Konzept der Endlosrekursion



Wie soll man ein Konzept beschreiben, was mit der Zeit erst seine Entfaltung erleben wird? Ein Konzept, dass von der Mithilfe lebt, durch Mitarbeit gefertigt wird? Der Endlosrekursion ist kein fester Plan mitgegeben, hier wächst kein gut durchdachtes Projekt, dass eingestellt wird, wenn es nicht die nötigen Zahlen erreicht. Und das ist bezeichnend und vielleicht auch schon ein Konzept.

Die Endlosrekursion wurde zunächst als Nachfolgeprojekt meines aufgegebenen Blogs Onezblog eröffnet. Ich wollte schon lange den Onezblog zu etwas anderem machen, als einem reinen Blog. Doch ein schon zwei Jahre bestehenden Blog in etwas anderes zu verwandeln und vor allem auch neue Denker, andere Autoren anzuregen mitzumachen, schien mir nicht möglich. Es wäre immer mein Blog gewesen, auf dem auch andere mitschreiben. Das wollte ich aber nicht.

Die Endlosrekursion war von Anfang an für zweierlei ausgerichtet. Zum einen wollte ich unbedingt mal ein Projekt mit anderen Autoren zusammen machen und einige tolle Menschen und gute Schreiber anzusprechen war mein erstes Ziel. Sollte dies nicht klappen, habe ich mir gedacht, Schreibe ich hier eben alleine und es wird doch wieder eher ein Blog.

Bloggen ist toll, aber auf Dauer wollte ich mehr. Ich hatte schon lange ein Magazin im Sinne, aber alleine kann man kein Magazin füllen. Die Endlosrekursion istwohl noch beides, Blog und Magazin. Ich bin froh, dass einige Autoren bereits zugesagt haben und die ENdlosrekursion wirklich ein Gemeinschaftsprojekt werden wird. So werden wir versuchen ein Magazin über Gesellschaft, Kunst, Kultur, Philosophie, Politik, Bücher, Filme und Skurilitäten zu entwerfen, was aber immer noch die Interaktivität, die Wärme eines Blogs hat. Kommentare sind mir genauso wichtig wie Artikel und Leser genauso wie Autoren. Ich fände es schön, wenn hier eine lesende, denkende und schreibende Gemeinschaft entsteht, die kritisch aber würdigend zusammen etwas entstehend lässt, dessen Konzept hier nicht zu beschreiben ist.

Du willst Gastautor in der Endlosrekursion sein? Schreib mir und wir reden darüber. Du willst dauerhaft mitschreiben, sag Bescheid und leg los. Ich gebe hier ebensowenig Themen vor, wie ich in die Artikel anderer reinrede. Außer in den Kommentaren vielleicht. Grenzen sind nur durch die Gesetzeslage gegeben. Es versteht sich von selbst, dass es passen sollte. Dreizeiler über das neuste Feature von Gadged XY werden mich ebensowenig interessieren wie den Rest der Endlosrekursion.

Nicht, dass Gadgeds nicht auch die Basis für einen endlos rekursiven Artikel hergeben können, aber wenn ich vielleicht das Ziel ungemein grob eingrenzen darf, dann mache ich es so:

Die Endlosrekursion soll nicht das Xte Blog sein, dass über Dinge in einer Art berichtet, die man auch auf X anderen Blogs nachlesen kann. Die Endlosrekursion will nicht ein Massen-Online-Medium werden, dass bemüht ist, mit Blödsinn die Masse zu begeistern, man kann auch mit Hirn begeistern und ohne können viele andere besser. Hier muss auch kein Feuilleton der intellektuellen Eitelkeiten entstehen. Wenn etwas scheiße ist, kann man es auch scheiße nennen, muss man aber auch nicht. Wissenschaftlichkeit ist dann angemessen, wenn man Objektivität anstrebt, nicht wenn man seine Gefühle ausdrücken will.

Die Endlosrekursion wird sich wandeln und irgendwann steht hier sicher auch ein anderer Text, weil dieses Gesabbel veraltet, überholt ist. Weil wir besser geworden sind, weil wir abgesoffen sind. Wer weiß. Es kommt auf uns an, was aus der Endlosrekursion wird, wie ich mal in einem Jahr das Konzept der Endlosrekursion beschreiben werde. Auf uns Autoren, auf uns Leser, auf uns Kommentatoren.

Raphael Diskutiere diesen Artikel Kategorie: Blog Montag, der 12. November 2007
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