt? A&#223;est du nicht selbst mit Wonne ein gro&#223;es St&#252;ck vom ger&#246;steten Schwein? Und priesest du es nicht als – Festschmaus.</em></p>
<p><em>Meine Raubz&#252;ge aber nennst du Mord  –  wenn ich mich an den Hof der Bauersleute heran pirsche, wenn ich mich im Unterholz verborgen halte, geduldig warte, bis der Bauer die St&#228;lle ausgemistet hat und sich zur Mahlzeit ins Haus begibt, wenn ich sodann mit flinken Beinen &#252;ber ein St&#252;ck offenes Gel&#228;nde eile, mich durch ein Loch zw&#228;nge, von denen in dem morschen Holzzaun nicht wenige klaffen, wenn ich mich mit leisen Pfoten dem H&#252;hnerpulk das, obwohl meine Anwesenheit unbemerkt geblieben ist, laut gackernd auf der anderen Seite des Ger&#228;teschuppens wild durcheinander l&#228;uft, wenn ich schon im n&#228;chsten Moment aus einem Winkel oder hinter einer Wand hervorpresche, sich das Gackern der H&#252;hner ins unermessliche steigert, sie wilder und orientierungsloser als zuvor durcheinander rennen, der Hahn, welcher soeben noch alleiniger Herrscher war, mich erschrocken – schon ahnend, dass ich im Stande bin, mir von dem ihm Anvertrauten, zu nehmen was mir beliebt –  anstarrt und angesichts seiner v&#246;lligen Ohnmacht besch&#228;mt, den Kopf zu Boden senkt, ich unterdessen in den panisch-tobenden H&#252;hnerhaufen laufe, um mit meinem Maul, eines der fetten, wei&#223;en H&#252;hner zu packen, das sich zuf&#228;llig in meiner Reichweite befunden hatte. Schneller noch als der Bauer – der durch das Geschrei aufmerksam geworden ist ­– aus dem Haus st&#252;rzen konnte, bin ich mit dem zappelnden Federtier zwischen den Kiefern, durch eine &#214;ffnung im Zaun geschl&#252;pft und in den sch&#252;tzenden Wald gefl&#252;chtet.</em></p>
<p><em>So wie die Biene s&#252;&#223;en Nektar schl&#252;rft, so wie die Kuh das fruchtig-feuchte Gras verzehrt, so wie du das erlegte Schwein verspeist, so darf ich mich nicht von Gefl&#252;gel n&#228;hren? Ist es nicht Hunger der uns treibt, Hunger der gebietet, das zu tun was n&#246;tig ist, der gestillt werden will und unbarmherzig  immer neue S&#228;ttigung verlangt? Verbindet uns nicht – Hunger?</em></p>
<p><em>Mit deinem Gewehr im Anschlag stehst du vor mir und willst das Opfer r&#228;chen?</em></p>
<p><em>Bauernmoral und Opferregentschaft – man erleidet die Tat und leidet scheinbar am Getanen; dass das Opfer aber klagend auf die Tat des Fremden schimpft, und sich stattdessen nicht selbst ob seiner Unt&#228;tigkeit z&#252;chtigt – das ist Selbstmitleid.</em></p>
<p><em>O s&#252;ndiger Sud der Schuldzuweisung, es w&#228;lzt das Opfer sich gern darin, es l&#228;sst sich gehen, es zergeht wie ein St&#252;ck Butter in einer Flamme der T&#228;tigkeit.</em></p>
<p><em>Aus dem Opfer der Tat geht das Opfer des Opfers  hervor, aus dem toten Huhn, der verletzte Bauer.</em></p>
<p><em>Die Unf&#228;higkeit anst&#228;ndig zu Grunde zu gehen, ist der Mangel des Opfers an echtem Sportsgeist, dass der Hahn oder der Bauer mir den Raub seiner H&#252;hner &#252;bel nimmt, dass es ihn nach Rache und Vergeltung gel&#252;stet, ist eine Charakterschw&#228;che: Das Opfer nimmt die fremde Tat zu pers&#246;nlich und die eigene Tatenlosigkeit nicht pers&#246;nlich genug; der Bauer glaubt ich wollte ihm schaden? Ich wollte fressen; die Beliebigkeit des Opfers ist allzu offensichtlich, denn es erleidet nur durch die Unt&#228;tigkeit, bzw. die Unf&#228;higkeit das N&#246;tige zu tun, seine Leiden abzuwenden, somit braucht es kein bestimmtes Individuum, sondern irgend etwas, das unt&#228;tig sein kann – und unt&#228;tig kann nur etwas sein, dass zumindest der M&#246;glichkeit nach  zur  Tat schreiten kann. </em></p>
<p><em>Opfermoral ist schmachvoll: Wie kann das Opfer ehrlich leiden, wenn es in seinem schwachen Moment, in dem es dem St&#228;rkeren unterlegen ist nach dem St&#228;rksten schreit, das das St&#228;rkere unterwerfen soll, zum Opfer machen soll; Opfermoral ist Doppelmoral: Wie kann das Opfer sein Opfersein- und werden beklagen, und zugleich das St&#228;rkere durch das St&#228;rkste vernichten wollen? Zu lange wurde um Opfer getrauert, wir m&#252;ssen endlich Taten feiern.“</em></p>
<p><em>„Die Jagd ist nicht blo&#223; mein Beruf, nicht nur meine Berufung, sie ist gr&#246;&#223;tenteils meine Leidenschaft – Jagdleidenschaft.  Vielleicht bist du derjenige, der alles etwas zu pers&#246;nlich nimmt; der durch dich erz&#252;rnte Bauer ist wohl mein Auftraggeber, doch der Auftrag ist lediglich der Anlass und nicht meine Motivation. Dass ich dich erschie&#223;en muss, ist gewisserma&#223;en ein Teilaspekt des Ganzen, mir jedenfalls geht es um die Jagd. Freilich, das Jagen, die Verfolgung, ist mir wichtiger als das Erlegen, als die Troph&#228;e, ganz ohne Beute fehlte dem Jagen allerdings ein Ziel, ein Punkt auf den alles hinausl&#228;uft. Betrachte dich also eher als ein Mittel –  du bist mir Mittel zur Jagd. Was spricht au&#223;erdem gegen einen Auftrag? Der Bauer will dich tot sehen und bezahlt daf&#252;r, ich hingegen will meiner Jagdleidenschaft nachgehen, so ist es f&#252;r mich keine Schwierigkeit das N&#252;tzliche mit dem Sch&#246;nen zu verbinden und f&#252;r die Aus&#252;bung einer Leidenschaft Lohn zu empfangen.“</em></p>
<p><em>„Der Bauer hat dich gerufen um mich zu erlegen? Erschie&#223;en kannst du mich ohnehin nur, weil deine Jagdkunst zum Jagdgesch&#228;ft verkommen ist, du sagst selbst, dass du einen Anlass zur Jagd br&#228;uchtest, der Auftrag sei der Anlass, sobald du einen Anlass n&#246;tig hast, ist jedoch die Kunst verdorben, wie solltest du um des Jagens willen jagen, wenn du erst einen Grund dazu ben&#246;tigst? Leidenschaft – Jagdleidenschaft, sagst du? Was ist Leidenschaft denn anderes als etwas ohne Ziel und Grund, um seiner selbst willen zu tun? </em></p>
