Rekonstruktion von Foucaults Argument

Geschrieben am 8. April 2008 von Abc in Philosophie.
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Dieser Beitrag ist der zweite Teil eines Artikels in drei Teilen.

Da der Rahmen dieser Arbeit keine tiefgehende Exegese der Texte von Foucault zulässt, werde ich nur an Hand von Verweisen und einigen Zitaten meine Lesart unterstützen. Es ist mir völlig bewusst, dass andere Lesarten genauso möglich sind. Mein Interpretationskriterium ist hauptsächlich Kohärenz und Plausibilität der Argumente und nicht so sehr der Vergleich aller Texte von Foucault (was hätte man auch damit erreicht? Solche Interpreten möchte ich immer auf den Essay von Foucault Was ist ein Autor? verweisen). Insofern ist es selbstverständlich möglich Stellen zu finden, die meine Lesart nicht direkt unterstützen. Besonders werde ich auf den Text The Subject and Power verweisen, weil dieser Text viele Punkte sammelt und ich damit den Literaturumfang der Verweise ein bisschen beschränken kann. Ebenfalls um den Umfang der Verweise zu beschränken werde ich lediglich auf die Primärliteratur verweisen. (Foucault, Michel: The Subjekt and Power, in: Dreyfus, Hubert L. und Rabinow, Paul: Michel Foucault. Beyond Structualism and Hermeneutics. The University of Chicago Press. Second Edition 1983 (zit. Foucault 1983a); Foucault, Michel: Was ist ein Autor? In: Foucault, Michel (Hg.): Schriften zur Literatur. Frankfurt/M 2003).

a. Wie kann man herausfinden, was das Subjekt ist?

Die Frage, die am Anfang von Foucaults Arbeit steht, ist eine klassische philosophische Frage: Was ist das Subjekt? ((„Thus it is not power, but the subject, which ist the general theme of my research.“ Foucault 1983a, Seite 209.)) Oder: Was ist der Mensch? ((„Mensch“ und „Subjekt“ scheinen bei Foucault jedoch nicht einfach Synonyme zu sein. So spricht er z.B. davon wie Menschen zu Subjekten gemacht werden: „My objective, instead, has been to create a history of the different modes by which, in our culture, human beings are made subjects.“ (Herv. LPM) Foucault 1983a, Seite 208. Diese Differenz ist, wie glaube ich, ein wichtiger Punkt, der genau zu untersuchen wäre. Wie werden „human beings“ bestimmt im Unterschied zu „subjects“? Von welcher Art ist diese Unterscheidung? Im Kontext dieser Arbeit kann die Unterscheidung unausgesprochen bleiben, zumal sie m.E. von methodischer Art zu sein scheint, d.h. ein Subjekt wäre eine Bestimmung des Menschen. In diesem Sinne würde es keine Menschen geben, die nicht Subjekte sind, aber die methodische Differenz würde es ermöglichen vom Menschen unbestimmt zu sprechen um bspw. sagen zu können, dass ein Mensch in einer bestimmten Weise subjektiviert wird. )) Wenn man eine solche Frage stellt, muss man als ersten Schritt eine andere Frage stellen, nämlich die nach der Methode, mit welcher man die Antwort auf die Frage finden will. Man muss also herausfinden welche Wissenschaft oder Philosophie für die notwendige Untersuchung passend wäre. Und man muss überlegen, wie die Wahl einer solchen Methode gerechtfertigt werden kann. Letzteres scheint viele Schwierigkeiten zu beinhalten: woher will man wissen, ob die Antwort der Biologie besser als die der philosophischen Anthropologie ist?

