Alle Artikel des Autors " le simplicissimus"

Notizen aus einem dokumentierten Scheitern

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Geschrieben am 9. November 2008 von le simplicissimus in Leben.

Ein endloses Stocken. Die Richtung, sie ist unlängst gewiesen. Und dennoch: unbeschritten der Weg. Vage angedeutet, hungrig, sich nach Fußstapfen begierig sehnend. Unmissverständlich: eine Aufforderung zum hinfort schreiten. Fortschritt jedoch ist ein Verlassen. Verlassenheit die Abwesenheit eines bereits Anwesenden. Irgendwann, dunkle Erinnerungen. Schemenhaft sich mir aufdrängend. Die Brotkrümel, die du hinterließt. Letzte Zeugnisse. Undeutliche Begegnungen.

Ein endloses Stocken. Ungezählte Versprechen. Zuverlässigkeit erfordert Bereitschaft. Mut zur Abwesenheit. Abgegeben ist man, übergegangen in die bedachtsame Obhut eines Anderen. Sich auf jemanden verlassen können heißt sich für ihn verlassen. Ihm das meinige vertrauensvoll zu überlassen. Verlassen jedoch im Gewahrsein, sich selbst in der gleichen Verfasstheit, Versehrtheit vorzufinden, in der man auskehrte. Jede Rückreise ist eine Heimkehr. Eine Begegnung mit mir selbst.

Ein endloses Stocken. Unendliche Annäherungen. Diese Heimkehr allerdings, sie ist verschieden. Sie ist ein Brechen mit dem Bruch. Das zusammenhaltende Zerreißen. Aneinanderreihungen eines Auffindens des immer schon Gefundenen. Allmähliches Durchbrechen. Fortwährender Durchbruch. Notizen aus einem Scheitern. Dokument eines Gelingens. Verlassen ist ein Fortschritt. Fortschreiten ein Überschreiten. Im Überschreiten wird das Vorherige verlassen, überwunden. Fortschritt ist sich windender Abschied und Willkommensgruß zugleich. Trostloses Sehnen. Haderndes Entgleiten. Flüchtige Begegnung.
Nur eine weitere mit mir selbst.

Aus dem Rahmen gerissen

Geschrieben am 2. Mai 2008 von le simplicissimus in Leben.

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Ein bisschen Farbe, um das alles durchdringende alltägliche Grau erträglicher zu gestalten.

Blanker Hohn.

Die Erstürmung des Himmels

Geschrieben am 5. März 2008 von le simplicissimus in Gesellschaft.

Hegel und die Auflösung der Welt in Gedanken

Die alte Weltordnung musste erst gewaltsam aus den Angeln gerissen werden, ehe jene Epoche der Philosophiegeschichte eingeleitet werden konnte, die den Namen deutscher Idealismus trägt. Einverleibt wurden die Erschütterungen, welche die französische Revolution sowie die kantische Revolution der Denkungsart auslösten: Der Anspruch, bürgerliche Freiheits- und Gleichheitsgrundsätze durch die Erhebung zu einer Universalität zu verwirklichen fand ebenso Einzug in das Denken dieser Philosophen, wie die Umkehrung der Ordnung des Seins auf die des transzendentalen Bewusstseins der kritischen Philosophie Kants. Beide Bewegungen waren ausschließlich unter der Leitung der Vernunft möglich, welche seit der Aufklärung zur Führerin auf allen Gebieten ernannt wurde. ((Vgl. Gamm, Gerhard: Der Deutsche Idealismus. Eine Einführung in die Philosophie von Fichte, Hegel und Schelling. Stuttgart: Philipp Reclam jun., 1997, S. 15f)) 1789 mit Reinholds Neue Theorie des Vorstellungsvermögens beginnend, fielen Ende und Höhepunkt des deutschen Idealismus im Werk Georg Wilhelm Friedrich Hegels zusammen. ((Vgl. Horkheimer, Max: Vorlesung über die Geschichte der deutschen idealistischen Philosophie. In: Schmidt, Alfred; Schmidt Noerr, Gunzelin (Hrsg.): Max Horkheimer. Gesammelte Schriften Band 10. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 1990, S. 15)) Weiterlesen »

Zärtlichkeit Drei.

Geschrieben am 19. Februar 2008 von le simplicissimus in Kultur.

Es gibt Erschütterungen, die selbst das vermeintlich Unerschütterbare aus den Angeln zu reißen vermögen. Erschütterungen, die jedes noch so solide Fundament ins Wanken bringen, rücksichtslos in sich zusammen fallen lassen. Das seit langem Gewachsene, an dessen Vorhandensein sich kein Zweifel auch nur heranzunähern wagte, scheint die Prüfung, mit der es unmittelbar konfrontiert wird, nicht bestehen zu können.

Es zerbricht unter dem Gewicht des Unausweichlichen. Weiterlesen »

Körper als Verhängnis

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Geschrieben am 4. Januar 2008 von le simplicissimus in Kultur.

Das Leben kreist um das Unmittelbare. Das Unmittelbare umfasst das Augenscheinliche. Das Augenscheinliche verweist auf den Anderen. Nur er vermag als einziger ganzheitlich von dem alle Sinnesorgane Anführenden wahrgenommen zu werden. Das, was dem Auge erscheint, ist alles, was ist. Newtons Worte sind selbst dreihundert Jahre nach der Veröffentlichung der Philosophiae Naturalis Principia Mathematica laut und deutlich zu vernehmen. Alles was zählt, sei Erscheinung. Im Zeitalter von Magazinen, Fernseher und Computer wurde sie zum Architekten der ganzen Welt.

Die Metaphysik ist beerdigt worden. Newton, ihr spottender Grabredner. Seine Worte müssen als Epizentrum verstanden werden. Die industrielle Revolution sowie die industrielle Tötung von Millionen knüpfen als Schlussformel nahtlos an seine Ansprache an. Technik musste den Körper erst ersetzen um ihn anschließend kalkuliert auslöschen zu können. Das Unmittelbare, das vermittels des Anderen auf uns selbst verweist, wurde unverrückbar in den Mittelpunkt des menschlichen Lebens verankert. Alles was ist, ist fortan Körper. Wissenschaft, Angst und Tod: dessen grobe Geburtshelfer. Weiterlesen »

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Die Endlosrekursion

Die Endlosrekursion ist ein gemischter Gemeinschaftsblog mit den Themen Philosophie, Recht, Leben, Gedichte, Gesellschaft, Kultur, Medien und Fotografie. Die Endlosrekursion verfolgt kein klares Ziel, sondern stellt vielmehr ein Experiment des versuchten Schreibens mit Spaß, Anstrengung und Anspruch dar.

Letzte Kommentare

  • mona lisa: - klasse geschrieben! - waren die widerlichen Bananenstückchen zum Hause im Müsli? - muss es nicht heißen: sondern in einem so geprägten Tun zu leben?...
  • marion: gruppen gibt es viele...
  • ddflies: Wird mal wieder Zeit auszumisten, oder???. Also, die Mistgabeln stehen bereit. mfg....
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