Ausschnitte aus Nächten Teil 2
Wenn man von hier runterfällt oder springt, dann bricht man sich vielleicht die Beine, denke ich als ich zwischen den Gitterstäben in die Lahn pisse. Ich wanke ein bisschen, aber schaffe es immer durch die gleiche Stelle zwischen den Stäben zu treffen.
Hinter meinem Rücken ist die Party in vollem Gange, aber ich hab auch nur noch ein halbes Bier, das unten an den Tischbeinen steht, an dem du auch stehst. Drinnen kommt ein zwei Meter großer Schwarzer auf mich zu, und sagt irgendwas und nennt mich dann “Baby”, er fasst mir durch die Haare und schenkt mir Wein ein, und ich guck einfach nur zu dir rüber wie du dich mit irgendeinem Typen unterhälst.
Der Schwarze hat aufgehört zu reden, aber nennt mich ab und an noch “Baby”, während er mich von der Seite anschaut. Jedenfalls trinke ich seinen Wein aus dem Pappbecher und guck mir deine großen, blauen Augen an. Du hast dir die Haare wie sonst auch immer zusammen gebunden, und trägst die Jacke so, wie man sie sich um die Schultern hängt, wenn es kalt ist.
Manchmal ist es wirklich beschissen, denk ich mir, als der schwarze Typ mir an den Arsch fasst, er fasst richtig kräftig zu, dann frag ich mich worüber du lachst und was der andere Typ wohl gesagt hat, dass du so schön lächelst. Mir kanns ja auch egal sein, ich hab noch Wein im Becher und such mein Bier an den Tischbeinen. Heute Abend schaust du nicht mehr zu mir rüber, und der Schwarze sagt nur “du bist ein Model, ein verfickets Model”. Der Rest Wein wippt über den Rand als ich ihn auf den Tisch stelle.
Ich geh noch ein bisschen raus, weil die Nacht eigentlich ganz schön ist, hoch zum Schloss, hab noch zwei Bier von der Party mitgenommen. Dann sitz ich oben auf der Mauer, und wenn man hier runterspringt dann bricht man sich bestimmt die Beine. Ich rede einfach in den Wind mit der Freundin, die vor einem Jahr gestorben is, garnich weit weg vom Schloss auf der Treppe. Ich rede in normaler Lautstärke, weil sowieso niemand kommt um 5 Uhr morgens. Der letzte Schluck aus der Bierdose landet im Busch, scheiß drauf, es ist ja keiner da, ausserdem bist du mit dem Typ von der Party abgezogen. Ich rufe eine gute Freundin an, hab einfach Lust heute neben ihr im Bett zu liegen und meinen Rausch auszuschlafen.
Ist Feminismus langweilig geworden?
Kristina Schröder ist irgendeine Ministerin im Kabinett Merkel. Familienministerin, wie mir Google gerade verraten hat. Das ist das alte Ressort von Zensursula und es scheint doch so, als könne man dort nur mit markschreierischem Gehabe auf sich aufmerksam machen. Ursula von der Leyen hat sich die Kinderpornografie auf die wehenden Fahnen geschrieben, pardon, den Kampf gegen diese im internet und Kristina Schröder kämpft jetzt auch. Und ratet mal wogegen. Darauf kommt ihr nie. Kinderpornografie ist es jedenfalls nicht, das macht ja die Stephanie zu Guttenberg auf RTL2 jetzt.
Seine Wortführer haben geglaubt, daß man dadurch nur schmähen wolle, und haben sich für aufgefordert gehalten, auch von ihrer Seite wiederum zurück zu schmähen, wodurch die Sache wieder in ihre natürliche Ordnung komme. Johann Gottlieb Fichte
Nein, sie kämpft gegen falsch verstandenen Feminismus. Weil der ungemein schädigend ist. Und deshalb führt sie mit dem Spiegel ein Interview und greift Alice Schwarzer an. Die greifen nämlich immer alle an, wenn mal jemand mal wieder was mit Frauen auf den Keks geht oder wenn es um Fertilidings… Fickraten … ne, Wurfraten geht. Also wie viele Kinder die richtigen machen. Also nicht Ausländer und nicht Pack. Geld und Intellekt. Elite eben.