<p><em>Sprich nicht von Leidenschaft, wie willst du leidenschaftlich Jagen wenn du nicht von Herzen hasst? Unw&#252;rdiger, wie k&#246;nntest du ohne herzlich zu hassen leidenschaftlich jagen? Du brauchst einen Feind, ein Feindbild, mit dem dich eine innige Abneigung verbindet, einen Gegner der die Jagd von der Beliebigkeit des in ihr gejagten befreit, einen Gegenspieler, der die Jagd zum Kampf der Pers&#246;nlichkeiten erhebt, ein Kr&#228;ftemessen, dessen Ergebnis nicht ein Sieg ist, sondern dein Sieg, dein Triumph oder – dein Untergang. </em></p>
<p><em>Wie k&#246;nnten wir Feinde sein? Wie k&#246;nnten wir einander hassen? Wie willst du meiner als Feindbild w&#252;rdig sein wenn du Opfern dienst?</em></p>
<p><em>Du wirst entlohnt? Du h&#228;ltst ein Gewehr in deinen H&#228;nden und nimmst artig das an, was Bauern dir zukommen lassen? Du bringst den Schw&#228;chlichen ihre Troph&#228;en und l&#228;sst dich mit Trinkgeldern abspeisen?</em></p>
<p><em>So wie du deine Frau ob ihrer blauen Augen und ihres weichen Haares liebst, so hasse deine Feinde wegen ihres schlechten Atems, wegen ihrer Stimme, ihrer Hautfarbe, O – nie k&#246;nntest du mich so hassen, doch Obacht, hasse nicht deiner Feinde Atem, ihre Stimme, ihre Hautfarbe selbst, hasse sie nur an ihnen. </em></p>
<p><em>Wie du deinen N&#228;chsten einen Bruder nennst, so nenne deinen Fernsten einen Teufel. Hasse deinen Fernsten mehr als dich selbst!</em></p>
<p><em>Wie?</em></p>
<p><em>Du hasst dich nicht?</em></p>
<p><em>Wie willst du dich lieben, wenn du fremden Zielen dienst, wie k&#246;nntest du dich achten, wenn du nicht verachtest, was nicht das Deinige ist, wenn du dir nicht aneignest, was die anderen ihre Besitzt&#252;mer hei&#223;en.</em></p>
<p><em>Und leuchtete Verwegenheit aus deinen Augen, und sch&#228;umte dir das Maul vor Kampfeslust, so w&#228;re es mir ein Hochgenuss durch deine Hand mein Ende zu finden. Wer seine Ziele sch&#228;tzt, der sch&#228;tzt den Kampf darum, ein wahrhafter Jagdk&#252;nstler st&#252;nde nicht wie du, vor K&#228;lte zitternd mit einem Schie&#223;gewehr vor einem kleinen, roten Raubtier, er risse sich die Kleidung vom Leib – allzu weichlich; er w&#252;rfe sein Gewehr hinfort – allzu weiblich; er lie&#223;e einen alten Fuchs seines Weges ziehen – allzu weltlich; und er ginge in die Schmiede der Gedanken und formte mit dem Hammer des Wortes einen Speer des Geistes auf dem Amboss dieser Welt. Idee ist Macht; was solltest du Bauern dienen, dich in W&#228;ldern f&#252;r sie herumtreiben, um ihre Feinde zu erlegen, wenn du im Stande bist, tausend, zehntausend, hunderttausend Leute allein durch die Kraft deiner Worte in die W&#228;lder zu treiben um Wild zu erjagen. Am Schilde deines Wortes wird selbst die kr&#228;ftigste Faust stumpf und was ist blo&#223;e Muskelkraft, gegen die Kraft die ein vision&#228;rer Gedanke kanalisiert und lenkt?</em></p>
<p><em>Und willst du dennoch selbst jagen, ei, so jage keine F&#252;chse, so jage die Wahrheit. Will sie dir nicht recht ins Auge springen, kannst du sie nicht finden, wiewohl du &#252;berall recht gewissenhaft danach gesucht hast? Nun denn, es fehlt Wille, es fehlt &#220;berzeugung; auch wenn die im Moor der Vergangenheit, im Sumpf des Gestrigen auf ewig Verlorenen, die Versinkenden und noch umher Stakenden, dir durch den Nebel zu rufen: ‚Gib acht, O Mutiger, dieser Nebel, der &#252;ber alles sich zu legen scheint, ist nicht schwarz noch wei&#223;, ist hingegen ein sich wallender, aufsch&#228;umender, in Graut&#246;nen flie&#223;ender Vorhang, der uns Menschen nicht erkennen l&#228;sst, drum suche nicht das Licht, das wir und deine V&#228;ter und Gro&#223;v&#228;ter und Urahnen einst suchten.’</em></p>
<p><em>Die, die sich mahnend als deine Lehrer und Ahnen ausgeben, waren in jenem Augenblick Schw&#228;chlinge, als H&#228;rte geboten war – wer Wahrheit will muss &#252;berzeugt sein.</em></p>
<p><em>Ach, so viele nennen sich &#252;berzeugt, &#252;berzeugt von diesem oder jenem und bleiben dabei stets an Gegebenem orientiert, ohne selbst zu setzen, einzusetzen – O, sie spielen ein Spiel ohne Einsatz, dass sie nur verlieren k&#246;nnen.</em></p>
<p><em>Wille zur &#220;berzeugung, das hei&#223;t sich selbst zu &#252;berzeugen, dass man von etwas &#252;berzeugt sei; Wille zur Wahrheit, &#220;berwindung des Nebels: das hei&#223;t – schw&#228;rzen, anschw&#228;rzen und wei&#223;machen. Und wer f&#252;r Wahrheit nicht zu l&#252;gen bereit ist, der ist nicht &#252;berzeugt;  und wer nicht schreiten, fortschreiten und &#252;berschreiten will, der verweilt im Nebel, der verklebt in zeitlichen S&#252;mpfen; Mut zur Unnachgiebigkeit, Suchender, r&#252;cksichtslos f&#252;r die Idee auch &#252;ber die Leichen deiner Feinde zu gehen, baue dir Br&#252;cken &#252;ber die Str&#246;me ihres D&#252;nkels, ihre Sch&#228;del und Knochen m&#246;gen der erste Pfeiler sein, nimm ihre Sprache und mache ihr Wort ungeschehen.</em></p>
<p><em>Siegen lernen, Heiliges entweihen, zeige ihnen die Natur ihrer unantastbaren W&#252;rden, indem du sie ber&#252;hrst, indem du sie dir  nimmst, indem du sie herab pfl&#252;ckst und absch&#252;ttelst, so wie du &#252;berreife Pflaumen vom Baum hinunter sch&#252;ttelst, forme die Wirklichkeit nach deinem Bilde – Fanatismus, der h&#246;chste Grad an &#220;berzeugung.</em></p>
<p><em>Es gibt keine Wahrheit weil es mehrere Blinkwinkel gibt? Dann kratze Augen aus, mache blind, verblende, auf dass allein dein Blinkwinkel &#252;brig bleibe, auf dass niemand mehr anderes sehen m&#246;ge als du selbst siehst.</em></p>
<p><em>Du Unterliegst? Deine Feinde sind von deinem Schlage? Deine Ideen wollen nicht &#252;berzeugen, nicht fesseln, nicht bewegen? Dann sei dir selbst genug, dann lebe und sterbe im Krieg den jeder gegen jeden k&#228;mpft, im Geiste wie mit der Faust.</em></p>
<p><em>Schau dich an, du Wurm, du schie&#223;t auf Feinde die nicht die deinigen sind und bekommst daf&#252;r, was dir nicht zusteht?</em></p>
