Die Wahrheit der Zahlen

Zahlen sind wirklich tückische Zeitgenossen, die ständig ihre Meinung ändern. Äußerlich sagen sie immer das Selbe aus. Der Genosse 42 sieht immer wie eine 42 aus, doch der erste Blick kann täuschen. Mal ist er die Antwort auf alle Fragen, mal ein großes Problem. Das Problem ist allerdings nicht der Genosse 42, denn mit ihm kommt man noch ganz gut zurecht. Wenn man ihn alleine trifft, plustert er sich zwar manchmal ein wenig auf und macht sich größer als er ist, aber wenn man ihn ein wenig betrachtet, renkt sich das schon bald wieder ein.

Doch Genosse 42 ist selten allein. Er multipliziert sich mit dem Kollegen 73 und weiteren tausend Gleichgesinnten. Dann lässt er sich mal hinausdividieren und manchmal bleibt er länger als geplant. Die Genossen Zahlen sind für ihre Tücken bekannt und werden doch immer wieder zu Rate gezogen, mit unbekannten Folgen. Die Genossen Zahlen sind gern gesehen, überall und von jedermann. Sie werden bezahlt und auch nicht zu knapp. Jeder hat sie gerne auf seiner Seite, selten sind sie es lange. Weiterlesen: Die Wahrheit der Zahlen

Raphael Diskutiere diesen Artikel Kategorie: Gesellschaft Montag, der 29. Oktober 2007

Die ersten Schritte eines Experiments

Ich will kurz die ersten zwei Wochen des Experiments Endlosrekursion Revue passieren lassen. Es sind nun einige Artikel erschienen, sodass eine ungefähre Ausrichtung dieses Blogazins erkennbar wird. Schade ist, dass bisher alle Artikel von mir selbst geschrieben wurden und noch keiner der angesprochenen Autoren die Zeit gefunden hat der Endlosrekursion auch seinen Stempel aufzudrücken. Aber ich bin zuversichtlich und stehe weiter im Kontakt.

Noch einmal zur Verdeutlichung: Die Endlosrekursion soll irgendetwas zwischen einem Magazin und einem Blog darstellen. Doch diese Form lässt sich nicht nur durch ein Design aufdrücken und somit konstituieren, sondern der Form muss auch im Inhalt entsprochen werden. Ein Magazin, von einer Person geschrieben, kann ich mir nicht vorstellen. Dann wäre es ein Blog im Deckmantel eines Magazins. Auch nicht schlimm, aber ich habe die Vorstellung, dass die Endlosrekursion einen Schritt weiter geht. Nicht “nur” ein Gruppenblog oder ein Ein-Mann-Magazin zu sein, sondern Plattform des Austausch und der gegenseitigen Denkanstöße. Dieser Schritt weiter soll keine qualitative Bewertung sein, sondern eine Entwicklung, deren Weg noch nicht vorgeschrieben ist. Weiterlesen: Die ersten Schritte eines Experiments

Raphael 5 Kommentare Kategorie: Blog Montag, der 22. Oktober 2007

Argumentative Witzfiguren

Jeder kennt sie, aber nicht jeder kann mit ihnen umgehen. Gemeint sind Beispiele in Diskussionen, die darauf abzielen den Diskussionspartner durch Erfahrungen zu überzeugen. Zwei Beispiele:

Beispiel 1: Also Diskussionspartner Eins behauptet, dass alle schwarzen Enten braune Augen haben. Diskussionspartner Zwei antwortet darauf, dass seine Tante ihm aber letzten Sonntag beim Kirschkuchenessen mit halbvollem Mund erzählt habe, dass sie sich jetzt eine schwarze Ente gekauft habe, die eigentlich Weihnachten in den Ofen wandern sollte. Nur habe es keiner übers Herz gebracht, sie zu töten. Die schwarze Ente habe jedes Mal mit ihren tief blauen Augen so traurig geschaut.

Beispiel 2: Diskussionspartner Eins behauptet, dass der Sozialabbau in Deutschland immer weiter voranschreitet und gefährliche Ausmaße annimmt. Diskussionspartner Zwei hält dagegen, dass seine Oma ihm von ihrem Nachbarn erzählt habe, der vor einem Jahr noch arbeitslos und so arm dran gewesen sei, dass sie ihn immer Mal wieder zu ihrer herrlichen Kartoffelsuppe eingeladen hätte, die der Nachbar auch immer dankbar angenommen habe. Jetzt gehe es ihm aber viel besser, er habe über diese neue Arbeitsagentur einen Job gefunden und habe jetzt leider gar keine Zeit mehr für ihre köstliche Kartoffelsuppe. Weiterlesen: Argumentative Witzfiguren

Raphael 2 Kommentare Kategorie: Medien Montag, der 22. Oktober 2007

Erste Meditation über die Wirtschaftswissenschaft

Vorurteilsbehaftet lasse ich meinen Gedanken freien Lauf, gewissenhaft und skeptisch gegenüber mir und den ersten Eindrücken. Glücklicherweise hat mein Einführungsprofessor den ökonomischen Gottesbeweis gleich zu Beginn der Vorlesung ins Reich der Sagen verwiesen, sodass ich mir den Zahn des Übel wollenden Gottes nicht blutig selbst ziehen musste.

Keine Einführung ohne geschichtlichen Verlauf und Werdegang der jeweiligen Wissenschaft. Kein Werdegang ohne subjektiv erhöhte Relevanz. Doch die Einordnung ist immer schwierig, wenn man nicht gerade eine Einführung in die Mathematik besucht. Kulturwissenschaft müsse die Betriebswirtschaft genannt werden, weil sich ihr Objekt bewege und deshalb eben mehr Subjekt, denn Objekt sei. Man müsse mit der Schwierigkeit leben, dass die ökonomischen Gesetze eben nur Regeln glichen und nicht so unumstößlich seien, wie die der Physik, der Mathematik oder gar der formalen Logik. Oberflächlich aber dennoch gesunde Grundlage, so schien es mir, entgegen der sonst propagierten absoluten Gesetzmäßigkeit des Marktes. Weiterlesen: Erste Meditation über die Wirtschaftswissenschaft

Raphael Diskutiere diesen Artikel Kategorie: Leben Dienstag, der 16. Oktober 2007

Wissenschaft in den Medien

Ist die Vereinfachung wissenschaftlicher Thesen in den Medien ein probates Mittel um den Fortschritt der Wissenschaften Menschen nicht nur in Form neuer Technikgimmiks zukommen zu lassen?

Mein Problem ist kein sonderlich neues und ein wohl bekanntes zudem. Jedenfalls die meisten gymnasial Gelittenen unter den Lesern werden wohl auch gezwungen worden sein über “Die Physiker” von Friedrich Dürrenmatt zu diskutieren und sich wirsche Argumentationen aus den Fingern zu saugen, die dann von wissenschaftlich halb gebildeten, halb eingebildeten Deutschlehrern auf ihre Meinung zum Thema geführt werden. Ein Satz wie der Vorherige wäre schon nicht mehr geeignet, um massentauglich in der Zeitung zu stehen, auch wenn man ihm zugute halten muss, dass er Fremdwörter mied.

In Dürrenmatts Theaterstück wird das Für uns Wider wissenschaftlicher Erkenntnis diskutiert. Soll die Weltformel veröffentlicht werden? Sie könnte unendliches Leid verhindern oder hervorrufen. Die Atomkraft mit ihren Möglichkeiten und Gefahren mag uns als klares Beispiel dienen. Weiterlesen: Wissenschaft in den Medien

Raphael 3 Kommentare Kategorie: Medien Samstag, der 13. Oktober 2007
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