Also die Schwarzer angemacht hat die Schröder. Und die Schwarzer keilt zurück. In einem offenen Brief an die Schröder. Klar, so werden die sich das ja auch gedacht haben, die Presseberater und Medienheinis. Raus aus diesem dämlichen Ressort mit den Kindern und Frauen. Opfer. Endlich Mal dahin, wo die Lutzi geht.
Und wisst ihr was. Ich hätte genau dasselbe geschrieben, wenn ich es nicht einfach ignoriert hätte. Also dasselbe wie die Schwarzer. Emanzipation hat geklappt. Sie und ich. Der Schröder olle Klischees vorwerfen, sie für eher ungeeignet halten auf ihrem Posten. Gut, das hätte ich nicht erwähnt, sondern nur gedacht, weil man ja auch die Relation zu ihren Vorgängerinnen und -ennen irgendwie nicht ausser acht lassen kann und ob sie da jetzt noch ungeeigneter ist, will ich dann nicht öffentlich erklären müssen.
Die Schwarzer und ich jedenfalls. Naja, eine Passage hätte ich vielleicht weggelassen, so aus rein taktischen Gründen schon. Alice Schwarzer benutzt nämlich ein äußerst verwandtes Argument wie die Kristina Schröder und das würde ich immer unterlassen. Schwarzer schreibt als Antwort auf Schröder, die die armen Jungen verteidigt, die von grässlichen Feministinnendrachen in Schule und Kindergarten drangsaliert werden:
Ja, es stimmt, dass wir es mit einer rasanten „Feminisierung“ der pädagogischen Berufe zu tun haben. Aber warum? Weil die Männer einfach nicht mehr Kindergärtner oder Lehrer sein wollen! Zu schlecht bezahlt und gesellschaftlich nicht anerkannt. Das ist das Problem. Alice Schwarzer
So ähnlich hatte die Schröder aber auch was gesagt. War auch nicht besser. Denn Realität und Faktenlage ist nicht erst seit dem späten Wittgenstein mehr so zum Problem geworden, weshalb beide Kontrahenten im Feministinnenstreit auf sie Bezug nehmen können, ohne auch nur annähernd dasselbe meinen zu können. Meine Welt ist alles was der Fall ist. Die Schröder schreibt also folgendes:
Die Wahrheit sieht doch so aus: Viele Frauen studieren gern Germanistik und Geisteswissenschaften, Männer dagegen Elektrotechnik – und das hat eben auch Konsequenzen beim Gehalt. Wir können den Unternehmen nicht verbieten, Elektrotechniker besser zu bezahlen als Germanisten. Kristina Schröder
Also, weil das so verdammt gleich aussieht, das Argument jetzt, hätte ich das weggelassen mit dem Realitätsbezug. Weil die Schröder meint ja auch in der besten aller möglich Welten zu leben, wenn sie nur ihr Ding durchzieht. Nicht bildlich gesprochen jetzt. Schwarzer meint das auch, ich übrigens nicht. Aber das ist auch eher unerheblich.
Unerheblich war eigentlich auch das Stichwort, auf das ich hinaus wollte. Ist nicht so gelungen. Viel zu viel Spaß macht es hinzusticheln und zu rumstacheln. Schröder gegen Schwarzer ist eine solche Nicht-Diskussion, die uns ständig umwabern und die in Bezug auf das Thema, ob es jetzt Gesellschaft, arme Jungs, Feminismus oder sonst wie heißen mag, doch zeigen, dass Frauen mittlerweile auch solche stumpfen Diskussionen einleiten, durchführen und davon profitieren können. Das heißt nicht, dass jetzt irgendwas besser ist, aber es hat sich etwas geändert. Und das meine ich jetzt mal ganz frei von Ironie.
Nicht, dass es für mich jetzt besonders entscheidend ob mit Schröder gegen Schwarzer jetzt der alte Gerd gegen irgendeinen andern gemeint ist oder eben die Kristina gegen die Alice. Beides irgendwie Lückenfüller, etwas über dem sonstigen Vorabendserienniveau anzusiedeln. Aber auch eher unspannend. Und nicht lustig. Da dann lieber die Schwarzer gegen die Feldbusch oder Pooth, wie sie jetzt heißt schauen. Späterer Abend gewesen. Witziger. Und danach dann mal im Ernst.