<p><em>Wer Ziele hat, hat Feinde. Dein ist – nicht was sie dir geben, sondern was du dir nimmst; du willst dich selbst lieben? Du willst aus Leidenschaft jagen? Gehe fort, samt deinem Gewehr, erschie&#223;e die Bauern, nimm dir Hof und H&#252;hner – und solltest du mich jemals dabei erwischen wie ich deine H&#252;hner aus den St&#228;llen stehle, so hast du wahrlich einen Grund mich zu hassen. Ursprung aller Feindschaft: Etwas ist Besitz eines Fremden, dass ebenso gut dein eigener Besitz sein k&#246;nnte.</em></p>
<p><em>Wohlan, ich sage dir, st&#252;nde der Bauer mit einer langen Mistgabel pers&#246;nlich vor mir, ich ersparte ihm das Gerede, ich lieferte ihm einen w&#252;rdigen Kampf, auch wenn die Spitzen Zinken seiner Waffe  sich schmerzhaft in mich bohrten.</em></p>
<p><em>Schie&#223;e nun, bringe mir eine Niederlage bei, lass die Kugel mich zerschmettern, niemals jedoch gen&#252;gte mein Untergang f&#252;r deinen Sieg, nicht auf diese Weise. Schie&#223; also, wenn du noch willst – wenn du noch kannst.“</em></p>
<p><em>Der J&#228;ger lie&#223; das Gewehr ein wenig sinken, verdrehte seine Augen zur Stirn hin, als versuchte er in das Innere seines Kopfes zu blicken, schwieg, offensichtlich nachsinnend, eine Weile und erwiderte schlie&#223;lich unerwartet: „Es ist bequem Leidenschaftsloses mit Leidenschaft zu tun.“</em></p>
<p>Das Knallen eines Schusses, lie&#223; den Eintritt der Gewehrkugel in die Brust des Fuchses lautlos erscheinen, das Projektil grub sich seinen Weg durch das sehnige Fleisch des Raubtieres – die Schw&#228;che eines Feiglings hat ein stolzes Raubtier zum Opferlamm gemacht.</p>
<p>Das Geschoss blieb im K&#246;rper stecken als es auf einen Knochen stie&#223;, das Blut, welches aus dem Wundkanal floss, sickerte in den Erdboden.</p>
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		<title>Gehorsam</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Feb 2009 01:14:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Menachem</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit etwas &#252;ber einem Jahr sammele ich in loser Form Daten, Fakten und Meinungen zu: `Wie konnte das geschehen?` und meine damit, den Holocaust.
Grund ist, so glaube ich, dass auf die Menschen, die die Handlungen ausf&#252;hrten, oftmals die ganze Abscheu &#252;bertragen wird &#8211; in  Pauschaldiskussionen, die weder den Menschen, dem Werdegang, noch dem, was wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="justify;">Seit etwas &#252;ber einem Jahr sammele ich in loser Form Daten, Fakten und Meinungen zu: `Wie konnte das geschehen?` und meine damit, den Holocaust.</p>
<p style="justify;">Grund ist, so glaube ich, dass auf die Menschen, die die Handlungen ausf&#252;hrten, oftmals die ganze Abscheu &#252;bertragen wird &#8211; in  Pauschaldiskussionen, die weder den Menschen, dem Werdegang, noch dem, was wir daraus Lernen sollen, gerecht wird.</p>
<p style="justify;">Den anderen Grund kenne ich noch nicht, der, was hat das alles mit mir zu tun?</p>
<p style="justify;">Ich wei&#223; aber auch, das andere, und diesmal junge Menschen, ein &#228;hnliches Thema sehr besch&#228;ftigt. Unrecht in der ehemaligen DDR und die Fragen, was und wie weit ist mein Vater, sind meine Eltern, Teil dieser speziellen Geschichte.</p>
<p style="justify;">Wir, die in der ehemaligen BRD gelebt haben, sind fein raus, k&#246;nnen unsere H&#228;nde in Unschuld waschen. Keine D&#228;monen in Elterngestalten, die uns nachts im Traum besuchen. Das ist auch gut so; denn je weniger es darin aufzuarbeiten gibt, je weniger Menschen mussten leiden. Doch wollte ich noch mal in Erinnerung bringen, dass lediglich eine Distanz von 2 km so unterschiedliche Staatengeschichte, und dem Leben damit und danach, hervorbringen kann.</p>
<p style="justify;">Zur&#252;ck zu mir. Zwei &#220;berlegungen m&#246;chte ich heute meinen bisherigen Gedanken hinzuf&#252;gen:</p>
<p style="justify;">In der Verhaltensforschung wurde die T&#246;tungshemmung erforscht, z.B. weist im Kampf bei Hunden der Unterlegene dem St&#228;rkeren seine empfindlichste Stelle hin. Mit einem leichten drehen des Kopfes bietet er seine Halsschlagader dem St&#228;rkeren an. Ein einfacher Biss &#8211; und der Unterlegener w&#228;re tot. Das geschieht jedoch nicht, denn der St&#228;rkere l&#228;sst den Verlierer nach dieser Geste leben. Derselbe Mechanismus ist aus dem Sprichwort bekannt. Eine Kr&#228;he hackt der anderen kein Auge aus.</p>
<p style="justify;">Das hat Lorenz untersucht und beim Menschen die gleiche, allerdings nicht so deutlich ausgepr&#228;gte Eigenschaft beschrieben, wenn es um Schutzbed&#252;rftigkeit geht. Babys, Kinder, Kranke, &#196;ltere sind durch diesen Mechanismus gesch&#252;tzt (im Allgemeinen und vereinfacht).</p>
<p style="justify;">Hier verl&#228;sst Konrad Lorenz in seinem Beitrag „Moralanaloges Verhalten geselliger Tiere“ das Thema, um das es hier geht. Mitscherlisch beschreibt das in einem anderen Zusammenhang etwas enger: &#8220;Die T&#246;tungshemmung existiert nur in der eigenen Art. &#8220;</p>
<p style="justify;">Daraus ergibt sich sinngem&#228;&#223;: Werden Menschen, ob als faule Sklaven, weltverschw&#246;rende Juden, als gelbe Gefahr oder brutale Frauensch&#228;nder von der Propaganda definiert, suggeriert das, das diese Menschen dann nicht mehr zur eigenen Art &#8211; sondern zu einer anderen, einer Unterart, geh&#246;ren.</p>
<p style="justify;">Ich schlie&#223;e daraus, das es ein, oder das Ziel der Rassenpropaganda ist, die T&#246;tungshemmung zu unterlaufen.</p>
<p style="justify;">Ich m&#246;chte das einfach mal so stehen lassen, und zu dem 2. Gedanken<span> </span>kommen:</p>
<p style="justify;">Alexander Mitscherlisch geht &#252;ber das vorgenannte hinaus, und beschreibt in seiner Radiosendung von 1960 noch die Erscheinung der „autorit&#228;ren Person“. Damit werden die Ausf&#252;hrenden bezeichnet, die Befehle erhalten, sie blind ausf&#252;hren, und dabei Macht und Gewalt nach unten durchreichen. Auf dem hierarschichen Weg nach unter wird dieser Prozess allerdings immer exzessiver.</p>
<p style="justify;">Nun kommt man nicht als &#8220;autorit&#228;re Person&#8221; auf die Welt. Man ist das Ergebnis seiner Erziehung, und hier im speziellen gepr&#228;gt aus dem: Gehorsam.</p>
