<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
		>
<channel>
	<title>Kommentare zu: Ernst der Geschichte – Melancholie der Gegenwart</title>
	<atom:link href="http://www.endlosrekursion.de/144/ernst-der-geschichte-melancholie-der-gegenwart/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.endlosrekursion.de/144/ernst-der-geschichte-melancholie-der-gegenwart/</link>
	<description>Gemeinschaftsblog</description>
	<lastBuildDate>Wed, 07 Dec 2011 14:47:32 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
	<item>
		<title>Von: Wowik</title>
		<link>http://www.endlosrekursion.de/144/ernst-der-geschichte-melancholie-der-gegenwart/comment-page-1/#comment-272</link>
		<dc:creator>Wowik</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Feb 2008 01:03:08 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.endlosrekursion.de/144/ernst-der-geschichte-melancholie-der-gegenwart/#comment-272</guid>
		<description>Dass du dich selbst f&#252;r interessanter h&#228;ltst &#252;berrascht mich nicht, allerdings, und da verkennst du mein Pathos und meine Inszenierung, geht es mir nicht darum interessanter oder wilder als das K&#228;tzchen zu sein, denn es geht nicht darum, dass ich meine Person inszeniere.  Meine tierische Metapher spielte nicht so sehr auf Katze oder Tiger an, sondern lediglich auf deren verm&#246;gen, auf deren – Biss. Nicht wer wild oder zahm ist, ist interessant, sondern wessen Biss kr&#228;ftiger ist, d.h. wessen Text bissiger ist.  Ich kann daher deine Kritik nicht nachvollziehen, mein Text ist durchaus keine Selbstinszenierung, mein Text ist eine Textinszenierung. Jetzt w&#228;re meine Frage: Wirfst du mir die Inszenierung im Allgemeinen vor oder die „pathetische“ Inszenierung im Besonderen. Im ersteren Fall w&#252;rde ich antworten, dass Text immer Inszenierung ist, die Form l&#228;sst sich nicht vom Inhalt trennen, n&#252;chterne Sprache, wie sie gerne verwendet wird um Texten eine gewisse Seriosit&#228;t, eine gewisse „Wissenschaftlichkeit“ zu geben sind auch nur Stilmittel, nicht weniger Stilmittel als eine verk&#252;nstelte, pathetische Sprache. Es ist also ein Aberglaube wenn du meinst, dass das gez&#228;hmte K&#228;tzchen weniger animalisch w&#228;re als der  wilde Tiger, im Gegenteil, das Tierische ist doch – Gemeinsamkeit. Es zeugt nicht von besonderer Klarsicht wenn du zwar meinst deine Zahmheit als solche erkannt zu haben, aber nicht erkannt hast, dass diese nicht weniger Inszenierung, nicht weniger Schauspiel ist, als mein verwildertes Pathos, das deiner Ansicht die Zahmheit einer Hauskatze besitzt.  Wie kommst du eigentlich auf die Idee, dass ich mir meines Stils nicht bewusst w&#228;re? 
Nun die zweite M&#246;glichkeit, n&#228;mlich, dass du nicht meine Inszenierung als Inszenierung selbst kritisiert, sondern lediglich die Art und Weise der Inszenierung. Sofern dies der Fall ist, w&#252;rde ich Fragen was den nicht pathetischen &#252;ber den pathetischen Text erhebt, was veranlasst dich zu der Annahme, dass das Eine weniger Stilmittel sei als das Andere? Unsere Gemeinsamkeit ist das Tier, das Fabelwesen oder das – Untier, und nicht nur das, sondern wir stehen auch beide auf einer B&#252;hne, auf der jeder seine Rolle spielt und – bei&#223;t. 
Der Unterschied liegt lediglich im B&#252;hnenbild welches sich mit jeder neuen Szene ver&#228;ndert. 

„Wenn man grunds&#228;tzlich nach dem Sinn der Europ&#228;ischen Union fragt, als einer demokratischen (meines Erachtens in keinerlei Hinsicht demokratisch genug) supranationalen Institution, dann ist der Frieden eine gute und gerechtfertigte Antwort. Gut weil dieser Zweck w&#252;nschenswert ist, gerechtfertigt weil die EU diesen Zweck tats&#228;chlich verfolgt. Was hei&#223;t aber Frieden?“
Langsam komme ich mir ver&#228;ppelt vor: „…eine gute und gerechtfertigte Antwort.“ Der Frage die sich jedem stellen w&#252;rde, n&#228;mlich was diese Antwort gut macht und rechtfertigt, kommst du sogleich mit einer „grandiosen“ Definition zuvor: „Gut weil dieser Zweck w&#252;nschenswert ist…“ Was hast du damit gesagt, oder was willst du damit sagen?  W&#252;nschenswert f&#252;r wen, und im Hinblick auf was? Und welcher Zweck? Der Zweck Frieden? Wie wird dieser bezweckt und wovon? „…gerechtfertigt weil die EU diesen Zweck tats&#228;chlich verfolgt“, das ist eine Starke These die du leider zu wenig st&#252;tzt, und das mit der „Tats&#228;chlichkeit“ ist auch so eine Sache.