Ich finde es durchaus bezeichnend und eine Errungenschaft der Emanzipationsbewegungen der letzten dreißig Jahren, dass wir uns so etwas im Fernsehen anschauen können und auch solche Diskussionen unsere Zeitungen und Magazine beschäftigt. Nicht, weil es sich dafür gelohnt hätte, sondern weil es durch diese Trivialisierung des Themas deutlich wird, wie selbstverständlich viele Themen schon geworden sind, die vor gar nicht so langer Zeit eine erheblich heftiger geführte Kontroverse hervorgerufen hätte. Heute kann man sich gelangweilt und gelassen von diesem Geplärre bedüdeln lassen.
Und damit ist keineswegs angedeutet, dass es nicht auf vielen Feldern noch einiges zu beackern gibt. Emanzipation ist ja kein Reformpacket, was verabschiedet und vergessen werden kann. Aber es ist dennoch beschaulich, dass man nicht mehr für jedes Detail kämpfen muss, sondern eher um die Aus- und durchführung. Und hier gehe ich Mal weg von den Frauen, auch deshalb, weil man sich vielleicht als geneigter Leser gefragt haben könnte, warum gerade ein mann darüber schreibt. Aber ähnliches ist in vielen anderen Bewegungen zu beobachten.
Trivialisierung ist nicht partou schlecht, sondern meist ein angenehmer Indikator dafür, dass etwas davon angekommen ist. Ist Feminismus also langweilig geworden? Ja und nein. Viele Kämpfe früherer Jahre sind es geworden und das ist wunderbar so. Neue Kämpfe sind daraus entstanden. Kristina Schröder hat davon noch nicht so viel mitbekommen. Bei Alice Schwarzer weiß man das auch nicht so genau. Aber vielleicht braucht der Feminismus auch gar keine Lausprecherinnen mehr. Das wäre optimal.
Ausschnitte aus Nächten Teil 1
Er ist ein kleines Stück größer als ich und ich glaube auch nicht ganz so besoffen, jedenfalls bietet er mir die halbe Zigarette an, die wir dann zusammen rauchen. Er ist Student, hier wo man eigentlich nicht studieren kann, es gibt etwas um die 500 Studenten auf 180.000 Einwohner, er macht Physik oder sowas in die Richtung, auch irgendwas mit Logistik. Wir haben mal in einer Jazz-Combo gespielt, er Bass und ich Gitarre und noch ein paar Leute, aber wir haben irgendwann aufgehört und er ging dann immer alleine nach Hause und eigentlich sehe ich ihn dann auch nur immer alleine an so Nächten wie heute in irgendwelchen Bars hocken.
Wir treten ein Stück zusammen und er ist wirklich größer als ich und doch nicht viel weniger besoffen. Ich verpass ihm etwa zehn Dinger auf den Oberkörper und spühre seine Rippen unter meinen Fingerknöcheln, sein Oberkörper ist ziemlich hart, er atmet immer leicht aus, wenn ihn einer meiner Schläge auf die Arme trifft. Ich gucke ihm nicht mal richtig in die Augen, sehe nur die gekreuzten Arme vor mir auf die ich einprügele und frage mich wann er endlich schlägt. Dann bereue ich es sofort geraucht zu habe, denn mir geht schnell der Atem aus. Ich stolper ein paar Schritte zurück, und meine Sohlen kratzen auf dem Asphalt. Er kommt nicht sofort hinterher, heute macht er das zum ersten Mal, jedenfalls geh ich wieder auf ihn zu, versuch ihm wenigstens noch ein, zwei unter die Knochen zu schlagen, irgendwas auf die Leber, aber nichts trifft und er steckt auch alles locker weg. Sein erster Schlag trifft meine Faust und die dann meine Luftröhre, die zweite trifft mein Rückgrad und ich klapp sofort zusammen und lieg auf dem beschissenen feuchten Parkplatzboden hinter der Kneipe.
