Entsozialisierung
Das Wort, jetzt im Fernsehen gehört, hat mich nur zum stummen und zustimmenden Nicken bewegt.
Heute fließt die Hilfe zur materiellen Lebenshilfe aus einem anonymen Hahn des über Elster (Elektr. Steuer) gespeisten Gemeinschaftstopfes – entpersonifiziert – zu einer HartzIV-Nummer – entindividualisiert.
Entsolidarisiert – der Mensch - auch im web. Nur eine www-seite oder ein @-Name.
Wo und wann wird virtuelles Verhalten reales treffen?
Und bei all dem Niemand mehr – dem man in die Augen schauen muss.
Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird
nennt Harald Welzer sein Buch. Die Klimaveränderung mit der Folge der sich veränderten Lebensräume- und bedingungen, wie Wasser, Hunger, Rohstoffe, Bildung, soziale Ungleichheiten …
Die Vorboten zu diesem Szenario sind nicht zu übersehen. Somalia – Pirateri. Arme holen sich von Reichen – mit Gewalt und stark wachsender Tendenz. England – ein 9 und 11-jährige Schüler. Mit brutalster Gewalt schlagen und foltern sie zwei Mitschüler, die nur mehr durch Zufall überleben. Ein in England mittlerweile vielerorts gegenwärtiges Problem. Israel – Gaza. Mit chemischen Waffen gegen Zivilbevölkerung. Unfähigkeit zur Krisenbewältigung. Eine eigene Tragödie der ganz besonderen Art.
Und da sind die zwei Nachbarjungs, gerade 30 geworden. Sympathisch, herzensgut, freundlich, haarlos glattrasiert. Nach der Hauptschule haben sie ihre Lehre gemacht, der eine Kaufmann, der andere Elektriker. Jetzt sind sie selbständig, um sich ihren Traum vom dicken Auto, Haus und Familie zu erfüllen. Sie verkaufen ihre Muskelkraft am Bau. Arbeit finden sie dort noch, weil einer auf den Baustellen der deutschen Sprache, zumindest in Wort, mächtig sein sollte. Von dem kargen Lohn werden sie heute und morgen kein dickes Auto fahren, viel weniger noch, für später vorsorgen können. Für jede Umorientierung sind sie körperlich noch zu stark. Aber wie wird sich ihre Wurt kanalisieren, wenn sie feststellen, das ihr Traum nur ein unerfüllbarer Traum ist?
Der Mensch gilt mit als das anpassungsfähigste Geschöpf. Ich hoffe, das ihm diese Eigenschaft nie abhanden kommt.
*
Es rollt gerade eine Diskussion um das Mitmachen auf die Blogosphäre zu. Ix, Alexander und Cem haben sich zu Wort gemeldet und Kommentare werden noch viele folgen. Dass das auch auf diesen Gemeinschaftsblog zutrifft, ist schon fast müßig zu erwähnen. Ich war auch Mal sauer, so viel Arbeit hier rein gesteckt zu haben, die sich nur sehr bedingt gelohnt hat. Für mich. Von Relevanz zu reden habe ich schon vor längerer Zeit aufgegeben, es sei denn es lässt sich damit Geld verdienen, dann ist meinetwegen alles Relevant, wenn dir jemand zustimmt. Definitionen helfen da auch nicht weiter.Aber Ärger verfliegt und es bleibt dann etwas, dass man Entscheidung nennt, was aber irre führt, das es nur zwei Auswege suggeriert. Man hat derer aber viele. Man kann professionalisieren, sich noch mehr Amateure suchen, es alleine machen, gar nicht mehr machen oder was auch immer. Wen soll das denn bitte interessieren? Warum müssen wir immer so tun, als ginge die Welt unter, wenn doch nur einer der eignen Träume gerade zerplatzt ist.
Dass damit Engagement nicht gewürdigt wird, ist doch Blödsinn. Es kommen viele, weil es sie interessiert und wen das nicht freut, der hat vielleicht ein wenig zu viel erwartet. Glaubt ihr denn wirklich, nur weil es jetzt digital ist, ändert der Mensch, ändern Gesellschaften ihre Handlungsmuster und -strukturen von Grund auf? Mitmachen ist so eine Sache. Kann man nämlich nur begrenzt im Leben. Während ich hier so einen Scheiß schreibe könnte ich mir den Hegel nochmal gründlich vornehmen und so meine Welt erweitern, könnte neben meiner Freundin im Bett liegen und meinen morgigen Tag erweitern, könnte endlich Mal mit dem Buch anfangen, dass ich seit einem Jahr als Idee mit mir herumtrage und mein Leben verändern, könnte people in motion anrufen und mich erweitern, könnte, könnte, könnte. Dass das Argument keine Zeit zu haben, immer auch ein wenig mit weniger Lust zusammenhängt, liegt in der Natur der begrenzten Zeit. Man kann nicht auf jeder Hochzeit tanzen und manche Bräute sind eben netter anzuschauen als andere. Der eine mag es üppig, der andere eher gemütlich, der nächste ist politisch und der, der da am Eingang steht, dem ist alles eher egal.