<p style="justify;">Gehorsam. Dar&#252;ber brauche und m&#246;chte ich in all seinen verheerenden Wirkungen nicht schreiben. Doch soviel: das Menschen in diesem Erziehungssystem nie ein eigenes Ich finden k&#246;nnen, `grenzt an` oder `ist` Misshandlung.</p>
<p style="justify;">Mit &#8220;Gehorsam&#8221; und „Ehre“ will ich nicht Schuld in alte Kaisers Zeiten r&#252;cken, sondern aufzeigen, wie weit ein Blick nach hinten zum weiteren Verst&#228;ndnis beitragen kann, in welchem vielleicht schon  der Grundstock f&#252;r all das Schreckliche gelegt wurde, dessen Entladung noch immer unerkl&#228;rbar ist.</p>
<p style="justify;">Gehorsam im obigen Sinne, so meine und hoffe ich zumindest, geh&#246;rt zum gro&#223;en Teil in unserer deutschen Gesellschaft nicht mehr   zu den gro&#223;en Erziehungsidealen. Allerdings ich, ich wurde noch in dieser alten Tradition erzogen.</p>
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		<title>Inger Christensens Lyrik. Hilfe zur Entdeckung des Sch&#246;nen im Gedicht.</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Jan 2009 17:15:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Abc</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Text geht um Lyrik. Kein besonders popul&#228;res Thema in der Blogwelt, ich wei&#223;. Es gilt sogar: Es ist kein besonders popul&#228;res Thema &#252;berhaupt. Schade eigentlich, denn bei Lyrik ist es so: Wenn man erst einen Zugang gefunden hat, ist sie unheimlich spannend und herausfordernd, ohne jemals langweilig zu sein. Die Schwierigkeit liegt immer darin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Text geht um Lyrik. Kein besonders popul&#228;res Thema in der Blogwelt, ich wei&#223;. Es gilt sogar: Es ist kein besonders popul&#228;res Thema &#252;berhaupt. Schade eigentlich, denn bei Lyrik ist es so: Wenn man erst einen Zugang gefunden hat, ist sie unheimlich spannend und herausfordernd, ohne jemals langweilig zu sein. Die Schwierigkeit liegt immer darin diesen verdammten Zugang zu finden. Dabei sind sich Literaturwissenschaftler, Hermeneutiker und Dichter &#252;berhaupt nicht einig, worin dieser Zugang besteht. Novalis (und die Dichterin, um die es im Folgenden gehen wird) spricht von einem „Geheimniszustand“. Ich werde in diesem Text versuchen ein paar Gedichte „zu vermitteln“. Diese Vermittlung ist bestimmter Art: Ich will, dass ihr vielleicht merkt, warum das Gedicht, das ich besprechen werde, sch&#246;n ist. Ich will also nicht zun&#228;chst, dass ihr es „versteht“, sondern das ihr es &#228;sthetisch genie&#223;en k&#246;nnt.</p>
<p>Mein Text hat aber auch eine traurige Ursache: Am 2. Januar starb die d&#228;nische Dichterin Inger Christensen. Liest man die Nekrologe der deutschen Zeitungen merkt man, welche Achtung Christensen im deutschsprachigen Raum erhielt. 1994 wurde sie mit dem &#214;sterreichischen Staatspreis f&#252;r Europ&#228;ische Literatur und 1995 mit dem Preis der Stadt M&#252;nster f&#252;r Europ&#228;ische Poesie ausgezeichnet; 2006 erhielt sie den Siegfried Unseld-Preis. Sie war zudem Mitglied der Europ&#228;ischen Akademie f&#252;r Poesie und seit 2001 der Akademie der K&#252;nste in Berlin.</p>
<p>Inger Christensen ist nicht leicht zu lesen und ich m&#246;chte deshalb ein paar &#220;berlegungen zu ihrer Lyrik aufstellen, die beim Lesen vielleicht eine Hilfe sein k&#246;nnen. Dabei geht es mir, wie gesagt, nicht in erster Linie darum Anleitungen zu geben, wie die Texte verstanden werden k&#246;nnen. Es geht mir eher darum Hinweise zu geben, wie man diese Texte &#228;sthetisch erfahren kann – dazu geh&#246;rt nat&#252;rlich auch Verstehen. Eine &#228;sthetische Erfahrung ist aber exemplarisch: Man kann sie nur selbst machen. Dieser Text ist deshalb nur ein Vorschlag, wie man an die Texte herangehen kann, so dass man ihren &#228;sthetischen Wert entdeckt. Entdecken muss man ihn jedoch selbst.</p>
<p>Meine &#220;berlegungen betreffen Christensens Dichtung im Allgemeinen, aber beziehen sich auf den Gedichtband „Alphabet“ aus dem ich auch zitieren werde (damit ihr die Gedichte lesen k&#246;nnt).</p>
<p>Inger Christensen schreibt meistens ihre Gedichte nach einem System bzw. in einem oder als eins. F&#252;r diejenige, die ihre Gedichte gar nicht kennen, skizziere ich jetzt kurz die Systematik von „Alphabet“ und dem „Schmetterlingstal: Ein Requiem“.</p>
<p>Alphabet ist durch zwei Systematiken bestimmt: Erstens ist die Zeilenzahl jedes Gedichts durch die Fibonacci-Reihe bestimmt, eine nach dem italienischen Mathematiker Leonardo Fibonacci benannte Zahlenreihe, bei der sich jedes Glied der Reihe aus der Summe der beiden vorangehenden Zahlen errechnet (also: 1, 2, 3, 5, 8, 13…). Das erste Gedicht hat demnach eine Zeile, das zweite zwei, das dritte drei, das vierte f&#252;nf etc. Die Summe steigt exponentiell, so dass das neunte Gedicht schon 55 Zeilen hat. Zweitens ist jedes Gedicht durch einen Buchstaben bestimmt, alphabetisch geordnet, so dass das erste Gedicht den Buchstaben a, das zweite den Buchstaben b etc. als eine Art Leitbuchstabe hat. Dies ist nat&#252;rlich nur sehr begrenzt in der deutschen &#220;bersetzung erhalten. Hier die ersten paar Gedichte aus Alphabet:</p>
<p>die aprikosenb&#228;ume gibt es, die aprikosenb&#228;ume gibt es</p>
<p>die farne gibt es; und brombeeren, brombeeren<br />
und brom gibt es; und den wasserstoff, den wasserstoff</p>
<p>die zikaden gibt es; wegwarte, chrom<br />
und zitronenb&#228;ume gibt es; die zikaden gibt es;<br />
die zikaden, zeder, zypresse, cerebellum</p>
<p>die tauben gibt es; die tr&#228;umer, die puppen<br />
die t&#246;ter gibt es; die tauben, die tauben;<br />
dunst, dioxin und die tage; die tage<br />
gibt es; die tage den tod; und die gedichte<br />
gibt es; die gedichte, die tage, den tod</p>