„Ich m&#246;chte sinnkritisch vorgehen…“ Oho, na dann fang mal an.
Meine Frage w&#228;re zun&#228;chst: Ist eine Prophezeiung eine Warnung oder eine Weissagung? Gegen den Vorwurf  vor dem Untergang als eine Notwendigkeit alles Seiendem „gewarnt“ zu haben wehre ich mich, es war lediglich Weissagung, Vorsehung, eine recht billige &#252;brigens. 
„warum diskutierst du, wenn die Diskussion gleichg&#252;ltig ist?“ Obwohl die Feststellung, dass alles Endlich ist, scheinbar billig und platt ist, zeigt mir diese Frage dass sie doch nicht g&#228;nzlich verstanden wurde. Ich diskutiere und schreibe weil ich die Dauer des Seienden auf meine eigene Dauer beziehe und auch nur auf diese Beziehen kann, es ist mir unm&#246;glich einen Ma&#223;stab von Ewigkeit f&#252;r die Bewertung von Wichtig- und Nichtigkeit heranzuziehen weil ich keinerlei Vorstellung von Ewigkeit habe. Der Untergang kommt so oder so, das ist richtig. Aber daraus zu schlie&#223;en, dass alles was irgendwann untergeht nicht wert w&#228;re zu sein ist nur haltbar, wenn der Anspruch welchen man an die Dauer einer Sache stellt Ewigkeit ist.
Nicht die Diskussion ist gleichg&#252;ltig, sondern ihre Dauerhaftigkeit ist gleichg&#252;ltig, denn ob heute oder morgen, sie geht so oder so unter. Die Dauer der Diskussion ist nur im Hinblick auf meine eigene Dauer von belang. 
Ich will nicht den Frieden mit dem Tod gleichsetzen, sondern den „ewigen Frieden“, Ewigkeit ist t&#246;dlich, Verg&#228;nglichkeit ist ein Merkmal der Lebendigkeit. Wenn du auf die Frage nach der Legitimation der EU, oder besser der Demokratie mit dem „ewigen Frieden“ antwortest, dann Halleluja. 
„Ein nationalsozialistischer Frieden“, ich w&#252;rde behaupten es gibt eigentlich keinen nationalsozialistischen oder demokratischen Frieden, du sprichst allerdings eine sprachliche Ungenauigkeit meinerseits an, denn ich meinte eigentlich nicht „alle Frieden sind gleich“, sondern „alle Frieden sind dasselbe“. Ein Unterschied gibt es lediglich im Krieg, also dem Akt der Friedensstiftung, wobei die eigentlichen Unterschiede nicht in der Methode liegen und auch nicht im Ziel, welches ja der Frieden ist, sondern in der Selektion der zu Befriedenden. Der Nationalsozialismus wird durch Krieg oder Kampf versuchen die nicht Nationalsozialisten zu befrieden, die Demokratie wird versuchen die nicht Demokraten durch Krieg oder Kampf zu befrieden. „Im Faschismus gibt es immer einen Feind, den man jagen kann“, den gibt es nicht nur im Faschismus, aber was hei&#223;t das schon, jeder Feind kann ausradiert, kann befriedet werden. Ich habe auch nicht gesagt, dass das Ausrotten von „Feinden“, bzw. deren ausgerottet sein, kein wesentliches Merkmal eines nationalsozialistischen Friedens ist, den es ja wie bereits festgestellt so nicht gibt, sondern f&#252;r jeden Frieden, d.h. DEN Frieden notwendig ist.
„Meines Erachtens ist es die reine Sophisterei zu sagen, dass „jeder Frieden“ derselbe ist, n&#228;mlich der gewonnene Krieg, und dass „jeder Krieg“ derselbe ist, der pazifistischer Akt.“
Jeder Krieg ist, direkt oder indirekt, ein pazifistischer Akt, das hei&#223;t allerdings nicht das jeder Krieg gleich ist. Unterschiede bestehen wie gesagt in der Auswahl der Befriedungsbed&#252;rftigen. Das konkrete „Anschauen“ von Friedenszust&#228;nden trifft meine Definition des Friedens nicht, weil es um einen totalen Frieden geht. Der Umstand, dass in Europa Frieden herrscht schlie&#223;t nicht aus das sich Europa im Krieg befindet. Wenn man die EU, und die Zielsetzungen dieser, bzw. die der Demokratie zu Ende denkt, muss man darauf kommen, dass ein totaler Frieden nur im Sinne eines Weltfriedens m&#246;glich ist, d.h. nichts anderes als alle Menschen, Nationen, V&#246;lker unter einer Autorit&#228;t zu vereinigen. Ob diese Autorit&#228;t demokratisch, oder faschistisch oder sonst wie geartet ist, ist unwesentlich.
Nun, es gibt selbstverst&#228;ndlich einen Unterschied zwischen Diskurs und Krieg, und nat&#252;rlich auch Gemeinsamkeiten. Eine Gemeinsamkeit ist der Konflikt, der Konflikt zwischen zwei Autorit&#228;ten ist sowohl Ursache f&#252;r den Diskurs als auch f&#252;r den Krieg. Das Ziel beider ist ebenfalls identisch, es geht um Durchsetzung und Behauptung der eigenen Autorit&#228;t, des eigenen Willens und der Vernichtung der Autorit&#228;t des Nicht-Eigenen, des Gegners.  Der Konflikt besteht darin, dass ich die Autorit&#228;t des Gegners bezwingen muss um die eigene durchzusetzen, die L&#246;sung dieses Konflikts besteht im Krieg – oder im Diskurs. Du sagtest du bevorzugst den Diskurs. Ich kenne dich zwar nicht, aber insofern du kein Kickboxer oder Hammerwerfer bist scheint dies nicht verwunderlich. Dass du den Diskurs der Kneipenschl&#228;gerei vorziehst liegt vermutlich an der Tatsache, dass zwar die Mittel die zur siegreichen F&#252;hrung eines Diskurses notwendig sind in deinem Verm&#246;gen liegen, die Mittel zur siegreichen F&#252;hrung einer Kneipenschl&#228;gerei nicht. Alle Wertung begr&#252;ndet sich allein dadurch, dass du das Eine besser kannst als das Andere. Nun stellt sich die Frage was der Diskurs ist und worin er sich vom Krieg unterscheidet.   Man k&#246;nnte sagen der Diskurs ist, ebenso wie die Kneipenschl&#228;gerei, ein Krieg mit beschr&#228;nkten Mitteln, oder um Verwirrungen vorzubeugen: Konfliktl&#246;sung mit beschr&#228;nkten Mitteln. Den Mitteln sind mehr oder weniger strenge Grenzen gesetzt, zieht bei einer Kneipenschl&#228;gerei jemand eine Waffe und schie&#223;t um sich, so handelt es sich eben um keine Kneipenschl&#228;gerei mehr, sondern um eine Kneipenschie&#223;erei.  &#196;hnlich beim Diskurs. Um einen Diskurs f&#252;hren zu k&#246;nnen, muss man sich zun&#228;chst auf Mittel einigen, Einige werden zur Konfliktl&#246;sung zugelassen, Andere werden ausgeschlossen. 
&#220;ber ein Problem zu „reden“, was immer das auch hei&#223;en mag, ist nicht dumm, wenn das Reden im Verm&#246;gen des potenziellen Redners liegt. Warum sollte sich jedoch beispielsweise ein wortkarger Profi-Boxer auf eine beschr&#228;nkte Konfliktl&#246;sung einlassen, deren erlaubte Mittel nicht in seinem Verm&#246;gen liegen. Warum sollte er sich darauf einlassen Probleme zu formulieren, zu argumentieren und zu begr&#252;nden usw. wenn es in seinem Verm&#246;gen l&#228;ge mit k&#246;rperlicher Gewalt gleiche oder bessere  Ergebnisse zu erzielen. Ebenso ist es nur vern&#252;nftig wenn jemand der gut argumentieren und begr&#252;nden kann, allerdings wenig K&#246;rperkraftbesitzt, den Faustkampf, die Kneipenschl&#228;gerei o.&#228;. als primitiv oder unzivilisiert  verschm&#228;ht. Er wird nat&#252;rlich versuchen sich mithilfe der f&#252;r ihn  optimal beschr&#228;nkten Konfliktl&#246;sung Autorit&#228;t zu verschaffen bzw. sie behaupten. Jeder wird versuchen diejenigen Mittel auszugrenzen welche f&#252;r eine erfolgreiche Durchsetzung nicht im Verm&#246;gen angelegt sind. Der Krieg ist Konfliktl&#246;sung mit unbeschr&#228;nkten Mitteln, Krieg als Fortsetzung des Diskurses mit anderen Mitteln. Krieg ist die Konfliktl&#246;sung in der alle Mittel erlaubt sind und an der jeder Teilhaben kann, jeder Teilnehmer hat durch die fehlende Beschr&#228;nkung der Mittel die M&#246;glichkeit, bei angemessener Verwendung der Mittel, maximalen Schaden beim Gegner, bei gleichzeitig minimalem Eigenschaden zu verursachen. 
Im Krieg wird der Boxer ebenso wie der Wissenschaftler einen Platz finden um an der L&#246;sung des Konfliktes mitzuwirken, bzw. Frieden zu schaffen und seine eigene Autorit&#228;t auszuweiten. Wenn du sagst es sei „schwieriger“ eine friedliche L&#246;sung (friedlich in deinem Sinne, also ein „anderer Umgang mit Konflikten“) zu finden halte ich das insofern f&#252;r falsch, als dass es nur f&#252;r diejenigen schwieriger ist in deren Verm&#246;gen die Mittel f&#252;r diesen „anderen Umgang“ nicht angelegt sind. Nat&#252;rlich ist es f&#252;r einen durchschnittlichen Boxer schwieriger einen Konflikt diskursiv zu l&#246;sen als mit roher Gewalt, ob gleiches f&#252;r dich zutrifft wage ich zu bezweifeln, ich denke eher dass eine Kneipenschl&#228;gerei dich an die Grenzen deines Verm&#246;gens bringen w&#252;rde. „Lass uns dar&#252;ber reden statt uns zu bek&#228;mpfen“ Das halte ich deinerseits f&#252;r eine begriffliche Ungenauigkeit, richtiger w&#228;re: Lass uns dar&#252;ber reden anstatt uns zu bekriegen.
 Reden, im Sinne einer Diskussion, ist immer Kampf, d.h. Konfliktl&#246;sung mit beschr&#228;nkten Mitteln. Der Frieden f&#228;ngt nicht mit dem Reden an, sondern der Kampf f&#228;ngt mit dem Reden an und h&#246;rt mit dem Sieg auf. Der Unterschied zwischen Diskurs und Krieg liegt also nur in der Beschr&#228;nkung der Mittel, nun w&#228;re meine Frage an dich, welche Mittel aus welchen Gr&#252;nden beschr&#228;nkt werden sollen, denn momentan finde ich es nur bedingt zweckm&#228;&#223;ig einen Konflikt diskursiv und nicht mit den F&#228;usten oder gar kriegerisch zu l&#246;sen. Des Weiteren w&#252;rde ich dich fragen wollen ob du glaubst die Frage nach der W&#252;rde des Menschen ausreichend beantwortet zu haben? Wer sind „wir selber“? Wortw&#246;rtlich kann das ja wohl kaum gemeint sein, denn ich habe die W&#252;rde nicht eingef&#252;hrt und mich hat auch noch nie jemand gefragt ob ich sie akzeptiere, daher wird das Wir wohl eher zum Du. 
„Ich denke aber, dass man einen Fehler begeht, wenn man in der Kritik der Praxis der herrschenden Demokratie die Abschaffung der Demokratie im Allgemeinen begr&#252;nden zu k&#246;nnen meint.“
 Ich sehe, jetzt scheint dir das Pulver auszugehen, nicht nur dass ich diese Mahnung schon etliche Male geh&#246;rt h&#228;tte, nein, ich meine auch man macht es sich damit ziemlich leicht. Du heiligst die Realit&#228;t mit dem Ideal. So k&#246;nnte man doch bei jedem nicht ganz perfekten System argumentieren, man k&#246;nnte im Hinblick auf die DDR, mehr Sozialismus fordern usw. Au&#223;erdem war die Ausgangsdebatte Demokratie in der EU und dabei geht es nicht um „Demokratie im Allgemeinen“, sondern um Demokratie im Konkreten. Und mal nebenbei: Was f&#252;r eine verzweifelt arrogante Forderung, ich versuche dir zu zeigen warum ich Demokratie f&#252;r &#252;berwindenswert halte und du antwortest mir ich m&#252;sse mehr Demokratie fordern, dann werde alles gut. Wie komme ich dazu von etwas Nachschlag zu verlangen das verdorben ist?
Deine Bemerkung zur so genannten Freiheit die die Demokratie einem Jeden schenkt, n&#228;mlich die „Freiheit“ auch etwas gegen die „Demokratie“ sagen zu k&#246;nnen ist keine wesentliche Eigenschaft der Demokratie. Wenn ich zur Tat anstifte ist mein Wort welches gegen die Demokratie gerichtet ist und anstiftet auch eine Tat, wenn nicht, wenn also einfach etwas gesagt wird ohne dass davon jemand beeinflusst wird oder jemand zu einer Tat animiert wird, ist das Wort wertlos. Das Wort welches nichts bewegt ist verschweigenswert, und das Wort ist, damit es gesagt bleiben darf, dazu verurteilt nichts bewegen zu d&#252;rfen. Dieses nichts bewegende Wort, diese ungeh&#246;rten Reden sind eben nur Gedanken. Du kannst der Demokratie wohl kaum zu gute halten dass sie Gedankenfreiheit erlaubt, dass macht jedes andere System gezwungenerma&#223;en ebenfalls.  Die Demokratie muss ihre Feinde nicht t&#246;ten, sondern befrieden, sie zu Demokraten machen, die Mittel der Demokratie sie zu solchen zu machen sind, wie in jedem anderen System, Strafe und als Folge dieser der Tod. Wenn du sagst sie k&#246;nnte ihre Feinde auch durch „gute Argumente“ besiegen, setzt dies erstens voraus, dass die Feinde der Demokratie sich auf Argumentationen, d.h. eine Art der Konfliktl&#246;sung mit beschr&#228;nkten Mitteln, einlassen und zweitens, dass die Vertreter der Demokratie gute Argumente aufbringen k&#246;nnen. Was ist nun mit jenen verstockten Antidemokraten die sich nicht von „guten“ Argumenten &#252;berzeugen lassen und emsig gegen die Demokratie ank&#228;mpfen, anarbeiten oder sich mit dem Aufbau einer alternative besch&#228;ftigen? Die werden von der Demokratie und ihren Schergen so behandelt wie die Feinde beliebiger anderer Systeme, bestraft, get&#246;tet oder mundtot gemacht. 
Dein letzter Abschnitt hat mich wieder &#252;berrascht, denn du heiligst den Krieg nun doch wieder, n&#228;mlich mit der Wiederherstellung des Friedens. Du hast dich selbst v&#246;llig ad absurdum gef&#252;hrt. Du behauptest der Kampf gegen die Demokratie sei ein „Friedensbruch“. Die Demokratie konnte sich in Deutschland nur durch einen Friedensbruch etablieren, ich vermute du w&#252;rdest sagen, dass dies ein krieg zur Wiederherstellung des Friedens war? Jetzt kommen wir doch noch auf einen Nenner, ich habe ja nie mehr gesagt als dass der Krieg das Mittel zum Frieden ist, zum Ewigen erst recht. Nat&#252;rlich erlaubt die Demokratie Unterschiede innerhalb der Demokratie, aber sie schlie&#223;t alles aus was undemokratisch ist, was au&#223;erhalb der Demokratie liegt. Wie jedes andere System auch.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dass du dich selbst f&#252;r interessanter h&#228;ltst &#252;berrascht mich nicht, allerdings, und da verkennst du mein Pathos und meine Inszenierung, geht es mir nicht darum interessanter oder wilder als das K&#228;tzchen zu sein, denn es geht nicht darum, dass ich meine Person inszeniere.  Meine tierische Metapher spielte nicht so sehr auf Katze oder Tiger an, sondern lediglich auf deren verm&#246;gen, auf deren – Biss. Nicht wer wild oder zahm ist, ist interessant, sondern wessen Biss kr&#228;ftiger ist, d.h. wessen Text bissiger ist.  Ich kann daher deine Kritik nicht nachvollziehen, mein Text ist durchaus keine Selbstinszenierung, mein Text ist eine Textinszenierung. Jetzt w&#228;re meine Frage: Wirfst du mir die Inszenierung im Allgemeinen vor oder die „pathetische“ Inszenierung im Besonderen. Im ersteren Fall w&#252;rde ich antworten, dass Text immer Inszenierung ist, die Form l&#228;sst sich nicht vom Inhalt trennen, n&#252;chterne Sprache, wie sie gerne verwendet wird um Texten eine gewisse Seriosit&#228;t, eine gewisse „Wissenschaftlichkeit“ zu geben sind auch nur Stilmittel, nicht weniger Stilmittel als eine verk&#252;nstelte, pathetische Sprache. Es ist also ein Aberglaube wenn du meinst, dass das gez&#228;hmte K&#228;tzchen weniger animalisch w&#228;re als der  wilde Tiger, im Gegenteil, das Tierische ist doch – Gemeinsamkeit. Es zeugt nicht von besonderer Klarsicht wenn du zwar meinst deine Zahmheit als solche erkannt zu haben, aber nicht erkannt hast, dass diese nicht weniger Inszenierung, nicht weniger Schauspiel ist, als mein verwildertes Pathos, das deiner Ansicht die Zahmheit einer Hauskatze besitzt.  Wie kommst du eigentlich auf die Idee, dass ich mir meines Stils nicht bewusst w&#228;re?<br />
Nun die zweite M&#246;glichkeit, n&#228;mlich, dass du nicht meine Inszenierung als Inszenierung selbst kritisiert, sondern lediglich die Art und Weise der Inszenierung. Sofern dies der Fall ist, w&#252;rde ich Fragen was den nicht pathetischen &#252;ber den pathetischen Text erhebt, was veranlasst dich zu der Annahme, dass das Eine weniger Stilmittel sei als das Andere? Unsere Gemeinsamkeit ist das Tier, das Fabelwesen oder das – Untier, und nicht nur das, sondern wir stehen auch beide auf einer B&#252;hne, auf der jeder seine Rolle spielt und – bei&#223;t.<br />