Was soll diese Diskussion bringen, außer noch mehr Ärger? Was soll es bringen mal in die Runde zu fragen, woran es liegt? Das funktioniert nicht beim Bloggen und funktioniert auch nicht beim Fußball. Jedes Mal, wenn wir mit der 2. Mannschaft wieder Mal ne Klatsche kriegen, fragt irgendwer in die Runde und nicht selten bin ich das. Was bringt es aber? Vielleicht etwas für mich? Sich Gedanken zu machen, ist meine Art, wird die Art derjenigen sein, die die Diskussion um das Mitmachweb anstoßen. Ob das Sinn macht, weiß man immer erst später. Manchmal geht was, manchmal eben nicht. Aber wie schon erwähnt, die Welt geht nicht unter, mit ein wenig Abstand nicht einmal die eigene. 6:2 verloren, 9:0 auf den Sack bekommen, wieder ein Monat ohne einen Artikel hier, wieder nicht angerufen. Mit ein wenig Selbstreflexion erklärt sich alles, was dahinter steckt. Nicht immer ist es die Trägheit der Masse, nicht immer ist es die Angst vorm System oder die Politikverdrossenheit. Manchmal hat man einfach was besseres vor. Manchmal haben eben viele was besseres vor.
Ich ziehe meinen Hut vor Leuten, die dennoch weiter machen, neue Ideen entwickeln und nach vorne schauen, wenn es Mal nicht so gelaufen ist. Aber ich ziehe ihn auch vor denen, die sagen, dass sie dann vielleicht doch nicht unbedingt jeden Sonntag auf dem Platz ihren Kindern die gemeinsame Zeit stehlen wollen und das eben dann auch so sagen. Nervig sind nur die, die sagen, dass sie kommen und dann ne halbe Stunde später anrufen, dass doch irgendein besserer Scheiß dazwischen gekommen ist. Die gehen mir auf den Sack, weil sie mir mit ihren Entscheidungen keine eigene Entscheidung mehr erlauben.
Es ist doch irgendwie ganz schön, dass jetzt nicht alles anders ist. Die Fußballvereine stöhnen, dass die Kids jetzt lieber Online zocken und die Onlinecommunities stöhnen, dass bei gutem Wetter dann doch viele nicht kommen.
Ich will jetzt nicht in eine Relativitätstheorie der Relevant abrutschen, aber manchmal muss man doch auch drauf hinweisen dürfen, dass der Enthusiasmus so nicht geteilt wird, ohne dass es so aufgefasst wird, als würde man alles schlecht reden oder alles scheiße finden. Und die Berufsnörgler sind in Deutschland eben nicht nur Lehrer oder am Stammtisch zu Hause. Ob jetzt das Wlan nicht so toll oder ob die ganze re:publica uniteressant war, ist doch selbst nur soweit interessant, wie es einen selbst interessiert. Genauso ist das Desinteresse an der Endlosrekursion auch nur soweit interessant, wie es mich ärgert und ich uneingelöstes Interesse an dieser zeige. Das mag sich zu sehr nach Aufgeben anhören, aber das wäre wieder nur die Entscheidung in eingeschränkter Sicht. Ich würde hier gerne mehr lesen und nicht selbst alle paar Pfingsten Mal einen Pseudobeitrag ins Blau feuern.
Ich würde jetzt gerne so einen nach Lebenserfahrung klingenden Spruch reinhauen, der irgendwie die eigenen Träume mit den eigenen Kindern vergleicht und und darauf verweist, dass man nur versuchen kann, sein Bestes zu geben, was daraus wird, steht einem nicht mehr zu. Aber das wäre vermessen, genauso wie es vermessen wäre ix oder Cem so einen Beitrag vor den Latz zu knallen, der ihnen sicher auch nicht weiter hilft, weil sie den Brei sicher schon mehr als einmal ausgelöffelt haben, um den ich hier so blumig herumschreibe.
