SPD – Lebendig!
Heute ist in dem Restaurant hinter der kleinen Kneipe in dem kleinen Ort geschlossene Gesellschaft. Es ist Jahreshauptversammlung eines Ortsvereins einer Partei in der Krise. Der SPD.Deutschlands älteste Partei ist auf einem historischen Tiefstand: 23% Zustimmung.
Das karge Zimmer ist geschmückt mit hellgelben Arrangements, in denen sich Ostereier aus hartem, rauem Plastik verstecken.
Die Männer, in etwa zehn an der Zahl sammeln sich an der Theke. Der Humor ist derbe, der Qualm ihrer Zigaretten vernebelt das Zimmer.
„So einen wie Hitler, den braucht die Partei derzeit.“; „Der hätte doch keine Chance bei den Medien heutzutage“; „Der hätte doch schon alle wichtigen Menschen an die Wand gestellt. Gleichschaltung nennt man das“. Das Pils wird geleert, die Versammlung beginnt. Weiterlesen »
Der Geruch der Geschichte
Das Stelenfeld ist schon beeindruckt wie es sich hinzieht, Zwergen an den Schultern von Riesen, hunderte Meter weit. Aus der Ferne sieht man einen einzelnen Sicherheitsmann seine Runde gehen, gelangweilt, bevor man in dem sorgsam geordneten Gewirr verloren geht. Man taucht hinab in die Formation, der Boden bewegt sich in heftigen Wellen auf und ab, die rissigen manchmal winzigen, manchmal riesigen Metallquader sorgen dafür, dass man friert, auch wenn es nicht kalt sein sollte. Die Hand gleitet über eine Speziallackierung der Degussa, gegen Schmierereien. Hier und da macht man den Gestank von Urin aus, feige verströmt er Unwürde.
Schaut man sich um, so verwandelt sich das Metall langsam, kaum merklich, in Menschen, wie sie stehen, sich stützen, sich bedrängen, in Warschau, in Hamburg, München, Wolfsburg, Kassel, Wien, Belgrad, Antwerpen, Lyon, Den Haag, Überall, laboratoire d’enfer. Sie warten auf den Zug. Auf ihren Zug. Weiterlesen »
Die Welt ist so einfach.
Die Frau, muslimisch, schneller Schritt. Sie trägt Kopftuch, kein Haar weht im Wind. Mein Blick gleitet gen Boden, und die eiligen Füße sind geschützt durch schwarze, halbhohe Turnschuhe.
In grellem Kontrast zum grauen Betonboden prangt ein rotes Symbol auf dem Schuh: das A der Anarchisten. Daneben, unauffällig, in offener und seltsamer Eintracht, erst auf den zweiten Blick zu sehen: Das Friedenssymbol, gestickt mit rotem Bindfaden auf dem unheiligen schwarz der davoneilenden Schuhe.
Die Endlosrekursion
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