Du bist deine Sprache

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Geschrieben am 26. April 2008 von Raphael in Leben.

Wenn ich nicht sagen kann, was ich will, bin ich nicht mehr ich“, sagte meine tschechische Freundin zu mir und ähnliche Gedanken sind mir während meines Auslandsaufenthalts in Tschechien auch gekommen. Ich bin mein Ausdruck, ich bin Person als handelnde Person und durch das nicht Vorhanden-sein einer gemeinsamen Sprache in einem Gespräch wird dieser Ausdruck enorm eingeschränkt. Aber nicht nur der Ausdruck wird eingeschränkt, sondern ich als Person bin eingeschränkt.

Humor ohne Wissen um den richtigen Gebrauch einer Sprache wird stotterndes Erzählen, ohne die Pointe setzen zu können. Die Einschränkung des Wortschatzes, die Einschränkung der richtigen Betonung und die Einschränkung des Gefühls für Redeweisen der Sprache setzt die Pointe für dich. Meist geht sie unter im kümmerlichen Reden.

Die Leute lachen, aber seltener mit dir. Die Leute verstehen, aber selten verstehen sie dich. Die Einschränkung der Sprache drückt ein eingeschränktes Selbst aus, das sich nur über lange Zeit, aber wohl nie ganz, entschränken kann.

Du bist nicht deine Sprache, aber ohne Sprache bist du auch nicht du selbst.

Konsumiertes Vertrauen: Der olympische Bumerang

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Geschrieben am 21. April 2008 von Raphael in Gesellschaft.

Olympia verkommt langsam zu einem Fiasko für alle Beteiligten, obwohl die Spiele noch gar nicht angefangen haben. China sieht sich massiver Proteste ausgesetzt und stellt sich, medial zelebriert, immer weiter in die Ecke der Diktatur mit überhaupt keinem Antlitz. War das Image des roten Riesen bisher zwar sicher kein positives, so kippt die Stimmung gerade und es wird nicht mehr geglaubt, dass ein Staat, der mit solch massiven Problemen kämpft, sich trotzdem auf einem insgesamt “richtigen” Weg befindet. Demokratie braucht Zeit und China lässt sich eben nicht in 20 Jahren vom Saulus zum Paulus reformieren. Die Härte, mit der die “moderaten” Kommunisten fernöstlicher Prägung gegen die Freiheitsliebe Tibets vorgehen und zudem eine Propagandaschlacht gegen die westlichen Medien fahren, wird auch den letzten medial beeinflussten Menschen zum potentiellen “Free-Tibet T-Shirt Träger” machen. Vor allem, da unsere Medien diesen Fehdehandschuh der Chinesischen Staatsführung gerne aufnehmen. Dabei ist es egal, ob China legitim handelt oder nicht, denn diese Frage stellen sich unsere Medien nicht. Es werden Vorhänge aufgebaut. Das stelle ich erstmal kritiklos fest. Mir fehlt der geopolitische Hintergrund, um irgendwelche Beurteilungen vorzunehmen.

Die mediale Aufmerksamkeit der Olympischen Spiele wird zum Bumerang. Ich denke, viele an den Spielen Beteiligten würden sich um weniger Berichterstattung im Moment sicher freuen, denn diese wird zum olympischen Bumerang.

Doch frage ich mich, wen diese Propagandaschlacht wirklich trifft. Denn China wird sicher nicht unter dem Image leiden, dass die westlichen Medien gerade aufbauen. Alle westlichen Staaten, die jetzt demonstrativ den Dalai Lama treffen, oder treffen wollen, erwägen keine Vertreter zu den Olympischen Spielen zu schicken oder den Papiertiger frei zu lassen und ihn drohend gegen den chinesischen Drachen in Stellung zu bringen, wollen sie wirklich mehr, als auf den medialen Zug aufspringen? Diese Staaten sind in Zukunft darauf angewiesen mit der neuen Wirtschaftsmacht China zu kooperieren und Menschenrechte nur soweit anzuprangern, dass keine wirtschaftsfördernden Verträge platzen. Man ist mit dem roten Riesen ebenso verbunden, wie man beispielsweise mit dem menschenrechtlich auch nicht immer einwandfrei agierenden USA verbunden ist. Guantanamo ist nicht Tibet, aber wirkungsvolle Aussagen deutscher Politiker bleiben dazu ebenso aus. Menschenrechte sind ein oft teuer erkauftes Gut, das aufgrund seiner Unbezahlbarkeit, nicht für Wachstum und wirtschaftliche Beziehungen verkauft werden sollte.

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Die Leiden des jungen W.