Der Unterschied liegt lediglich im B&#252;hnenbild welches sich mit jeder neuen Szene ver&#228;ndert. </p>
<p>„Wenn man grunds&#228;tzlich nach dem Sinn der Europ&#228;ischen Union fragt, als einer demokratischen (meines Erachtens in keinerlei Hinsicht demokratisch genug) supranationalen Institution, dann ist der Frieden eine gute und gerechtfertigte Antwort. Gut weil dieser Zweck w&#252;nschenswert ist, gerechtfertigt weil die EU diesen Zweck tats&#228;chlich verfolgt. Was hei&#223;t aber Frieden?“<br />
Langsam komme ich mir ver&#228;ppelt vor: „…eine gute und gerechtfertigte Antwort.“ Der Frage die sich jedem stellen w&#252;rde, n&#228;mlich was diese Antwort gut macht und rechtfertigt, kommst du sogleich mit einer „grandiosen“ Definition zuvor: „Gut weil dieser Zweck w&#252;nschenswert ist…“ Was hast du damit gesagt, oder was willst du damit sagen?  W&#252;nschenswert f&#252;r wen, und im Hinblick auf was? Und welcher Zweck? Der Zweck Frieden? Wie wird dieser bezweckt und wovon? „…gerechtfertigt weil die EU diesen Zweck tats&#228;chlich verfolgt“, das ist eine Starke These die du leider zu wenig st&#252;tzt, und das mit der „Tats&#228;chlichkeit“ ist auch so eine Sache.</p>
<p>„Ich m&#246;chte sinnkritisch vorgehen…“ Oho, na dann fang mal an.<br />
Meine Frage w&#228;re zun&#228;chst: Ist eine Prophezeiung eine Warnung oder eine Weissagung? Gegen den Vorwurf  vor dem Untergang als eine Notwendigkeit alles Seiendem „gewarnt“ zu haben wehre ich mich, es war lediglich Weissagung, Vorsehung, eine recht billige &#252;brigens.<br />
„warum diskutierst du, wenn die Diskussion gleichg&#252;ltig ist?“ Obwohl die Feststellung, dass alles Endlich ist, scheinbar billig und platt ist, zeigt mir diese Frage dass sie doch nicht g&#228;nzlich verstanden wurde. Ich diskutiere und schreibe weil ich die Dauer des Seienden auf meine eigene Dauer beziehe und auch nur auf diese Beziehen kann, es ist mir unm&#246;glich einen Ma&#223;stab von Ewigkeit f&#252;r die Bewertung von Wichtig- und Nichtigkeit heranzuziehen weil ich keinerlei Vorstellung von Ewigkeit habe. Der Untergang kommt so oder so, das ist richtig. Aber daraus zu schlie&#223;en, dass alles was irgendwann untergeht nicht wert w&#228;re zu sein ist nur haltbar, wenn der Anspruch welchen man an die Dauer einer Sache stellt Ewigkeit ist.<br />
Nicht die Diskussion ist gleichg&#252;ltig, sondern ihre Dauerhaftigkeit ist gleichg&#252;ltig, denn ob heute oder morgen, sie geht so oder so unter. Die Dauer der Diskussion ist nur im Hinblick auf meine eigene Dauer von belang.<br />
Ich will nicht den Frieden mit dem Tod gleichsetzen, sondern den „ewigen Frieden“, Ewigkeit ist t&#246;dlich, Verg&#228;nglichkeit ist ein Merkmal der Lebendigkeit. Wenn du auf die Frage nach der Legitimation der EU, oder besser der Demokratie mit dem „ewigen Frieden“ antwortest, dann Halleluja.<br />
„Ein nationalsozialistischer Frieden“, ich w&#252;rde behaupten es gibt eigentlich keinen nationalsozialistischen oder demokratischen Frieden, du sprichst allerdings eine sprachliche Ungenauigkeit meinerseits an, denn ich meinte eigentlich nicht „alle Frieden sind gleich“, sondern „alle Frieden sind dasselbe“. Ein Unterschied gibt es lediglich im Krieg, also dem Akt der Friedensstiftung, wobei die eigentlichen Unterschiede nicht in der Methode liegen und auch nicht im Ziel, welches ja der Frieden ist, sondern in der Selektion der zu Befriedenden. Der Nationalsozialismus wird durch Krieg oder Kampf versuchen die nicht Nationalsozialisten zu befrieden, die Demokratie wird versuchen die nicht Demokraten durch Krieg oder Kampf zu befrieden. „Im Faschismus gibt es immer einen Feind, den man jagen kann“, den gibt es nicht nur im Faschismus, aber was hei&#223;t das schon, jeder Feind kann ausradiert, kann befriedet werden. Ich habe auch nicht gesagt, dass das Ausrotten von „Feinden“, bzw. deren ausgerottet sein, kein wesentliches Merkmal eines nationalsozialistischen Friedens ist, den es ja wie bereits festgestellt so nicht gibt, sondern f&#252;r jeden Frieden, d.h. DEN Frieden notwendig ist.<br />
„Meines Erachtens ist es die reine Sophisterei zu sagen, dass „jeder Frieden“ derselbe ist, n&#228;mlich der gewonnene Krieg, und dass „jeder Krieg“ derselbe ist, der pazifistischer Akt.“<br />
Jeder Krieg ist, direkt oder indirekt, ein pazifistischer Akt, das hei&#223;t allerdings nicht das jeder Krieg gleich ist. Unterschiede bestehen wie gesagt in der Auswahl der Befriedungsbed&#252;rftigen. Das konkrete „Anschauen“ von Friedenszust&#228;nden trifft meine Definition des Friedens nicht, weil es um einen totalen Frieden geht. Der Umstand, dass in Europa Frieden herrscht schlie&#223;t nicht aus das sich Europa im Krieg befindet. Wenn man die EU, und die Zielsetzungen dieser, bzw. die der Demokratie zu Ende denkt, muss man darauf kommen, dass ein totaler Frieden nur im Sinne eines Weltfriedens m&#246;glich ist, d.h. nichts anderes als alle Menschen, Nationen, V&#246;lker unter einer Autorit&#228;t zu vereinigen. Ob diese Autorit&#228;t demokratisch, oder faschistisch oder sonst wie geartet ist, ist unwesentlich.<br />
Nun, es gibt selbstverst&#228;ndlich einen Unterschied zwischen Diskurs und Krieg, und nat&#252;rlich auch Gemeinsamkeiten. Eine Gemeinsamkeit ist der Konflikt, der Konflikt zwischen zwei Autorit&#228;ten ist sowohl Ursache f&#252;r den Diskurs als auch f&#252;r den Krieg. Das Ziel beider ist ebenfalls identisch, es geht um Durchsetzung und Behauptung der eigenen Autorit&#228;t, des eigenen Willens und der Vernichtung der Autorit&#228;t des Nicht-Eigenen, des Gegners.  Der Konflikt besteht darin, dass ich die Autorit&#228;t des Gegners bezwingen muss um die eigene durchzusetzen, die L&#246;sung dieses Konflikts besteht im Krieg – oder im Diskurs. Du sagtest du bevorzugst den Diskurs. Ich kenne dich zwar nicht, aber insofern du kein Kickboxer oder Hammerwerfer bist scheint dies nicht verwunderlich. Dass du den Diskurs der Kneipenschl&#228;gerei vorziehst liegt vermutlich an der Tatsache, dass zwar die Mittel die zur siegreichen F&#252;hrung eines Diskurses notwendig sind in deinem Verm&#246;gen liegen, die Mittel zur siegreichen F&#252;hrung einer Kneipenschl&#228;gerei nicht. Alle Wertung begr&#252;ndet sich allein dadurch, dass du das Eine besser kannst als das Andere. Nun stellt sich die Frage was der Diskurs ist und worin er sich vom Krieg unterscheidet.   Man k&#246;nnte sagen der Diskurs ist, ebenso wie die Kneipenschl&#228;gerei, ein Krieg mit beschr&#228;nkten Mitteln, oder um Verwirrungen vorzubeugen: Konfliktl&#246;sung mit beschr&#228;nkten Mitteln. Den Mitteln sind mehr oder weniger strenge Grenzen gesetzt, zieht bei einer Kneipenschl&#228;gerei jemand eine Waffe und schie&#223;t um sich, so handelt es sich eben um keine Kneipenschl&#228;gerei mehr, sondern um eine Kneipenschie&#223;erei.  &#196;hnlich beim Diskurs. Um einen Diskurs f&#252;hren zu k&#246;nnen, muss man sich zun&#228;chst auf Mittel einigen, Einige werden zur Konfliktl&#246;sung zugelassen, Andere werden ausgeschlossen.<br />
&#220;ber ein Problem zu „reden“, was immer das auch hei&#223;en mag, ist nicht dumm, wenn das Reden im Verm&#246;gen des potenziellen Redners liegt. Warum sollte sich jedoch beispielsweise ein wortkarger Profi-Boxer auf eine beschr&#228;nkte Konfliktl&#246;sung einlassen, deren erlaubte Mittel nicht in seinem Verm&#246;gen liegen. Warum sollte er sich darauf einlassen Probleme zu formulieren, zu argumentieren und zu begr&#252;nden usw. wenn es in seinem Verm&#246;gen l&#228;ge mit k&#246;rperlicher Gewalt gleiche oder bessere  Ergebnisse zu erzielen. Ebenso ist es nur vern&#252;nftig wenn jemand der gut argumentieren und begr&#252;nden kann, allerdings wenig K&#246;rperkraftbesitzt, den Faustkampf, die Kneipenschl&#228;gerei o.&#228;. als primitiv oder unzivilisiert  verschm&#228;ht. Er wird nat&#252;rlich versuchen sich mithilfe der f&#252;r ihn  optimal beschr&#228;nkten Konfliktl&#246;sung Autorit&#228;t zu verschaffen bzw. sie behaupten. Jeder wird versuchen diejenigen Mittel auszugrenzen welche f&#252;r eine erfolgreiche Durchsetzung nicht im Verm&#246;gen angelegt sind. Der Krieg ist Konfliktl&#246;sung mit unbeschr&#228;nkten Mitteln, Krieg als Fortsetzung des Diskurses mit anderen Mitteln. Krieg ist die Konfliktl&#246;sung in der alle Mittel erlaubt sind und an der jeder Teilhaben kann, jeder Teilnehmer hat durch die fehlende Beschr&#228;nkung der Mittel die M&#246;glichkeit, bei angemessener Verwendung der Mittel, maximalen Schaden beim Gegner, bei gleichzeitig minimalem Eigenschaden zu verursachen.<br />
Im Krieg wird der Boxer ebenso wie der Wissenschaftler einen Platz finden um an der L&#246;sung des Konfliktes mitzuwirken, bzw. Frieden zu schaffen und seine eigene Autorit&#228;t auszuweiten. Wenn du sagst es sei „schwieriger“ eine friedliche L&#246;sung (friedlich in deinem Sinne, also ein „anderer Umgang mit Konflikten“) zu finden halte ich das insofern f&#252;r falsch, als dass es nur f&#252;r diejenigen schwieriger ist in deren Verm&#246;gen die Mittel f&#252;r diesen „anderen Umgang“ nicht angelegt sind. Nat&#252;rlich ist es f&#252;r einen durchschnittlichen Boxer schwieriger einen Konflikt diskursiv zu l&#246;sen als mit roher Gewalt, ob gleiches f&#252;r dich zutrifft wage ich zu bezweifeln, ich denke eher dass eine Kneipenschl&#228;gerei dich an die Grenzen deines Verm&#246;gens bringen w&#252;rde. „Lass uns dar&#252;ber reden statt uns zu bek&#228;mpfen“ Das halte ich deinerseits f&#252;r eine begriffliche Ungenauigkeit, richtiger w&#228;re: Lass uns dar&#252;ber reden anstatt uns zu bekriegen.<br />
 Reden, im Sinne einer Diskussion, ist immer Kampf, d.h. Konfliktl&#246;sung mit beschr&#228;nkten Mitteln. Der Frieden f&#228;ngt nicht mit dem Reden an, sondern der Kampf f&#228;ngt mit dem Reden an und h&#246;rt mit dem Sieg auf. Der Unterschied zwischen Diskurs und Krieg liegt also nur in der Beschr&#228;nkung der Mittel, nun w&#228;re meine Frage an dich, welche Mittel aus welchen Gr&#252;nden beschr&#228;nkt werden sollen, denn momentan finde ich es nur bedingt zweckm&#228;&#223;ig einen Konflikt diskursiv und nicht mit den F&#228;usten oder gar kriegerisch zu l&#246;sen. Des Weiteren w&#252;rde ich dich fragen wollen ob du glaubst die Frage nach der W&#252;rde des Menschen ausreichend beantwortet zu haben? Wer sind „wir selber“? Wortw&#246;rtlich kann das ja wohl kaum gemeint sein, denn ich habe die W&#252;rde nicht eingef&#252;hrt und mich hat auch noch nie jemand gefragt ob ich sie akzeptiere, daher wird das Wir wohl eher zum Du.<br />
„Ich denke aber, dass man einen Fehler begeht, wenn man in der Kritik der Praxis der herrschenden Demokratie die Abschaffung der Demokratie im Allgemeinen begr&#252;nden zu k&#246;nnen meint.“<br />
 Ich sehe, jetzt scheint dir das Pulver auszugehen, nicht nur dass ich diese Mahnung schon etliche Male geh&#246;rt h&#228;tte, nein, ich meine auch man macht es sich damit ziemlich leicht. Du heiligst die Realit&#228;t mit dem Ideal. So k&#246;nnte man doch bei jedem nicht ganz perfekten System argumentieren, man k&#246;nnte im Hinblick auf die DDR, mehr Sozialismus fordern usw. Au&#223;erdem war die Ausgangsdebatte Demokratie in der EU und dabei geht es nicht um „Demokratie im Allgemeinen“, sondern um Demokratie im Konkreten. Und mal nebenbei: Was f&#252;r eine verzweifelt arrogante Forderung, ich versuche dir zu zeigen warum ich Demokratie f&#252;r &#252;berwindenswert halte und du antwortest mir ich m&#252;sse mehr Demokratie fordern, dann werde alles gut. Wie komme ich dazu von etwas Nachschlag zu verlangen das verdorben ist?<br />
Deine Bemerkung zur so genannten Freiheit die die Demokratie einem Jeden schenkt, n&#228;mlich die „Freiheit“ auch etwas gegen die „Demokratie“ sagen zu k&#246;nnen ist keine wesentliche Eigenschaft der Demokratie. Wenn ich zur Tat anstifte ist mein Wort welches gegen die Demokratie gerichtet ist und anstiftet auch eine Tat, wenn nicht, wenn also einfach etwas gesagt wird ohne dass davon jemand beeinflusst wird oder jemand zu einer Tat animiert wird, ist das Wort wertlos. Das Wort welches nichts bewegt ist verschweigenswert, und das Wort ist, damit es gesagt bleiben darf, dazu verurteilt nichts bewegen zu d&#252;rfen. Dieses nichts bewegende Wort, diese ungeh&#246;rten Reden sind eben nur Gedanken. Du kannst der Demokratie wohl kaum zu gute halten dass sie Gedankenfreiheit erlaubt, dass macht jedes andere System gezwungenerma&#223;en ebenfalls.  Die Demokratie muss ihre Feinde nicht t&#246;ten, sondern befrieden, sie zu Demokraten machen, die Mittel der Demokratie sie zu solchen zu machen sind, wie in jedem anderen System, Strafe und als Folge dieser der Tod. Wenn du sagst sie k&#246;nnte ihre Feinde auch durch „gute Argumente“ besiegen, setzt dies erstens voraus, dass die Feinde der Demokratie sich auf Argumentationen, d.h. eine Art der Konfliktl&#246;sung mit beschr&#228;nkten Mitteln, einlassen und zweitens, dass die Vertreter der Demokratie gute Argumente aufbringen k&#246;nnen. Was ist nun mit jenen verstockten Antidemokraten die sich nicht von „guten“ Argumenten &#252;berzeugen lassen und emsig gegen die Demokratie ank&#228;mpfen, anarbeiten oder sich mit dem Aufbau einer alternative besch&#228;ftigen? Die werden von der Demokratie und ihren Schergen so behandelt wie die Feinde beliebiger anderer Systeme, bestraft, get&#246;tet oder mundtot gemacht.<br />
Dein letzter Abschnitt hat mich wieder &#252;berrascht, denn du heiligst den Krieg nun doch wieder, n&#228;mlich mit der Wiederherstellung des Friedens. Du hast dich selbst v&#246;llig ad absurdum gef&#252;hrt. Du behauptest der Kampf gegen die Demokratie sei ein „Friedensbruch“. Die Demokratie konnte sich in Deutschland nur durch einen Friedensbruch etablieren, ich vermute du w&#252;rdest sagen, dass dies ein krieg zur Wiederherstellung des Friedens war? Jetzt kommen wir doch noch auf einen Nenner, ich habe ja nie mehr gesagt als dass der Krieg das Mittel zum Frieden ist, zum Ewigen erst recht. Nat&#252;rlich erlaubt die Demokratie Unterschiede innerhalb der Demokratie, aber sie schlie&#223;t alles aus was undemokratisch ist, was au&#223;erhalb der Demokratie liegt. Wie jedes andere System auch.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Abc</title>
		<link>http://www.endlosrekursion.de/144/ernst-der-geschichte-melancholie-der-gegenwart/comment-page-1/#comment-271</link>
		<dc:creator>Abc</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Feb 2008 17:25:47 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.endlosrekursion.de/144/ernst-der-geschichte-melancholie-der-gegenwart/#comment-271</guid>
		<description>Das zahme K&#228;tzchen ist m.E. interessanter als das wilde Tier. Nicht weil es macht was man will – so verh&#228;lt sich eine Katze nie – sondern weil es das Klischee der Authentizit&#228;t zu vermeiden wei&#223;. Das wilde Tier ist genauso zahm wie das K&#228;tzchen, tritt aber als „authentische Empirie“ auf. Das ist was ich pathetische Selbstinszenierung nenne: daher die B&#252;hne und nicht der Schlachtfeld. Das K&#228;tzchen wei&#223; um seine Zahmheit und kann sich deshalb dazu verhalten. Dieses Selbstverh&#228;ltnis erm&#246;glicht den Ernst sowohl als auch den Humor. Die Z&#228;hne des L&#246;wen sind vielleicht nicht ausgefallen, daf&#252;r bei&#223;t er sich selbst in der Zunge. Diese Ironie wird sich im Folgenden zeigen.