Es hat heute Nachmittag geregnet, als ich wach geworden bin, und die Steinchen sind noch nass, die sich in meine Wangen drücken. Ich muss schnell wieder aufstehen, weiß ich, nicht weil es peinlich ist auf dem Boden zu liegen, sondern weil der Kampf gelaufen ist und wenn man länger liegt und irgendwer kommt vorbei ist das immer auffällig, außerdem will ich ihn umarmen, denn für sein erstes Mal hat er ganz schön ordentlich zugelangt.
Ich steh auf und bin froh meine Beine sicherer als gedacht unter mir zuhaben, aber mein Rücken schmerzt wie die Hölle, er sagt sofort dass es ihm Leid tut, aber wundert sich auch wieso ich ihn so fröhlich anschaue. Er hat es sofort verstanden und sich nicht angestellt, wir haben auch vorher nicht viel geredet, das is viel wert. Dann nehme ich ihn in die Arme und sage, dass ihm nichts Leid tun brauch und er alles gut gemacht hat.
Ich bin froh, als wir auf dem Bordstein sitzen und noch eine rauchen, während die nächsten dran sind. Der Fettsack gegen einen großen, aber etwas schlacksigen, dürren Freund von mir. Die Runde ist schnell vorbei, weil der Fettsack einfach viel zu lahm ist und aufgibt, nachdem er sich krümmt. Ich nehm das Bierglas mit nach Hause, und die Nacht ist auch halb rum, auf dem Weg hab ich irgendwie das Gefühl, auch wenn mein Rücken immernoch schmerzt, dass ich trotzdem ganz zufrieden bin.
Zynische Filme, Texte, Bilder

Zynische Filme, Texte, Bilder. Nachrichten, die uns nicht berühren, nicht erreichen, weil wir uns schon so weit von uns allen entfernt haben, dass nur noch das Erbarmen des Neuen uns unsere Erbärmlichkeit zeigen kann.
Wir reden über Systeme, Anerkunnungsverhältnisse und Strukturen und bekommen einen Ständer wenn sie ihre Bluse öffnet, zeigt, dass sie will. Wollen ist das Wollen der anderen.
Als Postadornopisten nicht Schönberg. Der Arschficksong als genau das, was wir verdienen. Dunkellurche der kulturellen Praxis. Konstruktivisten ohne einen blassesten Schimmer, warum wir überhaupt Gott spielen sollten.
Was wissen wir schon über uns. Ziel, Teleologie, onthologische Abstürze in jedem Atemzug. Wir trauern der Jugend hinterher während wir noch jung sind und freuen uns endlich am Fenster stehen zu dürfen und den Konservatismus unserer verlotterten Gesellschaft zusprechen zu dürfen.
Die Gesellschaft, die wir nie wollten und der wir uns doch immer hingegeben haben. Mit jedem Schluck, jedem Zug an den Stengeln, die uns die Zeit zurückgeben, die wir uns stehlen.
Der Mensch ist gar nicht gut
Drum hau ihm auf den Hut.
Hast du ihm auf den Hut gehaun
Dann wird er vielleicht gut.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht gut genug
Darum haut ihm eben
Ruhig auf den Hut!Bertolt Brecht
Große Worte, große Taten. Zynische Filme, Texte, Bilder. Zynischer Sarkasmus, der uns die Bretter gibt auf denen wir auf dem Ozean unseres jämmerlichen Zugegenseins überleben. Nicht nichtig, nicht wichtig, nicht mal wirklich.
Sport, Titten, Facebook, Smartphone, Kindle, Karriere, Weltfrieden. Hülsen hinter denen wir verstecken, dass die Leere in uns noch viel Größer ist als in unseren Begriffen. Schall und Rauch. Scheiß Metapher. Rauch hat die Anmut des Verflüchtigten. Wir verdünnisieren uns, laufen weg, suchen nicht einmnal.
Ich find dir scheiße, Alta!