Foucault macht aber etwas anderes als sich für eine bestehende Wissenschaft oder Philosophie zu entscheiden. Er tritt einen Schritt zurück und reflektiert die Fragestellung selbst in dem er sagt: der Mensch ist jemand, der diese Frage stellt: Was ist der Mensch? Statt sich für eine bestehende wissenschaftliche Methode zu entscheiden, sagt er: der Mensch entscheidet sich für verschiedene Methoden (die er manchmal wissenschaftlich nennt), mit denen er so genanntes Wissen schafft. Was sagt uns dies über den Menschen? Nicht was er weiß oder was er aus der Sicht einer Wissenschaft ist, sondern dass er einen Willen zum Wissen hat. Der Punkt ist, wenn man wissen will, was der Mensch ist, kann man nicht so etwas wie ein Wissen voraussetzen oder auf ein solches rekurrieren, sondern muss zunächst historisch feststellen, dass der Mensch Wissen schafft, d.h. einen Willen zum Wissen hat. Wissen setzt, das ist die Einsicht, einen Willen zum Wissen voraus ((In seinem Essay Nietzsche, die Genealogie, die Historie verdeutlicht Foucault an mehreren Stellen diesen Punkt (vgl. Foucault, Michel: Nietzsche, die Genealogie, die Historie, in: Foucault, Michel (Hg.): Von der Subversion des Wissens. Frankfurt/M. 1978). Allgemeiner kann man sagen, dass diese Einsicht überhaupt den Charakter seiner historischen Untersuchungen bestimmt. Besonders die Arbeit in Sexualität und Wahrheit. Der Wille zum Wissen und Überwachung und Strafe, wo Foucault Wissensbereiche als von Machtmechanismen geformt und ermöglicht beschreibt (vgl. Foucault, Michel: Sexualität und Wahrheit. Erster Band. Der Wille zum Wissen. Frankfurt/M. 1983 (zit. Foucault 1983b); Foucault, Michel: Überwachung und Strafe. Die Geburt des Gefängnisses. Frankfurt/M. 1977 (zit. Foucault 1977).)). Daraus können wir schließen, dass der Mensch nicht primär wissend, sondern primär wollend ist ((„Primär“ soll hier eine Abhängigkeit bezeichnen, die nicht nur genetisch zu verstehen ist, sondern auch in der Geltung ihren Einfluss hat. D.h. der Wille steht nicht nur zeitlich vor dem Wissen, sondern das Wissen ist von der Bestimmung des Willens bestimmt, d.h. von dessen Zwecken. Das bedeutet nicht, dass der Wille einfach beliebiges Wissen erfinden kann. Das Wissen ist als solches real, aber es ist keine unabhängige Erkenntnis der Welt, wie sie ist. Wissen ist nicht einfach, sondern wird immer benutzt und ist auch zur Benutzung geschaffen worden. Das Wissen formt sich nach den Zwecken des Willens. „Diese Macht/Wissen-Beziehungen sind darum nicht von einem Erkenntnissubjekt aus zu analysieren, das gegenüber dem Machtsystem frei oder unfrei ist. Vielmehr ist in Betracht zu ziehen, dass das erkennende Subjekt, das zu erkennende Objekt und die Erkenntnisweisen jeweils Effekte jener fundamentalen Macht/Wissen-Komplexe und ihrer historischen Transformationen bilden“ Foucault 1977, Seite 39.)).

Schon bei dieser ersten Feststellung ist klar geworden, dass wir gezwungen sind historisch zu arbeiten. Wenn wir die etablierten Wissenschaften nicht voraussetzen wollen, sondern zuerst überhaupt herausfinden wollen, warum der Mensch diese Wissenschaften betreibt, dann müssen wir uns die Historie des Subjekts anschauen und nicht das Subjekt an Hand des menschlich hervorgebrachten Wissens untersuchen. Nun stellt sich aber die Frage, wie wir historisch arbeiten können. Wir können nicht die Geschichte als eine notwendige Entwicklung vom Wissen betrachten, denn nicht das Wissen ist grundlegend für uns, sondern der Wille zu demselben. Die Frage ist deshalb jetzt, mit welchen Begriffen wir zutreffend über Willen reden können und was dieser überhaupt ist.

