Diese Woche mal drei Videos, die ich euch empfehle. Ich hätte sie wohl eigentlich den Artikeln beigemischt, aber diese Woche habe ich nichts wirklich spannendes gelesen, war aber auch nicht ganz so aktiv unterwegs und habe meinen Feedlreader meist schnell geleert um mir mehr Zeit für anderes frei zu räumen.
Aufarbeiten, Erinnern, Lernen, das sind die Worte der Moralisten wenn sie auf die Geschichte im Allgemeinen und auf deutsche Geschichte im Besonderen blicken, das sind die Worte der – guten Demokraten. Der große Fehler meiner Generation: Sie beschäftigt sich mit den Geschichten ihrer Großväter und Urgroßväter, Geschichten an die man sich längst schon erinnert hat, die längst aufgearbeitet worden sind und aus denen dennoch niemand gelernt hat. Wer Hermann Hesses Siddartha gelesen hat wird wissen, dass Väter ihre Söhne nicht davon abhalten können die Fehler zu begehen die sie selbst einst begingen. Jede Generation muss ihre Fehler begehen und jede Generation wird ihre Fehler begehen. Ein Jeder glaubt besser gewesen zu sein als sein Vorgänger, zumeist Unterscheiden sich diese Generationenfehler nur oberflächlich.
Meine Generation ist noch im Kommen, über ihre Fehler wird man in ein paar Jahrzehnten Urteilen können. Warum man mit dem Aufarbeitungswillen und der Erinnerungswut so beharrlich an den Jahren 1933 – 1945 kleben bleibt? Aus Angst man könnte durchblicken, aus Furcht jemand könnte Parallelen ziehen. Weiterlesen: Der Konjunktiv des Massenmords
Mir ist aufgefallen, dass die Zahl der Feedreader-Abonennten jeden Tag, an dem kein neuer Blogeintrag auf der Endlosrekursion erscheint, zurückgeht. Geduldet euch doch bitte ein wenig liebe Leser, uns geht es hier weniger um Masse. Wir sind alles Studenten, die vor allem eines tun: studieren. Da wir, mit einer Ausnahme, auch ziemlich engagiert studieren und diese Art zu studieren etliche Stunden des Tages frisst und durchaus als Vollzeitjob angesehen werden kann, passiert es eben auch mal, dass zwei, drei oder mehr Tage hier kein neuer Artikel erscheint, weil keiner Zeit hat, keiner eine Idee hat und wir sicherlich nicht anfangen Lückenfüller zu produzieren.
Sicher werden diejenigen, die gleich den Feed wieder abbestellen, diesen Artikel wohl auch gar nicht lesen, aber wenn ihr so jemanden mal trefft, sagt ihm doch, dass er sich im Archiv vergnügen sollte, bis zum nächsten Artikel, wenn er wissen möchte, was denn hier so geschrieben wird.
Ob es ein tatsächliches Blogsterben gibt und die Zahl bestehender und regelmäßig gefüllter Blogs sinkt kann ich nicht genau sagen. Es gibt keine genauen Zahlen zum Bestehen und Sterben von Blogs, auch wenn es einige statistische Bemühungen gibt. Ich verlasse mich auf meine Erfahrung und die Berichte anderer, kann also keine repräsentativen Aussagen zum Blogsterben in Deutschland treffen. Das sollte im Hinterkopf bleiben, sodass meine skizzenhaften Forderungen am Ende dieses Textes genau so verstanden werden.
Ich habe selbst meinen Blog aufgegeben und einige Blogs sind aus meinem Feedreader verschwunden, die aus vielfältigen Gründen geschlossen wurden. Diese Gründe kann ich nicht immer rekonstruieren, weshalb ich mich wiederum auf meine Erfahrung beziehe. Weiterlesen: Blogsterben: Wandel im Web?
Hollywood wird gemeinhin mit schnulzigen Filmen verbunden, die vor Patriotismus und christlich-amerikanischen Werten nur so triefen. Happy End mit unübersehbarer Moralkeule, eingewunden in das Gewand der Romantik oder den Heldenepos des metaphysischen Kriegshelden in Gestalt eines leidenden Soldaten, der sich für seine Einheit, sein Land und die Freiheit opfert. So ist Hollywood und so wird es immer sein, mag man vermuten, wenn man nur zum Popcornfuttern ins Kino geht. Nicht vergleichbar mit dem deutschen oder gar dem französischen Film.
Doch das ist eine zu einseitige Betrachtung und gerade der unter Filmliebhabern meiner Generation verehrte Quentin Tarantino zeigt eine andere Seite des Massenkinos aus Amerika auf. Brutal, subjektiv, relativ und vor allem blutig sind Tarantinos Filme. Moralisch durchwässert, aber nicht überflutet. Tarantinos Helden sind der Albtraum des konservativen Wertekanons: Drogen steigern die subjektive Empfindung und postmodern gebildet weiß der Junkie um den Wert des nächsten Trips. Ein anderes Leben zählt nur so lange etwas, wie es das eigene fördert. Tarantinos Filme aber hier als moraltheoretischen Tod zu erhöhen, steht mir fern, mir geht es um den Nihilismus im modern-amerikanischen Kino. Weiterlesen: Nihilistisches Kauderwelsch in Hollywood