<p>Im D&#228;nischen haben beispielsweise die W&#246;rter Farne und Wasserstoff den Anfangsbuchstaben b, so wie Zikade, Zitrone, Zeder und Zypress den Anfangsbuchstaben c und Taube, Traum, Puppe, Gedicht, Tag und Tod den Anfangsbuchstaben d haben. Das Gedicht h&#246;rt bei n auf (die Menge aller nat&#252;rlichen Zahlen wird in der Mathematik mit n bezeichnet). Es w&#228;re &#252;brigens beinahe unm&#246;glich der Fibonacci-Reihe bis zum Ende des d&#228;nischen Alphabets zu verfolgen – damit h&#228;tte allein das letzte Gedicht (Nr. 28 nach dem d&#228;nischen Alphabet) 514.229 Zeilen und die Zeilenzahl des gesamten Gedichts w&#228;re absolut un&#252;berschaubar.</p>
<p>Das „Schmetterlingstal“ unterliegt einer genauso beeindruckenden Systematik – es ist ein Sonettenkranz. Der klassische Sonettenkranz besteht aus 15 Einzelsonetten, wobei das zweite Sonett mit der Schlusszeile des Ersten beginnt, das Dritte mit der Schlusszeile des Zweiten und so fort bis zum Vierzehnten. Das F&#252;nfzehnte, auch Meister-Sonett genannt, fasst dann noch einmal alle 14 Schluss- bzw. Anfangszeilen in gleichbleibender Reihenfolge zusammen. Alle Sonette, das Meister-Sonett inklusiv, reimen und folgen einem bestimmten Versfu&#223;.</p>
<p>Nun haben wir einen Einblick in einige Systematiken der Dichtung Inger Christensens erlangt und k&#246;nnen zur &#196;sthetik &#252;bergehen. F&#252;r die &#228;sthetische Erfahrung der Gedichte ist das Spiel zwischen den Mustern und Regeln der Dichtung und dem Bruch mit diesen Mustern und Regeln wichtig. Der Bruch ist kein Abbruch sondern eher die Entstehung neuer Mustern und Regeln. Die Muster und Regeln liegen in der Dichtung meines Erachtens im Feld zwischen der Form und dem Inhalt, womit ich in diesem Zusammenhang die besondere Bewegung der Dichtung zwischen Musik und These meine. Ein gutes Gedicht muss immer musikalisch sein, darf aber nie zum Lied werden. Ebenfalls muss es These sein ohne jemals wissenschaftlicher Text zu werden.</p>
<p>Um dieses Spiel bei Christensen zu erfahren sind drei &#228;sthetische Reflexionsformen wichtig, die ich hier mit den Begriffen „das Ganze“, „der Tod“ und schlie&#223;lich „das Gedicht“ benennen m&#246;chte. Mit Reflexionsform meine ich so etwas</p>
<p>wie eine bestimmte Weise das Gedicht zu lesen, eine Art Fokus des Lesens, mit dem eine bestimmte Sorte von Mustern und Regeln erfahren werden k&#246;nnen, so dass die &#196;sthetik des Gedichts hervortritt.</p>
<p>Die erste Reflexionsform kann mit dem Begriff des Ganzen beschrieben werden. Die Gedichte von Inger Christensen sind meines Erachtens deshalb „Systeme“, weil sie das Ganze erfassen sollen. So ist Alphabet eine Erfassung der Welt und gleichzeitig des Seins der Welt. Das Sein wird dadurch hervorgehoben, dass das, was in Alphabet geschieht, immer in einem Verh&#228;ltnis zum Nichts steht. Dieses Verh&#228;ltnis kann als &#228;sthetische Reflexion funktionieren. Aber zuerst: Was meine ich denn mit Sein und Nichts und wie komm es im Gedicht vor?</p>
<p>Das erste Gedicht in Alphabet lautet wie schon zitiert „die aprikosenb&#228;ume gibt es, die aprikosenb&#228;ume gibt es“. Dieses kurze Gedicht ist keine Beschreibung der Aprikosenb&#228;ume, sondern nur eine Aussage, dass es diese gibt. Es wird nicht erkl&#228;rt, was Aprikosenb&#228;ume sind, sondern ihr „Sein“ wird ausgesprochen. Die Aussage wird zudem wiederholt. Was ist die Wirkung dieser Wiederholung? Obwohl die Aussage lautet „es gibt sie“, ist es als ob die Wiederholung implizit besagt: Es k&#246;nnte sie auch nicht geben. Die Wiederholung dr&#252;ck eine Angst vor der M&#246;glichkeit des Nichts aus: Warum gibt es sie denn und nicht viel eher nicht? (Man sieht hier die Verbindung zwischen Christensen und Martin Heidegger). Es gibt im Gedicht also einen doppelten Fokus auf 1) das Seiende, die Aprikosenb&#228;ume und 2) das Sein dieses Seienden, das durch Wiederholung in einer Gegen&#252;berstellung zum Nichts ausgedr&#252;ckt wird. Diese doppelte Thematik tritt langsam als ein hoch kompliziertes Verh&#228;ltnis hervor, das in ganz verschiedenen Formen, Rhythmen und Inhalten funktioniert. Die &#228;sthetische Reflexion kann dieses Verh&#228;ltnis mit Nutzen im Auge behalten, weil die Wandelungen der Thematisierung des Seienden und des Seins und ihres Verh&#228;ltnisses zu einem rhythmisch expandierenden organischen Gesch&#246;pf wird, das seine Elemente in ganz verschiedenen Weisen zueinander in Beziehungen treten l&#228;sst.</p>
<p>Die Fibonacci-Reihe wirkt als eine Art unaufhaltsame Sch&#246;pfung oder Entstehung der Welt. Die exponentielle Steigerung des Gedichts wird zu einem Erlebnis der unendlichen Vielfalt der Welt. Die Zahlreihe gibt es real auch in der Natur, wo sie z.B. Strukturen bestimmter Pflanzen organisiert. Diese strukturelle Organisation haben also das Gedicht und die Natur in gewisser Weise gemeinsam. &#196;sthetisch wirkt dies durch das Verh&#228;ltnis der einzelnen Gedichte zueinander. Man erlebt das zweite Gedicht im Verh&#228;ltnis zum ersten. Die Einfachheit und die steigende Komplikation hat eine starke rhythmische d.h. musikalische und inhaltliche Wirkung. Die Verh&#228;ltnisse zwischen den Ph&#228;nomenen, die im Gedicht vorkommen, und zwischen den Gedichten selbst, k&#246;nnen immer neu erfasst werden. Die &#220;berg&#228;nge zwischen Wiederholung und Neuem (warum taucht wann Neues auf und warum wird wann Altes wiederholt?) und die &#220;berg&#228;nge von den Begriffen bspw. der Botanik zur Chemie wie im zweiten Gedicht „die farne gibt es; und brombeeren, brombeeren / und brom gibt es; und den wasserstoff, den wasserstoff“ oder im dritten Gedicht von Zoologie zum – jetzt wird es schwierig, ich bringe einfach das Beispiel: „die tauben gibt es; die tr&#228;umer, die puppen / die t&#246;ter gibt es; die tauben, die tauben;“ – diese verschiedenen &#220;berg&#228;nge k&#246;nnen immer im neuen Licht gelesen werden. Man muss sich von ihnen &#252;berraschen lassen und die Sprache selbst arbeiten lassen: Was versteckt sich alles im Wort Taube und was hat es mit dem Traum zu tun? Sicher ist: Beide Ph&#228;nomene geh&#246;ren einer Welt. Diese Welt wiederum finden wir nicht nur „drau&#223;en“ sondern auch in dem Gedicht selbst.</p>