Was wir bis jetzt herausgefunden haben ist, dass der Wille etwas ist, das Verschiedenes hervorbringt ((Schon an dieser Stelle ist es ganz deutlich warum Foucault die Macht als produktiv versteht. „In Wirklichkeit ist Macht produktiv; und sie produziert Wirkliches.“ Foucault 1977, Seite 250.)). Es ist kein notwendiges Hervorbringen, da ihm kein zwingendes Wissen und keine grundlegende Rationalität (da diese sich immer auf Wissen bezieht) zu Grunde liegt, da der Wille vielmehr diesem zu Grunde liegt. Alles was wir haben ist eine Art Kraft, die beispielsweise Wissen hervorbringt. Vielleicht können wir Folgendes sagen: den Menschen durchströmt eine Kraft, die ihn dazu bringt Verschiedenes hervorzubringen. Wir haben aber keinen Grund anzunehmen, dass diese Kraft singulär ist, viel wahrscheinlicher scheint es zu sein, dass viele Kräfte arbeiten. Warum? Weil nicht immer dasselbe hervorgebracht wird, sondern immer Neues und Verschiedenes. Was könnten wir die Verhältnisse ((Vgl. Foucault 1983b, Seite 114.)) nennen, in denen diese Kräfte stehen? Foucault nennt sie Macht.
Wir haben jetzt zweierlei herausgefunden im Hinblick auf die Methode wie wir unsere Frage, was das Subjekt ist, beantworten können: 1) wir müssen das Subjekt historisch untersuchen und 2) wir müssen diese Untersuchung unter dem Begriff der Macht betreiben ((„Sie [die Macht, LPM] produziert Gegenstandsbereiche und Wahrheitsrituale: das Individuum und seine Erkenntnis sind Ergebnisse dieser Produktion“ Foucault 1977, Seite 250.)).

b. Was bedeutet es das Subjekt historisch unter dem Begriff der Macht zu untersuchen?

Wie analysiert man historisch?

Historisch zu analysieren bedeutet nicht normale Geschichtswissenschaft zu betreiben, etwa die Geschichte der Menschheit zu schreiben, denn dies setzt den Menschen als etwas Gegebenes und Bestimmtes voraus. Wir wollen eben herausfinden, „was der Mensch ist,“ statt diesen vorauszusetzen. Historisch bedeutet hier deshalb vielmehr das Subjekt selbst als ein historisches Phänomen zu betrachten. Zu untersuchen sind somit die Entstehung und Transformationen des Subjekts. Aber eben diese Transformationen, die sich in den konkreten historischen Untersuchungen zeigen, verdeutlichen, dass das Subjekt kein einheitliches Subjekt ist, sondern dass ein Bündel von unterschiedlichen Subjekten vorhanden ist und wir deshalb auch keine einheitliche Geschichte des Subjekts schreiben können, sondern von Entstehungen und Transformationen vieler Subjekte reden müssen.

Wie analysiert man unter dem Begriff der Macht?
Diese Entstehungen und Transformationen müssen wir mit dem Begriff der Macht beschreiben. Diese Macht kann aber nicht als eine subjektive verstanden werden, da sie eben die Subjekte erst formt. Das heißt nicht, dass sie als Gegenstand zu verstehen ist, der sich in der Welt befindet und auf die Individuen wirkt, sondern wir hatten sie eben als ein Verhältnis von Kräften bestimmt und sie ist somit relational ((„The term ‚power’ designates relationships between partners (and by that I am not thinking of a zero-sum game, but simply, and for the moment staying in the most general terms, of an ensemble of actions which induce others and follow from one another)“ Foucault 1983a, Seite 217. )) und nicht subjektiv, d.h. nicht einem Subjekt zuzuschreiben. Da Macht aber aus Kräfteverhältnissen besteht und Kräfte gerichtet sind, können wir sagen, dass sie intentional ist.

