Notizen aus einem dokumentierten Scheitern
Ein endloses Stocken. Die Richtung, sie ist unlängst gewiesen. Und dennoch: unbeschritten der Weg. Vage angedeutet, hungrig, sich nach Fußstapfen begierig sehnend. Unmissverständlich: eine Aufforderung zum hinfort schreiten. Fortschritt jedoch ist ein Verlassen. Verlassenheit die Abwesenheit eines bereits Anwesenden. Irgendwann, dunkle Erinnerungen. Schemenhaft sich mir aufdrängend. Die Brotkrümel, die du hinterließt. Letzte Zeugnisse. Undeutliche Begegnungen.
Ein endloses Stocken. Ungezählte Versprechen. Zuverlässigkeit erfordert Bereitschaft. Mut zur Abwesenheit. Abgegeben ist man, übergegangen in die bedachtsame Obhut eines Anderen. Sich auf jemanden verlassen können heißt sich für ihn verlassen. Ihm das meinige vertrauensvoll zu überlassen. Verlassen jedoch im Gewahrsein, sich selbst in der gleichen Verfasstheit, Versehrtheit vorzufinden, in der man auskehrte. Jede Rückreise ist eine Heimkehr. Eine Begegnung mit mir selbst.
Ein endloses Stocken. Unendliche Annäherungen. Diese Heimkehr allerdings, sie ist verschieden. Sie ist ein Brechen mit dem Bruch. Das zusammenhaltende Zerreißen. Aneinanderreihungen eines Auffindens des immer schon Gefundenen. Allmähliches Durchbrechen. Fortwährender Durchbruch. Notizen aus einem Scheitern. Dokument eines Gelingens. Verlassen ist ein Fortschritt. Fortschreiten ein Überschreiten. Im Überschreiten wird das Vorherige verlassen, überwunden. Fortschritt ist sich windender Abschied und Willkommensgruß zugleich. Trostloses Sehnen. Haderndes Entgleiten. Flüchtige Begegnung.
Nur eine weitere mit mir selbst.


soeren onez (Webseite)
Die von dir beschriebenen Gedanken finde ich ganz wunderbar, auch wenn es mir schwer fällt sie nachzuvollziehen. Am ehesten für mich vielleicht so nachzuvollziehen, wenn ich im Dialog mit dem Autor eines Buches stehe, in den ich mich nicht hineinversetze, sondern den ich ein Streitgespräch mit mir aufdränge und so die Möglichkeit durch ihn mit mir selbst zu streiten, Positionen festzulegen, sie aufzugeben und an ihnen zu zerren, bis ein gewisser Konsenz eingetreten ist oder wenigstens die Probleme festgezurrt sind, die ich mit ihm, mit mir und meinen durch ihn befruchteten Gedanken habe.
bakugan (Webseite)
Ein Scheitern ist erst dann ein wahres Scheitern wenn man sich aufgibt und keine Kraft für etwas Neues aufbringt. Selbst ein Leben das nur aus Niederlagen bestand ist nicht umsonst, wenn man es immer wieder versucht.