<p>Die „gibt es“-Form, die in den drei ersten Gedichten durchgehend ist, wird sp&#228;ter z.T. gebrochen, was nat&#252;rlich neue &#220;berg&#228;nge von Sinn und Rhythmus bedeutet. Auch die Systematik mit den Anfangsbuchstaben wird z.T. gebrochen. Diese Br&#252;che sind schon im sechsten Gedich (f) zu sehen:</p>
<p>den fischreiher gibt es, mit seinem graublau gew&#246;lbten<br />
r&#252;cken gibt es ihn, mit seinem federschopf schwarz<br />
und seinen schwanzfedern hell gibt es ihn; in kolonien<br />
gibt es ihn; in der sogenannten Alten Welt;<br />
gibt es auch die fische; und den fischadler, das schneehuhn<br />
den falken; das mariengras und die farben der schafe;<br />
die spaltprodukte gibt es und den feigenbaum gibt es;<br />
die fehler gibt es, die groben, die systematischen,<br />
die zuf&#228;lligen; die fernlenkung gibt es und die v&#246;gel;<br />
und die obstb&#228;ume gibt es und das obst im obstgarten wo<br />
es die aprikosenb&#228;ume gibt, die aprikosenb&#228;ume gibt,<br />
in l&#228;ndern wo die w&#228;rme genau die f&#228;rbe im fleisch<br />
erzeugen wird die aprikosenfr&#252;chte haben</p>
<p>In diesem Gedicht passiert so viel, das ich hier unm&#246;glich alles besprechen kann (noch k&#246;nnte). Die Verh&#228;ltnisse, um die es hier geht, sind sowohl die Verh&#228;ltnisse zwischen den Ph&#228;nomenen im Gedicht und die Verh&#228;ltnisse der Gedichte untereinander, so dass die Gedichte als Gedichte im Ganzen vorkommen und das Verh&#228;ltnis zwischen Gedicht und Ganzem damit reflektiert wird. So wird z.B. das erste Gedicht im eben zitierten sechsten Gedicht (Zeile elf) pl&#246;tzlich wiederholt (im D&#228;nischen wortw&#246;rtlich, im Deutschen wegen der Wortstellung leicht ver&#228;ndert: Das „es“ hat einen anderen Platz). Bemerk wie &#252;berraschend die &#220;berg&#228;nge auf einen wirken und wie nat&#252;rlich sie gleichzeitig vorkommen.</p>
<p>Wie wir im vierten Gedicht erfahren, gibt es auch den Tod:</p>
<p>die tauben gibt es; die tr&#228;umer, die puppen<br />
die t&#246;ter gibt es; die tauben, die tauben;<br />
dunst, dioxin und die tage; die tage<br />
gibt es; die tage den tod; und die gedichte<br />
gibt es; die gedichte, die tage, den tod</p>
<p>Schon hier merken wir, wie der Tod und das Gedicht irgendwie zusammenh&#228;ngen. Aber bleiben zun&#228;chst beim Tod:<br />
Die Reflexionsform, die man mit dem Begriff des Todes beschreiben k&#246;nnte, betrifft das Verh&#228;ltnis zwischen Mensch und Ganzem. Der Tod ist gleichzeitig das, was den einzelnen Menschen als Singularit&#228;t auszeichnet (niemand kann f&#252;r mich sterben) und das, was den Menschen mit dem Ganzen verbindet: In meiner Singularit&#228;t bin ich in gewisser Weise von der Welt abgetrennt. In wiefern beschreibt dies eine &#228;sthetische Reflexionsform?</p>
<p>Die Gedichte sind nicht nur eine Erfassung des Ganzen als Welt und Sein, sondern reflektieren st&#228;ndig auf die Stellung des Menschen zur und in der Welt. Das dr&#252;ckt sich &#228;sthetisch in den Illusionen der Gedichte aus: Was ist Sein und was ist Denken? „die tauben gibt es; die tr&#228;umer, die puppen“ Es ist als ob eine gewisse Destabilisierung (traum) besteht: Das Gedicht erfasst die Welt, aber es ist ja ein Gedicht, es ist Dichtung. Die These des Gedichts ist trotzdem, dass das Denken die Welt als solche begreift, es gibt keine ontologische Kluft zwischen Denken und Sein. So hei&#223;t es z.B. im dreizehnten Gedicht „ das zusammensein der sonne / und des auges in der farbe [gibt es]“. Sonne und Auge sind zusammen. Oder wie es in dem zw&#246;lften Gedicht hei&#223;t:</p>
<p>das leben, die luft die wir einatmen gibt es<br />
eine leichtigkeit in allem, eine gleichheit in allem,<br />
eine gleichung, eine offen bewegliche aussage<br />
in allem, und w&#228;hrend baum um baum hinaufbraust in<br />
den fr&#252;hen sommer, eine leidenschaft, leidenschaft<br />
in allem, als g&#228;be es f&#252;r das spiel der luft mit<br />
dem fallenden manna eine einfache modellzeichnung,</p>
<p>Die Welt ist nicht unerkennbar sondern in allem ist „eine Aussage“: Es kann ausgesagt werden, was es gibt. Aber das Seiende ist nicht fest und abgeschlossen, das Ganze ist immer ein Werden mit vielen verschiedenen Momenten, das exponentiell mehr wird und sich verwandelt (sowie das Gedicht). Die Aussage ist eine „offen bewegliche aussage“. So hei&#223;t es auch in Konjunktiv: “als g&#228;be es f&#252;r das spiel mit dem fallenden manna eine einfache modellzeichnung“.</p>
<p>Solche &#220;berlegungen zeigen, glaube ich, die Bez&#252;ge zwischen Christensen und Hegel.<br />
„Die Knospe verschwindet im Hervorbrechen der Bl&#252;hte, und man k&#246;nnte sagen, da&#223; jene von dieser widerlegt wird, ebenso wird durch die Frucht die Bl&#252;hte f&#252;r ein falsches Daseyn der Pflanze erkl&#228;rt, und als ihre Wahrheit tritt jene an die Stelle von dieser. Diese Formen unterscheiden sich nicht nur, sondern verdr&#228;ngen sich auch als unvertr&#228;glich miteinander. Aber ihre fl&#252;&#223;ige Natur macht sie zugleich zu Momenten der organischen Einheit, worin sie sich nicht nur nicht widerstreiten, sondern eins so nothwendig als das andere ist, und diese gleiche Nothwendigkeit macht erst das Leben des Ganzen aus.“ So Hegel.</p>