Wir wissen bis jetzt Folgendes über Macht: Sie ist produktiv, relational, nicht subjektiv und sie ist intentional ((Vgl. Foucault 1983, Seite 116 und Foucault 1977, Seite 35. )). Wie können wir mit diesem Wissen eine Analyse der Macht vornehmen? Erstens können wir sagen, dass es nicht darum geht die Macht an sich zu analysieren, denn diese gibt es insofern nicht ((Über den Titel „How is Power Exercised?“ schriebt Foucault „To begin the analysis with a ‚how’ is to suggest that power as such does not exist.“ (Herv. LPM) Foucault 1983a, Seite 217.)), als dass Macht nur als Verhältnis existiert. Wir müssen also Machtverhältnisse analysieren. Da unsere Aufgabe war das Subjekt unter dem Begriff der Macht zu analysieren, müssen wir nun diesen Begriff der Machtverhältnisse auf Subjekte beziehen. Wir müssen also die Subjekte als in solchen Machtverhältnissen stehend beschreiben. Dies ist ganz wörtlich zu verstehen. Das Subjekt steht in einem Machtverhältnis. Das Machtverhältnis ist der Raum in dem es sich bewegen kann und die Macht bestimmt die Grenzen dieses Raumes, d.h. seine Bewegungsmöglichkeiten oder besser seine Handlungsmöglichkeiten ((„[a relationship of power, LPM] acts upon their actions: an action upon an action, on existing actions or on those which may arise in the present or the future.“ Foucault 1983a 220.)).

Wie werden diese Handlungsmöglichkeiten bestimmt?
Wir hatten oben gesagt, als der Begriff des Willens untersucht wurde, dass den Menschen etwas (Kräfte) durchströmt, die Verschiedenes hervorbringen und dass diese Kräfte in einem Verhältnis stehen, das wir Macht nennen. Wir dürfen also nicht denken, dass die Macht „außerhalb“ des Menschen zu finden ist. Wenn wir wissen wollen, wie die Macht Handlungsmöglichkeiten eines Subjektes bestimmt, dann müssen wir die Kraft des Subjekts anschauen, das auf andere Subjekte einwirkt. Da ein Subjekt nur durch Handeln auf andere Subjekte einwirken kann, können wir sagen, dass Macht Handlung ist, die auf andere Handlung wirkt und den Möglichkeitsraum dieser Handlung zu bestimmen versucht. Einen solchen Raum möglicher Handlung können wir ein Handlungsfeld nennen.

Nun gibt es aber etliche Möglichkeiten wie ein Handlungsfeld bestimmt werden kann. Diese Möglichkeiten sind unterschiedliche Techniken Handlungsfelder von Subjekten zu definieren. Diese Techniken setzen Mechanismen in Gang, die in den Kräfteverhältnissen wirken und die Handlungsfelder der Subjekte in diesen Verhältnissen bestimmen ((Den Gebrauch und den Unterschied der Termini „Technik“ und „Mechanismus“ versuche ich hier relativ eindeutig zu bestimmen (Technik, als die Kunst oder Weise wie ein Mechanismus konstruiert und implantiert wird, der dann in dem sozialen Verhältnis wirkt). Bei Foucault (der noch einige ähnliche Begriffe hinzufügt, z.B. „Technologie“, „Taktik“, „Strategie“) scheinen mir jedoch diese beiden Begriffe oft synonym verwendet zu werden und überhaupt manchmal in Ungenauigkeit zu geraten. Vielleicht leiden sie ab und an unter einer gewissen Gebrauchsinflation.)).

Wir hatten gesagt, dass die Macht intentional ist, weil Kräfte gerichtet sind. Wenn wir mit einem Machtverhältnis zu tun haben, ist dieses also intentional zu verstehen, d.h. es ist so eingerichtet, dass es bestimmte Intentionen erfüllt. Wir können uns diese Intentionen vielleicht folgendermaßen vorstellen: Die Macht wirkt in einer bestimmten Weise. Diese Wirkungsweise ist eine Art Mechanismus, der bestimmte Effekte hat. Dieser Mechanismus wirkt in den Kräfteverhältnissen, d.h. in dem sozialen Netzwerk von Menschen. Der Mechanismus der Macht ist also das Ergebnis der Zusammensetzung sozialer Verhältnisse bzw. der Kräfteverhältnisse. Die Intentionen, die der Mechanismus realisiert, sind das Ergebnis eines bestimmten Kräfteverhältnisses bzw. einer bestimmten sozialen Struktur. Man kann diese Intentionen insofern keinem Individuum zuschreiben sondern muss sie als einem Verhältnis implizit ansehen. Wenn man also diese Intention bzw. Zielsetzung verändern will, hilft die „Entfernung“ eines bestimmten Individuums nicht, das bspw. diese Intention repräsentiert, da die Intention keinem Individuum entspringt; das Individuum ist vielmehr selbst Produkt dieser Intention. Nur die Veränderung der sozialen Struktur, d.h. der Kräfteverhältnisse kann den Mechanismus und damit die Intention verändern. Wir haben insofern mit keiner Verschwörungstheorie zu tun, die die „bösen“ und „gefährlichen“ Menschen auszeichnet, ein solcher Vorgang wäre viel eher selbst eine Technik neue Machtmechanismen durchzusetzen. Die Macht ist in dieser Analyse gewissermaßen konkreter zu verstehen und Foucault redet deshalb eher von gefährlichen Mechanismen als von gefährlichen Menschen.