Ich kann noch nicht Mal beurteilen, ob diese Konferenzen jetzt toll waren und ich mich da auch engagieren sollte oder nicht, weil ich da so gar nicht für bin. Auch wenn mir schon oft vorgenommen habe, mal da hin zu fahren. Aber eigentlich sitze ich eben lieber mit people in motion bei Wein oder Bier und quasssel ihn voll, wie ich mir das mit dem Internet zu vorstelle. Er hört mir zu und sagt mir was er für Kappes hält. Ohne Sessionbegrenzung, ohne hundert andere, die vielleicht auch was dazu zu sagen hätten. Ist eingeschränkt, weiß ich. Ist aber ebenso eine andere Form. Ob man weiter kommt, wie man weiterkommt, ob man überhaupt weiter will, muss man dann selber beschließen. Mit Wut im Bauch geht das aber nicht.
Deshalb schreibe ich hier ab und an ins Blaue und wenn jemand meint, er müsste das auch tun, dann freue ich mich. Bis der dann irgendwann auch nicht emrh so recht will. So ist das eben. Den Spaß am Schreiben nimmt es mir nur kurzfristig. Auf lange Sicht muss man eh machen, was man will, oder was Kohle bringt. So wird es im Internet auch noch kommen, wenn es nicht schon so ist.
*Überschrift habe ich weggelassen, keine Zeit mehr. Meine Freundin hat mich nämlich gerufen, ich solle ins Bett, ihr wäre kalt und ich müsse Morgen früh raus.
Das Ich als Feinstaubplakette
Ich zu sein ist in Zeiten der fortschreitenden Reflexion auf selbes keine einfache Sache mehr. Durch Beschreibung entsteht Erwartung. Es reicht nicht mehr nach überstandener Reifeprüfung “der Starke”, “der Mutige” oder “der Kluge” genannt zu werden und somit zu sein. Vielleicht hat dies nie gereicht und meine Vorstellungen von dem Ich früherer Tage sind zu sehr von Karl May und Star Wars Romanen geprägt.
Jedenfalls wird mir jeden Frühling, wenn der graue Schleiher des auf sich gesinnten und darin gefangenen Verstandes durch die ersten kräftigen Sonnenstrahlen verscheucht wird, bewusst, wie unbewusst doch das vonstatten geht, was ich “Ich” zu nennen versuche, wann immer mir klare Gedanken zuteil werden. Reflexion nach Maß war einst im goldenen Zeitalter die Zusammenführung zweier Tugenden: Maß zu halten und klug zu handeln.
Doch heute ist das Selbst nicht mehr an solche Tugenden gebunden, führen sie doch in einem System, das die Tugendhaftigkeit ständig bestraft, zum Widerspruch mit sich selbst. Klugheit wird von der Habgier eingenommen und das Maß wird durch den Konsum ersetzt. Widersprüche werden mit niedlichen Umschreibungen tief im Selbst verankert: das Leben ist kein Ponyhof und erst recht keine Polly Pocket Insel.
Leckt mich am Arsch. Das Leben ist noch immer existenziell bedrohend, ganz egal ob mein Toaster jetzt auch Internetzugang hat und mein Kühlschrank durch diesen immer mit dem befüllt werden wird, was ich eben gerne nach Ansicht eines Algorithmus mag. Unser Krieg ist kein spiritueller, unser Krieg ist gegen uns selbst gerichtet. Ständig müssen wir uns selbst optimieren, um in etwa dem zu entsprechen, wie wir uns selbst vorstellen. “Werde, der du bist” ist der nihilistische Fluch einer Reflexionsform, die nicht auf sich sondern gegen sich selbst gerichtet ist. Prozac und andere Psychodrogen sind die chirurgischen Eingriffe ins Selbst, die Botoxspritzen für den Charakter, der einwirft bis er aufgibt und endlich der ist, der es schon immer sein wollte. Nur Chuck Norris bleibt er selbst.
Modern ist die Zerstörung des Ich durch die Konfrontation seines Selbst mit der materiellen sowie psychologischen Wirklichkeit. Die pragmatische Freiheit wird dem Selbst ständig durch Konsumanreiz und Verheißung des Paradieses auf Erden korumpiert. Die Aufklärung ist zur Hure ihrer eigenen Ideale geworden. Die Welt geht vor die Hunde, wie sie es immer schon getan hat, nur sind wir auf einmal schuld daran. Folgen sind aber nicht eine Reflexion vom Selbst weg hin zu einer handlungsfähigen Gesellschaft, sondern grüner Ablasshandel mit Biojoghurt und Bionade. Bloß keine Lebensqualität verlieren, sonst ist es aus mit uns.