Tabubrüche und inhaltliche Blutgrätschen sind ja jetzt höchstselbst von unserem gehegten und gesellschaftlich gepflegten Käseblatt endlich wieder salonfähig gemacht worden und auch wenn dieser Salon eher die Spießerkneipe und die nach Pisse riechende Pommesbude von Nebenan entspricht, so ist das doch jetzt hoffentlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Und da wir ja jetzt dürfen, ledern wir doch Mal los. Gegen alles, was bei drei nicht auf den Bäumen ist, da wo die alle hingehören. Schmarotzer, Arbeitsplatzwegnehmer und Drogenbarone, die mit ihrer ganzen verkommenen Lebensweise, die sich in Form von Hakennasen und Kopftüchern tiefschwarz in ihre Haut eingebrannt hat, unsere Deutsche Kultur zerstören und wir gedissten deutschen Opfer so sehr leiden, dass wir endlich mit gutem Grund unsere Kinder auf Privatschulen und sonstige innerdeutsche Zirkel schicken können. Weit weg von allem, was unsere Mitte angreift mit Dönerspießen und fremdklingenden Gebeten, die so gar nicht in unsere allmächtige Litanei passen wollen. Wir werden nicht weglaufen, nicht in unserem eigenen Land. Und wenn es uns zu bunt wird, dann besorgen wir uns eben wieder einen Führer. Nur damit ihr es wisst. Pack.
Wir finden euch nämlich scheiße. Wir verstehen euch nämlich nicht, haben Angst und haben noch mehr Angst davor, einfach zu sagen, wir hätten Angst oder verstünden etwas nicht oder würden euch einfach nur scheiße finden.
So erfinden wir Paradigmen und Dogmen, Statistiken und Rassen. Wir können das, wir sind nämlich schlau. Nicht so verwilderte Analphabeten wie ihr es seid. Weshalb ihr uns auch all die tollen Arbeitsplätze wegnehmen, die wir statt diesem fremden, von auswärts imperialistisch an unsere Mitte eingebrachten Yoga, ausüben wollen. Müllmann als Ausgleich zur hochwissenschaftlichen Intelligenzelite, die die ganze Welt beherrscht mit Banken, Nato und Exporten.
Wir brauchen euch nicht, wann versteht ihr das endlich. Geht, geht in Gottes Namen. Aber unsere Gottes, eurer ist nur ein späterer Ableger und außerdem nicht der echte. Jahwe, der Führer unseres Schwertes gegen alles Ungläubige. Schwerter zu Pflugscharen war gestern, Krieg ist, auch wenn keiner hingeht, das ist die Zukunft. Worte als Waffen, Zeitungen als Bomben und der Alltag als Präventionsterror, dem ihr euch nicht entziehen könnt.
Ihr habt keine Chance, denn wir sagen euch nicht wie scheiße wir euch finden. Wir sind gut, wir lassen euch das selber denken. Keiner sagt es, nur ihr, ihr Opfer. Und ich, Prophet der deutschen Wahrheit, die der Welt die Augen öffnet, sodass ihr ausziehen werden, wie Moses aus Ägypten.
Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr,
Wenn nicht die Mutter dorten wär;
Das Vaterland wird nie verderben,
Jedoch die alte Frau kann sterben.Heinrich Heine
Wir Deutschen sind so armselig in unserem Ringen nach Werten, nach der Mitte, nach Identität nach dem Unsagbaren, dass wir nicht Mal unterscheiden können zwischen uns, den anderen, Gefühlen und Verallgemeinerungen, Statistiken und Polemik. Wir verarschen uns so dermaßen selbst, dass mir nicht mehr viel einfällt als sarkastisches Gegenschreien.
Wo ist denn unser Hirn geblieben, liebe Mitbürger? Ich find dir scheiße, Deutschland. So bin ich lieber Kanacke, Missgeburt der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Heimatlos und deshalb unverbunden mit all den kruden Vermutungen und Spekulationen, die in ihrer wirrend Geisteshaltung nur eines wiederspiegeln: wenn es drauf ankommt, haben wir ebensowenig aus der Geschichte gelernt, wie wir darauf pochen, dass es ganz wichtig sei, aus ebendieser zu lernen.
Waldmannsheil Thilo.
Die Endlosrekursion
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