Wenn man grunds&#228;tzlich nach dem Sinn der Europ&#228;ischen Union fragt, als einer &lt;i&gt;demokratischen&lt;/i&gt; (meines Erachtens in keinerlei Hinsicht demokratisch genug) supranationalen Institution, dann ist der Frieden eine gute und gerechtfertigte Antwort. Gut weil dieser Zweck w&#252;nschenswert ist, gerechtfertigt weil die EU diesen Zweck tats&#228;chlich verfolgt. Was hei&#223;t aber Frieden?

Will man den Zweck, dann will man auch die Mittel, da hast du v&#246;llig Recht. Aber hier l&#228;sst du dich wieder von den Gemeinsamkeiten, die du zu erkennen meinst, irref&#252;hren. Eben weil Wollen immer Zweck als auch Mittel zu wollen hei&#223;t, ist es falsch zu sagen das „alle Frieden“ dieselben seien. &lt;i&gt;Pax romanum&lt;/i&gt;, „ein nationalsozialistischer Frieden“ und der gegenw&#228;rtige europ&#228;ische Frieden sind einfach nicht derselbe (leider ist es fraglich, ob man von einem gegenw&#228;rtigen europ&#228;ischen Frieden eigentlich sprechen kann). Unseren Beschreibungen, oder besser, Darstellungen von Zust&#228;nde (als bspw. „Friedenszust&#228;nde“) liegen auch Entscheidungen zu Grunde, die normativ diskutiert werden m&#252;ssen. Dein Argument basiert auf der Entscheidung f&#252;r einen Friedensbegriff, unter dem alle diese sog. Friedenszust&#228;nde (r&#246;misch, faschistisch, demokratisch etc.) subsumiert werden k&#246;nnen. Ich m&#246;chte sinnkritisch vorgehen und deine Gleichsetzung dieser Zust&#228;nde samt deinem Friedensbegriff in Frage stellen. 

Die Ironie der Bezeichnung „der ewige Frieden“ liegt in dem Hinweis auf den Friedhof. Sie stellt die Gleichsetzung dar, die du unternimmst; im Gegensatz zu dir, bleibt sie aber nicht bei ihr stehen. Sie fragt: Sollen wir, nur weil man sagen kann, dass der ewige Frieden auf dem Friedhof herrscht, den Frieden mit dem Tod gleichsetzen? Gibt es keinen erkennbaren Unterschied? Ich m&#246;chte, in Analogie zu meinem Ausgangsbeitrag, zur Besonnenheit und gr&#252;ndlichem Umgang mit Begriffen auffordern. Wenn ein nationalsozialistischer Frieden ein Zustand ist, in dem alle so genannten Feinde zuerst ausgerottet worden sind und immer wieder ausgerottet werden m&#252;ssen (im Faschismus gibt es immer einen Feind, den man jagen kann), dann finde ich einen solchen Frieden nicht w&#252;nschenswert, ich w&#252;rde „sogar so weit gehen“ zu sagen, dass ich einen solchen Zustand nicht friedlich &lt;i&gt;nennen&lt;/i&gt; m&#246;chte. Ich will also einen begrifflichen Unterschied aufmachen. Meines Erachtens ist es die reine Sophisterei zu sagen, dass „jeder Frieden“ derselbe ist, n&#228;mlich der gewonnene Krieg, und dass „jeder Krieg“ derselbe ist, der pazifistischer Akt. Die Logik dieser Aussagen gleicht dem Satz des Erasmi Montani in Holbergs Kom&#246;die gleichen Namens: „Mutti kann nicht fliegen, ein Stein kann nicht fliegen. Ergo ist Mutti ein Stein.“ Darin liegt die Gefahr Unterschiede nicht sehen zu wollen. 