Mich kotzt mein Selbst als Teil dieser Gesellschaft so sehr an, dass ich es ausbrechen möchte, um als naiver Idealist wiedergeboren werden zu können, der Yoga ebensowenig abgeneigt ist, wie dem Gang zur Wahl alle vier Jahre um sich einzubringen in eine Welt, die unser aller Verantwortung braucht, weil sie sonst vor die Hunde geht, wie sonst auch. Nur anders.
Ein anderer sein zu wollen ist das, was das Selbst in diesen Zeiten wohl am besten beschreibt und was bitte bleibt vom Ich, wenn es nicht mehr sein möchte. Uhren, Schmuck, das richtige Handy und der verdammt nochmal prestigeträchtige Job haben vernichtet, was vielleicht nie vorhanden war. Über Generationen hinweg hat sich unsere Gesellschaft in der Bedürfnisspyramide nach oben gearbeitet und das nur, um festzustellen, dass ganz oben das Nichts wartet, dass nicht nur intellektuell nichtet, sondern uns anschreit, was wir verfickt nochmal kaufen sollen. Dass unfreiwillig komische Typen dann “sein statt haben” brüllen, geht unter in der Werbung, die Bretter unserer Welt bedeutet.
Wenn irgendwann einmal das Lügenverbot nicht selbst nur Lüge war, so wird es in unserer Zeit ad absurdum geführt durch Versprechen, die gar nicht einzuhalten sind, aber demokratisch legitimiert sind. Dem irgendetwas entgenzuwerfen ist nur dem Sarkastiker möglich, der sich selbst schon so oft ausgekotzt hat, dass der zwischen sich und seinem Erbrochenem gar keinen Unterschied mehr machen kann und der sich selbst nur noch durch die krative Art und Weise seiner derben Ausdrucksweise bejahen kann, weil da die regulativen Ideen nicht ganz versagen.
Die welt ist nicht scheiße, sondern das Ich, dass sich selbst pervertierend ständig das Gegenteil behauptet. Wir brauchen eine neue Wende, und scheiß auf Kopernikus, aber keiner weiß, wo er hingehen soll, wenn er sich ständig um die eigene Achse dreht, nur um auf keinen Fall die Titten in der Bild oder den Tatort am Sonntag zu verpassen.
Wir sind uns zu nah gekommen, als dass wir noch etwas mit uns anfangen könnten. Es ist wohl zeit für die atomare Apokalypse, ich habe keine Lust auf die nächste Sinnflut zu warten.
Wer jetzt meint sich beim Lesen einem Kulturpessimisten aufgesessen zu sein, irrt zwar nicht gewaltig, hat aber auch nicht die Radikalität eines Ichs, dass sich selbst nicht mehr wahrnimmt verstanden, denn gut ist dann gar nichts mehr.
Mal angenommen, dass Ich war mal Katalysator des Selbsts, dann ist es nun nicht vielmehr als seine Feinstaubplakette. Ein Aufkleber. Plakativ und doch sinnlos, eingeführt mit guten Gründen, aufgelöst durch diese selbst.
Gottesbeweise*
Ich stehe gerade vor dem motivationstechnischen Scherbenhaufen eine Hausarbeit über Gottesbeweise schreiben zu müssen und habe da ebenso viel Lust drauf, wie mach ein Kicker über einen solchen zu latschen, um den Teamgeist zu stärken. Sicher ist mir bewusst, dass solche Argumentationsübungen sein müssen, will man irgendwann professionell die Eulen der Minerva nach Athen tragen, und doch, der Unwille bleibt. Denn so viel zu Gottesbeweisen geschrieben wurde, so große Namen sich auch damit befasst haben, der Sinn, diese Frage nach der Beweisbarkeit Gottes überhaupt zu stellen, leuchtet mir einfach nicht ein. Denn was würden denn alle diese Gläubigen tun, wenn einer dieser vielzähligen Beweise denn wirklich Mal hinhauen würde? Nicht mehr glauben? Dann hätten sie doch das Spiel des Lebens verloren, sieht das doch vor, dass man ganz lange und ganz doll an Gott glaubt und dann noch viel länger und doller dafür belohnt wird. Mit frei zu erfindenden Paradiesen, dem unendlichen Leben und vor allem der Ruhe vor den ganzen Ungläubigen, die den Gläubigen das Leben erst vermiesen, indem sie ihnen in die Ursuppe spucken.
