Freiheit und Sicherheit sind die zwei zentralen Rechtsgüter unserer Gesellschaft und konstituierende Säulen des deutschen Rechtssystems. Wie Hobbes in seinem verfassungsrechtlich und rechts-philosophisch richtungsweisenden „Leviathan“ aufgezeigt hat, legitimiert erst die Gewährleistung von Sicherheit der Menschen einer Gesellschaft staatliche Hoheitsgewalt. Wird der Souverän dieser grundlegenden Aufgabe nicht mehr gerecht, verliert er seine Berechtigung. In unserem Grundgesetz findet das Rechtsgut Sicherheit im seine Ausformung im Kern in Art. 2 Abs.2 S.1, der das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit festschreibt.
Auch das Recht auf Freiheit von Zwängen und Freiheit zur eigenverantwortlichen Selbstgestaltung seines Lebens ist Leitprinzip unserer demokratischen Grundordnung und begründet eine ganze Reihe von Artikeln im Grundgesetz (Art. 2, 4, 5, 8, 9 etc.). Ein Leben in völliger Unfreiheit erscheint nicht lebenswert.
In den momentan vorherrschenden Debatten über die forschen Vorhaben unseres Innenministers durch neue Gesetze insbesondere zu Lasten von Freiheitsrechten ein höheres Maß an Sicherheit zu schaffen, wird allzu oft ein Gegensatz zwischen diesen beiden Rechtsgütern beschrieben. Das, was wir an Freiheit einbüßen, gewinnen wir auf der anderen Seite an Sicherheit. Doch erfasst diese These nicht die ganze Wahrheit, denn, auch wenn ein Spannungsverhältnis zwischen diesen beiden Werten gegeben ist, sind die Wechselbeziehungen deutlich vielfältiger. Weiterlesen: Freiheit und Sicherheit
“Ich habse, ich habse wirklich. Ich bin ja so glücklich, ich bin reich, ich bin auf dem Höhepunkt meines Lebens.” – So oder so ähnlich könnte jemand heute Abend ausrufen, wenn 30 Millionen den Besitzer wechseln und einen Glückspilz zum “glücklichsten” Menschen der Welt machen. 30 Millionen sind eine riesen Stange Geld, die für uns kaum vorstellbar ist. Kann man ja gar nicht ausgeben und dass man sich auch wegen des Geldes nicht ändern wird, sind typische Reaktionen auf die Frage, was man mit dem Lottogewinn machen würde. Ich nehme mich da nicht aus, würde ich mir doch wohl vor allem den Traum erfüllen, mein Leben lang studieren zu können. Aber so ein paar Kleinigkeiten würde ich mir schon gönnen und meiner Freundin sicher auch. Sicher auch meiner Familie und meinen Freunden etwas Gutes tun. Und da fängt das Problem schon an.
Du wirst dich vielleicht nicht ändern. Erstmal. Aber die Menschen um dich herum werden sich ändern und darauf bleibt dir nichts anderes übrig als zu reagieren. Wie auch immer. Das Problem am Bekanntwerden eines solchen Gewinnes im Freundes- und Bekanntenkreis ist doch die teils unbewusste, teils bewusste Erwartungshaltung. Geld korrumpiert, auch wenn es um Freundschaft geht. Weiterlesen: Im Lotto gewonnen!
Subjektiv ausgesuchte lesenswerte Artikel, die mir auf meinen Reisen im Internet begegnen und die ich euch nicht vorenthalten möchte. Habe ich mich noch bemüht in der ersten Ausgabe der Leseempfehlung euch einen Eiblick in den Text zu geben, jetzt einfach eine Liste. Wer Langeweile hat wird sich freuen, wer keine Zeit hat, wird sich auch nicht von drei Sätzen auf von mir ausgesuchte Texte ziehen lassen:
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) entsprang der Zeit der Industrialisierung Deutschlands in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und verstand sich seit jeher als Partei des kleinen Mannes, des Arbeiters. Ihre Bewegung war, nicht zuletzt durch die Nähe zu den Gewerkschaften, stets eine dynamische Kraft, die den Reformprozess hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit in unserem Land entscheidend geprägt hat. Dieser Reformprozess wurde in den Jahren der Bundesrepublik vom zweiten Weltkrieg bis heute zu einem gewissen Erfolg gebracht. Löhne, Arbeitsbedingungen und soziale Sicherungssysteme haben sich seitdem deutlich verbessert. Wohlstand für alle konnte zwar nie gänzlich erreicht werden, doch man kann die letzten zwanzig Jahre in dieser Hinsicht zweifellos als historisch einzigartige Blütezeit bezeichnen. Die SPD konnte überzeugen, weil sie sich glaubwürdig für eine gute Sache, die Unterstützung der Schwachen in der Gesellschaft, eingesetzt hat.
Heute steht die Arbeiterschaft und der Kampf um ihre Interessen vor einer neuen Herausforderung und die SPD scheint ihre Glaubwürdigkeit und Argumentationsgrundlage zu verlieren. Durch die zunehmend globalisierte Wirtschaftswelt treten die westliche Arbeiterschaft und die der restlichen Welt in Konkurrenz zueinander. Die SPD, und mit ihr nahezu die gesamte politische Linke, spricht derweil die Arbeiter unseres Landes weiterhin in ihrer Opferrolle an und brandmarkt die Globalisierung als einen Ausbeutungsprozess der großen Unternehmen und ihrer Bosse. So wichtig die Aufdeckung derartiger Strukturen auch sein mag, die Linke verkennt dabei, dass gerade durch diese Prozesse ein riesiger Teil der Weltbevölkerung erstmals, wenn auch vorerst nur in kleinem Maße, am Wohlstand des internationalen Handels beteiligt wird. Nicht wir sind die Opfer des Systems, denn Deutschland hat von diesen ausbeuterischen Strukturen seit jeher profitiert und tut es heute noch in hohem Maße. Die wahren Opfer sind die Milliarden in den Entwicklungsländern und Schwellenländern, die jetzt durch den globalisierten Arbeitsmarkt erstmals Chancen zum Aufstieg bekommen. Weiterlesen: Arbeiter aller Länder vereinigt euch!
Das Stelenfeld ist schon beeindruckt wie es sich hinzieht, Zwergen an den Schultern von Riesen, hunderte Meter weit. Aus der Ferne sieht man einen einzelnen Sicherheitsmann seine Runde gehen, gelangweilt, bevor man in dem sorgsam geordneten Gewirr verloren geht. Man taucht hinab in die Formation, der Boden bewegt sich in heftigen Wellen auf und ab, die rissigen manchmal winzigen, manchmal riesigen Metallquader sorgen dafür, dass man friert, auch wenn es nicht kalt sein sollte. Die Hand gleitet über eine Speziallackierung der Degussa, gegen Schmierereien. Hier und da macht man den Gestank von Urin aus, feige verströmt er Unwürde.
Schaut man sich um, so verwandelt sich das Metall langsam, kaum merklich, in Menschen, wie sie stehen, sich stützen, sich bedrängen, in Warschau, in Hamburg, München, Wolfsburg, Kassel, Wien, Belgrad, Antwerpen, Lyon, Den Haag, Überall, laboratoire d’enfer. Sie warten auf den Zug. Auf ihren Zug. Weiterlesen: Der Geruch der Geschichte