Armut, Reichtum und die Mitte
Politik müsse Mehrheiten organisieren, hieß es neulich im Deutschlandfunk. Wie geht das? Wo und wie, das heißt, in welcher Organisation ist diese Mehrheit, oder sind diese Mehrheiten, organisiert? Wortklaubereien? Nein, denn diese Wortwahl impliziert eine Sicherheit, die Politik in ihrem Wirken nicht mehr hat.
Vor einiger Zeit ließen Amts- und Mandatsträger verlautbaren, der Aufschwung komme an. Gemeint war: bei den Menschen. Anlass waren wohl sinkende Arbeitslosenzahlen oder ähnliches. Dieser Tage nun hat sich die Bundesregierung mit dem Dritten Armuts- und Reichtumsbericht selbst Zahlen vorgelegt, die das Gegenteil aussagen: Die Gesellschaft verarmt.
Ein Widerspruch ist das nicht. Beide Nachrichten verweisen auf ein drittes Phänomen: Die wegbröckelnde Mittelschicht. Diese Schicht ist (oder war) nicht nur ein ökonomisches Phänomen, sondern auch ein politisches, schließlich versinnbildlicht sie die „Mitte“, der sich fast alle Parteien verschreiben, wo alle Parteien hin wollen.
Was ist dran an der Mitte? Und was ist so dramatisch an ihrer Auflösung?
Die Endlosrekursion
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