Aus diesem Grund ist mir auch allein die Pascalsche Wette irgendwie sympathisch, so falsch sie auch sein mag. Aber hier wird vieles offenbar, was sonst hinter großen Worten und noch größeren Riten versteckt wird. Dass man glaubt, so irgendwie mehr von der eigenen Existenz zu haben und wenn man auch damit bis nach dem leben warten muss. Dabei soll gar nicht bestritten werden, dass der Glauben an irgendeinen Gott, der immer hilft, an den man alle seine Probleme heften kann und der auch sonst noch so manchen Trick parat hat, nicht zu einem besseren Leben führen kann, als dem nackten Dasein ohne Sinn und Ziel in seinen vermoderten Rachen schauen zu müssen. Alles eine Frage der Perspektive. Aber manche mögen’s heißt, ihr wisst schon.
Aber die Hölle ist nunmal abgeschafft und da bleibt uns Glaubensversagern nur noch das unendliche Nichts. Es wird also offiziell nicht mehr die Angst der Menschen im Sinne Pascals berufen, sondern an das moderne Ego appelliert. Wer wäre heute im Zeitalter der Superhelden nicht gerne unsterblich. Jesus Christ Superstar also als moderne Actionfigur, die singend und hüpfend das Dogma seiner Herrlichkeit den Kids wieder näher bringen soll.
Aber eigentlich sollte es darum gar nicht gehen. Stringenz ist also meine Stärke auch nicht. Vielleicht sollte ich die Seite wechseln und flammende Pamphlete für die Existenz der Herren halten, denn für einen entscheiden könnte ich mich nicht. Früher konnte ich mich an Fasching auch nie entscheiden, als welcher Held ich denn gehen sollte.
Gottesbeweise also. Im Grunde laufen die doch alle den selben langweiligen Weg und begehen den einen groben Schnitzer. Da werden ellenlange Beweisskizzen erstellt, zigfach die Evidenz angerufen, um am Ende dann doch nur etwas vorzufinden, dass man nicht erklären kann und deshalb Gott nennt, weil Gott unerklärlich ist. Bibelzitate werden da ebenso wie Aminosäuren aufgetischt und das ganze riesen Tamtam soll nur verschleiern, dass das Etwas, was entweder Ursache, das Höchste, das Gute oder sonstwas Unbeschreibliches ist, eben nicht damit automatisch ihr Gott ist, um den sie sich so bemühen, sondern Etwas bleibt.
Denn mit der Existenz von Etwas, das man dann natürlich benennen kann wie man möchte und somit gerne auch Gott preisen kann, ist erstens genau nichts bewiesen, außer, dass irgendwo genau vor diesem Etwas die Grenze unserer Erkenntnismöglichkeit und somit Beweisbarkeit, Erkennbarkeit und Aussagbarkeit endet und zweitens jede Übereinstimmung mit real existierenden Büchern rein zufällig ist. Und dann kann mir die Evidenz dieser Flaschengeister noch so dermaßen etwas anderes sagen. Nur weil einige hier aufgeführten Eigenschaften auch in diesem veralteten Büchern stehen, ist nichts über den Gehalt dieser ausgesagt, sondern nur, dass man allein mit Säufern…äh…Täufern eben kein Weltreich errichten kann.
Den Beweis allein ins Metaphysische zu drücken und etwas von Beweger, Verursacher und immer wieder Liebe zu faseln reicht nicht, wenn Butter bei die Fische Not tut. Und die Fischer führen uns immer hinter den brennenden Dornenbusch zur Offenbarung. Denn die allein macht glücklich und in dem Fall stimmt das auf mich bezogen sogar, wenn all diese, die vom Lichte des Granatapfels genascht habe bei ihrer Offenbarung auch blieben und ihren Glauben eben nicht mit Wissen verwechseln würden. Und ich somit diese Hausarbeit nicht schreiben müsste. Amen.
Dann würde ich gemütlich an diesem Freitagabend auf der Couch liegen, mit meinem imaginären Freund zusammen das Spiel Schalke gegen Köln kommentieren und sie bei der selben Beschäftigung ihrem imaginären Freund ehrfürchtig nach jedem Tor für die richtige Mannschaft danken, wie gütig er doch ist und wie sehr sie ihn lieben.
*Wer nach der Überschrift auf eine ausgewogene Abwägung aller Argumente und eine differenziertere Betrachtung gehofft hat, der sei darauf verwiesen, dass Ironie und bellender Sarkasmus schon immer ein Mittel der Ebenbilder Gottes gewesen ist, um ihrer tristen Umwelt auch ohne Drogen etwas abzugewinnen. Und da ich meine, dass Thomas von Aquin aus einem ähnlichen Anreiz heraus diese plumpen fünf Wege zur Existenz Gottes aufgeschrieben hat, werde ich wohl mit dem Unverständnis der Leser ebenso wie der gute alte Thomas leben und sterben müssen.
Die Endlosrekursion
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