Die Reinkarnation des Gedankens im Kunstwerk
Bevor der potenzielle Leser, durch die Textmassen abgeschreckt, einen wert- und geistlosen Kommentar “oxenzeams” liest anstatt sich an dem folgenden Text intellektuell zu erbauen und über die Erhabenheit des Stils zu frohlocken, möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Leser sich mit solch einer vorzeitigen Flucht um den womöglich intensivsten Lesegenuss seines Lebens brächte.
“Diese Worte können gewiss keiner irdischen Feder entsprungen sein!”, rief einer von den Wenigen, die das Werk bisher zu Gesicht bekamen und er sprach weiter: “Wahrlich, der Urheber dieser Gedanken muss von himmlischem Geiste, von reinster Seele, von göttlicher Natur sein.”* Man könnte wohl sagen diese Worte wären übertrieben, doch ich sage, sie geben nur einen Schatten der visionären Idee wieder, die hier dargelegt ist.
Es handelt sich um eine Arbeit welche in einer Zeit entstanden ist als die Tage noch kurz und die Nächte lang waren. Im Nebel eines Wintermorgens, an welchem engelsgleiche Stimmen mich aus dem dogmatischen Schlummer der vorkritischen Ära weckten, wurde sie, unter Krämpfen und Qualen einer Geburt, zu Papier gebracht. O meine Freunde, das Vollkommene wird immer im Untergang seines Schöpfers geboren!
Die Arbeit ist ferner für ein Seminar in Kunstgeschichte verfasst worden, wobei bemerkt werden muss, dass mir die zuständige Instanz ein weltliches Urteil über “das Werk” bisher schuldig geblieben ist. Wohlan, auf himmlischen Reisen mag mich weder irdischer Fluch noch Segen scheren!
Jedem interessierten Leser, der sich eifrig durch diese neun Seiten arbeitet, verspreche ich, dass er die Beiträge von people in motion, soeren onez, le simplicissimus, abc und kandelaber nur noch als menschlich und abgeschmackt betrachten können wird.
* Dergleichen ereignete sich an einer Bushaltestelle in Berlin.