<p>Die Illusionen des Gedichts sind diejenige, die uns dazu verleiten, zu glauben, die Welt erkannt zu haben. Aber sie sind auch diejenige, die uns dazu verleiten, zu glauben, die Welt nicht erkennen zu k&#246;nnen. Die Tr&#228;ume, die Puppen und die Tauben sind gleich wirklich. Dieses Spiel zwischen Illusion und Einsicht funktioniert &#228;sthetisch als eine Bewegung zwischen geistigen Begriffen und nat&#252;rlichen Begriffen so, dass die Bez&#252;ge und Verh&#228;ltnisse zwischen diesen sich verschieben, sich trennen und wieder neu herstellen. Dadurch entsteht eine hoch komplizierte Erfassung des Verh&#228;ltnisses zwischen Geist und Natur. Immer wieder wird die Natur im Geiste und den Geist in der Natur erkannt. Und immer wieder scheitert diese Erkenntnis; das Scheitern aber ist wiederum eine Einsicht. Das Spiel zwischen den Versuchen, Darstellungen und Einsichten hinsichtlich der Beziehungen zwischen Mensch und Welt ist dann &#228;sthetisch sch&#246;n, wenn es zu einem freien und harmonischen Spiel wird. Die Muster und Regeln dieses Spiels m&#252;ssen sinnvolle Reflexionsentwicklungen provozieren, sie m&#252;ssen aber auch frei sein, so dass sie in diesen Reflexionsentwicklungen sich &#228;ndern.</p>
<p>Der Gipfel dieser Reflexion ist der Begriff des Todes, der letztendlich die Stellung des Menschen als endliches und verstehendes Wesen bestimmt. In diesem Sinne verstehen wir gegen&#252;ber dem Tod erst oder in der Angst vor ihm, was wir sind. Der Begriff des Todes ist der Ort an dem wir sehen, dass die Verbindung zwischen Sprache und Welt nicht darin besteht, dass die letztere in der ersteren abgebildet werden kann, sondern dass es Sprache und Welt beides gibt und die Wirklichkeit der beiden gemeinsame Strukturen haben. Diese gemeinsamen Wirklichkeitsstrukturen lassen Ph&#228;nomen und Wort sich treffen und dieser Treffpunkt ist hier das Gedicht.</p>
<p>Dies bringt uns zur letzten Reflexionsform, die ich mit dem Begriff des Gedichts beschreiben m&#246;chte. Zugegeben, ich habe sehr pr&#228;tenti&#246;se Bezeichnungen f&#252;r die Reflexionsformen gew&#228;hlt. Diese letzte ist vielleicht sogar die ernsthafteste, denn sie dreht sich in einem bestimmten Sinne um die Wirklichkeit der Dichtung. Das jeweilige Gedicht ist nat&#252;rlich selbst ein Teil des Ganzen, das haben wir schon im sechsten Gedicht beobachten k&#246;nnen, als das erste Gedicht pl&#246;tzlich wieder auftauchte. Auch das dreizehnte Gedicht macht uns darauf aufmerksam, es beginnt n&#228;mlich so: „die alphabete gibt es“. Zur Erinnerung: Das ganze Gedicht hei&#223;t Alphabet. Das Gedicht ist selbst wirklich; es ist Teil der Wirklichkeit. In dieser Wirklichkeit ist es eine Erfassung der Welt, die als Gedicht wirklich ist (im Gedicht kommt die Welt zum Bewusstsein von sich selbst – wieder h&#246;rt man Hegel im Hintergrund herumlaufen). Uns geht es aber um eine &#228;sthetische Reflexionsform. Die &#228;sthetischen Reflexionsformen gehen immer um Beziehungen und Verh&#228;ltnisse, die auf immer neuartige Weise zusammengesetzt werden k&#246;nnen, so dass die Erfahrung des Gedichts nicht beendet werden kann. Es darf aber keine zuf&#228;llige Reihe von beliebigen Elementen sein, sondern jede Konstellation der Verh&#228;ltnisse muss sozusagen einen Sinn haben, der im Laufe der &#228;sthetischen Erfahrung dadurch gebrochen wird, dass neue Sinnverh&#228;ltnisse entstehen, die wiederum im Verh&#228;ltnis zum vorg&#228;ngig erfahrenen Sinnzusammenhang stehen. Deshalb wird man mit einem guten Gedicht nicht fertig: Die Erinnerungen, Gef&#252;hle oder Einsichten, die es erweckt, ver&#228;ndern sich, werden neu und anders erlebt. Das &#228;sthetisch Sch&#246;ne sind nicht die einzelnen Erinnerungen, Gef&#252;hle oder Einsichten, sondern die Reflexion in der Relation zum Gedicht, in der sich diese vermischen und ver&#228;ndern, so dass immer neue Formen ersichtlich werden. Das Spiel zwischen seinen eigenen Worten und den Worten des Gedichts muss ein freies und harmonisches sein. Harmonisch hei&#223;t, dass es &#220;bereinstimmungen geben muss und frei hei&#223;t, dass es Neuentdeckungen und Wandelungen geben muss, die im Spiel zwischen eigenen Worten und den Worten des Gedichts entstehen. Das Interessante an dieser letzten Reflexionsform ist, dass sie in gewisser Weise das Verh&#228;ltnis zwischen Welt und Gedicht spiegelt: Das Gedicht erfasst die Welt, kann dies aber nur als Teil von ihr, nie weil es „drau&#223;en“ steht – es gibt kein „drau&#223;en“. Das Gedicht ist auf diese Weise eine M&#246;glichkeit die Welt zu erfassen, es ist eine Membran zwischen Bewusstsein und Welt. Diese Membran ist aber keine Erfassung der Welt im Sinne eines endg&#252;ltigen Wissens, sondern ist vielmehr selbst ein neues St&#252;ck Wirklichkeit. Eine solche Wechselwirkende Beziehung zwischen Gedicht und Welt ist eine Figur die zwischen Leser und Gedicht wieder gefunden werden kann: Bei einem sch&#246;nen Gedicht, entstehen metaphorisch gesprochen immer neue Gedichte, die als eine Membran zwischen Leser und Gedicht funktioniert. Das Sch&#246;ne an einem guten Gedicht ist, dass es immer mehrere Gedichte sind und dass man gemeinsam mit dem Gedicht diese selbst schreiben muss.</p>
<p>Zum Schluss das dreizehnte Gedicht aus Alphabet:</p>
<p>die alphabete gibt es</p>
<p>den regen der alphabete</p>
<p>den regen der rieselt</p>
<p>die gnade das licht</p>
<p>zwischenr&#228;ume und formen<br />
der sterne der steine</p>
<p>den lauf der fl&#252;sse<br />
und die bewegungen des gem&#252;ts</p>
<p>die spuren der tiere<br />
ihre stra&#223;en und wege</p>
<p>den bau der nester<br />
den trost von menschen</p>
<p>tageslicht in der luft<br />
das zeichen des m&#228;usebussards</p>
<p>das zusammensein der sonne<br />
und des auges in der farbe</p>
<p>die wilde kamille<br />
an den schwellen der h&#228;user</p>
<p>den schneehaufen den wind<br />
die hausecke den sperling</p>
<p>ich schreibe wie der wind<br />
der mit der ruhigen schrift<br />
der w&#246;lken schreibt</p>
<p>oder schnell &#252;ber den himmel<br />
in verschwindenden strichen<br />
wie mit schwalben</p>
<p>ich schreibe wie der wind<br />
der stilisiert monoton<br />
ins wasser schreibt</p>
<p>oder rolle mit dem schweren<br />
alphabet der wellen<br />
ihre schaumf&#228;den</p>
<p>schreibe in die luft<br />
wie die pflanzen schreiben<br />
mit stielen und bl&#228;ttern</p>
<p>oder rund wie mit blumen<br />
in kreisen und b&#252;scheln<br />
mit punkten und f&#228;den</p>
<p>ich schreibe wie der strand<br />
einen saum schreibt<br />
aus schaltieren und tang</p>