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Geschrieben am 15. April 2008 von Wowik in Kultur.

oder

“Wie man mit dem Mähdrescher schwadroniert”

Und was kümmert mich denn die Schwerkraft wenn ich in der Schwerelosigkeit eines Gedankens schweben darf, wirklich schwer ist bloß Gedankenlosigkeit.
„Ei, ihr Stil ist mir nicht genehm, ich verstehe ihre Gedanken nicht…“, also sprach ein Meister der Durchschnittlichkeit, ein Prediger des ewigen Mittelmaßes. Der gesamte Bildungsanspruch, zumindest des 21. Jahrhunderts, doch ich prophezeie, des gesamten 3. Jahrtausends, wird in der Mittelmäßigkeit liegen. Dass die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts „Intellektuelle“ wie Max Frisch oder Günther Grass hervorgebracht hat, hätte uns doch aufrütteln müssen und waren nicht die Bilder Mondrians schon ein böses Omen? Die Flucht in völlige Formlosigkeit und Unfassbarkeit, denn Ungegenständlichkeit gehört fast schon zum guten Ton, ist eine Demokratisierung der Kunst, jeder darf kosten, jeder darf abschmecken, jeder darf mitmischen – viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Die Demokratie ist hierbei eine Lehre des Maßes? Welchen Maßes? Ja freilich, des Mittelmaßes.

Dort wo die Philosophie sich als sich selbst verwirklichen könnte, dort wo sie ihren wissenschaftlichen Irrweg verlassen könnte, überlässt sie das Feld einem plappernden und schmierenden Haufen Minderbemittelter. Philosophie, nicht Philosophie der Kunst, sondern Philosophie als Kunst muss die Vision des 4. Jahrtausend sein, Kunst als Disziplin die sich noch, oder wieder echten Größenwahn erlauben darf. Weiterlesen »

Scheuklappen

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Geschrieben am 12. April 2008 von Raphael in Gesellschaft.

Ich kann wirklich nicht verstehen, wie man aus unten stehenden Daten über die politisch motivierte Kriminalität in Deutschland eine solche Überschrift machen kann: “Linke Gewalt nimmt dramatisch zu” titel die Bild Welt. Schaut euch bitte diese Grafik an, lest euch den Bericht vom Bundesministerium des Innern durch und dann lest den Artikel der Welt und sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt. Mir ist schlecht geworden vom ganzen Kopfschütteln.

politische-kriminalitaet.jpg

Konklusion zu Foucaults Argument

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Geschrieben am 8. April 2008 von Abc in Philosophie.

Dieser Beitrag ist der letzte Teil eines Artikels in  drei Teilen.

Mit dieser Rekonstruktion ist es möglich den Begriff der Macht argumentativ einzuordnen. Man sieht, dass er ganz am Anfang der Methodenbegründung steht. Damit wird es verständlich, warum er eine so wichtige Rolle spielt: Untersucht man was im Hinblick auf das Subjekt vorausgesetzt werden darf, dann bleiben nur die Macht und die Historie übrig. Die Wissenschaften untersuchen keine unmittelbare Empirie, die im ontologischen Sinne in ihrer Bestimmung einfach vorhanden ist. Wählt man eine Wissenschaft, sei es die Biologie, die Physik oder die Soziologie, bestimmt man als Mensch eine Empirie. Diese Bestimmung der Empirie erfolgt aus den Zwecken, die der Mensch mit seiner Wissenschaft verfolgt. Diese Zwecke sind wiederum vom Willen des Menschen bestimmt. Die Bewegung vom Wissen hin zum Willen in der Foucaultschen Untersuchung des Subjekts erfolgt aus dieser Einsicht in die Zweckgebundenheit der Wissenschaften. Die Historie ist die Empirie, wie sie von der Foucaultschen Untersuchung bestimmt wird.

Nun stellt sich aber eine höchst wichtige Frage: Scheint diese Argumentation nicht anzudeuten, dass die Foucaultsche Untersuchung den Anspruch hat, selbst zweckfrei zu sein? Die Begründung war doch, dass weil die Wissenschaften vom Willen abhängen und in diesem Sinne nicht frei sind, wir den Willen, und das heißt die Macht, untersuchen müssen. Diese Frage ist deshalb so wichtig, weil sie letztendlich auf die Frage nach dem Wahrheitsanspruch der Foucaultschen Untersuchung hinausläuft. In welchem Sinne ist Foucaults Antwort auf die Frage nach dem Subjekt wahr? Was sind seine Wahrheitskriterien? Weiterlesen »

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Die Endlosrekursion

Die Endlosrekursion ist ein gemischter Gemeinschaftsblog mit den Themen Philosophie, Recht, Leben, Gedichte, Gesellschaft, Kultur, Medien und Fotografie. Die Endlosrekursion verfolgt kein klares Ziel, sondern stellt vielmehr ein Experiment des versuchten Schreibens mit Spaß, Anstrengung und Anspruch dar.

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  • mona lisa: - klasse geschrieben! - waren die widerlichen Bananenstückchen zum Hause im Müsli? - muss es nicht heißen: sondern in einem so geprägten Tun zu leben?...
  • marion: gruppen gibt es viele...
  • ddflies: Wird mal wieder Zeit auszumisten, oder???. Also, die Mistgabeln stehen bereit. mfg....
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