Schaut man sich ganz konkret unterschiedliche sog. Friedenszust&#228;nde an (seien es r&#246;mische, faschistische oder demokratische), wird man feststellen, dass diese (gl&#252;cklicherweise) v&#246;llig verschieden sind: es sind einfach ganz unterschiedliche Praxen. 
Der Frieden, der in Europa herrscht, ist ein ganz anderer als der nationalsozialistische Frieden, und m&#246;ge es dabei bleiben! 

Wie kommt der bissige L&#246;we aber zu dieser begrifflichen Verwirrung?
Ich bin wahrscheinlich deshalb zahnlos geworden, weil ich den Unterschied zwischen Krieg und Diskurs erkenne und den Diskurs bevorzuge. Du begehst den oben genannten fatalen Fehler, weil du diesen Unterschied nicht erkennst. Es ist etwas grunds&#228;tzlich anderes ein Problem diskursiv zu l&#246;sen als kriegerisch. Die Aufforderung „k&#246;nnen wir nicht das Problem friedlich l&#246;sen“ ist nicht dumm und meint eben dies: lass uns dar&#252;ber reden statt uns zu bek&#228;mpfen. Eine solche L&#246;sung nennt man auch gerne (nicht immer unproblematisch) zivilisiert: alle k&#246;nnen aufeinander losschlagen, schwieriger ist es eine friedliche L&#246;sung zu finden. Deshalb hast du auch nicht Recht, wenn du meinst, dass Frieden Konfliktlosigkeit ist. Frieden ist ein anderer Umgang mit Konflikten. Deshalb ist es m.E. schon begrifflich falsch zu sagen, dass das einzige Mittel zum Frieden der Krieg ist. Im Gegenteil, Frieden ist wenn man aufh&#246;rt dieser Meinung zu sein und stattdessen anf&#228;ngt &#252;ber die Konflikte und Probleme (die es immer geben wird) zu reden. Ein friedliches Miteinanderleben setzt nicht den Krieg voraus, wie du fehlerhaft glaubst, sondern den friedlichen Diskurs. Der Frieden f&#228;ngt nicht mit dem Krieg an, sondern mit dem Reden. Im diesem Sinne zur Frage des Tages: die W&#252;rde des Menschen f&#252;hren wir selber ein.

Die Demokratie zeichnet sich dadurch aus, dass sie &lt;i&gt;versucht&lt;/i&gt; diesen Diskurs zu erm&#246;glichen statt Krieg zu f&#252;hren. Man muss an ihr kritisieren, dass diese Erm&#246;glichung ihr oft nicht gelingt. Diese Kritik kennen wir bspw. von Carl Schmitt. Ich denke aber, dass man einen Fehler begeht, wenn man in der Kritik der Praxis der herrschenden Demokratie die Abschaffung der Demokratie im Allgemeinen begr&#252;nden zu k&#246;nnen meint. Vielmehr sollte eine solche Kritik zur Forderung von mehr Demokratie f&#252;hren. 

Was ist aber, wenn jemand sagt, er wolle keine Demokratie? Wenn er sagt, er wolle, dass er selber oder dieser oder jener herrschen solle? 
Du hast nicht Recht, wenn du sagst, dass die Demokratie solche Aussage nicht duldet. Aber du hast Recht, wenn du sagst, dass sie Taten nicht duldet, die zur Abschaffung der Demokratie f&#252;hren sollen. Wiederum hast du aber nicht Recht, wenn du sagst, dass die Demokratie genauso wie jede andere Autorit&#228;t den Feind t&#246;ten muss und ihr Frieden am Ende deshalb, wie in jedem anderen System, der gewonnene Krieg ist. Meine Erkl&#228;rung beruft sich wieder auf Unterschiede, die du nicht siehst.

Wenn du und ich miteinander diskutieren, bringen wir Argumente, machen &#220;berlegungen etc. Wenn du mir irgendwann sagst „ich will nicht mehr diskutieren“ und mir auf meine zahnlose Fresse haust, dann diskutieren wir nicht mehr, sondern k&#228;mpfen. Was ist passiert? Du hast den Frieden gebrochen und die Diskussion damit beendet. Wenn ich jetzt zur&#252;ckschlage, dann ist es eine Verteidigung von 1) mir selber 2) dem Frieden. Wenn du versuchst die Demokratie abzuschaffen, dann ist es in gewisser Weise schon ein Friedensbruch, weil du damit sagst, dass du nicht l&#228;nger &#252;ber Konflikte und Probleme reden willst, sondern sie mit Gewalt „l&#246;sen“ willst, d.h. du sagt, dass du keine friedlichen L&#246;sungen willst, sondern „kriegerische.“ In diesem Sinne hast du Recht, wenn du meinst, dass ich die Demokratie als ein besonderes System betrachte (auch wenn ich nicht verstehe, was du mit „Metasystem“ meinst). Allerdings betrachte ich Faschismus oder Diktatur auch als „besondere“ Systeme. Nur nicht besonders friedlich. 
Bei diesen &#220;berlegungen ist die oben genannte Kritik an der Praxis der konkreten Demokratie jedoch dringend notwendig. Im Hinblick auf die EU ist eben die Frage nach der konkreten Gestaltung zu stellen. Stellt man diese Frage, wird man wahrscheinlich feststellen k&#246;nnen, dass etliche Ver&#228;nderungen notwendig sind.

Ich mag den Unterschied zwischen uns: du suchst die Gemeinsamkeit, ich den Unterschied. Du charakterisierst die Gemeinsamkeit als Einsamkeit und den Unterschied als sch&#246;n. Da sind wir uns wenigstens zum Teil einig. Mir schient die Demokratie eine Autorit&#228;t zu sein, die Unterschiede erlaubt. 