Für die Analyse der Macht wissen wir jetzt Folgendes: In sozialen Verhältnissen wirken bestimmte Mechanismen. Diese Mechanismen sind durch unterschiedliche Techniken eingeführt, die die Handlungsfelder der Subjekte dieser Verhältnisse durch die Mechanismen zu bestimmen versuchen. In diesen Mechanismen sind verschiedene Arten von Intentionen zu erkennen, die in den Mechanismen realisiert werden.

Diese Mechanismen erzeugen beispielsweise Systeme der Differenzierung, d.h. Systeme, die Unterschiede festsetzen, mithin Machtausübung ermöglichen. Diese Unterschiede, wie z.B. Statusunterschiede (in der Öffentlichkeit oder in der Familie), ökonomische Unterschiede (Arbeitgeben und Arbeitnehmer), Unterschiede des Wissens (Lehrer und Schüler, Psychiater und Patient), sind nicht von den konkreten Arbeitsgebern, Psychiatern etc. etabliert worden, sondern sind Teile eines bestimmten sozialen (relationalen) Machtmechanismus.

Des Weiteren wirken die Mechanismen der Macht durch Formen der Institutionalisierung, die ebenso wie die Differenzierungssysteme bestimmte Funktionen im Hinblick auf die Intention der Macht erfüllen. Da diese Intentionen letztendlich in den sozialen Verhältnissen begründet sind, ist eine Analyse der Institutionen der Gesellschaft nicht hinreichend um die Machtverhältnisse zu erfasse. Man muss tiefer greifen und versuchen zu verstehen, warum diese Institutionen überhaupt entstanden sind und sich so geformt haben und nicht anders ((„Instead I wish to suggest that one must analyze institutions from the standpoint of power relations, rather than vice versa, and that the fundamental point of anchorage of the relationsships, even if they are embodied and crystallized in an institution, is to be found outside the institution“ Foucault 1983a, Seite 222.)). Die Mechanismen, die für die Entstehung und Formierung der Institutionen verantwortlich sind, liegen in der Organisation der sozialen Verhältnisse, die aber natürlich wiederum von Institutionen verstärkt und gesichert werden können. In dieser Hinsicht, der Organisation der sozialen Verhältnisse und der Verfestigung derselben, ist ebenso der Grad der Rationalisierung, d.h. der Grad der Effizienz mit der die Macht organisiert und durchgesetzt wird in der Analyse zu beachten.

Um die Ergebnisse darüber wie die Macht zu analysieren ist noch einmal zusammenzufassen ((Vgl. Foucault 1983a, Seite 223.)):

  1. Die Macht ist nicht als Macht an sich sondern als ein Machtverhältnis zu analysieren.
  2. Dieses Machverhältnis muss als eine Wirkweise bzw. als ein Mechanismus analysiert werden, der das Handlungsfeld der betroffenen Subjekte bestimmt.
  3. Bei der Analyse dieses Mechanismus sollten folgende Punkte untersucht werden:
    1. Die Technik, mit der der Machtmechanismus implantiert wird.
    2. Die Ziele (Intentionen), die er verfolgt.
    3. Die Formen der Institutionalisierung, die in ihm funktionieren.
    4. Die Systeme der Differenzierung, die in ihm funktionieren.
    5. Der Grad der Rationalisierung und Effizienz, mit der der Machtmechanismus organisiert, sich erweitert und transformiert.

Die zu diesem Artikel gehörige Einführung zu “Foucaults Argument” oder die Konklusion lesen >>

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