<p>oder fein wie mit perlmutt<br />
die f&#252;&#223;e des seesterns<br />
und der schleim der muschel</p>
<p>ich schreibe wie das fr&#252;he<br />
fr&#252;hjahr das das gemeinsame<br />
alphabet der anemonen<br />
der buche des veilchens und<br />
des sauerklees schreibt</p>
<p>ich schreibe wie der kindliche<br />
sommer wie donner<br />
&#252;ber den kuppeln des waldrands<br />
wie wei&#223;gold wenn der blitz<br />
und das weizenfeld reifen</p>
<p>ich schreibe wie ein vom tode gezeichneter<br />
herbst schreibt<br />
wie rastlose hoffnungen<br />
wie lichtst&#252;rme quer<br />
durch nebelhafte erinnerung</p>
<p>ich schreibe wie der winter<br />
schreibe wie der schnee<br />
und das eis und die k&#228;lte<br />
und das dunkel und der tod<br />
schreiben</p>
<p>ich schreibe wie das herz<br />
das klopft schreibt<br />
das schweigen des skeletts<br />
und der n&#228;gel der z&#228;hne<br />
des haars und des sch&#228;dels</p>
<p>ich schreibe wie das herz<br />
das klopft schreibt<br />
das fl&#252;stern der h&#228;nde<br />
der f&#252;&#223;e der lippen<br />
der haut und des geschlechts</p>
<p>ich schreibe wie das herz<br />
das klopft schreibt<br />
die ger&#228;usche der lungen<br />
der muskeln des gesichts<br />
des gehirns und der nerven</p>
<p>ich schreibe wie das herz<br />
das klopft schreibt<br />
das rufen des bluts<br />
und der zellen der gesichte<br />
des weinens und der zunge</p>
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		<title>3. Person Singular</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jan 2009 11:21:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Drei Wochen ohne Artikel haben die Endlosrekursion wieder dahin gebracht, wo sie seit jetzt fast einem Jahr steht: an den Abgrund. Man k&#246;nnte dar&#252;ber sauer sein, k&#246;nnte sich verfluchen, so viel Zeit in ein Projekt gesteckt zu haben, dass keine irgendwie denkbare Zukunft zu haben scheint und sich mit den &#8220;sunk costs&#8221; abfinden, das Projekt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Drei Wochen ohne Artikel haben die Endlosrekursion wieder dahin gebracht, wo sie seit jetzt fast einem Jahr steht: an den Abgrund. Man k&#246;nnte dar&#252;ber sauer sein, k&#246;nnte sich verfluchen, so viel Zeit in ein Projekt gesteckt zu haben, dass keine irgendwie denkbare Zukunft zu haben scheint und sich mit den &#8220;sunk costs&#8221; abfinden, das Projekt zumachen und sich anderweitig orientieren.</p>
<p>Aber daf&#252;r gef&#228;llt mir die Idee mit anderen zusammen zu schreiben, zu denken und in diesem Denken voranzuschreiten, viel zu gut, als dass ich hier den schwarzen Vorhand der 503 Errormeldung aufziehen m&#246;chte. Daf&#252;r hatte ich hier zu viel Spa&#223;, zu viel Diskussion und Kontroverse mit all den anderen Autoren der Endlosrekursion und den Lesern, die wir sicher so langsam alle vergrault haben mit unserem Scheitern.</p>
<p>Also werde ich unserer Endlosrekursion das soziologische Paradox der dritten Person Singular verordnen und diese forthin als Beobachter sehen und beschreiben. Die Endlosrekursion also als digitales Experiment ansehen, als das sie gestartet ist. Mich der Frage widmen, warum das alles nicht klappt, klappt ebensowenig, wie das, was nicht klappt, weil ich eben einer derjenigen bin, die es nicht schaffen ein Gemeinschaftsprojekt regelm&#228;&#223;ig und so f&#252;r Besucher attraktiv zu f&#252;hren.</p>
<p>Ab jetzt also nur noch Text auf der Endlosrekursion. Kein Herzblut, keine Aufregung. nur Text. Die Endlosrekursion als Drittes, nicht mehr Meines. Einer von allen, der sie bef&#252;llt. Mehr nicht.</p>
<p>Ein magazin braucht einen Chefredakteur, ein Blog nur jemand mit Lust am Schreiben. Wir werden sehen, wie gro&#223; die Lust am Schreiben ist in unserer Runde. Gemeinschaftsblog statt w&#246;chentliches Onlinemagazin. Wieder Spa&#223; statt Verpflichtung? Wir werden sehen, wie sich das Experiment Endlosrekursion entwickelt.</p>
<p>Egal wird es mir weiterhin nicht sein, so wie dem Beobachter auch nicht egal ist, was er beobachtet. Ich werde also beobachten was hier passiert. Ohne Konsequenzen. Der Beobachter greift nicht ein. Keine sozialen Experimente. Das Experiment lebt, wenn es fortbesteht. Erfolg ist nicht definierbar im sozialen Bereich. Es fehlen die Ma&#223;st&#228;be.</p>
<p>Denn erreicht haben wir viele, uns selbst und ein Scheitern brachte immer wieder etwas neues hervor. Alles flie&#223;t.</p>
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		<title>Kategorieunterschriften gesucht!</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Nov 2008 11:55:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raphael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin jetzt doch von der einfachsten aller M&#246;glichen Startseiten abgewichen und habe die Kategorien unter den neuesten Artikel verteilt. Nur der Artikel schien mir zu gewagt, denn wer neu auf die Seite kommt und mit diesem nichts anfangen kann, der ist schnell wieder weg.
Jetzt brauche ich aber f&#252;r alle Kategorien noch Beschreibungen. Momentan steht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin jetzt doch von der einfachsten aller M&#246;glichen Startseiten abgewichen und habe die Kategorien unter den neuesten Artikel verteilt. Nur der Artikel schien mir zu gewagt, denn wer neu auf die Seite kommt und mit diesem nichts anfangen kann, der ist schnell wieder weg.</p>
<p>Jetzt brauche ich aber f&#252;r alle Kategorien noch Beschreibungen. Momentan steht dort ja bei allen der Text f&#252;r die Philosophie. Werdet mal kreativ bitte und schreibt mir in die Kommentare, was euch da so vorschwebt. DIe Zeichenzahl sollte sich an die Beschreibung der Philosophie ann&#228;hern, damit alles etwas symetrisch aussieht.</p>
<p>Angesprochen sind nat&#252;rlich zun&#228;chst die Autoren der Endlosrekursion, aber unsere Leser d&#252;rfen sich nat&#252;rlich auch gerne beteiligen.</p>
<p>Habt vielen Dank!</p>
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