Ich nenne deine Aussagen deshalb ironisch, weil deine Rede als Warnung &lt;i&gt;scheint&lt;/i&gt;, jedoch als Warnung sinnlos ist, genau so wie du selbst bemerkst. Der Untergang kommt, so oder so. Aber darin besteht eben die Ironie des Untergangspropheten: warum diskutierst du, wenn die Diskussion gleichg&#252;ltig ist? Warum redest du, wenn du doch eigentlich Krieg f&#252;hren wolltest? Was ist der Sinn deiner Texte, wenn alles sowieso vorbei ist? Mir scheint, du widersprichst dich in deiner eigenen Praxis. Das ist die Ironie des wilden Tieres: eigentlich ist es zahm.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das zahme K&#228;tzchen ist m.E. interessanter als das wilde Tier. Nicht weil es macht was man will – so verh&#228;lt sich eine Katze nie – sondern weil es das Klischee der Authentizit&#228;t zu vermeiden wei&#223;. Das wilde Tier ist genauso zahm wie das K&#228;tzchen, tritt aber als „authentische Empirie“ auf. Das ist was ich pathetische Selbstinszenierung nenne: daher die B&#252;hne und nicht der Schlachtfeld. Das K&#228;tzchen wei&#223; um seine Zahmheit und kann sich deshalb dazu verhalten. Dieses Selbstverh&#228;ltnis erm&#246;glicht den Ernst sowohl als auch den Humor. Die Z&#228;hne des L&#246;wen sind vielleicht nicht ausgefallen, daf&#252;r bei&#223;t er sich selbst in der Zunge. Diese Ironie wird sich im Folgenden zeigen.</p>
<p>Wenn man grunds&#228;tzlich nach dem Sinn der Europ&#228;ischen Union fragt, als einer <i>demokratischen</i> (meines Erachtens in keinerlei Hinsicht demokratisch genug) supranationalen Institution, dann ist der Frieden eine gute und gerechtfertigte Antwort. Gut weil dieser Zweck w&#252;nschenswert ist, gerechtfertigt weil die EU diesen Zweck tats&#228;chlich verfolgt. Was hei&#223;t aber Frieden?</p>
<p>Will man den Zweck, dann will man auch die Mittel, da hast du v&#246;llig Recht. Aber hier l&#228;sst du dich wieder von den Gemeinsamkeiten, die du zu erkennen meinst, irref&#252;hren. Eben weil Wollen immer Zweck als auch Mittel zu wollen hei&#223;t, ist es falsch zu sagen das „alle Frieden“ dieselben seien. <i>Pax romanum</i>, „ein nationalsozialistischer Frieden“ und der gegenw&#228;rtige europ&#228;ische Frieden sind einfach nicht derselbe (leider ist es fraglich, ob man von einem gegenw&#228;rtigen europ&#228;ischen Frieden eigentlich sprechen kann). Unseren Beschreibungen, oder besser, Darstellungen von Zust&#228;nde (als bspw. „Friedenszust&#228;nde“) liegen auch Entscheidungen zu Grunde, die normativ diskutiert werden m&#252;ssen. Dein Argument basiert auf der Entscheidung f&#252;r einen Friedensbegriff, unter dem alle diese sog. Friedenszust&#228;nde (r&#246;misch, faschistisch, demokratisch etc.) subsumiert werden k&#246;nnen. Ich m&#246;chte sinnkritisch vorgehen und deine Gleichsetzung dieser Zust&#228;nde samt deinem Friedensbegriff in Frage stellen. </p>
<p>Die Ironie der Bezeichnung „der ewige Frieden“ liegt in dem Hinweis auf den Friedhof. Sie stellt die Gleichsetzung dar, die du unternimmst; im Gegensatz zu dir, bleibt sie aber nicht bei ihr stehen. Sie fragt: Sollen wir, nur weil man sagen kann, dass der ewige Frieden auf dem Friedhof herrscht, den Frieden mit dem Tod gleichsetzen? Gibt es keinen erkennbaren Unterschied? Ich m&#246;chte, in Analogie zu meinem Ausgangsbeitrag, zur Besonnenheit und gr&#252;ndlichem Umgang mit Begriffen auffordern. Wenn ein nationalsozialistischer Frieden ein Zustand ist, in dem alle so genannten Feinde zuerst ausgerottet worden sind und immer wieder ausgerottet werden m&#252;ssen (im Faschismus gibt es immer einen Feind, den man jagen kann), dann finde ich einen solchen Frieden nicht w&#252;nschenswert, ich w&#252;rde „sogar so weit gehen“ zu sagen, dass ich einen solchen Zustand nicht friedlich <i>nennen</i> m&#246;chte. Ich will also einen begrifflichen Unterschied aufmachen. Meines Erachtens ist es die reine Sophisterei zu sagen, dass „jeder Frieden“ derselbe ist, n&#228;mlich der gewonnene Krieg, und dass „jeder Krieg“ derselbe ist, der pazifistischer Akt. Die Logik dieser Aussagen gleicht dem Satz des Erasmi Montani in Holbergs Kom&#246;die gleichen Namens: „Mutti kann nicht fliegen, ein Stein kann nicht fliegen. Ergo ist Mutti ein Stein.“ Darin liegt die Gefahr Unterschiede nicht sehen zu wollen. </p>
<p>Schaut man sich ganz konkret unterschiedliche sog. Friedenszust&#228;nde an (seien es r&#246;mische, faschistische oder demokratische), wird man feststellen, dass diese (gl&#252;cklicherweise) v&#246;llig verschieden sind: es sind einfach ganz unterschiedliche Praxen.<br />
Der Frieden, der in Europa herrscht, ist ein ganz anderer als der nationalsozialistische Frieden, und m&#246;ge es dabei bleiben! </p>
<p>Wie kommt der bissige L&#246;we aber zu dieser begrifflichen Verwirrung?<br />
Ich bin wahrscheinlich deshalb zahnlos geworden, weil ich den Unterschied zwischen Krieg und Diskurs erkenne und den Diskurs bevorzuge. Du begehst den oben genannten fatalen Fehler, weil du diesen Unterschied nicht erkennst. Es ist etwas grunds&#228;tzlich anderes ein Problem diskursiv zu l&#246;sen als kriegerisch. Die Aufforderung „k&#246;nnen wir nicht das Problem friedlich l&#246;sen“ ist nicht dumm und meint eben dies: lass uns dar&#252;ber reden statt uns zu bek&#228;mpfen. Eine solche L&#246;sung nennt man auch gerne (nicht immer unproblematisch) zivilisiert: alle k&#246;nnen aufeinander losschlagen, schwieriger ist es eine friedliche L&#246;sung zu finden. Deshalb hast du auch nicht Recht, wenn du meinst, dass Frieden Konfliktlosigkeit ist. Frieden ist ein anderer Umgang mit Konflikten. Deshalb ist es m.E. schon begrifflich falsch zu sagen, dass das einzige Mittel zum Frieden der Krieg ist. Im Gegenteil, Frieden ist wenn man aufh&#246;rt dieser Meinung zu sein und stattdessen anf&#228;ngt &#252;ber die Konflikte und Probleme (die es immer geben wird) zu reden. Ein friedliches Miteinanderleben setzt nicht den Krieg voraus, wie du fehlerhaft glaubst, sondern den friedlichen Diskurs. Der Frieden f&#228;ngt nicht mit dem Krieg an, sondern mit dem Reden. Im diesem Sinne zur Frage des Tages: die W&#252;rde des Menschen f&#252;hren wir selber ein.</p>
<p>Die Demokratie zeichnet sich dadurch aus, dass sie <i>versucht</i> diesen Diskurs zu erm&#246;glichen statt Krieg zu f&#252;hren. Man muss an ihr kritisieren, dass diese Erm&#246;glichung ihr oft nicht gelingt. Diese Kritik kennen wir bspw. von Carl Schmitt. Ich denke aber, dass man einen Fehler begeht, wenn man in der Kritik der Praxis der herrschenden Demokratie die Abschaffung der Demokratie im Allgemeinen begr&#252;nden zu k&#246;nnen meint. Vielmehr sollte eine solche Kritik zur Forderung von mehr Demokratie f&#252;hren. </p>
<p>Was ist aber, wenn jemand sagt, er wolle keine Demokratie? Wenn er sagt, er wolle, dass er selber oder dieser oder jener herrschen solle?<br />
Du hast nicht Recht, wenn du sagst, dass die Demokratie solche Aussage nicht duldet. Aber du hast Recht, wenn du sagst, dass sie Taten nicht duldet, die zur Abschaffung der Demokratie f&#252;hren sollen. Wiederum hast du aber nicht Recht, wenn du sagst, dass die Demokratie genauso wie jede andere Autorit&#228;t den Feind t&#246;ten muss und ihr Frieden am Ende deshalb, wie in jedem anderen System, der gewonnene Krieg ist. Meine Erkl&#228;rung beruft sich wieder auf Unterschiede, die du nicht siehst.</p>
<p>Wenn du und ich miteinander diskutieren, bringen wir Argumente, machen &#220;berlegungen etc. Wenn du mir irgendwann sagst „ich will nicht mehr diskutieren“ und mir auf meine zahnlose Fresse haust, dann diskutieren wir nicht mehr, sondern k&#228;mpfen. Was ist passiert? Du hast den Frieden gebrochen und die Diskussion damit beendet. Wenn ich jetzt zur&#252;ckschlage, dann ist es eine Verteidigung von 1) mir selber 2) dem Frieden. Wenn du versuchst die Demokratie abzuschaffen, dann ist es in gewisser Weise schon ein Friedensbruch, weil du damit sagst, dass du nicht l&#228;nger &#252;ber Konflikte und Probleme reden willst, sondern sie mit Gewalt „l&#246;sen“ willst, d.h. du sagt, dass du keine friedlichen L&#246;sungen willst, sondern „kriegerische.“ In diesem Sinne hast du Recht, wenn du meinst, dass ich die Demokratie als ein besonderes System betrachte (auch wenn ich nicht verstehe, was du mit „Metasystem“ meinst). Allerdings betrachte ich Faschismus oder Diktatur auch als „besondere“ Systeme. Nur nicht besonders friedlich.<br />
Bei diesen &#220;berlegungen ist die oben genannte Kritik an der Praxis der konkreten Demokratie jedoch dringend notwendig. Im Hinblick auf die EU ist eben die Frage nach der konkreten Gestaltung zu stellen. Stellt man diese Frage, wird man wahrscheinlich feststellen k&#246;nnen, dass etliche Ver&#228;nderungen notwendig sind.</p>
<p>Ich mag den Unterschied zwischen uns: du suchst die Gemeinsamkeit, ich den Unterschied. Du charakterisierst die Gemeinsamkeit als Einsamkeit und den Unterschied als sch&#246;n. Da sind wir uns wenigstens zum Teil einig. Mir schient die Demokratie eine Autorit&#228;t zu sein, die Unterschiede erlaubt. </p>
<p>Ich nenne deine Aussagen deshalb ironisch, weil deine Rede als Warnung <i>scheint</i>, jedoch als Warnung sinnlos ist, genau so wie du selbst bemerkst. Der Untergang kommt, so oder so. Aber darin besteht eben die Ironie des Untergangspropheten: warum diskutierst du, wenn die Diskussion gleichg&#252;ltig ist? Warum redest du, wenn du doch eigentlich Krieg f&#252;hren wolltest? Was ist der Sinn deiner Texte, wenn alles sowieso vorbei ist? Mir scheint, du widersprichst dich in deiner eigenen Praxis. Das ist die Ironie des wilden Tieres: eigentlich ist es zahm.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Wowik</title>
		<link>http://www.endlosrekursion.de/144/ernst-der-geschichte-melancholie-der-gegenwart/comment-page-1/#comment-270</link>
		<dc:creator>Wowik</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Feb 2008 22:58:28 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.endlosrekursion.de/144/ernst-der-geschichte-melancholie-der-gegenwart/#comment-270</guid>
		<description>Ein neuer Autor, das ist erfreulich, und meine Wenigkeit, oder zumindest die Wenigkeit meiner Beitr&#228;ge, scheint der Anlass des Artikels zu sein, das ist noch erfreulicher. Insgesamt ein guter Text wie ich finde. Anfangs knurrend und Z&#228;hne fletschend, sodass ich fast bef&#252;rchten musste zerfleischt zu werden, letztlich doch nur ein zahmes K&#228;tzchen das die dritten Z&#228;hne verloren hat. Dennoch war der Text ansprechend, besonders stilistisch. Wobei, wie gesagt,  der erste Teil sehr scharf und klar formuliert war, geradezu analytisch k&#246;nnte man sagen. Als es jedoch an das Eingemachte ging und der Aufkl&#228;rung ein Erstschlag h&#228;tte folgen m&#252;ssen, wurde der R&#252;ckzug angetreten und vom Pulvermangel an schlagkr&#228;ftigen Argumenten wurde mit einem Wort- und Metaphernfeuerwerk abgelenkt. Nicht dass  ich Wortkunst und Metaphorik nicht zu sch&#228;tzen w&#252;sste, aber an einigen Stellen fehlte einfach das was mich h&#228;tte zu Fall bringen k&#246;nnen, es fehlte die Kaltbl&#252;tigkeit zum Gnadensto&#223; nach der gelungenen und durchaus niederschmetternden Einleitung. Der erste Satz h&#228;tte mir eigentlich schon einiges &#252;ber den folgenden Text verraten k&#246;nnen: „…die grunds&#228;tzliche Antwort: zum ewigen Frieden.“ Ich k&#246;nnte jetzt von Anma&#223;ung sprechen…
Alles in allem ein passabler Text, ich hoffe, da schlie&#223;e ich mich ganz people in motion an, dass es nicht dein Letzter ist. 
Nun denn, meine eigentliche Antwort:  



Prophezeiungen? Prophezeiungen wie: „nichts w&#228;chst ewig“ oder „alles was Anf&#228;ngt wird zu Ende gehen“? Nein, auf solche Binsenweisheiten verzichte ich, erstens w&#228;re damit nur gesagt was ohnehin schon jeder wei&#223; und zweitens geht es mir nicht darum Kalenderspr&#252;che durch den virtuellen Raum zu werfen. 
„Ich staune &#252;ber seine melodramatische Form aber stimme ihm nat&#252;rlich zu, keine Generation hat jemals von seinen Gro&#223;eltern genug gelernt“ Melodramatik? Pathos? Du hast den Zynismus des von dir zitierten Satzes nicht verstanden.  Ich bin vielmehr Possenrei&#223;er als Dramaturg, wobei wir hier wieder beim Thema Ernst und Humor w&#228;ren.
 Um nicht in eine von dir unerw&#252;nschte Diskussion &#252;ber politische Korrektheit abzugleiten m&#246;chte ich sagen, dass ich mich nicht &#252;ber die  Geschichte selbst lustig mache, die Frage nach humoristischem unter ernsthaften Umgang steht egal wie ihre Antwort auch lauten mag also ganz und gar au&#223;er Frage. Wirklich lustig finde ich hingegen den Umgang mit Geschichte und die scheinbaren „Lehren“ die man aus ihr zu ziehen glaubt, die Notwendigkeiten die sich anscheinend aus ihr ergeben. Untergang? Da hast du etwas falsch verstanden. Nicht die Welt ist so schlecht, sondern mein Humor ist es, da er scheinbar niemanden zum lachen bringt – au&#223;er mich selbst. Wem fehlt nun der Sinn f&#252;r Humor?
Steht nicht der gute Demokrat mit erhobenem Zeigefinger hinter dem Ungelehrigen, hinter dem Unbelehrbaren und zieht vergangene Schauergeschichten hervor wenn es darum geht die Demokratie nach ihrer Legitimation zu hinterfragen?  Wird dann nicht gerne nach Auschwitz verwiesen und kommentiert: Wenn wir nicht der Demokratie huldigen und sie artig pflegen passiert so etwas. Das hat etwas religi&#246;s Autorit&#228;res: Wenn du der Gegenwart nicht gehorchst dann wirst du in  Zukunft von der Vergangenheit bestraft.
„…unterscheiden wir lieber zwischen Nationalsozialisten und Demokraten.“, ich suche viel lieber nach Gemeinsamkeiten als nach Unterschieden, darin liegt wohl unser – Unterschied.
Es liegt m&#246;glicherweise an einem Mangel von „Bildung“ meinerseits, aber den zweiten Abschnitt m&#252;sstest du erl&#228;utern, denn mir ist nicht klar was dieser zur Frage nach der Rechtfertigung eines vereinten Europas beitr&#228;gt.
 Frieden kann kein Selbstzweck sein. Krieg ist der Kampf zweier oder mehrere Autorit&#228;ten um – Autorit&#228;t. Deine Vision von demokratischem Frieden ist lediglich der Endsieg der Demokratie &#252;ber das Individuum, Frieden weil es niemanden mehr gibt gegen den es sich k&#228;mpfen lie&#223;e. Dein Friedensgedanke ist auf Europa beschr&#228;nkt, gehaltlos, zu Ende gedacht m&#252;sste man diesen demokratischen Frieden auf die globale Ebene erweitern denn ein vereintes Europa garantiert schlie&#223;lich nur Frieden im vereinten Europa und nicht au&#223;erhalb von diesem, geschweige denn einen „ewigen Frieden“. Dein absoluter Frieden funktioniert also nur wenn sich die Autorit&#228;t g&#228;nzlich auf eine Seite verschoben hat, n&#228;mlich auf die demokratische. Wenn du den Zweck willst musst du die Mittel wollen. Demokratischer Frieden ist doch nichts anderes als irgendein Frieden. Der Nationalsozialismus ist nicht weniger friedfertig, denn wenn er seine Feinde umgebracht hat – herrscht Frieden. Man kann also jeden Krieg als h&#246;chst pazifistischen Akt ansehen, der dauerhafte Frieden ist nichts weiter als ein gewonnener Krieg. 
Anders wird es der Demokratie ebenfalls nicht m&#246;glich sein die Welt zu befrieden, die Demokratie muss ihre Feinde ausl&#246;schen um zu siegen, entweder k&#246;rperlich oder geistig, denn was ist der schriftliche Diskurs oder die Diskussion mehr als ein Krieg? Ich sehe mich daher zwar durchaus als Soldat, aber nicht auf einer B&#252;hne, sondern auf einem Schlachtfeld und mein Sieg ist – unser Frieden.  Wenn du die Demokratie mit dem Ziel des Friedens legitimierst hast du ihr Beliebigkeit attestiert, Frieden schaffen kann auch eine Aristokratie, die Mittel unterscheiden sich m&#246;glicherweise geringf&#252;gig. Jede Autorit&#228;t will Krieg weil sie Sieg will, weil sie Autorit&#228;t haben will, will ich Frieden durch Autorit&#228;t erzwingen muss ich mir zuvor eine derartige Autorit&#228;t verschaffen. Ob ich Jemanden t&#246;te in dem ich ihn entleibe oder ob ich ihn t&#246;te indem ich ihm seine Eigenheit, seine ihm eigene Autorit&#228;t nehme ist doch nicht entscheidend, entscheidend ist, dass, wenn ich Frieden, wenn ich Konfliktlosigkeit will, ich daf&#252;r sorgen muss, dass kein Wille au&#223;er dem meinigem existiert, denn wo EIN Wille ist, ist auch EIN Weg... Krieg ist das einzige Mittel zum Frieden.

 Untergang ist da? Wann ist er gekommen? Untergang ist kein Zeitpunkt, Untergang ist ein Zeitraum, nie da und immer hier. Ich warne nicht vor dem Untergang, ich z&#228;hle, ich hoffe auf ihn und dass er besser sp&#228;t kommt als gar nicht, die Demokratie verschluckt, und eine Idee ausspuckt die noch glaubw&#252;rdig ist. Ich warne nicht, ich sage wahr. Eine Warnung  kann doch nur Warnung sein, wenn sie vor etwas warnt das vermeidbar ist. Ich sage nicht ihr m&#252;sst dies tun, damit jenes geschieht oder nicht geschieht, sondern ich sage ihr k&#246;nnt tun was ihr wollt, Untergang geschieht euch sowieso. 
Die Tr&#228;nen in meinen Augen sind keine Tr&#228;nen der Trauer um eine untergehende Gegenwart sondern Tr&#228;nen der Freude um eine aufgegangene Vergangenheit und eine aufgehende Zukunft. Soll der Melancholiker sich umblicken und weinen,  ich blicke an, auf dass das Angeblickte seine Nichtigkeit, seine L&#228;cherlichkeit entbl&#246;&#223;t, ich kann aufblicken, w&#228;hrend der Melancholiker noch zur&#252;ckblickt, denn ich blicke ein.
„…er will den Frieden trotzt des Todes“ Ich will Frieden nur im Tod, so wir leben lasst uns Kriegf&#252;hren. Und ist der Einzelne befriedet durch die Idee, durch das System, durch die Mehrheit, dann ist er gestorben. „Ewiger Frieden“ ist nur im Tod von Dauer. Wie? Du musst wenn du den Zweck willst auch die Mittel wollen. Wie k&#246;nntest du den Krieg nicht wollen? Dort stirbt es sich doch am leichtesten. Der  schnellste Weg zum ewigen Frieden ist der Krieg.
„…und dem wollen wir nicht Recht geben.“  Nein, nat&#252;rlich nicht, ich kann nur sagen: Argumentatives Schwergewicht. Geadelt sei wer jetzt noch lachen kann. 
Die Diskussion zu der people in motion aufgerufen hat ist keine der Legitimation, sondern eine der Gestaltung, gestalten kann ich nur was Gestalt hat, die Frage nach der Legitimation ist nicht das „wie gestalten“ sondern das „wohin stellen“, warum soll ich diese Gestalt &#252;ber mich stellen? Du scheinst Demokratie als eine Art Metasystem zu betrachten, erhaben &#252;ber alles, weil sie in sich ja alles zul&#228;sst – au&#223;er das was ihr widerspricht. 
„Die Mehrheit kann die W&#252;rde des Menschen nicht abschaffen und deshalb darf sie die Demokratie auch nicht abschaffen k&#246;nnen.“ Frage des Tages: Wer f&#252;hrt die W&#252;rde ein?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein neuer Autor, das ist erfreulich, und meine Wenigkeit, oder zumindest die Wenigkeit meiner Beitr&#228;ge, scheint der Anlass des Artikels zu sein, das ist noch erfreulicher. Insgesamt ein guter Text wie ich finde. Anfangs knurrend und Z&#228;hne fletschend, sodass ich fast bef&#252;rchten musste zerfleischt zu werden, letztlich doch nur ein zahmes K&#228;tzchen das die dritten Z&#228;hne verloren hat. Dennoch war der Text ansprechend, besonders stilistisch. Wobei, wie gesagt,  der erste Teil sehr scharf und klar formuliert war, geradezu analytisch k&#246;nnte man sagen. Als es jedoch an das Eingemachte ging und der Aufkl&#228;rung ein Erstschlag h&#228;tte folgen m&#252;ssen, wurde der R&#252;ckzug angetreten und vom Pulvermangel an schlagkr&#228;ftigen Argumenten wurde mit einem Wort- und Metaphernfeuerwerk abgelenkt. Nicht dass  ich Wortkunst und Metaphorik nicht zu sch&#228;tzen w&#252;sste, aber an einigen Stellen fehlte einfach das was mich h&#228;tte zu Fall bringen k&#246;nnen, es fehlte die Kaltbl&#252;tigkeit zum Gnadensto&#223; nach der gelungenen und durchaus niederschmetternden Einleitung. Der erste Satz h&#228;tte mir eigentlich schon einiges &#252;ber den folgenden Text verraten k&#246;nnen: „…die grunds&#228;tzliche Antwort: zum ewigen Frieden.“ Ich k&#246;nnte jetzt von Anma&#223;ung sprechen…<br />
Alles in allem ein passabler Text, ich hoffe, da schlie&#223;e ich mich ganz people in motion an, dass es nicht dein Letzter ist.<br />
Nun denn, meine eigentliche Antwort:  </p>
<p>Prophezeiungen? Prophezeiungen wie: „nichts w&#228;chst ewig“ oder „alles was Anf&#228;ngt wird zu Ende gehen“? Nein, auf solche Binsenweisheiten verzichte ich, erstens w&#228;re damit nur gesagt was ohnehin schon jeder wei&#223; und zweitens geht es mir nicht darum Kalenderspr&#252;che durch den virtuellen Raum zu werfen.<br />
„Ich staune &#252;ber seine melodramatische Form aber stimme ihm nat&#252;rlich zu, keine Generation hat jemals von seinen Gro&#223;eltern genug gelernt“ Melodramatik? Pathos? Du hast den Zynismus des von dir zitierten Satzes nicht verstanden.  Ich bin vielmehr Possenrei&#223;er als Dramaturg, wobei wir hier wieder beim Thema Ernst und Humor w&#228;ren.<br />
 Um nicht in eine von dir unerw&#252;nschte Diskussion &#252;ber politische Korrektheit abzugleiten m&#246;chte ich sagen, dass ich mich nicht &#252;ber die  Geschichte selbst lustig mache, die Frage nach humoristischem unter ernsthaften Umgang steht egal wie ihre Antwort auch lauten mag also ganz und gar au&#223;er Frage. Wirklich lustig finde ich hingegen den Umgang mit Geschichte und die scheinbaren „Lehren“ die man aus ihr zu ziehen glaubt, die Notwendigkeiten die sich anscheinend aus ihr ergeben. Untergang? Da hast du etwas falsch verstanden. Nicht die Welt ist so schlecht, sondern mein Humor ist es, da er scheinbar niemanden zum lachen bringt – au&#223;er mich selbst. Wem fehlt nun der Sinn f&#252;r Humor?<br />
Steht nicht der gute Demokrat mit erhobenem Zeigefinger hinter dem Ungelehrigen, hinter dem Unbelehrbaren und zieht vergangene Schauergeschichten hervor wenn es darum geht die Demokratie nach ihrer Legitimation zu hinterfragen?  Wird dann nicht gerne nach Auschwitz verwiesen und kommentiert: Wenn wir nicht der Demokratie huldigen und sie artig pflegen passiert so etwas. Das hat etwas religi&#246;s Autorit&#228;res: Wenn du der Gegenwart nicht gehorchst dann wirst du in  Zukunft von der Vergangenheit bestraft.<br />
„…unterscheiden wir lieber zwischen Nationalsozialisten und Demokraten.“, ich suche viel lieber nach Gemeinsamkeiten als nach Unterschieden, darin liegt wohl unser – Unterschied.<br />
Es liegt m&#246;glicherweise an einem Mangel von „Bildung“ meinerseits, aber den zweiten Abschnitt m&#252;sstest du erl&#228;utern, denn mir ist nicht klar was dieser zur Frage nach der Rechtfertigung eines vereinten Europas beitr&#228;gt.<br />
 Frieden kann kein Selbstzweck sein. Krieg ist der Kampf zweier oder mehrere Autorit&#228;ten um – Autorit&#228;t. Deine Vision von demokratischem Frieden ist lediglich der Endsieg der Demokratie &#252;ber das Individuum, Frieden weil es niemanden mehr gibt gegen den es sich k&#228;mpfen lie&#223;e. Dein Friedensgedanke ist auf Europa beschr&#228;nkt, gehaltlos, zu Ende gedacht m&#252;sste man diesen demokratischen Frieden auf die globale Ebene erweitern denn ein vereintes Europa garantiert schlie&#223;lich nur Frieden im vereinten Europa und nicht au&#223;erhalb von diesem, geschweige denn einen „ewigen Frieden“. Dein absoluter Frieden funktioniert also nur wenn sich die Autorit&#228;t g&#228;nzlich auf eine Seite verschoben hat, n&#228;mlich auf die demokratische. Wenn du den Zweck willst musst du die Mittel wollen. Demokratischer Frieden ist doch nichts anderes als irgendein Frieden. Der Nationalsozialismus ist nicht weniger friedfertig, denn wenn er seine Feinde umgebracht hat – herrscht Frieden. Man kann also jeden Krieg als h&#246;chst pazifistischen Akt ansehen, der dauerhafte Frieden ist nichts weiter als ein gewonnener Krieg.<br />
Anders wird es der Demokratie ebenfalls nicht m&#246;glich sein die Welt zu befrieden, die Demokratie muss ihre Feinde ausl&#246;schen um zu siegen, entweder k&#246;rperlich oder geistig, denn was ist der schriftliche Diskurs oder die Diskussion mehr als ein Krieg? Ich sehe mich daher zwar durchaus als Soldat, aber nicht auf einer B&#252;hne, sondern auf einem Schlachtfeld und mein Sieg ist – unser Frieden.  Wenn du die Demokratie mit dem Ziel des Friedens legitimierst hast du ihr Beliebigkeit attestiert, Frieden schaffen kann auch eine Aristokratie, die Mittel unterscheiden sich m&#246;glicherweise geringf&#252;gig. Jede Autorit&#228;t will Krieg weil sie Sieg will, weil sie Autorit&#228;t haben will, will ich Frieden durch Autorit&#228;t erzwingen muss ich mir zuvor eine derartige Autorit&#228;t verschaffen. Ob ich Jemanden t&#246;te in dem ich ihn entleibe oder ob ich ihn t&#246;te indem ich ihm seine Eigenheit, seine ihm eigene Autorit&#228;t nehme ist doch nicht entscheidend, entscheidend ist, dass, wenn ich Frieden, wenn ich Konfliktlosigkeit will, ich daf&#252;r sorgen muss, dass kein Wille au&#223;er dem meinigem existiert, denn wo EIN Wille ist, ist auch EIN Weg&#8230; Krieg ist das einzige Mittel zum Frieden.</p>
<p> Untergang ist da? Wann ist er gekommen? Untergang ist kein Zeitpunkt, Untergang ist ein Zeitraum, nie da und immer hier. Ich warne nicht vor dem Untergang, ich z&#228;hle, ich hoffe auf ihn und dass er besser sp&#228;t kommt als gar nicht, die Demokratie verschluckt, und eine Idee ausspuckt die noch glaubw&#252;rdig ist. Ich warne nicht, ich sage wahr. Eine Warnung  kann doch nur Warnung sein, wenn sie vor etwas warnt das vermeidbar ist. Ich sage nicht ihr m&#252;sst dies tun, damit jenes geschieht oder nicht geschieht, sondern ich sage ihr k&#246;nnt tun was ihr wollt, Untergang geschieht euch sowieso.<br />
Die Tr&#228;nen in meinen Augen sind keine Tr&#228;nen der Trauer um eine untergehende Gegenwart sondern Tr&#228;nen der Freude um eine aufgegangene Vergangenheit und eine aufgehende Zukunft. Soll der Melancholiker sich umblicken und weinen,  ich blicke an, auf dass das Angeblickte seine Nichtigkeit, seine L&#228;cherlichkeit entbl&#246;&#223;t, ich kann aufblicken, w&#228;hrend der Melancholiker noch zur&#252;ckblickt, denn ich blicke ein.<br />
„…er will den Frieden trotzt des Todes“ Ich will Frieden nur im Tod, so wir leben lasst uns Kriegf&#252;hren. Und ist der Einzelne befriedet durch die Idee, durch das System, durch die Mehrheit, dann ist er gestorben. „Ewiger Frieden“ ist nur im Tod von Dauer. Wie? Du musst wenn du den Zweck willst auch die Mittel wollen. Wie k&#246;nntest du den Krieg nicht wollen? Dort stirbt es sich doch am leichtesten. Der  schnellste Weg zum ewigen Frieden ist der Krieg.<br />
„…und dem wollen wir nicht Recht geben.“  Nein, nat&#252;rlich nicht, ich kann nur sagen: Argumentatives Schwergewicht. Geadelt sei wer jetzt noch lachen kann.<br />
Die Diskussion zu der people in motion aufgerufen hat ist keine der Legitimation, sondern eine der Gestaltung, gestalten kann ich nur was Gestalt hat, die Frage nach der Legitimation ist nicht das „wie gestalten“ sondern das „wohin stellen“, warum soll ich diese Gestalt &#252;ber mich stellen? Du scheinst Demokratie als eine Art Metasystem zu betrachten, erhaben &#252;ber alles, weil sie in sich ja alles zul&#228;sst – au&#223;er das was ihr widerspricht.<br />
„Die Mehrheit kann die W&#252;rde des Menschen nicht abschaffen und deshalb darf sie die Demokratie auch nicht abschaffen k&#246;nnen.“ Frage des Tages: Wer f&#252;hrt die W&#252;rde ein?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: people in motion</title>
		<link>http://www.endlosrekursion.de/144/ernst-der-geschichte-melancholie-der-gegenwart/comment-page-1/#comment-269</link>
		<dc:creator>people in motion</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Feb 2008 16:56:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.endlosrekursion.de/144/ernst-der-geschichte-melancholie-der-gegenwart/#comment-269</guid>
		<description>Ich fand den Artikel wirklich sehr spannend und freue mich, dass so Wowiks grunds&#228;tzliche Mahnungen und Zweifel nicht einfach im Raum stehen geblieben sind. Ich bin selber nicht n&#228;her darauf eingegangen, weil ich nicht wollte, dass die Diskussion von den konkreten &quot;Funktonen und Wirkungen&quot; zu sehr ins Allgemeine abdriftet. 

Du schreibst in deinem letzten Absatz: 

&quot;Der Gedanke einer Kultur, die sich nicht mit anderen Kulturen vertr&#228;gt, ist ein nationalsozialistischer Gedanke und dem wollen wir nicht Recht geben.&quot;

Hierzu m&#246;chte ich erg&#228;nzen, dass eine Kultur, die sich dem Einfluss anderer Kulturen verschlie&#223;t, sich nicht entwickeln wird, ja eine tote Kultur ist.  Kulturen leben doch vom Austausch, der st&#228;ndigen Interaktion unterschiedlichster Menschen. Dieser Gedanke best&#228;tigt sich im Kleinen wie im Gro&#223;en. Ein Einzelner braucht keine Kultur. Er kann alles seinem eigenen tempor&#228;ren Gutd&#252;nken unterwerfen. Erst, wenn er mit anderen zusammentrifft, entsteht aus der Notwendigkeit des miteinander Zurechtkommens ganz automatisch der Anfang einer Kultur. 

Im Gro&#223;en und Ganzen, also der Menschheitsgeschichte, l&#228;sst sich beobachten, dass immer wenn zwei oder mehr unterschiedliche kulturelle Str&#246;mungen durch geographischen Zusammenprall besonders intensiv in Austausch geraten sind, sich das entwickeln konnte, was man sp&#228;ter als eine Hochkultur bezeichnet hat. So w&#228;re die antike griechische Kultur ohne Mykener, &#196;gypter, Mesopotamier und Perser nicht denkbar. Bezeichnend ist auch, dass seit jeher Hafenst&#228;dte, in denen aufgrund der weitreichenden Handelsbeziehungen unterschiedlichste Einfl&#252;sse aufeinander treffen, kulturelle Zentren sind. 

Kultur davor zu bewahren in Vergessenheit zu geraten, halte ich aus der Sicht des Geschichtsschreibers f&#252;r vern&#252;nftig. Kulturen vor fremden Einfl&#252;ssen zu bewahren ist hingegen Schwachsinn, denn es verkennt. wie sich eine jede Kultur entwickelt. Gedanken, die auch im Rahmen der europ&#228;ischen Integration von Bedeutung sind. 

Es ist auf jeden Fall ein sehr guter Text von dir. Ich denke, dass sich alle hier Mitlesenden dar&#252;ber freuen w&#252;rden, wenn dies nicht dein letzter Artikel bliebe.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich fand den Artikel wirklich sehr spannend und freue mich, dass so Wowiks grunds&#228;tzliche Mahnungen und Zweifel nicht einfach im Raum stehen geblieben sind. Ich bin selber nicht n&#228;her darauf eingegangen, weil ich nicht wollte, dass die Diskussion von den konkreten &#8220;Funktonen und Wirkungen&#8221; zu sehr ins Allgemeine abdriftet. </p>
<p>Du schreibst in deinem letzten Absatz: </p>
<p>&#8220;Der Gedanke einer Kultur, die sich nicht mit anderen Kulturen vertr&#228;gt, ist ein nationalsozialistischer Gedanke und dem wollen wir nicht Recht geben.&#8221;</p>
<p>Hierzu m&#246;chte ich erg&#228;nzen, dass eine Kultur, die sich dem Einfluss anderer Kulturen verschlie&#223;t, sich nicht entwickeln wird, ja eine tote Kultur ist.  Kulturen leben doch vom Austausch, der st&#228;ndigen Interaktion unterschiedlichster Menschen. Dieser Gedanke best&#228;tigt sich im Kleinen wie im Gro&#223;en. Ein Einzelner braucht keine Kultur. Er kann alles seinem eigenen tempor&#228;ren Gutd&#252;nken unterwerfen. Erst, wenn er mit anderen zusammentrifft, entsteht aus der Notwendigkeit des miteinander Zurechtkommens ganz automatisch der Anfang einer Kultur. </p>
<p>Im Gro&#223;en und Ganzen, also der Menschheitsgeschichte, l&#228;sst sich beobachten, dass immer wenn zwei oder mehr unterschiedliche kulturelle Str&#246;mungen durch geographischen Zusammenprall besonders intensiv in Austausch geraten sind, sich das entwickeln konnte, was man sp&#228;ter als eine Hochkultur bezeichnet hat. So w&#228;re die antike griechische Kultur ohne Mykener, &#196;gypter, Mesopotamier und Perser nicht denkbar. Bezeichnend ist auch, dass seit jeher Hafenst&#228;dte, in denen aufgrund der weitreichenden Handelsbeziehungen unterschiedlichste Einfl&#252;sse aufeinander treffen, kulturelle Zentren sind. </p>
<p>Kultur davor zu bewahren in Vergessenheit zu geraten, halte ich aus der Sicht des Geschichtsschreibers f&#252;r vern&#252;nftig. Kulturen vor fremden Einfl&#252;ssen zu bewahren ist hingegen Schwachsinn, denn es verkennt. wie sich eine jede Kultur entwickelt. Gedanken, die auch im Rahmen der europ&#228;ischen Integration von Bedeutung sind. </p>
<p>Es ist auf jeden Fall ein sehr guter Text von dir. Ich denke, dass sich alle hier Mitlesenden dar&#252;ber freuen w&#252;rden, wenn dies nicht dein letzter Artikel bliebe.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>

